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Canopy Growth: Der Quartalsverlust sinkt um 68 Prozent — und die Zahl der Aktien hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt

Canopy Growth: Der Quartalsverlust sinkt um 68 Prozent — und die Zahl der Aktien hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt

Canopy Growth ist die bekannteste Cannabis-Aktie der Welt — und eine der teuersten Lektionen: Der aufgelaufene Bilanzverlust stand zum 30. Juni 2026 bei 11,15 Milliarden kanadischen Dollar. Zugleich dreht der Betrieb: Im Quartal bis zum 30. Juni 2026 stieg der Nettoumsatz um 13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar, der Nettoverlust fiel um 68 Prozent auf 14,6 Millionen. Nur teilen sich dieses Ergebnis inzwischen 422,3 statt 188,3 Millionen Aktien. Und die Bücher, in denen beides steht, mussten neu geschrieben werden: Am 15. Mai 2026 erklärte der Prüfungsausschuss zwei geprüfte Geschäftsjahre und acht Quartalsberichte für nicht mehr verwendbar, am 7. August 2026 trat der Abschlussprüfer zurück. Wir lesen nach, was ein Kurs von rund einem Dollar wirklich bedeutet, wenn über die Zusammenlegung der Aktien abgestimmt wird.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 23. August 2026

Schlusskurs
1,05 $ 0,00 %
Marktkapitalisierung
0,5 Mrd. $

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

Canopy Growth: Der Quartalsverlust sinkt um 68 Prozent — und die Zahl der Aktien hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

Letzter Kurs: 1,05 $ (Stand: 23. August 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Es gibt eine Anleger-Falle, die keine Rechenschwäche voraussetzt, sondern nur einen müden Blick: die Ein-Dollar-Falle. Sie funktioniert so: Du siehst einen Kurs von rund einem Dollar, und dein Kopf ergänzt sofort ein Wort, das dort gar nicht steht — „billig“. Ein Dollar ist eine kleine Zahl, kleine Zahlen fühlen sich nach wenig Risiko an, und schon rechnest du im Stillen aus, was passiert, wenn das Ding wieder auf fünf steigt. Der Haken: Der Preis einer einzelnen Aktie sagt über den Preis einer Firma exakt nichts aus. Er sagt nur, in wie viele Scheibchen der Kuchen geschnitten wurde. Bei Canopy Growth (Nasdaq: CGC, zusätzlich TSX: WEED) sind es zum 5. August 2026 genau 423.037.675 Stammaktien plus 26,3 Millionen Umtauschaktien — und über eine Zusammenlegung dieser Scheibchen wird demnächst abgestimmt. Machen wir also einen Deal: Bevor du auf den kleinen Kurs schaust, lesen wir gemeinsam, was der Konzern selbst der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für das Geschäftsjahr 2026, den Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026 und drei Ad-hoc-Meldungen (8-K), die es in sich haben. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich. Und dieser erzählt von einem Geschäft, das sich erholt, von einer Aktienzahl, die schneller wächst als der Umsatz, und von zwei Geschäftsjahren, die der eigene Prüfungsausschuss für ungültig erklärt hat. Am Ende entscheidest du selbst.

Was Canopy Growth eigentlich macht — und wann sein Geschäftsjahr endet

Canopy Growth ist im Kern ein Cannabis-Produzent aus Kanada mit Hauptsitz in einer ehemaligen Schokoladenfabrik in Smiths Falls, Ontario. Das Geschäft steht auf zwei Beinen. Das erste heißt schlicht Cannabis und zerfällt in drei Teile: den kanadischen Markt für Erwachsene (Marken wie Tweed, 7ACRES, DOJA, Claybourne, Deep Space), den kanadischen Medizinalmarkt — Kanadas größter Anbieter medizinischer Cannabis-Dienstleistungen über Spectrum Therapeutics und die Kliniken Apollo, Abba Medix und Canada House — und den Export, vor allem nach Europa, mit Polen und Deutschland als Schwerpunkten. Das zweite Bein ist ein deutsches Traditionsunternehmen: Storz & Bickel aus Tuttlingen, Hersteller der Verdampfer „Volcano“ und „Mighty“. Dazu kommt eine dritte Baustelle, die man verstehen muss, um die Bilanz zu lesen: Canopy USA, LLC. Weil weder Nasdaq noch New York Stock Exchange bislang die Konsolidierung von Firmen erlauben, die in den USA Marihuana anbauen oder verkaufen, hält Canopy Growth an dieser US-Struktur ausdrücklich nur eine nicht beherrschende, nicht konsolidierte Beteiligung, bewertet nach der Equity-Methode zum Zeitwert. Das US-Geschäft steht also nicht in der Umsatzzeile, sondern als Beteiligungswert in der Bilanz.

Ein Detail, das man beim Lesen jeder Zahl mitdenken muss: Das Geschäftsjahr von Canopy Growth endet am 31. März, nicht am 31. Dezember. Wenn in diesem Text vom „Geschäftsjahr 2026“ die Rede ist, meint das den Zeitraum vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026; das „erste Quartal des Geschäftsjahres 2027“ ist entsprechend der Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni 2026. Und noch eine Eigenheit: Bilanziert wird in kanadischen Dollar, gehandelt wird an der Nasdaq in US-Dollar. Alle Geschäftszahlen in dieser Analyse stehen deshalb in kanadischen Dollar (abgekürzt C$), alle Kursangaben in US-Dollar — wer beides in eine Kennzahl mischt, rechnet zwei Währungen zusammen und bekommt eine Zahl, die niemandem gehört. Damit ist das Spannungsfeld dieser Analyse benannt, und es zieht sich durch jedes Kapitel: Der Betrieb wird zum ersten Mal seit Jahren wieder besser — aber die Zahl der Aktien, die sich dieses Ergebnis teilen, wächst schneller als das Ergebnis selbst, und die Bücher, in denen beides steht, mussten gerade neu aufgestellt werden.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2019

    Constellation Brands investiert 5,1 Milliarden

    Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2019 steigt der Getränkekonzern mit 5,1 Mrd. C$ ein. Für Aktionäre war das der Höhepunkt der Erwartung — heute hält Constellation daraus 26,3 Mio. stimmrechtslose Umtauschaktien.

  2. 2024

    Canopy USA übernimmt Acreage vollständig

    Am 09.12.2024 gehört Acreage Holdings zu 100 Prozent zur US-Struktur; Canopy Growth gibt dafür 5.888.291 eigene Aktien aus. Der US-Zugang wird damit real — bezahlt wurde er mit Anteilen der Altaktionäre.

  3. 2026

    Umschuldung: 150 Mio. US-Dollar neues Darlehen

    Am 08.01.2026 ersetzt ein besichertes Darlehen die alte Kreditlinie, eine Wandelanleihe wird getauscht. Der Preis: 18,7 Mio. neue Optionsscheine, 9,5 Mio. neue Aktien und ein Zins von SOFR plus 6,25 Prozentpunkten.

  4. 2026

    MTL Cannabis für 41,2 Millionen neue Aktien

    Die Übernahme am 16.03.2026 bringt Anbaukapazität und Umsatz — und kostet 41.232.337 neue Aktien plus 18,5 Mio. C$ bar. Der Bestand der Altaktionäre wird in einem einzigen Schritt um rund ein Zehntel verwässert.

  5. 2026

    Zwei Geschäftsjahre und acht Quartale zurückgezogen

    Am 15.05.2026 erklärt der Prüfungsausschuss die Abschlüsse 2024 und 2025 sowie acht Quartalsberichte für nicht mehr verwendbar. Wer auf dieser Grundlage gekauft hat, arbeitete mit Zahlen, die die Firma selbst zurücknahm.

  6. 2026

    Prüfer geht, Aktienzusammenlegung zur Abstimmung

    Am 07.08.2026 tritt PKF O’Connor Davies zurück, MNP LLP übernimmt. Am selben Tag lädt der Konzern zur Hauptversammlung am 25.09.2026 — mit dem Antrag, die Aktien im Verhältnis bis 1:15 zusammenzulegen.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Auf unsere Rechercheliste kam Canopy Growth nicht über einen Kurs- oder Momentum-Filter unseres hauseigenen Aktien-Scanners, sondern über die Einreichungsliste bei der US-Börsenaufsicht SEC — genauer über eine Meldung, die es nur selten gibt: eine Ad-hoc-Mitteilung (Form 8-K) nach Item 4.02, eingereicht am 15. Mai 2026. Dieses Item hat einen sperrigen Namen und eine einfache Bedeutung: „Non-Reliance on Previously Issued Financial Statements“ — auf Deutsch: Die eigenen, bereits veröffentlichten Abschlüsse dürfen nicht mehr verwendet werden. Wenn eine Firma so etwas meldet, sagt sie ihren Aktionären in offizieller Form, dass die Zahlen, auf deren Grundlage sie in den letzten Jahren gekauft oder verkauft haben, falsch waren. Das ist ein härteres Signal als jeder Kursausschlag, und es ist der Grund, warum wir hier genauer hingesehen haben.

Zwei weitere Einreichungen kamen kurz darauf dazu und machten aus einem Einzelbefund ein Muster: Am 7. August 2026 meldete Canopy Growth nach Item 4.01 den Rücktritt seines Abschlussprüfers, und am selben Tag legte der Konzern sein Einladungsschreiben zur Hauptversammlung (Proxy-Statement, DEF 14A) vor — mit dem Antrag, die Aktien im Verhältnis bis zu 1:15 zusammenzulegen. Drei Dokumente, ein Tag: Quartalszahlen, Prüferwechsel, Einladung zur Abstimmung über die Aktienzusammenlegung. Merke dir den Ausgangspunkt: Diese Analyse beginnt nicht bei einem Kurs, sondern bei einer Meldung, die sagt, dass frühere Zahlen nicht mehr gelten.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Erst das, was wirklich für Canopy Growth spricht — und das ist mehr, als der Ruf der Aktie vermuten lässt. Der operative Trend zeigt seit drei Jahren in die richtige Richtung, und das ist bei dieser Firma keine Selbstverständlichkeit. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 (1. April bis 30. Juni 2026) stieg der Nettoumsatz um 13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar (Vorjahresquartal: 72,1 Millionen) — und zwar in jedem Bereich: kanadisches Medizinalgeschäft +22 Prozent auf 25,8 Millionen, kanadischer Erwachsenenmarkt +10 Prozent auf 29,7 Millionen, internationale Märkte +10 Prozent auf 9,6 Millionen, Storz & Bickel +6 Prozent auf 16,1 Millionen. Die Rohertragsmarge — also der Anteil vom Umsatz, der nach den reinen Herstellkosten übrig bleibt — stieg von 25 auf 27 Prozent. Der Nettoverlust fiel um 68 Prozent auf 14,6 Millionen (Vorjahresquartal: 44,9 Millionen). Und der wichtigste Betriebsindikator des Unternehmens, das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (Adjusted EBITDA), verbesserte sich von −7,9 auf −3,2 Millionen. Übersetzt: Der Laden ist noch nicht profitabel, aber die Lücke ist nur noch ein Bruchteil dessen, was sie einmal war.

Dasselbe Bild über die vollen Geschäftsjahre — und hier sieht man, wie tief das Loch war:

Balkendiagramm der Geschäftsjahre 2024 bis 2026 in Millionen kanadischen Dollar: Nettoumsatz blau mit 297,1, 269,0 und 284,6; Nettoergebnis rot mit −712,2, −508,9 und −262,9. Der Umsatz bleibt fast unverändert, der Verlust schrumpft in jedem Jahr.
Der Umsatz steht seit drei Jahren praktisch still — 297,1, 269,0 und 284,6 Millionen kanadische Dollar in den Geschäftsjahren 2024 bis 2026 —, während der Nettoverlust von 712,2 über 508,9 auf 262,9 Millionen zusammenschrumpft. Die Geschäftsjahre 2024 und 2025 sind die neu aufgestellten Fassungen aus dem Geschäftsbericht 2026. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Kurve erzählt eine Sanierungsgeschichte, keine Wachstumsgeschichte: Der Nettoumsatz lag im Geschäftsjahr 2026 bei 284,6 Millionen kanadischen Dollar — 6 Prozent über dem Vorjahr (269,0 Millionen), aber immer noch unter dem Wert von 2024 (297,1 Millionen). Innerhalb dieser Summe verschiebt sich viel: Das kanadische Erwachsenengeschäft wuchs auf 94,5 Millionen (+20 Prozent), das Medizinalgeschäft auf 90,8 Millionen (+18 Prozent), während der Export auf 28,7 Millionen fiel (−7 Prozent) und Storz & Bickel auf 70,7 Millionen (−14 Prozent). Der Nettoverlust sank auf 262,9 Millionen nach 508,9 (2025) und 712,2 Millionen (2024). Und die Zahl, die man selten sieht, weil sie so unspektakulär daherkommt: Der Mittelabfluss aus dem laufenden Geschäft — also das Geld, das der Betrieb tatsächlich verbrennt, unabhängig von Abschreibungen und Buchungstricks — schrumpfte von 228,4 Millionen (Geschäftsjahr 2024) über 165,8 auf 63,8 Millionen im Geschäftsjahr 2026. Das ist die ehrlichste gute Nachricht dieser Analyse.

Und die Kasse ist gefüllt: 336,6 Millionen kanadische Dollar zum 30. Juni 2026, nach 364,7 Millionen zum Bilanzstichtag 31. März 2026 und nur 113,8 Millionen ein Jahr zuvor. Die Bilanzsumme lag bei 1.103,9 Millionen, die Verbindlichkeiten bei 415,3 Millionen, das Eigenkapital bei 688,6 Millionen kanadischen Dollar. Bei einem freien Mittelabfluss von 25,7 Millionen im Quartal reicht das Geld rechnerisch mehr als drei Jahre — die Existenzfrage stellt sich hier heute nicht. Merke dir das Bild: Canopy Growth verbrennt noch Geld, aber nur noch ein Viertel dessen, was der Konzern vor zwei Jahren verbrannt hat. Womit wir bei den unbequemen Wahrheiten wären.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Zwei geprüfte Geschäftsjahre und acht Quartalsberichte wurden für ungültig erklärt

Am 15. Mai 2026 kam der Prüfungsausschuss des Verwaltungsrats zu einem Ergebnis, das eine Firma nur ungern meldet. Die Formulierung im Original ist so trocken wie hart:

„… should no longer be relied upon because of non-cash technical errors in the Company’s accounting relating to certain share-settled warrants of the Company with exercise prices denominated in U.S. dollars … In addition, the reports of the Company’s independent registered public accounting firms included in the 2024 10-K and the 2025 10-K should no longer be relied upon.“

Übersetzung: „… sollten nicht länger als verlässlich angesehen werden, wegen zahlungsunwirksamer technischer Fehler in der Rechnungslegung des Unternehmens im Zusammenhang mit bestimmten, in Aktien zu erfüllenden Optionsscheinen des Unternehmens mit auf US-Dollar lautenden Ausübungspreisen … Darüber hinaus sollten auch die Berichte der unabhängigen Abschlussprüfer des Unternehmens, die im Geschäftsbericht 2024 und im Geschäftsbericht 2025 enthalten sind, nicht länger als verlässlich angesehen werden.“

— Canopy Growth Corporation, SEC-Ad-hoc-Meldung 8-K vom 15. Mai 2026, Item 4.02

Gelb markierter Absatz aus der SEC-Meldung 8-K vom 15. Mai 2026: Der Prüfungsausschuss erklärt die geprüften Abschlüsse für die Geschäftsjahre 2024 und 2025 sowie acht Quartalsabschlüsse für nicht mehr verlässlich, weil in US-Dollar ausübbare Optionsscheine falsch klassifiziert wurden.
Der markierte Absatz im Original: zwei geprüfte Geschäftsjahre, acht Quartalsberichte und die Testate zweier Prüfungsgesellschaften — alle nicht mehr verwendbar. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 15.05.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Betroffen sind die geprüften Abschlüsse der Geschäftsjahre 2024 und 2025 sowie acht Quartalsberichte — die Quartale zum 30. September 2023, 31. Dezember 2023, 30. Juni 2024, 30. September 2024, 31. Dezember 2024, 30. Juni 2025, 30. September 2025 und 31. Dezember 2025. Der Grund klingt technisch, ist aber nachvollziehbar: Canopy Growth hatte Optionsscheine ausgegeben, deren Ausübungspreis auf US-Dollar lautet — während die Bilanzwährung des Konzerns der kanadische Dollar ist. Nach den Rechnungslegungsregeln macht das aus einem Eigenkapitalinstrument eine Verbindlichkeit, die zu jedem Stichtag neu bewertet werden muss. Übersetzt in ein Alltagsbild: Du hast jemandem versprochen, ihm später eine Ware zu einem festen Dollarpreis zu liefern, rechnest aber selbst in Euro. Ob dieses Versprechen dich viel oder wenig kostet, hängt am Wechselkurs — und genau deshalb ist es eine Schuld und keine Beteiligung. Zur Fairness gehört: Die Korrektur ist zahlungsunwirksam. Das Unternehmen zählt in derselben Meldung auf, was unverändert bleibt — Umsatz, Rohertragsmarge, operatives Ergebnis, Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft, das bereinigte operative Ergebnis, Bilanzsumme, Kassenbestand, Liquidität und die Einhaltung sämtlicher Kreditvereinbarungen. Kein Euro ist verschwunden. Aber: Wer 2024 oder 2025 auf Basis dieser Abschlüsse investiert hat, hat mit Zahlen gearbeitet, die die Firma selbst zurückgezogen hat. Genau darum geht es bei dieser Wahrheit.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Kontrollen sind laut Unternehmen selbst nicht wirksam — und der Prüfer ist gegangen

Ein Fehler kann passieren. Interessanter ist, was das Fehlerbild über die Kontrollen sagt. Der Geschäftsbericht 2026 enthält ein negatives Testat zur internen Kontrolle über die Rechnungslegung: Die Prüfer bescheinigten dem Unternehmen zum 31. März 2026 ausdrücklich nicht, dass diese Kontrollen wirksam waren — Grund ist eine „wesentliche Schwäche“ genau dort, wo eigenkapitalbezogene Instrumente als Eigenkapital oder Verbindlichkeit einzuordnen sind. Und der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 verlängert diesen Befund in die Gegenwart:

„Based upon this evaluation, our Chief Executive Officer and Chief Financial Officer have concluded that, as of June 30, 2026, our disclosure controls and procedures were not effective as of such date due to a material weakness in our internal control over financial reporting that was disclosed in Item 9A of the Annual Report.“

Übersetzung: „Auf Grundlage dieser Beurteilung sind unser Vorstandsvorsitzender und unser Finanzvorstand zu dem Schluss gekommen, dass unsere Offenlegungskontrollen und -verfahren zum 30. Juni 2026 nicht wirksam waren — wegen einer wesentlichen Schwäche in unserer internen Kontrolle über die Rechnungslegung, die in Punkt 9A des Geschäftsberichts offengelegt wurde.“

— Canopy Growth Corporation, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026, Item 4 „Controls and Procedures“

Gelb markierter Satz aus dem SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026: Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand kommen zu dem Schluss, dass die Offenlegungskontrollen und -verfahren zum 30. Juni 2026 nicht wirksam waren.
Die markierte Stelle im Original: „not effective“ — die beiden obersten Manager erklären die eigenen Offenlegungskontrollen zum 30. Juni 2026 für unwirksam. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30.06.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Am selben Tag, dem 7. August 2026, kam die zweite Meldung. Der Abschlussprüfer PKF O’Connor Davies legte das Mandat nieder — und die Begründung liest sich, als hätte jemand sie ohne Filter aufgeschrieben:

„… resigned as the Company’s independent registered public accounting firm, effective August 7, 2026 (the “Resignation Date”) due to strategic changes in the desire of the firm to provide services to the cannabis sector.“

Übersetzung: „… trat mit Wirkung zum 7. August 2026 (dem „Rücktrittsdatum“) als unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft des Unternehmens zurück, aufgrund strategischer Änderungen im Wunsch der Gesellschaft, Dienstleistungen für den Cannabis-Sektor zu erbringen.“

— Canopy Growth Corporation, SEC-Ad-hoc-Meldung 8-K vom 7. August 2026, Item 4.01

Gelb markierter Satz aus der SEC-Meldung 8-K vom 7. August 2026: PKF O’Connor Davies tritt zum 7. August 2026 als Abschlussprüfer zurück, weil sich der Wunsch der Gesellschaft, Dienstleistungen für den Cannabis-Sektor zu erbringen, strategisch geändert hat.
Die markierte Stelle im Original: Der Prüfer geht nicht wegen eines Streits, sondern weil er die Branche verlässt. Quelle: SEC-Meldung 8-K vom 07.08.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zur Fairness gehört auch hier die Gegenrede, und sie ist wichtig: Die Meldung stellt ausdrücklich fest, dass es keine Meinungsverschiedenheiten über Bilanzierungsgrundsätze, Abschlussangaben oder den Prüfungsumfang gab. Der Prüfer geht nicht im Streit, sondern weil seine Kanzlei den Cannabis-Sektor als Ganzes nicht mehr bedienen will. Als Nachfolger für das Geschäftsjahr bis zum 31. März 2027 hat der Prüfungsausschuss die kanadische Gesellschaft MNP LLP bestellt; ihre Bestätigung steht als Antrag 2 auf der Tagesordnung der Hauptversammlung. Und das Management arbeitet an der Behebung: Der Quartalsbericht listet zusätzliche Kontrollen für komplexe Finanzinstrumente auf, den festen Beizug externer Fachleute bei neuen Emissionen und Schulungen. Trotzdem bleibt für dich als Anleger ein einfacher Satz übrig: Solange die Schwäche nicht als behoben getestet ist, sind alle Zahlen dieses Konzerns Zahlen aus einem System, das seine eigenen Kontrollen für unwirksam erklärt hat.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Der Umsatz wuchs um 13 Prozent — die Aktienzahl um 124

Jetzt der Punkt, an dem die Ein-Dollar-Falle zuschnappt. Der Nettoverlust je Aktie fiel im Quartal bis zum 30. Juni 2026 auf 0,03 kanadische Dollar, nach 0,24 im Vorjahresquartal. Das klingt nach einer Verbesserung um 88 Prozent — der Verlust selbst ist aber nur um 68 Prozent gefallen. Die Differenz steckt im Nenner: Der Verlust wird auf 422,3 Millionen Aktien verteilt statt auf 188,3 Millionen. Anders gesagt: Ein guter Teil des schöneren Ergebnisses je Aktie kommt nicht daher, dass mehr verdient wird, sondern daher, dass mehr Leute mitteilen. Wie weit diese Entwicklung geht, zeigt der Blick über die Geschäftsjahre:

Balkendiagramm der gewichteten durchschnittlichen Aktienzahl in Millionen Stück: 74,8 im Geschäftsjahr 2024, 107,6 im Geschäftsjahr 2025, 298,0 im Geschäftsjahr 2026 und 422,3 im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027. Die Balken steigen von links nach rechts stark an.
Aus 74,8 Millionen Aktien im Geschäftsjahr 2024 wurden 422,3 Millionen im Quartal bis zum 30. Juni 2026 — das 5,6-Fache in gut zwei Jahren, während der Umsatz im selben Zeitraum praktisch unverändert blieb. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Was heißt Verwässerung konkret? Übersetzt in ein Alltagsbild: Du hast eine Pizza in acht Stücke geschnitten und ein Stück bekommen. Dann kommen Gäste, die Pizza wird in 45 Stücke geteilt, und du bekommst weiterhin ein Stück. Die Pizza ist nicht kleiner geworden — dein Anteil daran schon. Woher die neuen Stücke kamen, steht sauber in den Berichten. Am 16. März 2026 übernahm Canopy Growth den kanadischen Produzenten MTL Cannabis Corp. und bezahlte dafür mit 41.232.337 neuen Aktien plus 18,5 Millionen kanadischen Dollar in bar, dazu 2.956.391 weitere Aktien an frühere Aktionäre einer Tochtergesellschaft und 7.446.919 Ersatz-Optionsscheine. Am 8. Januar 2026 tauschte ein institutioneller Gläubiger eine Wandelanleihe über 96,4 Millionen kanadische Dollar gegen eine neue über 55,0 Millionen (7,50 Prozent Zins, wandelbar zu 1,83 kanadischen Dollar je Aktie) — plus 9.493.670 Aktien, 12.731.481 Optionsscheine und 10,5 Millionen in bar. Und für das neue, mit praktisch dem gesamten Konzernvermögen besicherte Darlehen über 150,0 Millionen US-Dollar (Nennbetrag rund 162,1 Millionen US-Dollar, Zins: der US-Referenzsatz SOFR mit einer Untergrenze von 3,25 Prozent plus 6,25 Prozentpunkte, Laufzeit bis Januar 2031) gab es obendrauf 18.705.578 Optionsscheine zu 1,30 US-Dollar.

Der Vorrat an weiteren Stücken ist entsprechend groß: Zum 30. Juni 2026 standen 54.367.558 Optionsscheine aus (30.838.728 als Verbindlichkeit ausgewiesen, im Schnitt zu 4,58 kanadischen Dollar ausübbar; 23.528.830 als Eigenkapital, im Schnitt zu 4,08) sowie 5.410.436 Mitarbeiter-Optionen zu durchschnittlich 2,77 kanadischen Dollar. Die meisten dieser Rechte liegen weit über dem heutigen Kurs und sind damit vorerst wertlos — aber sie sind da. Merke dir das Muster: Bei Canopy Growth wurde die Sanierung nicht aus dem Betrieb bezahlt, sondern mit Anteilen an der Firma. Ein Blick auf den Bilanzverlust zeigt, wie viel Kapital hier über die Jahre verbraucht wurde: 11.152,8 Millionen kanadische Dollar — gut 11,15 Milliarden — standen zum 30. Juni 2026 als aufgelaufener Fehlbetrag in der Bilanz. Wie so etwas entsteht und was es für spätere Aktionäre bedeutet, haben wir in unserer Analyse zu FreeCast an einem viel kleineren Beispiel durchgerechnet.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Der US-Traum liegt bei einem Schuldner, der im Zahlungsverzug ist

Canopy Growth beschreibt sein US-Engagement als „einzigartigen Zugang“ zum größten Cannabis-Markt der Welt. Praktisch hängt dieser Zugang an Canopy USA, LLC und deren Töchtern — vor allem an Acreage Holdings, das Canopy USA im Dezember 2024 vollständig übernahm; Canopy Growth gab dafür 5.888.291 eigene Aktien aus. Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 beziffert die Darlehen, die an Acreage und die Beteiligung Wana ausgereicht wurden: rund 185,9 Millionen kanadische Dollar (130,8 Millionen US-Dollar) schuldet Acreage der Canopy-Seite, weitere rund 112,3 Millionen kanadische Dollar (79,0 Millionen US-Dollar) einem dritten Kreditgeber. Und dann steht dort dieser Satz: „Acreage is currently in default under the Third ARCA.“ — „Acreage befindet sich derzeit im Verzug unter dem dritten geänderten und neu gefassten Kreditvertrag.“

Der Stand der Dinge, mit Datum: Am 12. Mai 2026 wurde eine erste Stillhaltevereinbarung geschlossen — die Gläubiger verzichten vorerst darauf, ihre Rechte durchzusetzen. Acreage musste im Gegenzug einen Sanierungsgeschäftsführer und einen Finanzberater bestellen. Am 31. Juli 2026 folgte eine zweite Stillhaltevereinbarung mit einem Enddatum am 31. Januar 2027, das die Gläubiger nach eigenem Ermessen verlängern können. Entscheidend für die Rangfolge: Der Anteil des dritten Kreditgebers steht im Rang vor dem Anteil, den Canopy hält — verwertet er die Sicherheiten, ist er zuerst dran. Canopy Growth benennt die Konsequenz in seinem eigenen Risikokapitel selbst: Es könne „die Gesamtheit seiner Investition“ in diese Darlehen verlieren. Übersetzt in ein Alltagsbild: Du hast dem Nachbarn Geld für den Hausbau geliehen, aber die Bank hat die erste Hypothek. Solange alle stillhalten, ist nichts passiert; wenn die Bank zugreift, siehst du von deinem Geld nichts. Für die Bewertung heißt das: Der Posten „Beteiligungen“ in der Bilanz — 125,5 Millionen kanadische Dollar zum 30. Juni 2026 — ist keine sichere Bank, sondern eine offene Frage mit einem Kalendertermin.

Bewertung: was der Markt für den Turnaround zahlt

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis lässt sich hier nicht bilden — es gibt keinen Gewinn. Nähern wir uns also über die Größenordnungen, und zwar sauber getrennt nach Währungen. Am 21. August 2026 schloss die Aktie bei 1,05 US-Dollar (52-Wochen-Spanne: 0,844 bis 2,38 US-Dollar, Datenstand 22. August 2026). Auf die 423,0 Millionen Stammaktien und 26,3 Millionen Umtauschaktien gerechnet, ergibt das einen Börsenwert von rund 472 Millionen US-Dollar; unabhängig davon weisen die Fundamentaldaten rund 499 Millionen US-Dollar aus (Datenstand 22. August 2026) — beide Werte liegen nahe genug beieinander, um von „rund einer halben Milliarde US-Dollar“ zu sprechen. Bei einem Wechselkurs von 1,3764 kanadischen Dollar je US-Dollar (Datenstand 22. August 2026) entspricht das rund 650 Millionen kanadischen Dollar.

Damit lassen sich zwei ehrliche Vergleiche ziehen. Erstens: Das bilanzielle Eigenkapital lag zum 30. Juni 2026 bei 688,6 Millionen kanadischen Dollar. Die Aktie handelt also unter ihrem Buchwert — die Fundamentaldaten weisen ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 0,97 aus (Datenstand 22. August 2026). Zweitens: Auf den Nettoumsatz des Geschäftsjahres 2026 von 284,6 Millionen kanadischen Dollar bezogen zahlt der Markt rund das Zweieinhalbfache eines Jahresumsatzes. Für eine Firma, die im Quartal noch 22,1 Millionen operativen Verlust ausweist, ist das kein Schnäppchenpreis, aber auch keine Wachstumsprämie. Ein dritter Anker macht es greifbar: Allein die Kasse von 336,6 Millionen kanadischen Dollar deckt gut die Hälfte des Börsenwerts.

Was der Markt hier bepreist, ist erkennbar keine Bewertung des laufenden Geschäfts, sondern eine Wette auf zwei Ereignisse, die beide außerhalb der Kontrolle des Unternehmens liegen: die Öffnung des US-Marktes für börsennotierte Cannabis-Konzerne (erst dann darf Canopy Growth seine US-Beteiligung überhaupt konsolidieren) und die weitere Legalisierung in Europa, wo der Konzern im Quartal bis zum 30. Juni 2026 mit 9,6 Millionen kanadischen Dollar noch klein ist. Bis dahin gilt für die Kursbetrachtung ein nüchterner Satz: Der niedrige Stückpreis ist kein Bewertungsargument, sondern das Ergebnis von 423 Millionen ausgegebenen Aktien. Wer diese Rechnung nicht macht, zahlt für ein Gefühl. Wie sehr Bewertungsanker täuschen können, wenn der Nenner sich ändert, zeigt auch unsere Analyse zu Zymeworks.

Und der Stückpreis hat noch eine zweite, sehr praktische Seite: Die Nasdaq verlangt für die weitere Notierung einen Mindest-Schlusskurs von 1,00 US-Dollar. Das Einladungsschreiben zur Hauptversammlung nennt den Stand am Tag seiner Einreichung:

„As of the date hereof, the closing price for the Shares on the Nasdaq Global Select Market was $0.97 per Share, and the closing price of our Shares has been below $1.00 for 25 consecutive business days as of the date hereof.“

Übersetzung: „Zum Datum dieses Dokuments lag der Schlusskurs der Aktien am Nasdaq Global Select Market bei 0,97 US-Dollar je Aktie, und der Schlusskurs unserer Aktien lag zum Datum dieses Dokuments an 25 aufeinanderfolgenden Handelstagen unter 1,00 US-Dollar.“

— Canopy Growth Corporation, SEC-Proxy-Statement DEF 14A vom 7. August 2026, Antrag 3 „Share Consolidation Proposal“

Gelb markierter Satz aus dem Proxy-Statement vom 7. August 2026: Der Schlusskurs lag bei 0,97 US-Dollar und damit an 25 aufeinanderfolgenden Handelstagen unter 1,00 US-Dollar; ab 30 Handelstagen folgt ein Mängelbrief der Nasdaq.
Die markierte Stelle im Original, eingebettet in die Begründung des Antrags: 0,97 US-Dollar Schlusskurs, 25 Handelstage in Folge unter der Ein-Dollar-Marke, Mängelbrief ab 30 Handelstagen — und die Feststellung, dass eine praktisch identische Ermächtigung von 2025 nie genutzt wurde. Quelle: SEC-Proxy-Statement DEF 14A vom 07.08.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Nach dem Datum dieses Dokuments hat sich der Kurs wieder über die Marke geschoben — am 21. August 2026 schloss die Aktie bei 1,05 US-Dollar (Datenstand 22. August 2026), und ein einziger Schlusskurs von 1,00 US-Dollar oder darüber setzt den Zähler der Nasdaq zurück. Ein Mängelbrief ist damit nach heutigem Stand nicht ausgelöst. Genau deshalb ist die Ermächtigung ein Vorrat und kein Fahrplan: Der Verwaltungsrat darf zusammenlegen, muss aber nicht — und wenn er es tut, ändert sich am Wert des Unternehmens keine einzige Stelle hinter dem Komma.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Canopy Growth spricht:

  • Der Betrieb dreht messbar: Nettoumsatz im Quartal bis 30. Juni 2026 +13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar, und zwar in allen vier Bereichen; Rohertragsmarge von 25 auf 27 Prozent, bereinigt von 25 auf 31 Prozent.
  • Der Verlust schrumpft schnell: Nettoverlust im Quartal −68 Prozent auf 14,6 Millionen kanadische Dollar; über die Geschäftsjahre von 712,2 (2024) über 508,9 auf 262,9 Millionen (2026).
  • Der Geldverbrauch ist unter Kontrolle: Mittelabfluss aus dem laufenden Geschäft von 228,4 Millionen (Geschäftsjahr 2024) auf 63,8 Millionen (2026) gesenkt, bei 336,6 Millionen kanadischen Dollar Kasse zum 30. Juni 2026.
  • Die Bilanz ist nicht überschuldet: 1.103,9 Millionen Bilanzsumme gegen 415,3 Millionen Verbindlichkeiten, Eigenkapital 688,6 Millionen kanadische Dollar; der Geschäftsbericht 2026 enthält keinen Fortführungsvorbehalt mehr.
  • Zwei belastbare Standbeine mit Marktposition: Kanadas führender Anbieter medizinischer Cannabis-Dienstleistungen (+22 Prozent im Quartal) und mit Storz & Bickel ein Verdampferhersteller, dessen Rohertragsmarge im Quartal von 29 auf 48 Prozent sprang.

Was dagegen spricht:

  • Bilanz- und Kontrollbruch, belegt: zwei geprüfte Geschäftsjahre und acht Quartalsberichte am 15. Mai 2026 zurückgezogen, negatives Testat zur internen Kontrolle im Geschäftsbericht 2026, Offenlegungskontrollen zum 30. Juni 2026 ausdrücklich nicht wirksam, Rücktritt des Abschlussprüfers am 7. August 2026.
  • Massive Verwässerung: gewichtete Aktienzahl von 74,8 Millionen (Geschäftsjahr 2024) auf 422,3 Millionen (Quartal bis 30. Juni 2026); dazu 54,4 Millionen ausstehende Optionsscheine und eine zu 1,83 kanadischen Dollar wandelbare Anleihe über 55,0 Millionen.
  • Der Betrieb verbrennt weiterhin Geld: 22,1 Millionen operativer Verlust und 25,7 Millionen freier Mittelabfluss allein im Quartal bis 30. Juni 2026 — schlechter als die 11,6 Millionen im Vorjahresquartal.
  • Das US-Geschäft hängt an einem Schuldner im Zahlungsverzug: Acreage ist im Verzug, die Stillhaltevereinbarung läuft bis 31. Januar 2027, ein vorrangiger Kreditgeber steht vor Canopy in der Reihe; der Konzern nennt den Totalverlust dieser Position selbst als Risiko.
  • Notierungsrisiko und Zusammenlegung: Am 7. August 2026 lag der Schlusskurs den 25. Handelstag in Folge unter der Nasdaq-Marke von 1,00 US-Dollar; die Hauptversammlung am 25. September 2026 stimmt über eine Zusammenlegung im Verhältnis bis 1:15 ab — die zweite Ermächtigung dieser Art in Folge.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Ein-Dollar-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass eine Aktie für einen Dollar schlecht wäre — Canopy Growth ist heute unbestreitbar eine bessere Firma als vor zwei Jahren: Der Umsatz wächst wieder in jedem Bereich, der Verlust hat sich gedrittelt, der Geldverbrauch ist auf ein Viertel gefallen, und in der Kasse liegen 336,6 Millionen kanadische Dollar. Ihr Kern ist, dass der kleine Stückpreis dir eine Prüfung erspart, die genau hier besonders weh tut. Denn dieselbe Firma hat 2018 und 2019 einmal 5,1 Milliarden kanadische Dollar von Constellation Brands eingesammelt — heute hält der Getränkekonzern daraus 26,3 Millionen stimmrechtslose Umtauschaktien, rund 5,9 Prozent. Und in der Bilanz steht ein aufgelaufener Fehlbetrag von 11,15 Milliarden kanadischen Dollar. Das ist kein Argument gegen die Zukunft, aber es ist die vollständige Rechnung.

Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Ist ein Dollar billig?“, sondern: Willst du einer Firma Geld geben, deren Betrieb sich gerade fängt — während ihre eigenen Zahlenwerke für zwei Jahre zurückgezogen wurden, ihr Prüfer die Branche verlassen hat und im September darüber abgestimmt wird, aus fünfzehn deiner Aktien eine zu machen? Wenn du das mit Ja beantworten kannst, weil du an die Öffnung des US-Marktes glaubst und Geduld für Jahre mitbringst, hast du eine These. Wenn du zögerst, weil dir „billig“ bislang nur ein Gefühl war, hast du gerade etwas gelernt, das dich in vielen anderen Aktien schützen wird. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Canopy-Growth-Aktien.

Unser Fazit auf einen Blick

Operative Entwicklung positiv
Der Betrieb dreht messbar: Im Quartal bis zum 30. Juni 2026 stieg der Nettoumsatz um 13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar — in allen vier Bereichen —, die Rohertragsmarge von 25 auf 27 Prozent und das bereinigte operative Ergebnis von −7,9 auf −3,2 Millionen. Über die Geschäftsjahre fiel der Nettoverlust von 712,2 (2024) über 508,9 auf 262,9 Millionen (2026).
Rechnungslegung & Kontrollen negativ
Am 15. Mai 2026 erklärte der Prüfungsausschuss zwei geprüfte Geschäftsjahre (2024, 2025) und acht Quartalsberichte für nicht mehr verwendbar; der Geschäftsbericht 2026 trägt ein negatives Testat zur internen Kontrolle, und die Offenlegungskontrollen waren zum 30. Juni 2026 laut Vorstand nicht wirksam. Am 7. August 2026 trat der Abschlussprüfer zurück — ohne Meinungsverschiedenheiten, aber mit offener Behebung.
Verwässerung negativ
Die gewichtete Aktienzahl stieg von 74,8 Millionen (Geschäftsjahr 2024) auf 422,3 Millionen (Quartal bis 30. Juni 2026). Allein die MTL-Übernahme vom 16. März 2026 kostete 41,2 Millionen neue Aktien; hinzu kommen 54,4 Millionen ausstehende Optionsscheine, 5,4 Millionen Mitarbeiter-Optionen und eine zu 1,83 kanadischen Dollar wandelbare Anleihe über 55,0 Millionen.
Finanzlage neutral
Die Kasse von 336,6 Millionen kanadischen Dollar (30. Juni 2026) trägt bei 25,7 Millionen freiem Mittelabfluss im Quartal rechnerisch weit über vier Quartale, und der Geschäftsbericht 2026 enthält keinen Fortführungsvorbehalt mehr. Dem stehen Finanzschulden von 240,2 Millionen mit einer Mindestliquiditäts-Auflage von 90,0 Millionen US-Dollar und ein steigender Quartalsabfluss gegenüber (Vorjahresquartal: 11,6 Millionen).
US-Strategie negativ
Der Zugang zum US-Markt läuft über die nicht konsolidierte Beteiligung Canopy USA. Deren Tochter Acreage ist laut Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 im Zahlungsverzug; eine Stillhaltevereinbarung läuft bis zum 31. Januar 2027, ein vorrangiger Kreditgeber steht vor Canopy in der Reihe. Der Konzern nennt den Totalverlust der ausgereichten Darlehen (rund 185,9 Millionen kanadische Dollar) selbst als Risiko.
Notierung & Struktur negativ
Am 7. August 2026 lag der Schlusskurs bei 0,97 US-Dollar und damit den 25. Handelstag in Folge unter der Nasdaq-Mindestmarke von 1,00 US-Dollar; ab 30 Handelstagen folgt ein Mängelbrief. Die Hauptversammlung am 25. September 2026 stimmt über eine Aktienzusammenlegung im Verhältnis 1:5 bis 1:15 ab — nach einer praktisch identischen, nie genutzten Ermächtigung von 2025.

Canopy Growth zeigt zum ersten Mal seit Jahren wieder aufwärts gerichtete Betriebszahlen: Nettoumsatz im Quartal bis zum 30. Juni 2026 +13 Prozent auf 81,2 Millionen kanadische Dollar, Nettoverlust −68 Prozent auf 14,6 Millionen, Geldverbrauch im Geschäftsjahr 2026 auf 63,8 Millionen gedrittelt. Bezahlt wurde diese Erholung mit Anteilen: Die gewichtete Aktienzahl stieg seit dem Geschäftsjahr 2024 von 74,8 auf 422,3 Millionen. Dazu kommt ein belegter Bruch in der Rechnungslegung — zwei geprüfte Geschäftsjahre und acht Quartalsberichte zurückgezogen, negatives Testat zur internen Kontrolle, Rücktritt des Abschlussprüfers am 7. August 2026 — und ein US-Beteiligungsstrang, dessen Schuldner im Verzug ist. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Substanzrisiko

Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.

Die rote Stufe steht hier nicht für den Kurs und nicht für die Bewertung, sondern für einen belegten Bruch in der Rechnungslegung: Am 15. Mai 2026 hat der Prüfungsausschuss zwei geprüfte Geschäftsjahre und acht Quartalsberichte zurückgezogen, der Geschäftsbericht 2026 trägt ein negatives Testat zur internen Kontrolle, der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 nennt die Offenlegungskontrollen ausdrücklich nicht wirksam, und am 7. August 2026 hat der Abschlussprüfer das Mandat niedergelegt. Solange die Schwäche nicht als behoben getestet ist, stammen alle Zahlen aus einem System, das seine eigenen Kontrollen für unwirksam erklärt. Gegen die Stufe spricht einiges, und das gehört genannt: Die Korrektur war zahlungsunwirksam, das Eigenkapital ist mit 688,6 Millionen kanadischen Dollar deutlich positiv, die Kasse von 336,6 Millionen trägt weit über vier Quartale, und ein Fortführungsvorbehalt steht nicht im Geschäftsbericht 2026. Bei einer Befundlage zwischen zwei Stufen gilt die vorsichtigere — und hier kommt zum Bilanzbruch die Verwässerung von 74,8 auf 422,3 Millionen Aktien hinzu sowie ein US-Beteiligungsstrang, dessen Schuldner Acreage sich im Zahlungsverzug befindet.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Auf die Rechercheliste kam Canopy Growth über die SEC-Einreichungsliste, konkret über die seltene Ad-hoc-Meldung 8-K nach Item 4.02 („Non-Reliance“) vom 15. Mai 2026 — die Erklärung eines Unternehmens, dass eigene, bereits veröffentlichte Abschlüsse nicht mehr verwendet werden dürfen.
  • Abweichendes Geschäftsjahr: Es endet am 31. März. „Geschäftsjahr 2026“ meint den 1. April 2025 bis 31. März 2026, „Q1 des Geschäftsjahres 2027“ den 1. April bis 30. Juni 2026. Wer diese Zahlen mit Kalenderjahren anderer Firmen vergleicht, vergleicht um drei Monate versetzte Zeiträume.
  • Währungen bewusst getrennt gehalten: Alle Geschäftszahlen stehen in kanadischen Dollar (Bilanzwährung), alle Kursangaben in US-Dollar (Notierungswährung an der Nasdaq). Umrechnungen im Text nutzen 1,3764 kanadische Dollar je US-Dollar, Datenstand 22. August 2026. Analysen sind evergreen, Tageskurse sind kein Kaufargument.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 23. August 2026. Was sich seitdem bei CGC geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.

Die komplette Analyse als PDF für später

Wir schicken Dir diese Analyse als PDF — zum Ausdrucken, Ablegen und in Ruhe Nachlesen. Und wir merken Dich zugleich kostenlos für den Aktien-Wächter zu Canopy Growth Corp (CGC) vor: Damit erfährst Du, wenn sich an dieser Analyse etwas Wesentliches ändert.

Wir bestätigen Deine Adresse zuerst per Mail (Double-Opt-in). Du kannst Dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.

Häufige Fragen

Canopy Growth Corporation (Nasdaq: CGC, zusätzlich TSX: WEED) mit Sitz in Smiths Falls, Ontario, produziert und verkauft Cannabis. Das Geschäft besteht aus zwei berichteten Bereichen: Cannabis (kanadischer Markt für Erwachsene, kanadisches Medizinalgeschäft, Export nach Europa) und Storz & Bickel, dem deutschen Verdampferhersteller aus Tuttlingen. Im Geschäftsjahr 2026 entfielen 213,9 Millionen kanadische Dollar Nettoumsatz auf Cannabis und 70,7 Millionen auf Storz & Bickel. Das US-Geschäft läuft über die nicht konsolidierte Beteiligung Canopy USA, LLC.

Am 31. März. Das Geschäftsjahr 2026 umfasst deshalb den Zeitraum vom 1. April 2025 bis zum 31. März 2026; der Geschäftsbericht (10-K) dazu wurde am 15. Juni 2026 eingereicht. Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 deckt den 1. April bis 30. Juni 2026 ab, der zugehörige Quartalsbericht (10-Q) datiert vom 7. August 2026. Wer Canopy-Zahlen mit Kalenderjahren vergleicht, vergleicht um drei Monate versetzte Zeiträume.

Weil in US-Dollar ausübbare Optionsscheine falsch eingeordnet waren. Die Bilanzwährung von Canopy Growth ist der kanadische Dollar; nach den Rechnungslegungsregeln sind solche Instrumente deshalb Verbindlichkeiten und keine Eigenkapitalposten, und sie müssen zu jedem Stichtag neu bewertet werden. Am 15. Mai 2026 erklärte der Prüfungsausschuss die geprüften Abschlüsse der Geschäftsjahre 2024 und 2025 sowie acht Quartalsberichte für nicht mehr verwendbar. Die Korrektur ist zahlungsunwirksam: Umsatz, Rohertragsmarge, operatives Ergebnis, Kassenbestand und Kreditvereinbarungen bleiben unverändert.

PKF O’Connor Davies legte das Mandat zum 7. August 2026 nieder — laut Ad-hoc-Meldung wegen „strategischer Änderungen im Wunsch der Gesellschaft, Dienstleistungen für den Cannabis-Sektor zu erbringen“. Die Meldung stellt ausdrücklich fest, dass es keine Meinungsverschiedenheiten über Bilanzierungsgrundsätze, Abschlussangaben oder den Prüfungsumfang gab. Als Nachfolger für das Geschäftsjahr bis 31. März 2027 hat der Prüfungsausschuss die kanadische Gesellschaft MNP LLP bestellt; ihre Bestätigung steht auf der Tagesordnung der Hauptversammlung am 25. September 2026.

Sehr stark. Die gewichtete durchschnittliche Aktienzahl stieg von 74,8 Millionen im Geschäftsjahr 2024 über 107,6 Millionen (2025) und 298,0 Millionen (2026) auf 422,3 Millionen im Quartal bis zum 30. Juni 2026 — das 5,6-Fache in gut zwei Jahren. Zum 5. August 2026 waren 423.037.675 Stammaktien und 26.261.474 Umtauschaktien ausstehend. Dazu kommen 54,4 Millionen Optionsscheine, 5,4 Millionen Mitarbeiter-Optionen und eine zu 1,83 kanadischen Dollar wandelbare Anleihe über 55,0 Millionen.

Darüber wird am 25. September 2026 abgestimmt. Antrag 3 der Hauptversammlung ermächtigt den Verwaltungsrat zu einer Zusammenlegung im Verhältnis 1:5 bis 1:15, mit freier Wahl des Verhältnisses und einer Frist bis zum 25. September 2027; Bruchstücke werden ohne Gegenleistung eingezogen. Grund ist die Nasdaq-Regel, die einen Mindest-Schlusskurs von 1,00 US-Dollar verlangt: Am 7. August 2026 lag der Kurs bei 0,97 US-Dollar und damit den 25. Handelstag in Folge darunter. Eine praktisch identische Ermächtigung von 2025 wurde nie genutzt.

Zum 30. Juni 2026 lagen 336,6 Millionen kanadische Dollar in der Kasse, nach 364,7 Millionen zum 31. März 2026 und 113,8 Millionen ein Jahr zuvor. Im Quartal bis zum 30. Juni 2026 flossen 25,0 Millionen aus dem laufenden Geschäft ab, der freie Mittelabfluss lag bei 25,7 Millionen. Rechnerisch reicht der Bestand damit deutlich länger als vier Quartale. Die Finanzverbindlichkeiten betrugen 240,2 Millionen (Nennbetrag 285,4 Millionen), das Eigenkapital 688,6 Millionen.

Canopy USA, LLC bündelt die US-Beteiligungen des Konzerns, darunter Acreage Holdings, Wana und Jetty. Weil weder Nasdaq noch New York Stock Exchange bislang die Konsolidierung von Firmen erlauben, die in den USA Marihuana anbauen oder verkaufen, hält Canopy Growth daran ausdrücklich nur eine nicht beherrschende, nicht konsolidierte Beteiligung nach der Equity-Methode zum Zeitwert. Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 weist Acreage zudem als im Verzug befindlich aus; eine Stillhaltevereinbarung läuft bis zum 31. Januar 2027.

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