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GameStop: Der Umsatz fällt wieder — und die halbe Firma steckt inzwischen in eBay-Aktien

GameStop: Der Umsatz fällt wieder — und die halbe Firma steckt inzwischen in eBay-Aktien

Von GameStop kennen die meisten nur die Legende von 2021. Die Firma dahinter ist heute eine andere: Im Quartal bis 1. August 2026 fiel der Umsatz auf 790,2 Millionen US-Dollar, nach 972,2 Millionen im Vorjahresquartal — das Betriebsergebnis stieg im selben Zeitraum von 66,4 auf 160,2 Millionen, nach Angabe des Unternehmens das beste zweite Quartal seiner Geschichte. Kasse und Wertpapiere schrumpften von 8.368,1 auf 5.060,3 Millionen, weil aus der Optionswette auf eBay ein echtes Aktienpaket wurde: 43,4 Millionen Stücke, Zeitwert 4.946,9 Millionen US-Dollar. Keine Anlageberatung — sondern der Versuch, beide Hälften dieser Firma nebeneinanderzulegen und ehrlich zu addieren.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 22 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 2. Oktober 2026

Schlusskurs
24,70 $ +2,40 %
Marktkapitalisierung
11,0 Mrd. $
KGV
18,0
Wachstums-Score
5/10
AAQS
4/10

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

GameStop: Der Umsatz fällt wieder — und die halbe Firma steckt inzwischen in eBay-Aktien
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 17,90 $ bis 27,70 $ · Letzter Kurs: 24,70 $ (Stand: 2. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die kein Chart und kein Bewertungsmodell entschärft, weil sie im Gedächtnis sitzt und nicht in der Tabelle: die Legenden-Falle. Sie funktioniert so. Eine Aktie hat einmal eine Geschichte geschrieben, die so groß war, dass sie es in Filme, Talkshows und Familienfeiern geschafft hat. Jahre später hörst du den Namen — und dein Kopf lädt nicht die Firma, sondern die Legende. Bei GameStop Corp. (NYSE: GME) ist diese Legende der Januar 2021: Kleinanleger gegen Leerverkäufer, der Laden mit den gebrauchten Videospielen als Schlachtfeld. Nur ist der Laden inzwischen ein anderes Unternehmen. Er hat in zwei Jahren fast ein Drittel seines Umsatzes verloren, im Geschäftsjahr 2025 allein 727 US-Filialen geschlossen — und beschreibt sich in seinem eigenen Quartalsbericht heute so, wie sich sonst Beteiligungsgesellschaften beschreiben. Machen wir also einen Deal: Bevor du die Legende kaufst, lesen wir gemeinsam, was die Firma selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) zum 31. Januar 2026, den Quartalsbericht (10-Q) zum 2. Mai 2026 und jede Meldung danach bis zur Ergebnismitteilung vom 8. September 2026. Diese Papiere sind unter Strafandrohung ehrlich. Am Ende entscheidest Du selbst.

Was GameStop heute wirklich ist

GameStop verkauft Videospiele, Konsolen, Zubehör und Sammlerstücke — in 2.206 Filialen (Stand 31. Januar 2026): 1.598 in den USA, 308 in Frankreich, 300 in Australien. Der Konzern sitzt in Grapevine, Texas, beschäftigt rund 4.000 Vollzeitkräfte und je nach Jahreszeit zwischen 11.000 und 16.000 Teilzeitkräfte. Vor acht Jahren waren es noch über 7.200 Filialen. Kanada wurde 2025 verkauft, Neuseeland geschlossen — und Frankreich ist inzwischen ebenfalls draußen: Im Quartalsbericht zum 2. Mai 2026 stand das Frankreich-Geschäft noch als „zur Veräußerung gehalten“ in der Bilanz, in der Ergebnismitteilung vom 8. September 2026 nennt GameStop die vollzogene Veräußerung bereits als einen von drei Gründen für den gesunkenen Umsatz. Die 308 französischen Läden aus der Filialzahl oben gehören also nicht mehr dazu; rechnerisch bleiben rund 1.898 Läden, eine neue offizielle Filialzahl nennt der Konzern seit dem Geschäftsbericht nicht. Das Sortiment gliedert GameStop seit dem Quartal bis 1. August 2026 in drei neue Gruppen: Sammlerstücke (Sammelkarten neu und gebraucht, Figuren, Kleidung, Spielzeug, dazu Gebühren aus der Vermittlung von Karten an einen fremden Bewertungsdienst), Videospiele (neue Hardware, Zubehör, Software physisch und digital, Guthabenkarten, PC-Zubehör) und Gebraucht und Aufbereitet (gebrauchte und wiederaufbereitete Konsolen, Datenträger, Zubehör, Unterhaltungselektronik). Vorher lief die Gliederung nach Hardware, Software und Sammlerstücken; die alten Jahreszahlen in dieser Analyse stehen deshalb weiterhin in der alten Einteilung. Unverändert dahinter steht das älteste Geschäftsmodell des Hauses: der Ankauf gebrauchter Ware im Laden gegen Bargeld oder Guthaben, aufbereitet in eigenen Werkstätten und wieder verkauft.

Und dann steht im Quartalsbericht (10-Q) zum 2. Mai 2026 ein Satz, der das Unternehmen neu definiert:

„As we navigate the evolving commercial landscape, our business model is expanding beyond traditional retail to include value creation through disciplined capital allocation, and we view our significant cash and other sources of liquidity as a strategic asset to be deployed into investments, acquisitions, and control transactions that we believe offer long-term value.“

Übersetzung: „Während wir uns in einem sich wandelnden Handelsumfeld bewegen, erweitert sich unser Geschäftsmodell über den klassischen Einzelhandel hinaus um Wertschöpfung durch disziplinierte Kapitalallokation, und wir betrachten unsere erheblichen Barmittel und sonstigen Liquiditätsquellen als einen strategischen Vermögenswert, der in Investitionen, Zukäufe und Kontrolltransaktionen fließen soll, von denen wir uns langfristigen Wert versprechen.“

— GameStop Corp., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 02.05.2026, Item 2 (Overview)

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus dem GameStop-Quartalsbericht 10-Q zum 2. Mai 2026: Das Geschäftsmodell erweitert sich über den klassischen Einzelhandel hinaus, die Liquidität gilt als strategischer Vermögenswert für Investitionen, Zukäufe und Kontrolltransaktionen.
Die markierte Stelle im Original: GameStop nennt seine Kasse selbst einen „strategischen Vermögenswert“ für Investitionen, Zukäufe und Kontrollübernahmen. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 02.05.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Der Laden verdient nach Jahren des Schrumpfens wieder Geld — aber der weit größere Teil des Gewinns entsteht inzwischen daneben, in einer Kasse von mehreren Milliarden und in Wetten auf fremde Aktien. Wer GME kauft, kauft beides, und die zweite Hälfte hängt an den Entscheidungen einer Person. Diese Person ist Ryan Cohen, Gründer des Tierbedarfshändlers Chewy, seit 2021 im Verwaltungsrat und heute Chairman und Chief Executive Officer. Am 7. Juli 2026 wurde er mit 244.771.847 Stimmen wiedergewählt — das höchste Ergebnis aller fünf Kandidaten.

Wie eine Firma aussieht, deren Jahresergebnis nicht mehr am eigenen Betrieb hängt, sondern an einem Wertpapierdepot, haben wir an anderer Stelle schon durchgerechnet: bei Biglari Holdings, wo profitable Restaurants und Versicherer regelmäßig von den Kursschwankungen eines hauseigenen Fonds überlagert werden. GameStop ist noch nicht dort. Aber der Weg zeigt in diese Richtung.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Nicht über einen unserer Scanner. GameStop kam über eine Pflichtmeldung auf die Rechercheliste: die Meldung (8-K) vom 4. Mai 2026. Darin teilte der Konzern mit, er habe am Vortag dem Verwaltungsratsvorsitzenden von eBay Inc. ein unverbindliches Schreiben übermittelt, in dem er anbietet, sämtliche ausstehenden eBay-Aktien zu übernehmen — für 125,00 US-Dollar je Aktie in einer Mischung aus Bargeld und eigenen Aktien. Am selben Tag reichte GameStop eine Beteiligungsmeldung (Schedule 13D) über seinen wirtschaftlichen Anteil an eBay ein. Für die Größenordnung: eBay ist gemessen am Börsenwert rund fünfmal so groß wie GameStop — die Zeitung, deren Bericht GameStop selbst als Rule-425-Mitteilung einreichen musste, bezifferte eBays Börsenwert im Artikel vom 19. Juli 2026 auf knapp 50 Milliarden US-Dollar, gemessen am Schlusskurs des 17. Juli.

Was danach kam, lässt sich in den Filings Woche für Woche mitlesen. Am 12. Mai 2026 lehnte eBay das Angebot ab — der Quartalsbericht hält das in den Ereignissen nach dem Bilanzstichtag nüchtern fest. GameStop kaufte trotzdem weiter zu: Änderungsmeldung Nr. 1 am 19. Mai (29.078.699 Aktien wirtschaftliche Beteiligung), Nr. 2 am 28. Mai (34.508.990), Nr. 3 am 5. Juni (39.874.306), Nr. 4 am 17. Juli. Parallel liefen über zwei Dutzend Mitteilungen nach Rule 425 — jene Form, mit der Unternehmen bei laufenden Zusammenschlussvorhaben jedes öffentliche Wort dokumentieren müssen, vom Fernsehinterview bis zum Zeitungsartikel. Merke dir den Befund gleich zu Beginn: Bei GameStop steht die eigentliche Geschichte 2026 nicht im Quartalsbericht, sondern in den Meldungen dazwischen.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Zuerst das, was wirklich beeindruckt — und das ist mehr, als die Legenden-Erzählung vermuten lässt. GameStop hat den Betrieb tatsächlich gedreht. Im Geschäftsjahr 2024 (bis 1. Februar 2025) stand noch ein Betriebsverlust von 26,2 Millionen US-Dollar. Im Geschäftsjahr 2025 (bis 31. Januar 2026) waren es +232,1 Millionen Betriebsgewinn. Der operative Mittelzufluss — das Geld, das aus dem laufenden Geschäft wirklich hereinkommt — stieg von 145,7 auf 614,8 Millionen US-Dollar; zwei Jahre zuvor waren es noch minus 203,7 Millionen. Die Bruttomarge, also der Anteil vom Umsatz, der nach dem Wareneinkauf übrig bleibt, kletterte von 29,1 Prozent (Geschäftsjahr 2024) auf 33,0 Prozent (2025) und im Quartal bis 2. Mai 2026 auf 40,7 Prozent. Das ist kein Buchhaltungstrick, sondern die Folge harter Schnitte: weniger Filialen, weniger Länder, weniger niedrigmargige Hardware.

Ein Wort zum Geschäftsjahr, sonst verrutschen alle Zahlen: GameStop schließt seine Bücher Ende Januar. Das Geschäftsjahr 2025 lief vom 2. Februar 2025 bis zum 31. Januar 2026 und deckt damit im Wesentlichen das Kalenderjahr 2025 ab. Das laufende Geschäftsjahr 2026 endet am 30. Januar 2027; sein erstes Quartal reichte vom 1. Februar bis zum 2. Mai 2026.

Die Kehrseite ist die Umsatzkurve — und die Verschiebung dahinter:

Gruppiertes Balkendiagramm des GameStop-Umsatzes nach Warengruppe in Millionen US-Dollar für die Geschäftsjahre 2023, 2024 und 2025: Hardware und Zubehör 2.996,8 / 2.099,7 / 1.840,4 (blau); Software 1.522,0 / 1.005,4 / 729,3 (grau); Sammlerstücke 754,0 / 717,9 / 1.060,2 (grün). Die Sammlerstücke sind im letzten Jahr die einzige wachsende Gruppe.
Zwei Kurven laufen auseinander: Hardware und Software brechen weg, Sammlerstücke wachsen im Geschäftsjahr 2025 um 47,7 Prozent auf 1.060,2 Millionen US-Dollar. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Gesamtumsatz fiel von 5.272,8 Millionen US-Dollar (Geschäftsjahr 2023) über 3.823,0 auf 3.629,9 Millionen (Geschäftsjahr 2025) — ein Rückgang um fast ein Drittel in zwei Jahren. Innerhalb dieses schrumpfenden Kuchens findet aber ein Austausch statt: Hardware und Zubehör verloren 12,3 Prozent auf 1.840,4 Millionen, Software 27,5 Prozent auf 729,3 Millionen — Sammlerstücke legten um 47,7 Prozent auf 1.060,2 Millionen zu und stellen inzwischen 29,2 Prozent des Umsatzes. Wie groß der Umbau ist, zeigt der Blick zwei Jahre zurück: Im Geschäftsjahr 2023 standen noch 2.996,8 Millionen bei Hardware und 1.522,0 Millionen bei Software gegen nur 754,0 Millionen bei Sammlerstücken. Die beiden alten Säulen haben seither zusammen fast 1,95 Milliarden US-Dollar Umsatz verloren, die neue rund 306 Millionen gewonnen. Treiber sind Sammelkarten: GameStop ist seit dem Geschäftsjahr 2024 autorisierter Händler des Bewertungsdienstes PSA, nimmt Karten zur Zertifizierung entgegen und kauft geprüfte Karten im Laden an. Aus dem alten Gebrauchtspiel-Tresen ist ein Sammelkarten-Tresen geworden. Und im Quartal bis 2. Mai 2026 zeigte das erstmals im Gesamtumsatz: +14,0 Prozent auf 835,3 Millionen US-Dollar — trotz kleinerer Filialbasis und trotz verkaufter Auslandsgeschäfte. Ein Quartal später war dieser Schub vorbei; was seither passiert ist, steht weiter unten in einem eigenen Kapitel.

Die drei größten Lieferanten sind laut Geschäftsbericht Nintendo, Sony und Pokémon, die zusammen den überwiegenden Teil der Neuware stellen. Das ist eine ehrliche Abhängigkeit: Wer Sammelkarten und Konsolen verkauft, verkauft, was diese drei liefern.

Und dann kommt die Zeile, an der die eigentliche Diskussion hängt. Im Quartal bis 2. Mai 2026 wies GameStop einen Nettogewinn von 389,6 Millionen US-Dollar aus, nach 44,8 Millionen im Vorjahresquartal — fast das Neunfache. Nur: Woher kam er?

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der Laden lieferte gut ein Viertel des Quartalsgewinns

Die Gewinn- und Verlustrechnung des Quartalsberichts zum 2. Mai 2026 lässt sich in fünf Zeilen erzählen. Das Ergebnis vor Steuern betrug 506,4 Millionen US-Dollar. Davon kamen:

Wasserfalldiagramm des GameStop-Ergebnisses vor Steuern im Quartal bis 2. Mai 2026 in Millionen US-Dollar: Betriebsergebnis 143,3, plus Zinsen netto 83,7, plus eBay-Optionen als Buchgewinn 268,4, plus Bitcoin und Sonstiges 11,0, ergibt 506,4 Millionen Ergebnis vor Steuern.
Vier Quellen, ein Ergebnissprung: Nur 143,3 der 506,4 Millionen US-Dollar Vorsteuerergebnis stammen aus dem Betrieb — 28 Prozent. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 02.05.2026 (eingereicht 11.06.2026). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

143,3 Millionen aus dem Betrieb — dem Verkauf von Spielen, Konsolen und Sammelkarten. 83,7 Millionen aus Zinsen auf den Kassenbestand, mehr als im gesamten Vorjahresquartal (56,9 Millionen). 268,4 Millionen aus einem unrealisierten Bewertungsgewinn auf Optionen für eBay-Aktien. Und 11,0 Millionen aus Bitcoin und sonstigen Erträgen. Übersetzt in ein Alltagsbild: Stell dir einen Laden vor, dessen Inhaber im Vorjahr eine Erbschaft gemacht hat. Der Laden läuft ordentlich und wirft in diesem Quartal 143 Euro ab. Der Inhaber hat mit dem Erbe aber auch Aktien gekauft, die auf dem Papier gerade 268 Euro mehr wert sind, und bekommt 84 Euro Zinsen aufs Sparbuch. Am Jahresende steht ein glänzendes Ergebnis — nur hat der Laden damit wenig zu tun. Und der Papiergewinn kann im nächsten Quartal genauso gut ein Papierverlust sein: Der Konzern selbst verbucht ihn unter „nicht betrieblich“ und nennt ihn unrealized — nicht realisiert.

Zur Fairness gehört: Die 143,3 Millionen aus dem Betrieb sind eine echte Verbesserung gegenüber einem Verlust von 10,8 Millionen im Vorjahresquartal. Und die Zinsen sind kein Zufall, sondern das planmäßige Ergebnis einer Kasse, die durch Anleiheemissionen aufgebläht wurde. Nur wer die 389,6 Millionen Nettogewinn als „GameStop verdient jetzt wieder richtig Geld“ liest, liest die falsche Zeile. Und im Quartal danach, bis zum 1. August 2026, hat sich das Verhältnis immerhin verschoben: Dort stammten 160,2 von 420,2 Millionen Vorsteuerergebnis aus dem Betrieb — 38 statt 28 Prozent. Besser, aber noch immer nicht der Hauptteil.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Aus einer Optionswette wurde eine Rechnung über 3,97 Milliarden Dollar

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 baute GameStop über sogenannte Put/Call-Paare eine wirtschaftliche Beteiligung an eBay auf. Ein solches Paar — ein gekaufter Kaufoptionsanspruch und eine gleichzeitig geschriebene Verkaufsoption mit derselben Gegenpartei — wirkt bilanziell wie ein Terminkauf: Man trägt Gewinn und Verlust der Aktie, ohne sie zunächst zu besitzen. Der Quartalsbericht nennt Zweck und Umfang klar:

„The objective for holding these derivatives is to obtain economic exposure to eBay Common Stock.“

Übersetzung: „Der Zweck des Haltens dieser Derivate besteht darin, eine wirtschaftliche Beteiligung an der eBay-Stammaktie zu erlangen.“

— GameStop Corp., SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 02.05.2026, Note 10 „Derivative Asset“

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus dem GameStop-Quartalsbericht 10-Q zum 2. Mai 2026: Der Zeitwert der Put/Call-Paare betrug 285,3 Millionen US-Dollar, der unrealisierte Bewertungsgewinn ebenfalls 285,3 Millionen brutto, und der Zweck des Haltens dieser Derivate ist eine wirtschaftliche Beteiligung an der eBay-Stammaktie.
Die markierte Stelle im Original: der Zweck der Optionspaare, wörtlich. Der Bruttogewinn betrug 285,3 Millionen US-Dollar; nach Transaktionskosten stehen 268,4 Millionen in der Gewinn- und Verlustrechnung. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 02.05.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zum 2. Mai 2026 umfassten diese Paare 22.176.000 eBay-Aktien, dazu kamen 25.000 direkt gehaltene Stücke — zusammen rund 5 Prozent von eBay. Als Sicherheit hatte GameStop zu diesem Zeitpunkt bereits 983,3 Millionen US-Dollar hinterlegt. Dann kam der 3. Mai: das Angebot über 125,00 US-Dollar je Aktie. Am 12. Mai die Ablehnung durch eBay. Und danach — statt eines Rückzugs — der Ausbau.

Die Beteiligungsmeldung (Schedule 13D/A Nr. 4) vom 17. Juli 2026 beziffert das Ergebnis. Zwischen dem 8. und 15. Juni kaufte GameStop 3.516.077 eBay-Aktien für 381.301.906,81 US-Dollar. Am 15. Juli erklärte der Konzern, sämtliche 39.046.658 Aktien aus den Optionspaaren physisch abnehmen zu wollen; die Lieferung erfolgte am 17. Juli 2026 gegen 3.965.077.113,19 US-Dollar — bei einem durchschnittlichen Ausübungspreis von 101,295333 US-Dollar je Aktie. Die Meldung nennt die Herkunft des Geldes ausdrücklich: working capital, also Betriebskapital, kein Kredit. Seither hält GameStop 43.390.383 eBay-Aktien, 9,8 Prozent des Unternehmens.

Aus einer Optionsposition ist damit ein Aktienblock geworden, für den in zwei Monaten gut 4,3 Milliarden US-Dollar geflossen sind. Bilanziell vollzogen ist der Wechsel seit dem Quartal bis 1. August 2026: In der Bilanz zu diesem Stichtag steht eine Beteiligung über 4.946,9 Millionen US-Dollar, wo im Frühjahr noch ein Derivat und hinterlegte Sicherheiten standen. Zum Vergleich: GameStops eigener Börsenwert lag bei rund 9,53 Milliarden (504.500.979 Aktien zum 3. September 2026, Schlusskurs 18,89 US-Dollar vom 8. September 2026). Und die Zielgesellschaft will nicht. In einem Interview vom 16. Juli 2026, das GameStop selbst als Rule-425-Mitteilung einreichen musste, sagte Ryan Cohen, er stecke „500 Millionen meines eigenen Geldes“ in die Transaktion und habe sich verpflichtet, im ersten Jahr „2 Milliarden“ Kosten aus eBay herauszunehmen. Drei Tage später zitierte ihn eine Zeitung mit dem Satz: „I want to own eBay — that’s all I’ve been thinking about.“ — „Ich will eBay besitzen — an nichts anderes habe ich gedacht.“ Das ist keine Fußnote. Das ist die zweite Hälfte dieser Aktie.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Dein Stück vom Kuchen kann deutlich kleiner werden

Verwässerung heißt: Es kommen neue Aktien dazu, der Gewinn wird auf mehr Köpfe verteilt, dein Anteil am Unternehmen schrumpft — dein Stück vom Kuchen wird kleiner, obwohl der Kuchen gleich groß bleibt. Bei GameStop gibt es davon vier Quellen gleichzeitig, und sie sind alle dokumentiert.

Erstens die Wandelanleihen. Im April 2025 begab GameStop 1.500 Millionen US-Dollar Wandelanleihen mit Fälligkeit 2030, im Juni 2025 weitere 2.700 Millionen mit Fälligkeit 2032 — beide mit einem Kupon von 0,00 Prozent. Zinsen zahlt der Konzern also nicht; bezahlt wird mit dem Recht der Gläubiger, in Aktien zu tauschen, zu rund 29,85 beziehungsweise 28,91 US-Dollar je Aktie. Zum 31. Januar 2026 standen 4.164,3 Millionen in der Bilanz, zum 1. August 2026 waren es 4.167,8 Millionen; nach dem am 3. September 2026 vollzogenen Umtausch bleiben davon rund 1,1 Milliarden der 2030er und 1,7 Milliarden der 2032er Anleihen stehen, zusammen rund 2,8 Milliarden US-Dollar. In der verwässerten Ergebnisrechnung des Quartals bis 2. Mai 2026 tauchen daraus bereits 143,6 Millionen zusätzliche Aktien auf: 448,4 Millionen tatsächliche Aktien werden zu 592,3 Millionen verwässerten. Genau deshalb liegt der Gewinn je Aktie „verwässert“ bei 0,66 US-Dollar, „unverwässert“ aber bei 0,87.

Zweitens die Optionsscheine. Am 7. Oktober 2025 verteilte GameStop an jeden Aktionär einen Optionsschein je zehn Aktien — Bezugspreis 32,00 US-Dollar, Verfall 30. Oktober 2026, notiert an der NYSE unter „GME WS“. Registriert sind dafür 59.153.963 Aktien. Im gesamten Geschäftsjahr 2025 wurden 6.717 Stück ausgeübt. Der Quartalsbericht führt sie ausdrücklich als „anti-dilutive“, weil der Bezugspreis „deutlich über dem durchschnittlichen Marktpreis“ liege — sie sind also in den 592,3 Millionen verwässerten Aktien noch gar nicht enthalten.

Drittens der Umtausch vom 2. August 2026. Vereinbart wurde er am 2. August, gemeldet einen Tag später — deshalb trägt das Zitat unten das Datum 3. August. Hier wird aus Schulden Eigenkapital:

„Following the closing of the Exchange, the Exchange Notes will be cancelled and no longer outstanding, and the Company’s outstanding long-term debt will be reduced by approximately $1.4 billion (with approximately $1.1 billion aggregate principal amount of 2030 Notes and $1.7 billion aggregate principal amount of 2032 Notes remaining outstanding). The Exchange retires this debt without the use of cash.“

Übersetzung: „Nach dem Vollzug des Umtauschs werden die getauschten Anleihen eingezogen und stehen nicht mehr aus, und die langfristigen Schulden des Unternehmens verringern sich um rund 1,4 Milliarden US-Dollar (wobei rund 1,1 Milliarden Nennwert der 2030er Anleihen und 1,7 Milliarden Nennwert der 2032er Anleihen ausstehend bleiben). Der Umtausch tilgt diese Schulden ohne Einsatz von Barmitteln.“

— GameStop Corp., SEC-Meldung 8-K vom 03.08.2026, Item 1.01

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus der GameStop-Meldung 8-K vom 3. August 2026: 400 Millionen US-Dollar der 2030er und 1,0 Milliarden der 2032er Wandelanleihen werden gegen Stammaktien getauscht, die langfristigen Schulden sinken um rund 1,4 Milliarden US-Dollar, die Aktienzahl richtet sich nach einem 35-tägigen Durchschnittskurs ab dem 3. August 2026.
Die markierte Stelle im Original: 1,4 Milliarden US-Dollar Schulden verschwinden — bezahlt wird mit neuen Aktien, deren Zahl erst nach 35 Handelstagen feststeht. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 03.08.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Wie viele Aktien das kostet, sollte sich ursprünglich erst nach dem volumengewichteten Durchschnittskurs über 35 aufeinanderfolgende Handelstage ab dem 3. August 2026 entscheiden; Vollzug war für den 23. September 2026 geplant. Dabei blieb es nicht. Am 31. August 2026 — genau vier Wochen nach dem Start der Referenzperiode — änderte GameStop die Vereinbarungen: Der Rest der Referenzperiode wurde beendet, der bis dahin aufgelaufene Teil wird wie vorgesehen in Aktien beglichen, der Rest in bar. Unter dem Strich erhalten die Gläubiger rund 55,5 Millionen Aktien (rund 73 Prozent der Gegenleistung) und rund 358,4 Millionen US-Dollar in bar (rund 27 Prozent). Der entscheidende Satz der Mitteilung lautet: „No additional shares are issuable in respect of the Exchange.“ — „Im Rahmen des Umtauschs sind keine weiteren Aktien mehr auszugeben.“ Die Ergebnismitteilung vom 8. September 2026 bestätigt den Vollzug zum 3. September 2026 und beziffert die verbliebenen langfristigen Schulden auf rund 2,8 Milliarden US-Dollar.

Der Preis für diese Gewissheit ist Bargeld, das nach den eBay-Käufen ohnehin knapper geworden ist. Und die Verwässerung ist damit nicht bloß angekündigt, sondern eingetreten: Die Beteiligungsmeldung von Ryan Cohen vom 3. September 2026 — Änderung Nr. 15 — nennt 504.500.979 ausstehende Aktien. Am 5. Juni 2026 waren es 448.691.257. Das sind 55.809.722 Aktien mehr, ein Plus von 12,4 Prozent in drei Monaten. Bemerkenswert ist der Anlass dieser Meldung: Cohen musste sie nach eigener Angabe allein deshalb einreichen, weil die Zahl der ausstehenden Aktien gestiegen war — er selbst hat keine Aktie verkauft, sein Anteil sank rechnerisch auf 8,3 Prozent (42.082.626 Stück, darin 3.734.784 aus Optionsscheinen). Wer wissen will, wie Verwässerung sich anfühlt, findet hier die ehrlichste Antwort: Sie trifft auch den Chef.

Viertens der Rahmen für alles Weitere. Auf der Hauptversammlung am 7. Juli 2026 stimmten die Aktionäre einer Satzungsänderung zu, die das genehmigte Kapital auf 2.500.000.000 Aktien anhebt. Bei 504.500.979 tatsächlich ausstehenden Aktien (Stand 3. September 2026) ist das der rechtliche Spielraum für knapp das Fünffache. Bemerkenswert ist das Abstimmungsergebnis: 231.693.497 Ja-Stimmen gegen 104.566.841 Nein-Stimmen, nach Angabe des Unternehmens 68,7 Prozent Zustimmung der abgegebenen Stimmen — bei den übrigen Tagesordnungspunkten lag die Ablehnung zwischen 2,7 und 30,7 Millionen Stimmen. Ein Teil der eigenen Aktionäre hat hier also sehr deutlich widersprochen. Wie so ein Umtausch von Anleihen in Aktien am Ende auf den Anteil der Altaktionäre wirkt, haben wir bei Beyond Meat durchgerechnet, wo Wandelanleihen den Aktionärskuchen neu aufgeteilt haben.

Zur Fairness gehört auch hier die Gegenseite: Am 2. Juni 2026 beschloss der Verwaltungsrat eine neue Rückkaufermächtigung über 2,0 Milliarden US-Dollar. Sie verpflichtet zu nichts und kann jederzeit beendet werden — aber sie zeigt, dass beide Richtungen offen sind.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Bitcoin gehören GameStop bilanziell nicht mehr

Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2025 kaufte GameStop 4.710 Bitcoin für 500 Millionen US-Dollar als Reservevermögen. Im vierten Quartal desselben Jahres verpfändete der Konzern 4.709 davon an Coinbase Credit, Inc., um darauf gedeckte Kaufoptionen zu verkaufen — eine Strategie, die Prämien einbringt, dafür aber die Teilnahme an starken Kursanstiegen kappt. Der entscheidende Satz steht im Geschäftsbericht:

„Under the terms of the Collateral Agreement, the counterparty retained the right to rehypothecate, commingle, or unilaterally sell the Pledged Bitcoin. As a result of these rights, we concluded that control of the Pledged Bitcoin transferred to the counterparty.“

Übersetzung: „Nach den Bedingungen der Sicherheitenvereinbarung behielt sich die Gegenpartei das Recht vor, die verpfändeten Bitcoin weiterzuverpfänden, zu vermischen oder einseitig zu verkaufen. Aufgrund dieser Rechte kamen wir zu dem Schluss, dass die Kontrolle über die verpfändeten Bitcoin auf die Gegenpartei übergegangen ist.“

— GameStop Corp., SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025, Item 7 (Digital Assets)

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus dem GameStop-Geschäftsbericht 10-K zum 31. Januar 2026: Die Gegenpartei darf die verpfändeten Bitcoin weiterverpfänden, vermischen oder einseitig verkaufen; deshalb ist die Kontrolle übergegangen, die Bitcoin wurden ausgebucht und durch eine Forderung über 368,3 Millionen US-Dollar ersetzt.
Die markierte Stelle im Original: Weil die Gegenpartei die Bitcoin verkaufen darf, sind sie aus GameStops Bilanz verschwunden — geblieben ist eine Forderung über 368,3 Millionen US-Dollar. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Folge: Die Münzen wurden ausgebucht und durch eine Forderung über 368,3 Millionen US-Dollar ersetzt — ein vertraglicher Anspruch, später die gleiche Menge Bitcoin zurückzubekommen. Wirtschaftlich, schreibt GameStop, entspreche das weiterhin direktem Eigentum. Übersetzt in ein Alltagsbild: Du hast dein Gold nicht mehr im eigenen Schließfach, sondern einem Händler geliehen, der es weiterverleihen und verkaufen darf — mit dem Versprechen, dir irgendwann gleich viel Gold zurückzugeben. Solange der Händler zahlungsfähig ist, ist das dasselbe. Genau dann, wenn er es nicht ist, ist es das nicht. Zum 31. Januar 2026 stand außerdem ein unrealisierter Verlust von 59,7 Millionen US-Dollar auf dieser Forderung, weil der Bitcoin-Preis seit der Ausbuchung gefallen war.

Und die Rechnung wächst. Die Ergebnismitteilung vom 8. September 2026 weist für das Quartal bis 1. August 2026 einen Verlust von 75,0 Millionen US-Dollar auf „digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen“ aus — in einem einzigen Quartal also mehr, als bis zum 31. Januar 2026 überhaupt an unrealisiertem Verlust aufgelaufen war (59,7 Millionen). Im Vorjahresquartal stand an derselben Stelle noch ein Gewinn von 28,6 Millionen. Gemessen am Nettoergebnis desselben Quartals (298,7 Millionen) ist der Verlust rund ein Viertel. Und die Bilanz zeigt jetzt, was davon übrig ist: Die Position „digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen“ steht zum 1. August 2026 bei 294,1 Millionen US-Dollar, nach 368,3 Millionen zum 31. Januar 2026. Zurück in die eigene Verwahrung gekommen sind die Münzen also nicht — der Bestand ist weiterhin ein Anspruch gegen eine Gegenpartei, und er ist rund 74 Millionen kleiner geworden. Der Bitcoin ist damit keine stille Reserve mehr, sondern eine Position, die das Ergebnis sichtbar drückt.

Das Quartal bis 1. August 2026 — was sich an dieser These ändert

Am 8. September 2026 hat GameStop die vollständigen Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 vorgelegt — die 13 Wochen bis zum 1. August 2026. Sie ersetzen die vorläufigen Spannen, die der Konzern acht Tage zuvor als Anlage zu einer Anleihe-Meldung herausgegeben hatte. Zwei Dinge sind an dieser Veröffentlichung bemerkenswert, bevor eine einzige Zahl fällt. Erstens erschien sie erneut als Anlage 99.1 zu einer Meldung (8-K), nicht als Quartalsbericht: Ein 10-Q zum 1. August 2026 lag am 9. September 2026 noch nicht vor, das jüngste eingereichte ist weiterhin das zum 2. Mai 2026. Zweitens enthält die Mitteilung keine Telefonkonferenz, keine Analystenrunde und kein einziges Zitat des Managements — kein Wort von Chairman und CEO Ryan Cohen zu den eigenen Zahlen. Was das Unternehmen sagen wollte, steht in vier Aufzählungspunkten unter der Überschrift „Second Quarter Highlights“ und sonst nirgends.

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus der GameStop-Ergebnismitteilung vom 8. September 2026: Das Betriebsergebnis von 160,2 Millionen US-Dollar war das höchste, das GameStop je in einem zweiten Quartal erzielt hat. Darunter stehen die weiteren Eckpunkte: Sammlerstücke plus 57 Prozent auf 356,3 Millionen und 45,1 Prozent Umsatzanteil, 5,4 Milliarden Kasse, Wertpapiere und digitale Vermögenswerte, 4,9 Milliarden eBay-Beteiligung und eine auf über 650 Millionen angehobene EBITDA-Prognose.
Die markierte Stelle im Original: 160,2 Millionen US-Dollar Betriebsergebnis — nach Angabe des Unternehmens das höchste zweite Quartal seiner Geschichte. Die Zeilen darunter nennen die Sammlerstücke mit 356,3 Millionen und 45,1 Prozent Umsatzanteil, 5,4 Milliarden US-Dollar Kasse, Wertpapiere und digitale Vermögenswerte, 4,9 Milliarden eBay-Beteiligung und die auf über 650 Millionen angehobene EBITDA-Prognose. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 08.09.2026, Anlage 99.1 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Erstens: Das Umsatzwachstum war ein Einzelquartal. Der Umsatz lag bei 790,2 Millionen US-Dollar, nach 972,2 Millionen im Vorjahresquartal — ein Minus von 18,7 Prozent. Der Konzern nennt drei Gründe, und alle drei sind nachvollziehbar: den Marktstart der Nintendo Switch 2 im Vorjahresquartal, die geplanten Filialschließungen und die Veräußerung des Frankreich-Geschäfts. Zwei davon sind selbst gewählt, einer ist ein Vergleichseffekt. Trotzdem bleibt der Befund: Die 14,0 Prozent Wachstum aus dem Frühjahr haben sich nicht fortgesetzt.

Zweitens: Der Laden verdient trotzdem deutlich mehr — und zwar messbar. Das Betriebsergebnis erreichte 160,2 Millionen US-Dollar nach 66,4 Millionen im Vorjahresquartal, bei 18,7 Prozent weniger Umsatz. Die operative Marge steigt damit von 6,8 auf 20,3 Prozent, die Bruttomarge von 29,1 auf 43,7 Prozent. Der Warenaufwand fiel von 689,1 auf 445,2 Millionen, die Verwaltungs- und Vertriebskosten von 218,8 auf 187,1 Millionen. Übersetzt in ein Alltagsbild: Der Laden hat weniger Kunden, verkauft ihnen aber deutlich rentablere Ware und zahlt weniger Miete. GameStop selbst formuliert es als Bestmarke — und zwar wörtlich:

„Operating income of $160.2 million was the highest second quarter operating income in GameStop's history.“

Übersetzung: „Das Betriebsergebnis von 160,2 Millionen US-Dollar war das höchste Betriebsergebnis eines zweiten Quartals in der Geschichte von GameStop.“

— GameStop Corp., SEC-Meldung 8-K vom 08.09.2026, Anlage 99.1 (Second Quarter Highlights)

Die Einordnung dazu gehört daneben: Das ist eine Bestmarke für ein zweites Quartal, nicht für ein Quartal überhaupt — das Weihnachtsquartal ist bei diesem Geschäft immer das stärkste. Und sie steht auf einer Umsatzbasis, die seit zwei Jahren schrumpft. Die Aussage ist also richtig und trotzdem nur die halbe Geschichte.

Drittens: Der Warenkorb ist ein anderer — und GameStop hat die Bücher entsprechend umgestellt. Seit diesem Quartal berichtet der Konzern seinen Umsatz nicht mehr nach Hardware, Software und Sammlerstücken, sondern nach Sammlerstücken, Videospielen sowie Gebraucht und Aufbereitet; die Vorjahreswerte hat er entsprechend zurückgerechnet. Der Grund dafür steht in der Mitteilung selbst: Die neue Einteilung entspreche der Art, wie das Management das Geschäft betrachte und führe. Der Blick auf das Ergebnis erklärt, warum:

Gruppiertes Balkendiagramm des GameStop-Quartalsumsatzes nach Warengruppe in Millionen US-Dollar, Quartal bis 2. August 2025 in Grau gegen Quartal bis 1. August 2026 in Blau: Sammlerstücke 227,6 gegen 356,3; Videospiele 494,6 gegen 263,2; Gebraucht und Aufbereitet 250,0 gegen 170,7. Die Sammlerstücke sind die einzige wachsende Gruppe und überholen die Videospiele.
Der Tausch ist vollzogen: Sammlerstücke wuchsen von 227,6 auf 356,3 Millionen US-Dollar und stellen mit 45,1 Prozent erstmals die größte Warengruppe; Videospiele fielen von 494,6 auf 263,2 Millionen, Gebrauchtes von 250,0 auf 170,7 Millionen. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 08.09.2026, Anlage 99.1, Schedule I. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Sammlerstücke wuchsen um 57 Prozent — genau: von 227,6 auf 356,3 Millionen US-Dollar — und stellen jetzt 45,1 Prozent des Umsatzes nach 23,4 Prozent im Vorjahresquartal. Videospiele fielen von 494,6 auf 263,2 Millionen, ein Minus von 46,8 Prozent, und liegen nur noch bei 33,3 Prozent Anteil. Gebrauchtes und Aufbereitetes sank von 250,0 auf 170,7 Millionen. Damit ist der Umbau, den wir oben über drei Geschäftsjahre nachgezeichnet haben, im Quartal angekommen: Der Sammelkarten-Tresen hat den Videospiel-Regal-Umsatz überholt. Das ist die eigentliche Nachricht dieses Quartals — und sie erklärt die Marge besser als jede Kostenzeile, denn geprüfte Sammelkarten tragen deutlich mehr Handelsspanne als eine Konsole.

Viertens: Woher der Gewinn kam. Das Nettoergebnis lag bei 298,7 Millionen US-Dollar, nach 168,6 Millionen. Die Herkunft steht jetzt Zeile für Zeile da: 160,2 Millionen Betriebsergebnis, 77,1 Millionen Zinsertrag netto, 166,3 Millionen Gewinn auf das eBay-Derivat, 72,1 Millionen unrealisierter Gewinn auf die eBay-Beteiligung, 19,5 Millionen sonstige Erträge — abzüglich 75,0 Millionen Verlust auf digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen. Macht 420,2 Millionen vor Steuern, davon gehen 121,5 Millionen Steuern ab. Aus dem eBay-Engagement stammen also 238,4 Millionen, gegengerechnet mit 75,0 Millionen Bitcoin-Verlust bleibt ein Saldo von 163,4 Millionen — mehr als die Hälfte des ausgewiesenen Nettoergebnisses. GameStop rechnet das selbst vor: Ohne diese Effekte liegt das bereinigte Nettoergebnis bei 161,1 Millionen US-Dollar statt 298,7 — nach 138,3 Millionen im Vorjahresquartal. Das Muster aus dem Frühjahrsquartal wiederholt sich also, nur mit besserem Unterbau.

Zwei Zahlen aus derselben Mitteilung sind dabei leicht zu überlesen. Erstens die Steuer: 121,5 Millionen US-Dollar Aufwand nach 6,0 Millionen im Vorjahresquartal — eine Quote von 28,9 Prozent statt 3,4 Prozent. Einen Grund für diesen Sprung nennt die Mitteilung nicht. Sie enthält aber eine Fußnote, die in dieselbe Richtung zeigt: Im Vorjahreszeitraum habe es „no tax impact of non-GAAP adjustments … due to the availability of net operating loss carryforwards and related valuation allowances“ gegeben — keine Steuerwirkung der Bereinigungen, weil Verlustvorträge und die zugehörige Wertberichtigung zur Verfügung standen; für das laufende Jahr rechnet der Konzern dagegen mit einem „blended statutory tax rate of approximately 24%“, einem gemischten gesetzlichen Steuersatz von rund 24 Prozent. Naheliegend ist also, dass die alten Verluste den Gewinn nicht mehr wie zuvor abschirmen — sicher weiß man es erst, wenn der Quartalsbericht (10-Q) die Steuerangaben nachliefert. Zweitens der Mittelzufluss: Aus dem laufenden Geschäft kamen im Quartal nur 62,4 Millionen US-Dollar herein, nach 117,4 Millionen im Vorjahresquartal — trotz eines Betriebsergebnisses, das sich mehr als verdoppelt hat. Der freie Mittelzufluss lag bei 60,7 Millionen nach 113,3 Millionen. Über das erste Halbjahr sieht es umgekehrt aus: 399,8 Millionen operativer Mittelzufluss nach 309,9 Millionen. Wer nur ein Quartal betrachtet, sieht hier vor allem Steuerzahlungen und gestiegene Forderungen — kein Grund zur Panik, aber ein Beleg dafür, dass ein Rekord-Betriebsergebnis und ein Rekord-Zahlungseingang zwei verschiedene Dinge sind.

Fünftens: Die offene Frage der letzten Fassung ist beantwortet. Wie viel Liquidität nach den Milliardenkäufen übrig ist, wusste bis dahin niemand. Jetzt steht es in einer Bilanz:

Balkendiagramm von Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und Wertpapieren von GameStop in Millionen US-Dollar: 8.694,4 zum 2. August 2025, 9.013,8 zum 31. Januar 2026, 8.368,1 zum 2. Mai 2026 und 5.060,3 zum 1. August 2026. Digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen von 294,1 Millionen sind nicht enthalten.
Drei Stichtage lang lag die Kasse zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden US-Dollar — zum 1. August 2026 sind es 5.060,3 Millionen. Der Rückgang von 3,3 Milliarden gegenüber dem 2. Mai 2026 entspricht ziemlich genau dem, was für die eBay-Aktien geflossen ist. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 02.05.2026 und SEC-Meldung 8-K vom 08.09.2026, Anlage 99.1. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zum 1. August 2026 standen 4.854,3 Millionen US-Dollar Zahlungsmittel und 206,0 Millionen Wertpapiere in der Bilanz, zusammen 5.060,3 Millionen. Dazu kommen 294,1 Millionen digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen — das ist der Bitcoin-Anspruch aus dem Kapitel oben, der zum 31. Januar 2026 noch mit 368,3 Millionen zu Buche stand. GameStop selbst fasst beides zu „5,4 Milliarden“ zusammen. Zum 2. Mai 2026 waren es allein an Kasse und Wertpapieren 8.368,1 Millionen, ein Jahr zuvor 8.694,4 Millionen. Das Geld ist nicht verschwunden, sondern hat die Form gewechselt: Es steht als Beteiligung über 4.946,9 Millionen US-Dollar auf der anderen Seite derselben Bilanz. Die Bilanzsumme wuchs dadurch auf 11.144,8 Millionen, das Eigenkapital auf 6.141,4 Millionen nach 5.842,1 Millionen zum 2. Mai. Wer diese Firma bewerten will, muss deshalb ab sofort zwei Zahlen nebeneinanderlegen — die Kasse und den Kurs einer fremden Aktie.

Sechstens: Die Verwässerung ist vollzogen, die Schulden sind halbiert. Der am 2. August 2026 vereinbarte und am 31. August geänderte Anleihe-Umtausch wurde nach Angabe der Mitteilung am 3. September 2026 abgeschlossen: rund 1,4 Milliarden US-Dollar Nennwert der zinslosen Wandelanleihen 2030 und 2032 sind eingezogen, die langfristigen Schulden sinken damit auf rund 2,8 Milliarden. In der Bilanz zum 1. August 2026 standen sie noch mit 4.167,8 Millionen — der Stichtag liegt vor dem Vollzug. Bezahlt wurde mit 55,5 Millionen neuen Aktien plus 358,4 Millionen US-Dollar in bar; die ausstehende Aktienzahl stieg dadurch auf 504.500.979 (3. September 2026). Die 358,4 Millionen Bargeld gehen von der oben genannten Kasse noch ab; zum 1. August 2026 waren sie darin enthalten.

Siebtens: Die Prognose steigt. Für das laufende Geschäftsjahr — es endet am 30. Januar 2027 — erwartet GameStop jetzt ein bereinigtes EBITDA von über 650 Millionen US-Dollar, nach „über 600 Millionen“ in der Mitteilung vom 26. Juni 2026. Nach dem ersten Halbjahr stehen davon 339,7 Millionen auf der Uhr, nach 114,3 Millionen im Vorjahreshalbjahr. Zur Einordnung: Bereinigtes EBITDA ist eine Kennzahl, die das Unternehmen selbst definiert — sie rechnet Steuern, Zinsen, Abschreibungen und ausdrücklich auch die Bewertungsgewinne auf eBay und die Bitcoin-Verluste heraus. Sie misst also den Laden, nicht das Depot. Genau deshalb ist die Anhebung die belastbarste gute Nachricht dieses Quartals — und zugleich eine Prognose, keine festgestellte Zahl.

Bewertung: Was kaufst du für 9,5 Milliarden?

Der Börsenwert liegt bei rund 9,53 Milliarden US-Dollar. Diese Zahl ist nachgerechnet, nicht abgeschrieben: 504.500.979 Aktien aus der Beteiligungsmeldung vom 3. September 2026, multipliziert mit dem Schlusskurs von 18,89 US-Dollar vom 8. September 2026. Wir nennen die Rechnung, weil unsere eigene Datenquelle zeitweise noch mit der alten Aktienzahl von 448.691.257 rechnete und dadurch rund eine Milliarde zu wenig auswies. Wer einen Börsenwert aus einer Datenbank übernimmt, sollte die Aktienzahl deshalb immer gegen das jüngste Filing halten — sonst pflanzt sich die Abweichung in jede daraus abgeleitete Kennzahl fort.

Ehrlicher als jedes Vielfache ist die Frage, was in dem Paket steckt. Rechnen wir es zusammen, jede Zahl mit ihrem Stichtag: 5,06 Milliarden Kasse und Wertpapiere (1. August 2026), plus 0,29 Milliarden digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen (1. August 2026), minus rund 0,36 Milliarden Barzahlung für den Anleihe-Umtausch (3. September 2026), plus 4,95 Milliarden eBay-Aktien zum Zeitwert (1. August 2026), minus rund 2,8 Milliarden verbliebene Wandelanleihen zum Nennwert. Bleiben grob 7,14 Milliarden US-Dollar an Finanzvermögen abzüglich Finanzschulden. Der Rest des Börsenwerts — rund 2,39 Milliarden — ist der Preis, den der Markt für den Einzelhandel, die Marke und die Optionsscheine zahlt. Für ein Geschäft, das im Geschäftsjahr 2025 einen Betriebsgewinn von 232,1 Millionen US-Dollar erwirtschaftete, ist das rund das Zehnfache. Zwei Einschränkungen gehören dazu, damit die Rechnung ehrlich bleibt: Die 0,29 Milliarden digitale Vermögenswerte sind kein Bargeld, sondern ein Anspruch gegen eine einzelne Gegenpartei. Und der Betriebsgewinn läuft gerade deutlich höher — im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 waren es 303,5 Millionen nach 55,6 Millionen im Vorjahreshalbjahr. Wer das fortschreibt, muss allerdings wissen, dass das Weihnachtsquartal bei diesem Geschäft alles entscheidet und im ersten Halbjahr noch gar nicht vorkommt.

Ein paar Sätze zur Bilanz, damit die Größenordnungen stimmen: Zum 1. August 2026 standen einer Bilanzsumme von 11.144,8 Millionen US-Dollar Verbindlichkeiten von 5.003,4 Millionen gegenüber, das Eigenkapital betrug 6.141,4 Millionen nach 5.842,1 Millionen zum 2. Mai 2026. Auf dieser Basis kostet die Aktie rund das 1,55-fache ihres Buchwerts. Auch diese Kennzahl hat einen Haken, und man sollte ihn kennen: Sie enthält den Anleihe-Umtausch vom 3. September 2026 noch nicht, der aus 1,4 Milliarden Schulden Eigenkapital gemacht hat. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis hilft ohnehin nicht weiter, solange der Gewinn zum größeren Teil aus Bewertungseffekten stammt, die jederzeit in die andere Richtung kippen. Für dieses Geschäftsjahr stellt der Konzern seit dem 8. September 2026 ein bereinigtes EBITDA von über 650 Millionen US-Dollar in Aussicht, angehoben von über 600 Millionen und nach 345,4 Millionen im Geschäftsjahr 2025 — eine Prognose, keine festgestellte Zahl.

Was jetzt noch aussteht, ist der förmliche Quartalsbericht: Ein 10-Q zum 1. August 2026 war am 9. September 2026 noch nicht eingereicht. Er bringt die Anhangangaben, die eine Ergebnismitteilung nicht enthält — die Fußnote zur Bitcoin-Forderung, die Aktienzahl auf dem Deckblatt, die Angaben zur eBay-Beteiligung und zu den Optionsscheinen. Bis dahin gilt: Die Zahlen dieses Kapitels stammen aus einer Mitteilung des Unternehmens, nicht aus einem geprüften Bericht.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für GameStop spricht:

  • Der Betrieb hat gedreht — und legt weiter zu: Betriebsergebnis von −26,2 Millionen US-Dollar (Geschäftsjahr 2024) auf +232,1 Millionen (Geschäftsjahr 2025), operativer Mittelzufluss von −203,7 (2023) über 145,7 auf 614,8 Millionen. Im Quartal bis 1. August 2026 stieg das Betriebsergebnis auf 160,2 Millionen nach 66,4 Millionen im Vorjahresquartal — bei 18,7 Prozent weniger Umsatz und nach Angabe des Unternehmens das höchste zweite Quartal seiner Geschichte; im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 sind es 303,5 Millionen nach 55,6 Millionen.
  • Die Marge folgt dem Umbau: Die Bruttomarge stieg von 29,1 (Geschäftsjahr 2024) auf 33,0 Prozent (2025), im Quartal bis 2. Mai 2026 auf 40,7 Prozent und im Quartal bis 1. August 2026 auf 43,7 Prozent nach 29,1 Prozent im Vorjahresquartal; die operative Marge liegt bei 20,3 Prozent nach 6,8 Prozent.
  • Ein tragfähiges neues Standbein, das jetzt die größte Warengruppe ist: Sammlerstücke wuchsen im Quartal bis 1. August 2026 um 57 Prozent auf 356,3 Millionen US-Dollar und stellen 45,1 Prozent des Umsatzes nach 23,4 Prozent im Vorjahresquartal; das Filialnetz dient als Annahme- und Auszahlstelle für geprüfte Sammelkarten.
  • Eine Bilanz ohne Not: 6.141,4 Millionen US-Dollar Eigenkapital zum 1. August 2026 bei einer Bilanzsumme von 11.144,8 Millionen; Schulden ausschließlich in Form zinsloser Wandelanleihen mit Fälligkeit 2030 und 2032 — davon sind seit dem Umtausch vom 3. September 2026 nur noch rund 2,8 Milliarden Nennwert übrig, ohne Zinsaufwand und ohne Tilgung in den nächsten Jahren.
  • Prognose für das laufende Geschäftsjahr am 8. September 2026 angehoben: bereinigtes EBITDA über 650 Millionen US-Dollar statt über 600 Millionen, nach 345,4 Millionen im Geschäftsjahr 2025; im ersten Halbjahr sind bereits 339,7 Millionen aufgelaufen. Dazu eine Rückkaufermächtigung über 2,0 Milliarden vom 2. Juni 2026.

Was dagegen spricht:

  • Das Wachstum war ein Einzelquartal: Nach +14,0 Prozent im Quartal bis 2. Mai 2026 fiel der Umsatz im Quartal bis 1. August 2026 auf 790,2 Millionen US-Dollar nach 972,2 Millionen — ein Minus von 18,7 Prozent. Die Videospiele als bisherige Hauptgruppe brachen dabei um 46,8 Prozent auf 263,2 Millionen ein.
  • Der Gewinn hängt weiter an Bewertungseffekten: Im Nettoergebnis von 298,7 Millionen US-Dollar (Quartal bis 1. August 2026) stecken 238,4 Millionen Gewinne aus dem eBay-Engagement und 75,0 Millionen Verlust auf digitale Vermögenswerte — ein Saldo von 163,4 Millionen, der sich umkehren kann. Ohne diese Posten weist GameStop selbst nur 161,1 Millionen bereinigtes Nettoergebnis aus.
  • Ein Klumpenrisiko in Milliardenhöhe: rund 43,4 Millionen eBay-Aktien mit einem Zeitwert von 4.946,9 Millionen US-Dollar zum 1. August 2026 — mehr als die Hälfte des eigenen Börsenwerts von rund 9,53 Milliarden in einem einzigen fremden Papier, gekauft gegen den erklärten Willen der Zielgesellschaft, die das Angebot am 12. Mai 2026 abgelehnt hat.
  • Die Verwässerung ist vollzogen, nicht abgewendet: Die Aktienzahl stieg von 448.691.257 (5. Juni 2026) auf 504.500.979 (3. September 2026), ein Plus von 12,4 Prozent. Dazu kommen 59,1 Millionen Optionsscheine (32,00 US-Dollar, Verfall 30.10.2026) und ein genehmigtes Kapital von 2,5 Milliarden Aktien — beschlossen gegen 104,6 Millionen Nein-Stimmen. In der verwässerten Ergebnisrechnung des Quartals bis 1. August 2026 stehen bereits 592,6 Millionen Aktien gegen 448,8 Millionen tatsächliche.
  • Der Handel schrumpft weiter in der Substanz: Umsatz von 5.272,8 (Geschäftsjahr 2023) auf 3.629,9 Millionen (2025) und im ersten Halbjahr 2026 auf 1.625,5 Millionen nach 1.704,6 Millionen; die drei Lieferanten Nintendo, Sony und Pokémon stellen den überwiegenden Teil der Neuware. Aus dem laufenden Geschäft kamen im Quartal bis 1. August 2026 nur 62,4 Millionen herein, nach 117,4 Millionen im Vorjahresquartal.
  • Verwahrrisiko beim Bitcoin: 4.709 von 4.710 Münzen liegen bei Coinbase Credit, die sie weiterverpfänden, vermischen oder einseitig verkaufen darf; bilanziell sind sie ausgebucht und durch eine Forderung ersetzt, die zum 1. August 2026 bei 294,1 Millionen US-Dollar steht nach 368,3 Millionen zum 31. Januar 2026 — im Quartal bis 1. August 2026 fiel darauf ein Verlust von 75,0 Millionen an.
  • Die Steuerlast ist sprunghaft gestiegen: Der Steueraufwand lag im Quartal bis 1. August 2026 bei 121,5 Millionen US-Dollar nach 6,0 Millionen im Vorjahresquartal — eine Quote von 28,9 statt 3,4 Prozent. Einen Grund nennt die Mitteilung nicht; sie verweist für das laufende Jahr auf einen gemischten gesetzlichen Steuersatz von rund 24 Prozent. Bleibt es dabei, kommen künftige Gewinne deutlich weniger vollständig unten an.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Legenden-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass die Legende falsch wäre — im Januar 2021 ist wirklich passiert, was alle erzählen. Ihr Kern ist, dass eine Geschichte im Gedächtnis stehen bleibt, während die Firma weiterläuft. Das GameStop von heute ist kein belagerter Videospielhändler mehr. Es ist ein deutlich kleinerer, aber wieder profitabler Händler mit einem überraschend gut laufenden Sammelkarten-Geschäft — und daneben eine Investmentabteilung mit Milliarden im Rücken, zinslosen Schulden, einem Bitcoin-Bestand in fremder Verwahrung und einem Paket von rund 43,4 Millionen Aktien an einem Konzern, der von der Übernahme nichts wissen will. Beides gehört zu dieser Aktie, untrennbar.

Das Quartal bis zum 1. August 2026 hat beide Hälften noch einmal geschärft. Der Händler ist besser geworden, als seine Umsatzzeile aussieht: 18,7 Prozent weniger Umsatz, dafür das nach eigener Angabe beste zweite Quartal seiner Geschichte, und der Sammelkarten-Tresen hat das Videospiel-Regal überholt. Die Investmentabteilung steht jetzt in einer Bilanz: Aus 3,3 Milliarden US-Dollar Kasse wurde ein Aktienpaket über 4.946,9 Millionen, dessen Wert jeden Tag an einer fremden Börse neu festgestellt wird. Und die Aktienzahl, an der dein Anteil hängt, ist in drei Monaten um 12,4 Prozent gestiegen — auch beim Vorstandsvorsitzenden, der deshalb eine eigene Meldung einreichen musste. Zu all dem hat das Management öffentlich nichts gesagt: Zu diesen Zahlen gab es keine Telefonkonferenz und kein Zitat in der eigenen Mitteilung.

Die ehrliche Frage an Dich lautet deshalb nicht „Ist GameStop wieder da?“, sondern: Willst du Miteigentümer eines sanierten Händlers sein — und gleichzeitig stiller Teilhaber an einer Übernahmeschlacht, die eine einzige Person vorantreibt und deren Ergebnis in deinem Quartalsgewinn landet? Wenn ja, kennst du beide Hälften und hast eine These. Wenn nein, hattest du eine Legende. Was Du daraus machst, ist Deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in GameStop-Aktien.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2022 2023 2024 2025 2026
Umsatz 6.010,7 5.927,2 5.272,8 3.823,0 3.629,9
Betriebsergebnis (EBIT) -368,5 -311,6 -34,5 -26,2 285,9
Nettogewinn -381,3 -313,1 6,7 131,3 418,4
Nettomarge -6,3 % -5,3 % 0,1 % 3,4 % 11,5 %
Gewinn je Aktie -1,31 $ -1,03 $ 0,02 $ 0,33 $ 0,76 $

Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Unser Fazit auf einen Blick

Handelsgeschäft neutral
Weniger Umsatz, deutlich mehr Gewinn. Das Betriebsergebnis drehte von −26,2 Millionen US-Dollar (Geschäftsjahr 2024) auf +232,1 Millionen (Geschäftsjahr 2025) und stieg im Quartal bis 1. August 2026 auf 160,2 Millionen nach 66,4 Millionen im Vorjahresquartal — laut Unternehmen das höchste zweite Quartal seiner Geschichte; die operative Marge klettert von 6,8 auf 20,3 Prozent, die Bruttomarge von 29,1 auf 43,7 Prozent. Getragen wird das vom Sortimentswechsel: Sammlerstücke wuchsen um 57 Prozent auf 356,3 Millionen und stellen mit 45,1 Prozent erstmals die größte Warengruppe. Gleichzeitig blieb das Wachstum von 14,0 Prozent aus dem Frühjahrsquartal ein Einzelfall: Der Umsatz fiel auf 790,2 Millionen nach 972,2 Millionen, ein Minus von 18,7 Prozent. Genannte Gründe: Vorjahresstart der Nintendo Switch 2, geplante Filialschließungen, Veräußerung des Frankreich-Geschäfts.
Ergebnisqualität negativ
Vom Ergebnis vor Steuern von 506,4 Millionen US-Dollar im Quartal bis 2. Mai 2026 stammten nur 143,3 Millionen aus dem Betrieb; 268,4 Millionen waren ein unrealisierter Bewertungsgewinn auf eBay-Optionen. Im Quartal bis 1. August 2026 verschiebt sich das Verhältnis, ohne sich umzudrehen: 160,2 von 420,2 Millionen Vorsteuerergebnis kamen aus dem Betrieb (38 Prozent), 238,4 Millionen aus dem eBay-Engagement, gegengerechnet mit 75,0 Millionen Verlust auf digitale Vermögenswerte. Ohne diese Posten weist GameStop selbst nur 161,1 Millionen bereinigtes Nettoergebnis aus statt 298,7 Millionen. Diese Effekte können sich in jedem Quartal umkehren. Dazu neu: Der Steueraufwand lag bei 121,5 Millionen nach 6,0 Millionen — einen Grund dafür nennt die Mitteilung nicht —, und aus dem laufenden Geschäft flossen nur 62,4 Millionen zu nach 117,4 Millionen im Vorjahresquartal.
Kapitalallokation negativ
Für rund 43,4 Millionen eBay-Aktien flossen in zwei Monaten gut 4,3 Milliarden US-Dollar; in der Bilanz zum 1. August 2026 steht das Paket als Beteiligung über 4.946,9 Millionen — mehr als die Hälfte des eigenen Börsenwerts von rund 9,53 Milliarden (504.500.979 Aktien zum 3. September 2026, Schlusskurs 18,89 US-Dollar vom 8. September 2026). eBay hatte das Übernahmeangebot über 125,00 US-Dollar je Aktie am 12. Mai 2026 abgelehnt. Kasse und Wertpapiere fielen im selben Zug von 8.368,1 Millionen (2. Mai 2026) auf 5.060,3 Millionen.
Verwässerung negativ
Sie ist vollzogen, nicht abgewendet: Die Aktienzahl stieg von 448.691.257 (5. Juni 2026) auf 504.500.979 (3. September 2026), ein Plus von 12,4 Prozent. Ursache ist der Anleihe-Umtausch, den die Ergebnismitteilung vom 8. September 2026 als am 3. September abgeschlossen bestätigt: rund 55,5 Millionen neue Aktien plus rund 358,4 Millionen US-Dollar bar. In der verwässerten Ergebnisrechnung des Quartals bis 1. August 2026 stehen bereits 592,6 Millionen Aktien gegen 448,8 Millionen tatsächliche. Offen bleiben 59,1 Millionen Optionsscheine zu 32,00 US-Dollar mit Verfall am 30. Oktober 2026; das genehmigte Kapital liegt seit dem 7. Juli 2026 bei 2,5 Milliarden Aktien — beschlossen gegen 104,6 Millionen Nein-Stimmen.
Bilanz & Finanzierung positiv
Zum 1. August 2026 standen 6.141,4 Millionen US-Dollar Eigenkapital in der Bilanz bei einer Bilanzsumme von 11.144,8 Millionen; die Verschuldung besteht ausschließlich aus Wandelanleihen mit einem Kupon von 0,00 Prozent und Fälligkeiten 2030 und 2032. Nach dem am 3. September 2026 vollzogenen Umtausch sind davon noch rund 2,8 Milliarden Nennwert übrig. Es gibt keinen nennenswerten Zinsaufwand, keine kurzfristige Tilgung und keinen Hinweis auf eine Fortführungsgefährdung; zum 1. August 2026 lagen 5.060,3 Millionen in Kasse und Wertpapieren, dazu 294,1 Millionen digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen.
Verwahrung digitaler Vermögenswerte negativ
Von 4.710 gekauften Bitcoin (500 Millionen US-Dollar) sind 4.709 an Coinbase Credit verpfändet, die sie weiterverpfänden, vermischen oder einseitig verkaufen darf. GameStop hat sie deshalb ausgebucht und weist stattdessen eine Forderung aus: 368,3 Millionen US-Dollar zum 31. Januar 2026, auf die bereits 59,7 Millionen unrealisierter Verlust liefen — und nur noch 294,1 Millionen zum 1. August 2026, nachdem im Quartal weitere 75,0 Millionen Verlust auf digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen anfielen. Im Vorjahresquartal stand an derselben Stelle ein Gewinn von 28,6 Millionen. Zurück in die eigene Verwahrung gekommen sind die Münzen nicht.

GameStop ist heute zwei Unternehmen in einem. Das erste ist ein deutlich geschrumpfter, aber zunehmend rentabler Händler: Betriebsergebnis von −26,2 auf +232,1 Millionen US-Dollar gedreht, im Quartal bis 1. August 2026 dann 160,2 Millionen nach 66,4 Millionen — nach Angabe des Unternehmens das beste zweite Quartal seiner Geschichte, bei einem Umsatz, der von 972,2 auf 790,2 Millionen fiel. Getragen wird das von den Sammlerstücken, die mit 356,3 Millionen und 45,1 Prozent Anteil erstmals die größte Warengruppe sind. Das zweite ist eine Investmentabteilung mit zinslosen Milliardenschulden, einem ausgelagerten Bitcoin-Bestand und rund 43,4 Millionen eBay-Aktien, die als Beteiligung über 4.946,9 Millionen US-Dollar in der Bilanz stehen — mehr als die Hälfte des eigenen Börsenwerts von rund 9,53 Milliarden, gekauft gegen den erklärten Willen der Zielgesellschaft. Kasse und Wertpapiere schrumpften dafür auf 5.060,3 Millionen, die Aktienzahl stieg in drei Monaten um 12,4 Prozent. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Für Rot gibt es weiterhin keinen belegten Anlass: 6.141,4 Millionen US-Dollar Eigenkapital (1. August 2026), Schulden ausschließlich als zinslose Wandelanleihen mit Fälligkeit 2030 und 2032 — nach dem am 3. September 2026 vollzogenen Umtausch noch rund 2,8 Milliarden Nennwert —, 5.060,3 Millionen US-Dollar in Kasse und Wertpapieren zum 1. August 2026 und kein Hinweis auf eine Fortführungsgefährdung. Für Grün fehlt aber die Antwort auf zwei offene operative Fragen, und das Quartal bis 1. August 2026 hat sie geschärft, nicht beantwortet. Erstens ist der Handel nicht auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt: Auf +14,0 Prozent im Quartal bis 2. Mai 2026 folgte ein Minus von 18,7 Prozent — die Rentabilität stieg dabei deutlich und erreichte laut Unternehmen das beste zweite Quartal seiner Geschichte, die Umsatzbasis schrumpft aber weiter, und die bisherige Hauptgruppe Videospiele brach um 46,8 Prozent ein. Zweitens hängt das Ergebnis unverändert an Posten, die nichts mit dem Laden zu tun haben: 238,4 Millionen Gewinne aus dem eBay-Engagement gegen 75,0 Millionen Verlust auf digitale Vermögenswerte — ohne diese Posten bleiben von 298,7 Millionen Nettoergebnis noch 161,1 Millionen —, und mehr als die Hälfte des Börsenwerts steckt in einer einzigen fremden Aktie, deren Emittent die Übernahme abgelehnt hat. Das sind offene operative Fragen, kein belegtes Substanzrisiko — deshalb Gelb. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger dieser Analyse ist die SEC-Meldung 8-K vom 4. Mai 2026, mit der GameStop sein unverbindliches Übernahmeangebot über 125,00 US-Dollar je eBay-Aktie öffentlich machte — kein Scanner-Treffer. Die entscheidenden Entwicklungen des Jahres 2026 stehen nicht im Quartalsbericht, sondern in den Meldungen dazwischen: Änderungsmeldungen zum Schedule 13D, über zwei Dutzend Mitteilungen nach Rule 425 und zuletzt eine Ergebnismitteilung, die als Anlage zu einer Anleihe-Meldung erschien.
  • Datenstand 9. September 2026. Der jüngste eingereichte Quartalsbericht ist der 10-Q zum 2. Mai 2026 (eingereicht 11. Juni 2026); ein 10-Q zum 1. August 2026 lag am 9. September 2026 noch nicht vor. Alle danach eingereichten Meldungen bis zum 8. September 2026 wurden durchgesehen und, soweit sie das Bild verändern, eingearbeitet: 8-K vom 2. Juni (Rückkaufermächtigung), 23. Juni (Rückzug des Vergütungsbeschlusses), 26. Juni (Prognose), 8. Juli (Hauptversammlung, genehmigtes Kapital), 3. August (Anleihe-Umtausch), 31. August (vorläufige Quartalszahlen und Änderung des Umtauschs) und 8. September (Ergebnismitteilung zum zweiten Quartal, Item 2.02) sowie Schedule 13D/A Nr. 4 zu eBay vom 17. Juli und Schedule 13D/A Nr. 15 zu GameStop vom 3. September.
  • Die Zahlen für das Quartal bis 1. August 2026 stammen aus der Ergebnismitteilung vom 8. September 2026 (Anlage 99.1 zu einer Meldung 8-K). Sie ersetzen die vorläufigen Spannen vom 31. August 2026 und enthalten Bilanz, Kapitalflussrechnung, Segmentrechnung und die neue Umsatzgliederung — sie sind aber weiterhin eine Unternehmensmitteilung und kein eingereichter Quartalsbericht. Zu diesen Zahlen gab es weder eine Telefonkonferenz noch ein Zitat des Managements in der Mitteilung.
  • Der Börsenwert von rund 9,53 Milliarden US-Dollar ist selbst nachgerechnet, nicht aus einem Datenfeed übernommen: 504.500.979 Aktien aus der Beteiligungsmeldung vom 3. September 2026 mal 18,89 US-Dollar Schlusskurs vom 8. September 2026. Unsere eigene Datenquelle rechnete zeitweise noch mit 448.691.257 Aktien und wies dadurch rund eine Milliarde zu wenig aus; wer einen Börsenwert aus einer Datenbank übernimmt, sollte die Aktienzahl gegen das jüngste Filing halten.
  • GameStop hat seine Umsatzgliederung zum Quartal bis 1. August 2026 umgestellt — von Hardware, Software und Sammlerstücken auf Sammlerstücke, Videospiele sowie Gebraucht und Aufbereitet, mit zurückgerechneten Vorjahreswerten. Die Jahreszahlen dieser Analyse für die Geschäftsjahre 2023 bis 2025 stehen deshalb weiterhin in der alten Einteilung und sind mit den neuen Quartalszahlen nicht eins zu eins vergleichbar.
  • Verwechslungsgefahr: An der NYSE notieren zwei GameStop-Papiere — die Stammaktie unter GME und die Optionsscheine unter GME WS (Bezugspreis 32,00 US-Dollar, Verfall 30. Oktober 2026). Wer „GME“ vergleicht, sollte prüfen, welches der beiden gemeint ist.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 9. September 2026. Was sich seitdem bei GME geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

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Häufige Fragen

GameStop Corp. (NYSE: GME) verkauft Videospiele, Konsolen, Zubehör und Sammlerstücke. Zum 31. Januar 2026 waren es 2.206 Filialen — 1.598 in den USA, 308 in Frankreich, 300 in Australien; das Frankreich-Geschäft ist seither veräußert. Dazu kommt der Ankauf gebrauchter Ware und geprüfter Sammelkarten. Seit dem Quartal bis 1. August 2026 gliedert der Konzern seinen Umsatz neu — in Sammlerstücke (356,3 Millionen US-Dollar, 45,1 Prozent Anteil), Videospiele (263,2 Millionen, 33,3 Prozent) sowie Gebraucht und Aufbereitet (170,7 Millionen, 21,6 Prozent); die Sammlerstücke sind damit erstmals die größte Gruppe. Im Quartalsbericht zum 2. Mai 2026 beschreibt sich GameStop zusätzlich als Kapitalallokator: Die eigene Liquidität sei ein „strategischer Vermögenswert“ für Investitionen, Zukäufe und Kontrolltransaktionen.

Nach der Ergebnismitteilung vom 8. September 2026 fiel der Umsatz auf 790,2 Millionen US-Dollar, nach 972,2 Millionen im Vorjahresquartal — ein Minus von 18,7 Prozent. Das Betriebsergebnis stieg dagegen auf 160,2 Millionen nach 66,4 Millionen und ist nach Angabe des Unternehmens das höchste zweite Quartal seiner Geschichte; das Nettoergebnis lag bei 298,7 Millionen nach 168,6 Millionen, das bereinigte Nettoergebnis bei 161,1 Millionen. Kasse und Wertpapiere standen bei 5.060,3 Millionen nach 8.694,4 Millionen ein Jahr zuvor, dazu 294,1 Millionen digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen. Ein förmlicher Quartalsbericht (10-Q) zu diesem Stichtag lag am 9. September 2026 noch nicht vor.

Überwiegend nicht aus dem Laden. Im Quartal bis 2. Mai 2026 entfielen vom Ergebnis vor Steuern von 506,4 Millionen US-Dollar nur 143,3 Millionen auf das Betriebsergebnis; 83,7 Millionen kamen aus Zinsen, 268,4 Millionen aus einem unrealisierten Bewertungsgewinn auf eBay-Optionen und 11,0 Millionen aus Bitcoin und sonstigen Erträgen. Im Quartal bis 1. August 2026 verschob sich das Verhältnis etwas: 160,2 von 420,2 Millionen Vorsteuerergebnis kamen aus dem Betrieb, also 38 Prozent. 238,4 Millionen stammten aus dem eBay-Engagement, gegengerechnet mit 75,0 Millionen Verlust auf digitale Vermögenswerte — der Saldo von 163,4 Millionen ist mehr als die Hälfte des Nettoergebnisses von 298,7 Millionen. Ohne diese Posten weist GameStop selbst 161,1 Millionen bereinigtes Nettoergebnis aus.

Am 3. Mai 2026 bot GameStop 125,00 US-Dollar je Aktie für die vollständige Übernahme von eBay; am 12. Mai 2026 lehnte eBay ab. GameStop baute die Position trotzdem weiter aus. Laut Beteiligungsmeldung Schedule 13D/A Nr. 4 vom 17. Juli 2026 hält der Konzern 43.390.383 eBay-Aktien, also 9,8 Prozent. Allein für die 39.046.658 im Juli physisch gelieferten Aktien zahlte GameStop 3.965.077.113,19 US-Dollar aus dem Betriebskapital, dazu im Juni 381,3 Millionen. In der Bilanz zum 1. August 2026 steht das Paket als Beteiligung über 4.946,9 Millionen US-Dollar.

Am 5. Juni 2026 standen 448.691.257 Aktien aus, am 3. September 2026 waren es 504.500.979 — ein Plus von 12,4 Prozent in drei Monaten. Ursache ist der Umtausch von rund 1,4 Milliarden US-Dollar Wandelanleihen, der am 31. August 2026 auf rund 55,5 Millionen neue Aktien plus rund 358,4 Millionen US-Dollar in bar festgezurrt wurde. Offen bleiben 59,1 Millionen Optionsscheine zu 32,00 US-Dollar mit Verfall am 30. Oktober 2026; das genehmigte Kapital liegt seit dem 7. Juli 2026 bei 2,5 Milliarden Aktien. Auch der Anteil von Chairman und CEO Ryan Cohen sank dadurch rechnerisch auf 8,3 Prozent, ohne dass er eine Aktie verkauft hätte.

Ende Januar oder Anfang Februar. Das Geschäftsjahr 2025 lief vom 2. Februar 2025 bis zum 31. Januar 2026 und deckt damit im Wesentlichen das Kalenderjahr 2025 ab. Das laufende Geschäftsjahr 2026 endet am 30. Januar 2027; sein erstes Quartal reichte vom 1. Februar bis zum 2. Mai 2026, sein zweites vom 3. Mai bis zum 1. August 2026. Wer GameStop-Zahlen vergleicht, sollte deshalb immer auf den Stichtag achten, nicht auf die Jahreszahl im Berichtstitel.

GameStop kaufte 4.710 Bitcoin für 500 Millionen US-Dollar und verpfändete 4.709 davon an Coinbase Credit, um gedeckte Kaufoptionen darauf zu verkaufen. Weil die Gegenpartei die Münzen weiterverpfänden, vermischen oder einseitig verkaufen darf, ging die Kontrolle laut Geschäftsbericht auf sie über. GameStop buchte die Bitcoin aus und weist stattdessen eine Forderung aus. Sie stand zum 31. Januar 2026 bei 368,3 Millionen US-Dollar mit 59,7 Millionen unrealisiertem Verlust und zum 1. August 2026 nur noch bei 294,1 Millionen: Im Quartal bis 1. August 2026 fiel ein weiterer Verlust von 75,0 Millionen US-Dollar auf digitale Vermögenswerte und zugehörige Forderungen an. Zurück in die eigene Verwahrung sind die Münzen nicht gekommen.

Der Börsenwert liegt bei rund 9,53 Milliarden US-Dollar — nachgerechnet aus 504.500.979 Aktien (3. September 2026) und dem Schlusskurs von 18,89 US-Dollar (8. September 2026). Dem stehen 5,06 Milliarden Kasse und Wertpapiere (1. August 2026), 0,29 Milliarden digitale Vermögenswerte, 4,95 Milliarden eBay-Aktien zum Zeitwert, minus 0,36 Milliarden Barzahlung für den Anleihe-Umtausch und minus rund 2,8 Milliarden verbliebene Wandelanleihen gegenüber. Für den Einzelhandel selbst bleiben damit rund 2,39 Milliarden — etwa das Zehnfache des Betriebsgewinns von 232,1 Millionen aus dem Geschäftsjahr 2025. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis hilft nicht weiter, weil der Gewinn überwiegend aus Bewertungseffekten stammt; das Kurs-Buchwert-Verhältnis liegt bei rund 1,55 auf Basis von 6.141,4 Millionen Eigenkapital zum 1. August 2026.

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