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Kodak: 446 Millionen Cashflow — davon 618 aus der Pensionskasse

Kodak: 446 Millionen Cashflow — davon 618 aus der Pensionskasse

Auf dem Papier hat Eastman Kodak 2025 das beste Cash-Jahr seit der Insolvenz hingelegt: 446 Millionen US-Dollar freier Mittelzufluss bei rund 800 Millionen Börsenwert. Die Kapitalflussrechnung verrät, woher das Geld kam — 618 Millionen als Rückfluss aus der aufgelösten US-Pensionskasse, davon 153 Millionen sofort als Verbrauchsteuer wieder abgeflossen. Aus dem eigentlichen Geschäft blieben minus 19 Millionen. Wir lesen die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC Zeile für Zeile und trennen den Einmaleffekt vom Betrieb — Druckplatten, Chemie und Markenlizenzen einzeln.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit
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Kodak: 446 Millionen Cashflow — davon 618 aus der Pensionskasse
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Am 24. Juli 2020 kostete eine Kodak-Aktie 2,10 US-Dollar. Fünf Handelstage später, am 29. Juli, stand sie im Tagesverlauf bei 60,00 US-Dollar — das Achtundzwanzigfache. Gehandelt wurden an diesem Tag 276 Millionen Stücke, an einem normalen Tag davor waren es rund 75.000. Ausgelöst hatte das eine einzige Schlagzeile über ein staatliches Darlehen. Das ist die Ein-Zahl-Falle: Eine Nachricht, eine Zahl, und der Kopf hört auf zu lesen. Sechs Jahre später steht dieselbe Aktie bei rund acht Dollar — und wieder gibt es eine einzelne Zahl, die Aufmerksamkeit erzeugt. Diesmal ist es ein Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis von 2,05. Machen wir es diesmal anders und schauen nach, woher der Cashflow kam. Die Antwort steht in der Kapitalflussrechnung des Geschäftsberichts an die US-Börsenaufsicht SEC, sie ist unter Strafandrohung ehrlich, und sie lautet: aus der Pensionskasse.

Was Kodak heute eigentlich macht — drei Geschäfte, die nichts miteinander zu tun haben

Wer bei Kodak an Fotoapparate denkt, denkt an ein Unternehmen, das es so nicht mehr gibt. Die Eastman Kodak Company aus Rochester im Bundesstaat New York beschäftigt heute 3.500 Menschen in 27 Ländern (Stand 31. Dezember 2025) und besteht aus drei Teilen, die man getrennt betrachten muss.

Print ist das größte Geschäft: Druckplatten aus Aluminium, Belichtungsmaschinen, Tinte, Software. Wer eine Zeitschrift, einen Katalog oder eine Verpackung im Offsetverfahren druckt, belichtet zuerst eine solche Platte. Kodak verkauft die Maschine einmal und die Platten immer wieder — ein Verbrauchsmaterial-Geschäft mit Verträgen über typischerweise zwei Jahre. 2025 brachte Print 715 Millionen US-Dollar Umsatz, also 67 Prozent des Konzerns.

Advanced Materials and Chemicals ist die Industriechemie: Filme für Kinoproduktionen, Industriefilme, Ausgangsstoffe für Arzneimittel, funktionale Beschichtungen. 2025 waren es 316 Millionen US-Dollar, ein Plus von 17 Prozent — das einzige wirklich wachsende Segment.

Brand ist das kleinste und zugleich seltsamste Geschäft: Kodak vermietet den eigenen Namen. Auf Kameras, Brillen, Batterien und Kleidung anderer Hersteller steht Kodak drauf, ohne dass Kodak sie baut. Umsatz 2025: 23 Millionen US-Dollar. Merken Sie sich diese Zahl, wir kommen darauf zurück.

Damit steht das Spannungsfeld dieser Analyse fest, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Die Bilanz ist so gut wie seit Jahren nicht — und das Geschäft verdient trotzdem nichts. Was 2025 nach einem Rekord-Cashflow aussah, war eine einmalige Auflösung der Pensionskasse.

Wo die Aktie auf unseren Tisch kam

Kodak kam über eine Sortierung auf unsere Liste. Der hauseigene Aktien-Scanner K-FCF-Ranking sammelt alle Titel mit positivem freiem Mittelzufluss und einem Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis von höchstens 10 und sortiert aufsteigend. Die Kennzahl ist eine Division: Börsenwert geteilt durch den freien Mittelzufluss der letzten vier Quartale. Ein Wert von 2 heißt: Zwei Jahre dieses Geldstroms entsprechen dem heutigen Preis.

Am 27. Juli 2026 haben wir nachgemessen, getrennt für beide Ausgaben. Mit dem Marktfilter USA weisen beide 545 Treffer aus; die deutsche Gesamtliste über alle Märkte kommt auf 836. Kodak steht dort auf Platz 42 mit einem Verhältnis von 2,05 — auf beiden Marken identisch.

Und jetzt der Punkt, der zur Ehrlichkeit gehört: Die Scanner-Seite zeigt nur die 25 stärksten Zeilen. Kodak steht mit Platz 42 nicht darunter. Wer die Zeile sehen will, geht nicht über die Scanner-Seite, sondern über den Screener: Dort lässt sich das gesamte Universum filtern und nach Kennzahlen sortieren, ohne Deckelung auf 25 Zeilen. Alternativ führt die Aktien-Suche direkt zur Firmenseite von Kodak, auf der die Kennzahlen ebenfalls stehen. Die Listen werden täglich neu berechnet — Platz 42 ist eine datierte Momentaufnahme vom 27. Juli 2026, kein Dauerzustand.

Zur Größenordnung: Die Kennzahl 2,05 entsteht aus einem im Datenbestand geführten Börsenwert von 0,945 Milliarden US-Dollar und 460 Millionen US-Dollar freiem Mittelzufluss der letzten vier Quartale. Beide Zahlen sehen wir uns gleich genauer an — die zweite ist der eigentliche Gegenstand dieser Analyse.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was 2025 tatsächlich besser wurde, denn das ist mehr, als man erwartet.

Der Umsatz wächst wieder, wenn auch bescheiden: 1.069 Millionen US-Dollar nach 1.043 Millionen (2024) und 1.117 Millionen (2023). Das Plus von 26 Millionen kam vor allem aus besseren Preisen im Druckgeschäft (29 Millionen) und aus der Chemie (26 Millionen Preis, 19 Millionen Menge). Die Bruttomarge stieg von 19 auf 22 Prozent.

Das Segment-Ergebnis hat sich mehr als verdoppelt: Die Summe der Segmente kam 2025 auf 64 Millionen US-Dollar nach 28 Millionen im Vorjahr. Print drehte von minus 8 auf plus 3 Millionen, die Chemie von 17 auf 39 Millionen, die Markenlizenzen von 17 auf 20 Millionen.

Und die Bilanz ist die beste seit Jahren. Zum 31. März 2026 stehen 299 Millionen US-Dollar Kasse gegen 160 Millionen Finanzschulden (52 Millionen kurzfristig, 108 Millionen langfristig). Das ergibt eine Nettokasse von 139 Millionen — Kodak hat mehr Geld als Schulden. Ein Jahr zuvor war das noch anders: 2025 tilgte der Konzern 306 Millionen US-Dollar Darlehen auf einen Schlag. Der Insolvenz-Frühwarnwert nach Altman steht entsprechend bei 4,69. Ein Wort zur Skala, sonst missversteht man die Zahl: Wir führen diesen Wert in der Bilanz-Variante („Z-Doppelstrich“), die ohne Börsenwert und ohne Umsatzgröße auskommt. Auf ihr gilt unter 1,1 als Krisenzone und ab 2,6 als sicherer Bereich — nicht die aus Lehrbüchern bekannten 1,8 und 3,0, die zur älteren Formel für Industriebetriebe gehören. Mit 4,69 liegt Kodak also komfortabel im sicheren Bereich.

Das alles ist echt und verdient Anerkennung. Nur erklärt es den Cashflow nicht.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Der freie Mittelzufluss kam aus der Pensionskasse

2025 wies Kodak einen operativen Mittelzufluss von 480 Millionen US-Dollar aus, nach minus 7 Millionen im Jahr 2024 und 38 Millionen im Jahr 2023. Nach Investitionen von 34 Millionen bleibt ein freier Mittelzufluss von 446 Millionen. Das ist die Zahl, aus der die 2,05 entsteht.

In der Kapitalflussrechnung steht direkt darunter, woher sie kommt — als eigene Zeile in der Überleitung vom Jahresergebnis zum operativen Mittelzufluss:

Gelb markierte Zeile aus der Kapitalflussrechnung im Kodak-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Bareinnahmen aus dem Rückfluss von Vermögenswerten der Pensionskasse KRIP in Höhe von 618 Millionen US-Dollar, daneben der operative Mittelzufluss von 480 Millionen gegenüber minus 7 Millionen 2024 und 38 Millionen 2023.
Die Kapitalflussrechnung im Original: 618 Millionen US-Dollar Rückfluss aus der Pensionskasse innerhalb der operativen Tätigkeit — bei einem operativen Mittelzufluss von 480 Millionen. Darunter die Tilgung von 306 Millionen Darlehen. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Hintergrund in Alltagssprache: Kodak hatte eine klassische Betriebsrente, den Kodak Retirement Income Plan (KRIP). Diese Kasse war überfinanziert — es lag mehr Geld darin, als für die Renten gebraucht wurde. Zum 31. März 2025 wurde der Plan eingefroren und aufgelöst. Am 21. Oktober 2025 übertrug Kodak die Rentenverpflichtungen für rund 27.000 Menschen im Umfang von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar auf einen Versicherer, bezahlt aus dem Vermögen der Kasse selbst. Was übrig blieb, fiel an das Unternehmen zurück.

Der Konzern beschreibt die Rechnung im Lagebericht selbst:

„Net cash from operating activities increased $487 million for the year ended December 31, 2025 as compared with the prior year primarily due to cash proceeds received from Reversion Assets from KRIP of $618 million and a decrease in inventory and improved earnings from operations, which were partially offset by a $153 million payment of excise tax on KRIP reversion asset surplus“

Übersetzung: „Der Netto-Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit stieg im Geschäftsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um 487 Millionen US-Dollar, im Wesentlichen wegen der Bareinnahmen aus den Rückflussmitteln der Pensionskasse KRIP in Höhe von 618 Millionen US-Dollar sowie eines Lagerabbaus und verbesserter operativer Erträge, was teilweise durch eine Zahlung von 153 Millionen US-Dollar Verbrauchsteuer auf den Überschuss der Rückflussmittel ausgeglichen wurde.“

— Eastman Kodak Company, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Liquiditätskapitel

Rechnen wir es zusammen. Vom ausgewiesenen freien Mittelzufluss gehen 618 Millionen Rückfluss ab und 153 Millionen Verbrauchsteuer wieder hinzu — beide Posten laufen im Bericht durch die operative Tätigkeit:

Wasserfalldiagramm in Millionen US-Dollar: ausgewiesener freier Mittelzufluss 446, abzüglich 618 Rückfluss aus der Pensionskasse, zuzüglich 153 Verbrauchsteuer darauf, ergibt minus 19 aus dem Geschäft.
Vom Rekord zur Realität: Von 446 Millionen US-Dollar freiem Mittelzufluss 2025 bleiben nach Herausrechnen des Pensionsrückflusses minus 19 Millionen. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Kapitalflussrechnung. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Merken Sie sich diesen Anker: Ein Cashflow, der einmal im Leben entsteht, taugt nicht als Nenner einer Bewertungskennzahl. Und das erste Quartal 2026 bestätigt das Bild ohne Umwege: Dort verbrauchte das Geschäft 30 Millionen US-Dollar, nach minus 38 Millionen im Vorjahresquartal. Nach Investitionen von 6 Millionen sind das minus 36 Millionen freier Mittelzufluss in einem einzelnen Quartal.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Vor Zinsen und Pension verdiente Kodak 2025 exakt null

Dieselbe Geschichte erzählt die Ergebnisrechnung, nur deutlicher. Im Lagebericht steht eine Zeile, die man zweimal lesen muss: das Ergebnis aus fortgeführten Geschäften vor Zinsaufwand, vor Pensionsertrag und vor den Sonderposten. Für 2025 steht dort ein Strich — null. Für 2024 minus 7 Millionen.

Gelb markierte Zeile aus der Ergebnisrechnung im Kodak-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Ergebnis aus fortgeführten Geschäften vor Zinsaufwand, Pensionsertrag, Verlust aus vorzeitiger Schuldentilgung, sonstigen Aufwendungen und Steuern — 2025 null, 2024 minus 7 Millionen; darunter Pensionsertrag 128 Millionen und Nettoverlust 128 Millionen.
Die Zeile, auf die es ankommt: vor Zinsen, Pensionsertrag und Sonderposten verdiente Kodak 2025 null US-Dollar. Der Pensionsertrag von 128 Millionen ist der größte Einzelposten der Rechnung. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Lagebericht (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was danach kommt, ist Buchhaltung um diesen Nullpunkt herum: minus 62 Millionen Zinsaufwand, plus 128 Millionen Pensionsertrag (2024: plus 173 Millionen), minus 7 Millionen Verlust aus der vorzeitigen Tilgung und minus 171 Millionen sonstige Aufwendungen — darin die Verbrauchsteuer auf den Pensionsüberschuss. Unter dem Strich ein Verlust von 128 Millionen US-Dollar nach einem Gewinn von 102 Millionen im Vorjahr, also minus 1,78 US-Dollar je Aktie nach plus 0,97.

Der Pensionsertrag verdient eine Erklärung, weil er so groß ist. Eine überfinanzierte Pensionskasse erzeugt buchhalterisch einen Ertrag, ohne dass Geld fließt: Das Vermögen der Kasse wirft mehr ab, als für die Renten zurückgestellt werden muss, und die Differenz landet in der Gewinn- und Verlustrechnung. Das ist regelkonform — aber es ist kein Umsatz, kein Kunde und kein Produkt. Und mit der Auflösung der Kasse fällt diese Quelle künftig weitgehend weg.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Zwei Prozent des Umsatzes liefern ein Drittel des Ergebnisses

Jetzt zurück zu den 23 Millionen US-Dollar aus dem Markengeschäft. Kodak weist die Ergebnisse je Segment als Operational EBITDA aus, ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Stellt man Umsatz und Ergebnis nebeneinander, ergibt sich ein Bild, das man selten so klar sieht:

Gruppiertes Balkendiagramm in Millionen US-Dollar für 2025: Print 715 Umsatz und 3 Segment-Ergebnis, Chemie und Material 316 und 39, Marken-Lizenzen 23 und 20, Sonstiges 15 und 2.
Umsatz und Ergebnis je Segment 2025: Print steht für 67 Prozent des Umsatzes und 5 Prozent des Segment-Ergebnisses, die Markenlizenzen für 2 Prozent des Umsatzes und 31 Prozent des Ergebnisses. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Segmentangaben. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In Worten: Print macht 715 Millionen Umsatz und 3 Millionen Ergebnis. Auf jeden Umsatzdollar kommt weniger als ein halber Cent. Das Markengeschäft macht 23 Millionen Umsatz und 20 Millionen Ergebnis — 87 Prozent Marge, weil das Vermieten eines Namens fast keine Kosten verursacht. Zwei Prozent des Umsatzes liefern damit fast ein Drittel des Segment-Ergebnisses.

Das ist keine Kritik am Markengeschäft, im Gegenteil: Es ist der profitabelste Teil des Konzerns. Aber es begrenzt die Fantasie. Ein Lizenzgeschäft wächst nur, solange es neue Lizenznehmer gibt, und sein Rohstoff — die Erinnerung an eine Marke — erneuert sich nicht von selbst. Die Chemie ist das Segment mit echtem Wachstum; dort hängt allerdings rund ein Drittel des Umsatzes an einem einzigen Abnehmer. Wer solche Konzentrationen im Blick behalten will, findet sie regelmäßig in unserer Rubrik Beifang — für Kodak stehen dort drei Funde aus dieser Recherche.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Vor einem Jahr stand die Fortführung selbst infrage

Im Quartalsbericht zum 30. Juni 2025, eingereicht am 11. August 2025, steht ein Satz, den kein Unternehmen freiwillig schreibt:

„These conditions raise substantial doubt about Kodak’s ability to continue as a going concern.“

Übersetzung: „Diese Umstände begründen erhebliche Zweifel an der Fähigkeit von Kodak, den Geschäftsbetrieb fortzuführen.“

— Eastman Kodak Company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2025

Gelb markierter Satz aus dem Kodak-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2025: Diese Umstände begründen erhebliche Zweifel an der Fähigkeit von Kodak, den Geschäftsbetrieb fortzuführen — mit dem Hinweis auf die Fälligkeit der Darlehen am 22. Mai 2026 und die Rückzahlungspflicht der Vorzugsaktien am 28. Mai 2026.
Der Fortführungshinweis im Original, samt der beiden Fristen: Darlehen fällig am 22. Mai 2026, Vorzugsaktien rückzahlbar am 28. Mai 2026. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Grund: Zwei Termine im Mai 2026 fielen zusammen — die Fälligkeit der Darlehen am 22. Mai und die Rückzahlungspflicht der Vorzugsaktien am 28. Mai. Kodak hatte für beides keine gesicherte Finanzierung. Der Plan hing am Rückfluss aus der Pensionskasse, und der lag, wie der Konzern selbst schrieb, nicht allein in Kodaks Hand.

Die gute Nachricht: Es hat funktioniert. Der Rückfluss kam, 306 Millionen US-Dollar Darlehen wurden getilgt, und am 11. März 2026 wurde die Vorzugsaktie neu geordnet — aus der 4,0-prozentigen wurde eine 6,0-prozentige mit neuer Laufzeit, begleitet von einer vierten Änderung des Kreditvertrags. Im Geschäftsbericht für 2025 und im Quartalsbericht zum 31. März 2026 taucht der Fortführungshinweis nicht mehr auf. Das ist der Unterschied zwischen einem Unternehmen in Not und einem Unternehmen, das eine Notlage hinter sich hat — und er gehört genauso in die Bewertung wie die Warnung selbst.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: 45 Prozent des Grundkapitals stehen zum Weiterverkauf bereit

Wer den Börsenwert je Aktie rechnet, sollte wissen, wie viele Aktien es demnächst sein können. Das Deckblatt des Quartalsberichts nennt zum 1. Mai 2026 genau 97,6 Millionen ausstehende Stammaktien. Im Juli 2026 hat Kodak dann innerhalb von neun Tagen zwei Verkaufsprospekte eingereicht:

Gelb markierte Stelle aus dem Kodak-Prospekt-Nachtrag 424B7 vom 1. Juli 2026: bis zu 39.458.543 Stammaktien werden für den Weiterverkauf durch Altaktionäre registriert.
Bis zu 39.458.543 Aktien im Prospekt-Nachtrag vom 1. Juli 2026 — dazu weitere 4.426.268 im Prospekt vom 9. Juli 2026. Quelle: SEC-Prospekt-Nachtrag 424B7 vom 01.07.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zusammen sind das 43.884.811 Aktien oder rund 45 Prozent des heutigen Grundkapitals. Eine Klarstellung, weil das leicht misszuverstehen ist: Verwässerung heißt normalerweise, dass neue Aktien entstehen und dein Stück vom Kuchen kleiner wird. Hier entstehen keine neuen Aktien — es werden Stücke handelbar gemacht, die Großaktionäre bereits halten oder durch Wandlung erhalten können. Kodak fließt daraus kein Geld zu, das schreibt der Prospekt ausdrücklich. Das Angebot am Markt kann dadurch trotzdem deutlich steigen.

Dazu kommt echte Wandlungsfantasie: Die im März 2026 neu aufgelegte 6,0-prozentige Vorzugsaktie — eine Million Stück mit 100 US-Dollar Rückzahlungswert je Stück — wandelt sich im Verhältnis 1:10 in Stammaktien, also zu einem Wandlungspreis von 10,00 US-Dollar je Aktie. Vollständig gewandelt kämen 10 Millionen Stammaktien hinzu, gut ein Zehntel mehr.

Bewertung — Größenordnung statt Tageskurs

Rechnen wir selbst, mit Stichtagen. Der Schlusskurs unserer eigenen Kursreihe lag am 24. Juli 2026 bei 8,23 US-Dollar. Als Gegenprobe steht im Prospekt vom 1. Juli 2026 ein amtlich dokumentierter Kurs: 9,25 US-Dollar am 30. Juni 2026 — unsere Reihe weist für diesen Tag denselben Wert aus.

Mit den 97,6 Millionen Aktien vom Deckblatt ergibt das einen Börsenwert von rund 803 Millionen US-Dollar. Der im Datenbestand geführte Wert liegt mit 0,945 Milliarden etwa 18 Prozent darüber; wir rechnen im Folgenden mit unserer eigenen Zahl und sagen dazu, woher sie kommt. Vollständig gewandelt — also mit den 10 Millionen Aktien aus der Vorzugsaktie — wären es rund 886 Millionen.

Weil Kodak mehr Geld als Schulden hat, ist der Unternehmenswert kleiner als der Börsenwert: 803 Millionen minus 139 Millionen Nettokasse ergeben rund 664 Millionen US-Dollar. Und damit zu den Verhältnissen, jeweils gegen den ausgewiesenen und gegen den bereinigten Mittelzufluss:

  • Gegen den ausgewiesenen freien Mittelzufluss (446 Millionen, 2025): Börsenwert das 1,8-Fache, Unternehmenswert das 1,5-Fache. Das sieht spektakulär günstig aus.
  • Gegen den Mittelzufluss ohne den Pensionsrückfluss (minus 19 Millionen, 2025): Es gibt kein Verhältnis. Man kann nicht durch eine negative Zahl teilen und dabei etwas Sinnvolles herausbekommen.
  • Gegen den Umsatz (1.069 Millionen): das 0,75-Fache. Für einen Industriebetrieb mit 22 Prozent Bruttomarge und ohne Gewinn ist das weder billig noch teuer — es ist schlicht die Bewertung eines Geschäfts, dem der Markt kein Wachstum zutraut.
  • Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt es nicht: 2025 stand ein Verlust.

Der Piotroski-Wert von 3 von 9 passt dazu. Er zählt neun Ja/Nein-Kriterien zu Gewinn, Cashflow, Verschuldung und Effizienz; ab 7 gilt eine Bilanz als sehr solide, unter 3 als Warnsignal. Drei Punkte heißen: Der Schuldenabbau zählt positiv, das Jahresergebnis und die Ertragskraft dagegen nicht.

Zur Einordnung des Kurses: Vom höchsten Schlusskurs der Kursreihe seit der Wiedernotierung — 37,20 US-Dollar am 9. Januar 2014 — sind es minus 77,9 Prozent; vom 52-Wochen-Hoch von 14,51 US-Dollar (6. Mai 2026) minus 43,3 Prozent. Unser Datenbestand weist den Abstand zum Allzeithoch mit minus 74,8 Prozent aus; wir verwenden den selbst gerechneten Wert. Der Tagesausschlag vom 29. Juli 2020 auf 60,00 US-Dollar im Handelsverlauf bleibt außen vor — er war eine Stunde Marktgeschehen, kein Bewertungsniveau. Wie schnell eine scheinbar günstige Cashflow-Kennzahl kippt, wenn man sie strenger misst, hat auch DXC Technology gezeigt — ein anderer Titel aus demselben Ranking, bei dem sich das Verhältnis je nach Definition zwischen 1,6 und 7,1 bewegt. Und dass eine niedrige Kennzahl oft mehr über die Bilanz daneben verrät als über den Preis, zeigt TTEC Holdings, wo die Schulden die Geschichte schreiben. Bei Kodak ist es umgekehrt: Dort ist die Bilanz der starke Teil und der Ertrag der schwache.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Kodak spricht:

  • Nettokasse statt Nettoschulden: 299 Millionen US-Dollar Kasse gegen 160 Millionen Finanzschulden zum 31. März 2026 — nach der Tilgung von 306 Millionen im Jahr 2025.
  • Fortführungsfrage erledigt: Der Hinweis aus dem Quartalsbericht vom 11. August 2025 fehlt in den beiden folgenden Berichten; die Fälligkeiten vom Mai 2026 sind abgeräumt.
  • Wachsende Chemie-Sparte: plus 17 Prozent Umsatz und ein Segment-Ergebnis von 39 nach 17 Millionen US-Dollar.
  • Ein hochprofitables Lizenzgeschäft: 20 Millionen Segment-Ergebnis auf 23 Millionen Umsatz, dazu 50 Millionen an bereits vereinnahmten, aber noch nicht ertragswirksamen Lizenzzahlungen in der Bilanz zum 31. März 2026.
  • Preise setzen sich durch: Die Bruttomarge stieg 2025 von 19 auf 22 Prozent, im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 7 Prozent auf 265 Millionen.

Was dagegen spricht:

  • Das Geschäft verdient nichts: vor Zinsen, Pensionsertrag und Sonderposten null US-Dollar im Jahr 2025, minus 7 Millionen 2024.
  • Der Cashflow ist einmalig: ohne den Pensionsrückfluss minus 19 Millionen freier Mittelzufluss 2025, im ersten Quartal 2026 minus 36 Millionen.
  • Der Pensionsertrag versiegt: 128 Millionen 2025 nach 173 Millionen 2024 — die Kasse, die ihn erzeugte, ist aufgelöst.
  • Klumpen im Umsatz: Print liefert 67 Prozent des Umsatzes und 5 Prozent des Segment-Ergebnisses; in der Chemie hängt rund ein Drittel an einem einzigen Abnehmer.
  • Angebotsdruck: 43,9 Millionen Aktien zum Weiterverkauf registriert, dazu 10 Millionen aus der Wandlung der Vorzugsaktie — zusammen mehr als die Hälfte des heutigen Grundkapitals.
  • Piotroski 3 von 9 und ein Jahresverlust von 128 Millionen US-Dollar.

Ein menschliches Fazit

Zurück zum 29. Juli 2020. Was damals passierte, war keine Bewertung, sondern eine Reflexbewegung auf eine Schlagzeile. Sechs Jahre später ist die Versuchung leiser, aber verwandt: eine Kennzahl von 2,05, die aussieht, als bekäme man ein ganzes Unternehmen für zwei Jahre seines Geldstroms. Der Unterschied ist nur, dass man diesmal nachschlagen kann, woher der Geldstrom kam — und die Antwort steht in einer einzigen Zeile der Kapitalflussrechnung.

Kodak ist heute kein Sanierungsfall mehr. Die Schulden sind weg, die Kasse ist voll, die Fortführungsfrage ist beantwortet. Das ist ein echter Fortschritt, und er wird von der Zahl 2,05 genauso wenig erfasst wie die Tatsache, dass das Geschäft dahinter im Jahr 2025 exakt null verdient hat. Beides ist wahr, und beides steht in denselben Berichten.

Vielleicht ist das der Merksatz: Eine Bewertungskennzahl ist nur so gut wie die Wiederholbarkeit ihres Nenners. Wer wissen will, was Kodak wert ist, wartet nicht auf die nächste Sortierung, sondern auf die nächste Kapitalflussrechnung. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

  • Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht am 7. Mai 2026, jüngster Periodenbericht) — Deckblatt mit der Aktienzahl, Bilanz, Kapitalflussrechnung, Note 5 (sonstige langfristige Verbindlichkeiten), Note 6 (Kreditverträge), Note 7 (Vorzugsaktien)
  • Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht am 12. März 2026) — Item 1 Geschäft und Segmente, Item 7 Lagebericht mit Ergebnisrechnung und Liquiditätskapitel, Kapitalflussrechnung, Pensionsanhang zur Auflösung der Kasse KRIP
  • Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2025 (eingereicht am 11. August 2025) — Fortführungshinweis mit den Fälligkeiten vom Mai 2026
  • Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht am 17. März 2025) — Vergleichszahlen 2024 und 2023
  • Prospekt-Nachtrag 424B7 vom 1. Juli 2026 — Weiterverkaufs-Registrierung über bis zu 39.458.543 Aktien, dokumentierter Schlusskurs 9,25 US-Dollar am 30. Juni 2026
  • Prospekt 424B3 vom 9. Juli 2026 — Weiterverkaufs-Registrierung über bis zu 4.426.268 Aktien
  • SEC-Stammdatei zur Firmenkennung CIK 0000031235 (Handelsplatz NYSE, keine Umfirmierung; geprüft am 27. Juli 2026 auf Abmeldung, Delisting und Übernahmeangebote — kein Treffer für die Stammaktie)
  • Screener- und Bewertungsdaten: hauseigener Aktien-Scanner und Fundamentaldaten — selbst gemessen am 27. Juli 2026: K-FCF-Ranking, US-Auswahl, Platz 42 von 545 Treffern bei einem Verhältnis von 2,05, auf beiden Ausgaben identisch; angezeigt werden 25 Zeilen
  • Eigene Kursreihe (Schlusskurs 8,23 US-Dollar am 24. Juli 2026; höchster Schlusskurs seit der Wiedernotierung 37,20 US-Dollar am 9. Januar 2014; 52-Wochen-Hoch 14,51 US-Dollar am 6. Mai 2026; Tageshoch 60,00 US-Dollar am 29. Juli 2020)

Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und ausdrücklich keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien können jederzeit einen Totalverlust erleiden. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Unterlagen, die zum genannten Stichtag abgerufen wurden, und können sich seither geändert haben. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in der Eastman Kodak Company.

Unser Fazit auf einen Blick

Ertragskraft negativ
Vor Zinsaufwand, Pensionsertrag und Sonderposten verdiente Kodak 2025 exakt null US-Dollar, 2024 minus 7 Millionen. Unter dem Strich stand 2025 ein Verlust von 128 Millionen nach einem Gewinn von 102 Millionen im Vorjahr. Der Piotroski-Wert von 3 von 9 bildet dasselbe ab.
Mittelzufluss negativ
Der ausgewiesene freie Mittelzufluss von 446 Millionen US-Dollar (2025) stammt fast vollständig aus der Auflösung der Pensionskasse: 618 Millionen Rückfluss abzüglich 153 Millionen Verbrauchsteuer, beides in der operativen Tätigkeit. Bereinigt bleiben minus 19 Millionen; im ersten Quartal 2026 waren es minus 36 Millionen.
Bilanz positiv
Zum 31. März 2026 stehen 299 Millionen US-Dollar Kasse gegen 160 Millionen Finanzschulden — eine Nettokasse von 139 Millionen. 2025 wurden 306 Millionen Darlehen getilgt. Der Altman-Wert liegt in der Bilanz-Variante bei 4,69 und damit klar über der Schwelle zum sicheren Bereich von 2,6.
Fortführung positiv
Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2025 nannte erhebliche Zweifel an der Fortführung, ausgelöst von zwei Fälligkeiten im Mai 2026. Beide sind abgeräumt: Darlehen getilgt, Vorzugsaktie am 11. März 2026 neu geordnet. Im Geschäftsbericht für 2025 und im Quartalsbericht zum 31. März 2026 fehlt der Hinweis.
Geschäftsmischung neutral
Print liefert 67 Prozent des Umsatzes (715 Millionen US-Dollar) und 3 Millionen Segment-Ergebnis; die Markenlizenzen liefern 2 Prozent des Umsatzes (23 Millionen) und 20 Millionen Ergebnis. Die wachsende Chemie-Sparte (plus 17 Prozent) hängt zu rund einem Drittel an einem einzigen Abnehmer, Kodak Alaris.
Aufhänger und Datenlage neutral
Platz 42 von 545 US-Treffern im hauseigenen K-FCF-Ranking bei 2,05, auf beiden Ausgaben identisch gemessen am 27.07.2026 — damit außerhalb der 25 angezeigten Zeilen und nur über den Screener oder die Firmenseite sichtbar. Der im Datenbestand geführte Börsenwert von 0,945 Mrd. US-$ liegt rund 18 Prozent über der eigenen Rechnung aus Aktienzahl und Schlusskurs (803 Mio.); im Artikel gilt die eigene Zahl.

Kodak hat 2025 seine Bilanz repariert und sieht auf einer einzigen Kennzahl spottbillig aus — beides ist wahr, und beides gehört getrennt betrachtet. Die 446 Millionen US-Dollar freier Mittelzufluss, aus denen das Kurs-Free-Cashflow-Verhältnis entsteht, stammen aus der Auflösung der überfinanzierten US-Pensionskasse: 618 Millionen Rückfluss, 153 Millionen Verbrauchsteuer, unterm Strich minus 19 Millionen aus dem eigentlichen Geschäft. Vor Zinsen und Pensionsertrag verdiente der Konzern 2025 exakt null. Dem stehen eine Nettokasse von 139 Millionen und eine erledigte Fortführungsfrage gegenüber. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb, nicht rot — und gelb, nicht grün. Gegen Rot spricht die Bilanz: Zum 31. März 2026 stehen 299 Millionen US-Dollar Kasse gegen 160 Millionen Finanzschulden, der Altman-Wert liegt in der Bilanz-Variante mit 4,69 klar im sicheren Bereich, und der Fortführungshinweis vom 11. August 2025 ist in den beiden folgenden Berichten verschwunden, nachdem 306 Millionen Darlehen getilgt wurden. Es gibt hier kein belegtes Solvenzproblem. Gegen Grün spricht die Ertragskraft: Vor Zinsaufwand, Pensionsertrag und Sonderposten verdiente Kodak 2025 exakt null US-Dollar, der ausgewiesene Mittelzufluss beruht auf einem einmaligen Pensionsrückfluss, und 67 Prozent des Umsatzes erzeugen 3 Millionen Segment-Ergebnis. Der Piotroski-Wert von 3 von 9 passt dazu. Das ist ein Urteil über die Firma, nicht über den Kurs. Die Entscheidung liegt bei Dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger und Fundstelle: Platz 42 von 545 US-Treffern im hauseigenen K-FCF-Ranking bei einem Verhältnis von 2,05, live gemessen am 27. Juli 2026 und auf beiden Ausgaben identisch. Die deutsche Gesamtliste über alle Märkte zählte am selben Tag 836 Treffer. Angezeigt werden nur die 25 stärksten Zeilen — Kodak steht nicht darunter und ist über den Screener oder die Firmenseite zu finden. Die Listen werden täglich neu berechnet.
  • Warum wir den Börsenwert selbst gerechnet haben: Der im Datenbestand geführte Wert von 0,945 Milliarden US-Dollar liegt rund 18 Prozent über der Rechnung „Aktienzahl mal Kurs“. Grundlage unserer Zahl sind die 97,6 Millionen Stammaktien vom Deckblatt des Quartalsberichts (Stand 01.05.2026) und der Schlusskurs von 8,23 US-Dollar am 24.07.2026. Als Gegenprobe nennt der Prospekt-Nachtrag vom 01.07.2026 einen dokumentierten Schlusskurs von 9,25 US-Dollar am 30.06.2026, den unsere Kursreihe für denselben Tag bestätigt.
  • Zum Abstand vom Höchstkurs: Unser Datenbestand weist −74,8 Prozent aus. Selbst nachgerechnet ergibt sich −77,9 Prozent gegen den höchsten Schlusskurs der Reihe seit der Wiedernotierung (37,20 US-Dollar am 09.01.2014). Der Tagesausschlag auf 60,00 US-Dollar am 29.07.2020 ist im Artikel als Marktgeschehen erwähnt, aber bewusst nicht als Bewertungsanker verwendet.
  • Zur Vergleichbarkeit der Cashflow-Reihe: Die Werte 2023 bis 2025 stammen durchgehend aus der Konzern-Kapitalflussrechnung des Geschäftsberichts für 2025 (480, −7 und 38 Millionen US-Dollar operativ; 34, 56 und 32 Millionen Investitionen). Der Pensionsrückfluss ist dort als eigene Zeile innerhalb der operativen Tätigkeit ausgewiesen, die Verbrauchsteuer darauf nennt der Lagebericht.
  • Stand der Pflichtprüfung am 27. Juli 2026: Der jüngste Periodenbericht ist der Quartalsbericht zum 31.03.2026 (eingereicht 07.05.2026); ein neuerer lag zum Redaktionsschluss nicht vor. Die Einreichungsliste enthält kein Übernahmeangebot, keinen Zusammenschluss und kein Verfahren zum Rückzug von der Börse. Das Form 15-12G von 2013 und die beiden 25-NSE von 2018 betreffen andere Wertpapierklassen, nicht die an der NYSE notierte Stammaktie. Nach dem Quartalsbericht eingereicht wurden unter anderem eine Pflichtmitteilung 8-K (22.05.2026, Item 5.07), ein Regalprospekt S-3, ein Prospekt-Nachtrag 424B7 (beide 01.07.2026) und ein Prospekt 424B3 (09.07.2026); sie sind ausgewertet.
  • Verwechslungsgefahr: Die Eastman Kodak Company (KODK, NYSE) ist nicht identisch mit Kodak Alaris, dem 2013 ausgegliederten früheren Consumer-Geschäft — Kodak Alaris ist heute ein eigenständiges Unternehmen und zugleich ein Großkunde des Chemie-Segments.

Häufige Fragen

Weil der Nenner ein Einmaleffekt ist. Die Kennzahl teilt den Börsenwert durch den freien Mittelzufluss der letzten vier Quartale — hier 460 Millionen US-Dollar. Davon stammen rund 465 Millionen aus der Auflösung der US-Pensionskasse KRIP: 618 Millionen Rückfluss abzüglich 153 Millionen Verbrauchsteuer. Ohne diesen Posten lag der freie Mittelzufluss 2025 bei minus 19 Millionen.

KRIP ist Kodaks alte Betriebsrente. Sie war überfinanziert, also lag mehr Geld darin als für die Renten nötig. Zum 31. März 2025 wurde der Plan eingefroren, am 21. Oktober 2025 übertrug Kodak die Verpflichtungen für rund 27.000 Menschen im Umfang von etwa 1,8 Milliarden US-Dollar auf einen Versicherer, bezahlt aus dem Kassenvermögen. Der Überschuss fiel an das Unternehmen zurück und wurde mit 153 Millionen US-Dollar Verbrauchsteuer belegt.

Nein. Am 27. Juli 2026 lag Kodak auf Platz 42 der 545 US-Treffer bei einem Verhältnis von 2,05 — auf beiden Ausgaben identisch. Die Scanner-Seite zeigt nur die 25 stärksten Zeilen. Wer die Zeile sehen will, nutzt den Screener, der das gesamte Universum ohne Deckelung filtert und sortiert, oder ruft die Firmenseite direkt über die Aktien-Suche auf. Die Listen werden täglich neu berechnet.

Nach den beiden jüngsten Berichten nicht mehr akut. Zum 31. März 2026 stehen 299 Millionen US-Dollar Kasse gegen 160 Millionen Finanzschulden, also eine Nettokasse von 139 Millionen. Der Fortführungshinweis aus dem Quartalsbericht vom 11. August 2025 taucht weder im Geschäftsbericht für 2025 noch im Quartalsbericht zum 31. März 2026 auf. Der Insolvenz-Frühwarnwert nach Altman liegt in der Bilanz-Variante bei 4,69 und damit im sicheren Bereich.

Nicht das größte. Print steht 2025 für 715 Millionen US-Dollar Umsatz und 3 Millionen Segment-Ergebnis. Die Chemie-Sparte bringt 316 Millionen Umsatz und 39 Millionen Ergebnis. Das Markengeschäft, also die Vermietung des Namens Kodak an andere Hersteller, liefert 20 Millionen Ergebnis auf nur 23 Millionen Umsatz — 2 Prozent des Konzernumsatzes stehen damit für fast ein Drittel des Segment-Ergebnisses.

Das Deckblatt des Quartalsberichts nennt zum 1. Mai 2026 rund 97,6 Millionen ausstehende Stammaktien. Dazu kommen zwei Weiterverkaufs-Registrierungen vom 1. und 9. Juli 2026 über zusammen 43.884.811 Aktien — das schafft keine neuen Stücke, macht aber bestehende handelbar. Die im März 2026 aufgelegte 6,0-Prozent-Vorzugsaktie wandelt im Verhältnis 1:10 in weitere 10 Millionen Stammaktien.

Er ist ein Frühwarnsystem für Zahlungsschwierigkeiten. Wir führen ihn in der Bilanz-Variante, auf deren Skala unter 1,1 die Krisenzone und ab 2,6 der sichere Bereich beginnt — nicht die aus Lehrbüchern bekannten 1,8 und 3,0. Mit 4,69 liegt Kodak deutlich im sicheren Bereich, was nach der Entschuldung und mit einer Nettokasse von 139 Millionen US-Dollar zum 31. März 2026 gut zur Bilanz passt. Über die Ertragskraft sagt der Wert nichts.

Der Bericht zum zweiten Quartal 2026 steht an; unser Datenbestand führt den 10. August 2026 als erwarteten Termin. Drei Zeilen sind dann entscheidend: der operative Mittelzufluss ohne Pensionsposten nach minus 30 Millionen US-Dollar im ersten Quartal, das Segment-Ergebnis von Print nach 3 Millionen im Gesamtjahr 2025 und die Aktienzahl auf dem Deckblatt nach den beiden Weiterverkaufs-Registrierungen vom Juli.

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