Magnachip Semiconductor Corporation (MX)
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Unsere Einordnung
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Wer heute kauft, kauft eine Turnaround-Wette mit Rückenwind aus der Bilanz und Gegenwind aus vier Richtungen zugleich: einem Kerngeschäft, das operativ verliert, einer Verwässerung von bis zu knapp 25 Prozent aus dem laufenden Verkaufsprogramm, Klumpenrisiken bei Kunde, Land und Fabrik sowie einer Währung, die im ersten Quartal 2026 mehr Eigenkapital gekostet hat als der Verlust. Die KI-Perspektive, die der Aktie derzeit Aufmerksamkeit verschafft, steht bislang nur in einem Verkaufsdokument. Wer wartet, prüft in den nächsten Berichten drei Dinge: Steigt die Bruttomarge wieder Richtung zwanzig Prozent? Wie viele der bis zu 9.090.909 neuen Aktien sind tatsächlich platziert worden? Und taucht „AI“ endlich in einem Pflichtbericht auf, mit Produkt und Umsatz dahinter? Die ungeklärte Ertragslage ist der Grund für die Vorsicht — die Entscheidung liegt bei Dir.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt — sie beurteilt das Unternehmen, nicht den Einstiegszeitpunkt. Keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf.
Magnachip Semiconductor (NYSE: MX) baut in Südkorea Chips, die Strom schalten — Halbleiter für Ladegeräte, Fernseher, E-Bikes, Serverboards. Im Geschäftsbericht für 2025 und in den beiden jüngsten Quartalsberichten an die US-Börsenaufsicht SEC kommen die Begriffe „artificial intelligence“, „AI“, „data center“ und „robotics“ zusammen null Mal vor. Am 17. Juni 2026 richtete die Firma ein Programm ein, über das sie für bis zu 50 Millionen US-Dollar neue Aktien verkaufen darf — und dort steht als Mittelverwendung plötzlich „Technologien, die KI-Rechenzentren und Robotik unterstützen“. Dieselbe Firma hat zuvor 21,8 Millionen eigene Aktien für 229,9 Millionen Dollar zurückgenommen. Keine Anlageberatung — nur die Frage, ob ein Wort ein Geschäftsmodell ersetzt.
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Basis
Performance
Bewertung
Rentabilität
Bilanz & Sicherheit
Wachstum
Qualität & Screener
KI-Einstufung
NeutralMagnachip fertigt analoge Leistungshalbleiter ohne KI-Bezug: Im Geschäftsbericht 10-K für 2025 und in den Quartalsberichten 10-Q zum 30.09.2025 und 31.03.2026 kommen „artificial intelligence“, „AI“, „data center“, „robotics“ und „machine learning“ je null Mal vor — die einzige KI-Nennung ist eine Mittelverwendungs-Absicht im Verkaufsprospekt 424B5 vom 17.06.2026, ohne Produkt, Kunden, Umsatz oder Vereinbarung.
Volle Akte anzeigen — Zitate, Quellen, geprüfte Berichte
„We currently intend to use the net proceeds from this offering, if any, after deducting commissions and offering expenses payable by us, for general corporate purposes, which may include investments in strategic growth initiatives and technologies that support AI data centers and robotics."
Wir beabsichtigen derzeit, die Nettoerlöse aus diesem Angebot, falls es welche gibt, nach Abzug von Provisionen und Angebotskosten für allgemeine Unternehmenszwecke zu verwenden, wozu Investitionen in strategische Wachstumsinitiativen und in Technologien gehören können, die KI-Rechenzentren und Robotik unterstützen.
„We have not entered into any agreements or commitments with respect to any material acquisitions or investments at this time."
Wir haben derzeit keinerlei Vereinbarungen oder Verpflichtungen im Hinblick auf wesentliche Übernahmen oder Investitionen getroffen.
Ausgewertete Berichte: 10-K 2026-03-16 · 10-Q 2026-05-08 · 10-Q 2025-11-10 · 8-K 2026-04-28 · 424B5 2026-06-17 · 8-K 2026-06-17
Eingestuft am 25. Juli 2026 · So entsteht die Einstufung
Quartalszahlen
| Quartal | GpA (Gewinn pro Aktie) | GpA YoY (%) | Umsatz (Mio. $) | Umsatz YoY (%) | Nettomarge (%) | OCF (Mio. $) | FCF (Mio. $) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024: Q2 | -0,21 | -250,00 | 46 | -23,90 | -28,00 | -1 | -2 |
| 2024: Q3 | -0,34 | -750,00 | 67 | 8,50 | -14,50 | -13 | -16 |
| 2024: Q4 | 0,02 | 109,50 | 63 | 24,00 | -25,80 | 12 | 4 |
| 2025: Q1 | -0,10 | 64,30 | 44 | 1,70 | -20,10 | -5 | -5 |
| 2025: Q2 | -0,08 | 61,90 | 46 | -1,00 | 0,70 | -25 | -37 |
| 2025: Q3 | -0,01 | 97,10 | 46 | -30,90 | -28,50 | 0 | -8 |
| 2025: Q4 | -0,08 | -500,00 | 41 | -34,90 | -19,70 | 5 | -5 |
| 2026: Q1 | -0,11 | -10,00 | 46 | 4,60 | -10,10 | 2 | -2 |
- GpA (Gewinn pro Aktie):
- Der Quartalsgewinn geteilt durch die Zahl aller Aktien — wie viel vom Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt. Im Englischen EPS.
- YoY (Year over Year):
- Veränderung gegenüber demselben Quartal des Vorjahres — so vergleicht man ohne saisonale Verzerrung (z. B. Weihnachtsgeschäft).
- Umsatz:
- Alle Erlöse des Quartals, bevor Kosten abgezogen werden — die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
- Nettomarge:
- Wie viel Prozent vom Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben. Negativ heißt: Das Unternehmen schreibt Verlust.
- OCF (operativer Cashflow):
- Das Geld, das im Quartal tatsächlich aus dem laufenden Geschäft in die Kasse fließt — schwerer zu schönen als der Buchgewinn.
- FCF (freier Cashflow):
- Operativer Cashflow minus Investitionen — das Geld, das wirklich frei verfügbar ist, etwa für Schuldenabbau, Rückkäufe oder Dividenden.
Einschätzung: Chancen & Risiken
Zum 31. März 2026 standen 94,6 Millionen US-Dollar Kasse gegen 42,3 Millionen Finanzschulden — rund 52 Millionen Nettoliquidität bei 232,8 Millionen Eigenkapital und rund 69 Prozent Eigenkapitalquote. Der einzige größere Kredit (26,4 Millionen, 4,06 Prozent) läuft bis 26. März 2027. Akuter Finanzierungsdruck besteht nicht, wohl aber ein schmelzender Vorrat: 2025 flossen 24,2 Millionen operativ ab, dazu 30,0 Millionen Investitionen.
Das fortgeführte Power-Geschäft verlor 2025 operativ 35,9 Millionen US-Dollar nach 26,0 Millionen im Vorjahr — der Umbau hat die Verluste nicht beendet, sondern nur konzentriert. Der Bruttogewinn fiel um 18,9 Prozent auf 31,4 Millionen (Marge 17,6 statt 19,7 Prozent), während Vertrieb, Verwaltung und Entwicklung zusammen 62,4 Millionen kosteten. Im ersten Quartal 2026 lag die Marge bei 15,6 Prozent gegenüber 20,9 Prozent im Vorjahresquartal.
Die Firma nahm über die Jahre 21.808.596 eigene Aktien für 229,9 Millionen US-Dollar in den Bestand (rund 10,54 Dollar je Stück) und richtete am 17. Juni 2026 ein Programm zum Verkauf neuer Aktien über bis zu 50 Millionen ein. Zum dokumentierten Kurs von 5,50 Dollar wären das 9.090.909 Stück, knapp 25 Prozent mehr als die 36.499.302 ausstehenden Aktien; der Prospekt nennt als Ergebnis bis zu 45.490.211 Stück. Dazu kommen Optionen, zugesagte Mitarbeiteraktien und 3.000.000 im Juli 2026 registrierte Planaktien.
Im Geschäftsbericht 10-K für 2025 (16.03.2026) und in den Quartalsberichten 10-Q zum 30.09.2025 und 31.03.2026 kommen „AI“, „artificial intelligence“, „data center“, „robotics“ und „machine learning“ zusammen null Mal vor. Der einzige substanzielle Beleg ist die Mittelverwendungs-Absicht im Prospekt 424B5 vom 17.06.2026 — ohne Produkt, Kunden, Umsatz oder Vereinbarung, wie das Dokument selbst festhält.
Ein Kunde stand im ersten Quartal 2026 für 31,0 Prozent des Umsatzes und ein Kunde für 40,6 Prozent der Forderungen; China und Hongkong machten 83,8 Prozent des Asien-Pazifik-Umsatzes ohne Korea aus, 99,8 Prozent der Sachanlagen liegen in Korea. Der Won-Verfall von 1.434,9 auf 1.513,4 zu 1 kostete im ersten Quartal 2026 11,44 Millionen US-Dollar Eigenkapital und 4,5 Millionen Kasse. Der Umbau des Umspannwerks in Gumi soll die Margen in Q3 und Q4 2026 belasten.
Byreforge LLC hält seit dem Schedule 13D vom 20.11.2025 8,5 Prozent zu einem Einstand von rund 2,74 US-Dollar je Aktie; Managing Partner Cristiano Amoruso sitzt seit 14.01.2026 im Verwaltungsrat und in allen drei Ausschüssen und bekam am 11.06.2026 das beste Wahlergebnis. Seit 1. Juli 2026 führt Chae Lee die Firma, dessen Antrittsoptionen einen Mindest-Ausübungspreis von 5,50 Dollar tragen. Beides schafft Änderungsdruck — Ergebnisse gibt es dazu noch nicht.
Magnachip Semiconductor hat sich 2025 auf sein Kerngeschäft zurückgeschnitten und verliert dort weiter Geld: 35,9 Millionen US-Dollar operativer Verlust im Jahr 2025, weitere 7,2 Millionen im ersten Quartal 2026, bei einer Bruttomarge von 15,6 Prozent. Die Bilanz trägt das vorerst — rund 52 Millionen Nettoliquidität und 232,8 Millionen Eigenkapital zum 31. März 2026. Bemerkenswert ist die Erzählung drumherum: In drei aufeinanderfolgenden Pflichtberichten kommt kein einziger KI-Begriff vor; erst im Verkaufsprospekt vom 17. Juni 2026, mit dem bis zu 50 Millionen Dollar neuer Aktien platziert werden dürfen, steht „Technologien, die KI-Rechenzentren und Robotik unterstützen“ — ohne Produkt, Kunden oder Umsatz. Dieselbe Firma hat zuvor 21,8 Millionen eigene Aktien für 229,9 Millionen Dollar zurückgekauft. Keine Anlageberatung.
- Auf die Rechercheliste kam Magnachip über den hauseigenen Reddit-Hype-Scanner: 2 Erwähnungen in 24 Stunden, erstmals erfasst am 25. Juli 2026 um 07:00 Uhr. Das ist kein Hype, sondern eine Randnotiz — der Anlass ist trotzdem plausibel, weil die Firma am 17. Juni 2026 ein Aktienverkaufsprogramm mit KI-Bezug in der Mittelverwendung gemeldet hatte.
- Zum Börsenwert: Der aus den Fundamentaldaten gelieferte Marktwert (Stand 25.07.2026) weicht um mehr als ein Fünftel von der Gegenprobe „36.499.302 Aktien × 5,50 US-Dollar“ (letzter im Prospekt 424B5 dokumentierter Kurs, 16.06.2026) ab und wurde deshalb weder verwendet noch für abgeleitete Kennzahlen herangezogen. Alle Bewertungsangaben in dieser Analyse beruhen auf dem dokumentierten Prospektkurs.
- Zur Vergleichbarkeit der Zeitreihen: Alle Jahres- und Quartalszahlen dieser Analyse zeigen die fortgeführten Geschäfte (Power). Der Geschäftsbericht für 2025 hat die Vorjahreswerte entsprechend angepasst, nachdem das Display-Geschäft zum Ende des zweiten Quartals 2025 abgewickelt wurde. Ausnahme sind die Cashflow-Zahlen: Die Kapitalflussrechnung wird laut Firma nicht nach fortgeführten und aufgegebenen Geschäften getrennt.
- Nicht zu verwechseln: Die Firma schreibt sich in ihren aktuellen Einreichungen „Magnachip“ (mit kleinem c). Die ältere Schreibweise „MagnaChip“ findet sich noch in Altdokumenten und in manchen Datenbanken. Der Eintrag im SEC-Register wurde am 10. Juli 2026 aufgefrischt, der Name blieb dabei unverändert — eine Umfirmierung hat es nicht gegeben.
Über das Unternehmen
Magnachip Semiconductor Corporation, together with its subsidiaries, designs, manufactures, and supplies analog and mixed-signal semiconductor platform solutions for communications, the Internet of Things, consumer, computing, industrial, and automotive applications. It provides display solutions, including source and gate drivers, and timing controllers that cover a range of flat panel displays used in mobile communications, automotive, entertainment devices, monitors, notebook PCs, tablet PC and TVs, liquid crystal display, organic light emitting diodes (OLED), and micro light emitting diode (Micro LED) panel. The company also offers metal oxide semiconductor field-effect transistors, insulated-gate bipolar transistors, AC-DC converters, DC-DC converters, LED drivers, regulators, and power management integrated circuits for a range of devices comprising televisions, smartphones, mobile phones, wearable devices, desktop PCs, notebooks, tablet PCs, level shifter, and other consumer electronics, as well as for power suppliers, e-bikes, photovoltaic inverters, LED lighting, and motor drives; and OLED display driver integrated circuit products. It serves consumer, computing, communication, automotive and industrial electronics OEMs, original design manufacturers, and electronics manufacturing services companies, as well as subsystem designers in Korea, the Asia Pacific, the United States, and Europe. The company sells its products through a direct sales force and a network of agents and distributors. Magnachip Semiconductor Corporation was incorporated in 2003 and is based in Cheongju-si, South Korea.
| Börsengang | 2011 |
|---|
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
Datenstand: 25. Juli 2026 · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.