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Six Flags: Mehr Besucher, aber die Zinsen fressen mehr, als das Geschäft verdient — und im Januar kommt eine 367-Millionen-Rechnung

Six Flags: Mehr Besucher, aber die Zinsen fressen mehr, als das Geschäft verdient — und im Januar kommt eine 367-Millionen-Rechnung

Die Aktie stand im Oktober 2025 noch bei fast 27 Dollar. Warum dieser alte Kurs heute kein Maßstab ist — und wie viel vom Unternehmenswert inzwischen auf die Geldgeber entfällt.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 16. Oktober 2026

Schlusskurs
8,10 $ -5,20 %
Marktkapitalisierung
0,8 Mrd. $
Wachstums-Score
3/10
AAQS
1/10

Kursentwicklung seit 16. Oktober 2026: -0,1 %

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

Six Flags: Mehr Besucher, aber die Zinsen fressen mehr, als das Geschäft verdient — und im Januar kommt eine 367-Millionen-Rechnung
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 8,90 $ bis 26,70 $ · Letzter Kurs: 8,10 $ (Stand: 16. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Die Anker-Falle: Wenn ein alter Kurs wie ein Preisschild wirkt

Es gibt eine Anleger-Falle, die sich anfühlt wie Erfahrung: die Anker-Falle. Du siehst eine Aktie, die vor einem Jahr noch bei 27 Dollar stand und heute bei 8. Und sofort rechnet ein Teil deines Kopfes: „Die war doch schon mal mehr als dreimal so viel wert.“ Der alte Kurs wird zum Anker, zur heimlichen Messlatte. Was dabei untergeht: Der Kurs von damals hat nichts versprochen. Er war der Preis für ein Unternehmen, das es in dieser Form vielleicht gar nicht mehr gibt.

Six Flags ist dafür ein Lehrstück. Fast jeder kennt die Achterbahnen, die bunten Parks, Bugs Bunny am Eingang. Am 27. Oktober 2025 schloss die Aktie bei 26,74 US-Dollar, am 16. Oktober 2026 bei 8,11 US-Dollar — rund 70 Prozent weniger. Zuletzt fiel sie am 13. Oktober 2026, dem Handelstag nach einem tödlichen Unfall in einem ihrer Parks, von 11,92 auf 10,20 US-Dollar, bei rund sechsfachem Handelsvolumen. Das zentrale Spannungsfeld dieser Analyse ist damit benannt: Six Flags hat die Parks, die Besucher und eine Marke, die jeder kennt — aber die Fusion, aus der das heutige Unternehmen entstand, hat das Eigenkapital fast aufgezehrt, und die Zinsen auf 5 Milliarden Dollar Schulden fressen mehr, als das Geschäft vor Sonderposten verdient. Wir lesen gemeinsam nach, was in den Berichten an die US-Börsenaufsicht SEC steht. Keine Empfehlung, keine Prognose — nur die Papiere.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2023

    Fusionsvertrag mit Six Flags

    Am 02.11.2023 vereinbaren Cedar Fair und Six Flags einen Zusammenschluss unter Gleichen. Cedar Fair schließt das Jahr mit 124,6 Mio. US-Dollar Gewinn ab.

  2. 2024

    Vollzug der Fusion

    Am 01.07.2024 entsteht die neue Six Flags unter dem Kürzel FUN. Das Eigenkapital steigt zum Jahresende auf 2.041,9 Mio. US-Dollar — vor allem durch die neuen Aktien für die alten Six-Flags-Aktionäre.

  3. 2025

    1,5 Milliarden Abschreibungen

    Im dritten Quartal schreibt Six Flags 1.518,1 Mio. US-Dollar auf Firmenwerte und Marken ab. Das Jahr endet mit 1.599,1 Mio. Verlust; im Dezember übernimmt John Reilly als Vorstandschef.

  4. 2026

    Sieben Parks verkauft

    Im April und Mai gehen sieben Parks für 331,4 Mio. US-Dollar an EPR Properties. Zur Jahresmitte bleiben 114,7 Mio. Eigenkapital bei rund 5,0 Mrd. Schulden.

Was Six Flags eigentlich macht

Six Flags Entertainment Corporation mit Sitz in Charlotte (North Carolina) ist nach eigener Darstellung der größte Betreiber regionaler Freizeitparks in Nordamerika. Zum August 2026 betrieb das Unternehmen laut Ergebnismitteilung 20 Freizeitparks, 14 Wasserparks und neun Resorts in 13 US-Bundesstaaten, Kanada und Mexiko und managt zusätzlich einen Park in Saudi-Arabien. Bekannte Namen sind Cedar Point in Ohio, Kings Island, Knott's Berry Farm in Kalifornien, Six Flags Magic Mountain und Six Flags Great Adventure. Ende 2025 arbeiteten rund 4.225 Menschen in Vollzeit für den Konzern, dazu kamen 2025 rund 91.000 Saison- und Teilzeitkräfte.

Das Geschäftsmodell ist einfach erklärt: Eintritt plus alles, was im Park verkauft wird — Essen, Getränke, Spiele, Extra-Attraktionen, Hotelnächte. 2025 kamen 47,4 Millionen Besuche zusammen; je Besuch nahm der Konzern damit rund 65 US-Dollar ein (Umsatz 3.100,3 Millionen geteilt durch die Besuche, eigene Rechnung). Übersetzt in ein Alltagsbild: Ein Freizeitpark ist wie ein Hotel, das nur im Sommer geöffnet hat. Die Kosten für Personal, Wartung und Versicherung laufen das ganze Jahr, das Geld kommt in wenigen Monaten. Laut Geschäftsbericht (10-K) fielen 2025 rund 70 Prozent von Besuchern und Umsatz im zweiten und dritten Quartal an.

Wichtig für jeden, der alte Charts vergleicht: Die heutige Six Flags ist nicht die Six Flags von früher. Am 1. Juli 2024 schlossen sich der Parkbetreiber Cedar Fair, L.P. und die alte Six Flags Entertainment Corporation zu einem „Zusammenschluss unter Gleichen“ zusammen. Rechtlich entstand dabei eine neue Gesellschaft (vorher „CopperSteel HoldCo, Inc.“, SEC-Kennnummer CIK 0001999001), die den Namen Six Flags übernahm und unter Cedar Fairs altem Kürzel FUN an der New Yorker Börse NYSE gehandelt wird. Bilanziell gilt Cedar Fair als Käufer. Deshalb zeigen die Zahlen bis Mitte 2024 nur Cedar Fair, ab Juli 2024 den gemeinsamen Konzern, und 2025 ist das erste volle gemeinsame Jahr. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr; die Quartale enden jeweils an einem Sonntag, das zweite Quartal 2026 zum Beispiel am 28. Juni.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Auf die Rechercheliste kam Six Flags über den Reddit-Hype-Scan vom 17. Oktober 2026, also über das Gesprächsaufkommen in Anlegerforen. Der Anlass ist traurig: Am 12. Oktober 2026 kam laut übereinstimmenden Medienberichten ein Besucher auf der Achterbahn Goliath im Park Six Flags Over Georgia ums Leben. Der Park sprach der Familie sein Beileid aus und erklärte, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Die Ursache war bis zum 17. Oktober 2026 nicht amtlich geklärt; eine Pflichtmitteilung (8-K) dazu hat Six Flags bis dahin nicht eingereicht.

An der Börse fiel die Aktie am 13. Oktober 2026 von 11,92 auf 10,20 US-Dollar, an diesem Tag wechselten 14,6 Millionen Aktien den Besitzer. In den 50 Handelstagen davor (3. August bis 12. Oktober 2026) waren es im Durchschnitt rund 2,44 Millionen am Tag. Durchschnitt heißt: alle Tagesumsätze zusammengezählt und gleichmäßig verteilt — einzelne hektische Tage wie der nach den Quartalszahlen im August ziehen ihn nach oben. Der Median, also der typische Handelstag, bei dem die Hälfte der Tage darüber und die Hälfte darunter lag, betrug rund 2,04 Millionen; dass er unter dem Durchschnitt liegt, zeigt genau diese Ausreißer nach oben. Der 13. Oktober lag beim rund Sechsfachen des Durchschnitts. Bis zum 16. Oktober rutschte der Schlusskurs weiter auf 8,11 US-Dollar.

Schon vorher hatte unser hauseigener Aktien-Scanner wenig Schmeichelhaftes gezeigt (Datenstand Ende Juli 2026): ein Piotroski-Wert von 4 von 9 Punkten und ein Altman-Z-Wert von 0,92. Übersetzt: Der Piotroski-Wert ist eine Checkliste mit neun Gesundheitsfragen an die Bilanz — 4 von 9 ist mittelmäßig, eine kerngesunde Firma steht bei 8 oder 9. Der Altman-Z-Wert schätzt die Belastung durch Schulden; unter 1,8 gilt er als Gefahrenzone. Der Satz für den Rest dieser Analyse: Der Unfall hat den Kurs bewegt — aber die Gründe, warum die Aktie schon vorher mehr als die Hälfte verloren hatte, stehen in der Bilanz.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Zuerst das, was beeindruckt. Six Flags ist ein großes, echtes Geschäft mit Millionen zahlender Gäste. Cedar Fair allein steigerte den Umsatz von 1.338,2 Millionen US-Dollar (2021) auf 1.817,4 Millionen (2022) und hielt ihn 2023 mit 1.798,7 Millionen. Mit der Fusion stieg der Konzernumsatz auf 2.708,9 Millionen (2024, alte Six Flags erst ab Juli enthalten) und 3.100,3 Millionen (2025). Die Grafik zeigt Umsatz und das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis seit 2021:

Balkendiagramm in Millionen US-Dollar, 2021 bis 2025: Umsatz (blau) 1.338,2, 1.817,4, 1.798,7, 2.708,9 und 3.100,3; Nettoergebnis (schwarz) −48,5, +307,7, +124,6, −231,2 und −1.599,1. Fußnote: 2021 bis 2023 nur Cedar Fair, 2024 mit Six Flags ab 1. Juli.
Der Umsatz wächst durch die Fusion von 1.798,7 Millionen US-Dollar (2023) auf 3.100,3 Millionen (2025), das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis fällt im selben Zeitraum von +124,6 Millionen auf −1.599,1 Millionen. 2021 bis 2023 zeigen nur Cedar Fair, 2024 enthält die alte Six Flags ab dem 1. Juli. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäftsberichte 10-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Kurve zeigt das Problem: Der Konzern wurde größer, aber nicht profitabler. 2025 stand ein Verlust von 1.599,1 Millionen US-Dollar, darin 1.518,1 Millionen Abschreibungen auf Firmenwerte und Markennamen. Auch ohne diesen Einmaleffekt ist die Entwicklung ernüchternd: Das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen (im Englischen „Adjusted EBITDA“, die Kennzahl, mit der Six Flags selbst steuert und die auch die Kreditverträge verwenden) fiel von 875,3 Millionen (2024) auf 792,0 Millionen (2025) — obwohl 2025 die alte Six Flags ein volles Jahr statt eines halben enthalten war. Laut Geschäftsbericht lag das vollständig an geringeren Umsätzen wegen weniger Besuchern; als einen Grund nennt der Bericht deutlich schlechteres Wetter als erwartet.

Und dann der Lichtblick. 2026 hat das neue Management sieben Parks verkauft; ein weiterer Park (Bowie, Maryland) war bereits nach der Saison 2025 geschlossen worden. Die heute noch betriebenen Parks liefen im zweiten Quartal 2026 besser als ein Jahr zuvor: 4 Prozent mehr Besuche, 2,4 Prozent mehr Umsatz, 7 Prozent mehr bereinigtes Betriebsergebnis (248,9 statt 233,0 Millionen). Der Verkauf von Jahreskarten lag laut Ergebnismitteilung vom 6. August 2026 bis dahin 7 Prozent über Vorjahr, die Zahl aktiver Jahreskarten-Inhaber 6 Prozent. Merke dir das Bild: Der Park läuft wieder etwas voller — aber die Rechnung für die Fusion liegt noch auf dem Tisch.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Rund 1,46 Milliarden Dollar Firmenwerte und Marken der alten Six Flags abgeschrieben

Bei einer Übernahme bucht der Käufer den Teil des Kaufpreises, der über den Wert von Grundstücken, Achterbahnen und Gebäuden hinausgeht, als „Firmenwert“ (Goodwill) in die Bilanz. Übersetzt: Es ist der Aufpreis für die Hoffnung, dass das gekaufte Geschäft mehr verdient, als seine Einzelteile wert sind. Im dritten Quartal 2025 musste Six Flags diese Hoffnung zu einem großen Teil abschreiben — insgesamt 1.518,1 Millionen US-Dollar. Davon entfielen 1.461,0 Millionen auf die alte Six Flags: 1.291,7 Millionen auf den Firmenwert von sieben Parks (Fiesta Texas, Great Adventure, Great America, Magic Mountain, Mexico, Over Georgia und Over Texas) und 169,3 Millionen auf die Marke Six Flags. Die übrigen 57,1 Millionen betrafen die Schlitterbahn-Wasserparks (Berichtseinheit 50,7 Millionen, Marke 6,4 Millionen). Allein auf Six Flags Magic Mountain entfielen 533,7 Millionen. Die Begründung steht im Geschäftsbericht:

„These reporting units and trade names were tested for impairment due to a decline in estimated future cash flows as a result of revenue and earnings not meeting expectations through the more seasonally significant third quarter, as well as due to a more significant, sustained decline in the Company's share price through the third quarter when compared to industry peers.“

Übersetzung: „Diese Berichtseinheiten und Markennamen wurden auf Wertminderung geprüft, weil die erwarteten künftigen Mittelzuflüsse gesunken sind — da Umsatz und Ergebnis im saisonal wichtigeren dritten Quartal hinter den Erwartungen zurückblieben —, sowie wegen eines deutlicheren, anhaltenden Rückgangs des Aktienkurses des Unternehmens im dritten Quartal im Vergleich zu Branchenkollegen.“

— Six Flags Entertainment Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Note 5 „Goodwill and Other Intangible Assets“

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus dem Six-Flags-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Die Wertminderungsprüfung wurde ausgelöst durch gesunkene erwartete Mittelzuflüsse und einen anhaltenden Rückgang des Aktienkurses im Vergleich zu Branchenkollegen; darunter die einzelnen Abschreibungsbeträge je Park.
Die markierte Stelle im Original: Auslöser der Abschreibung waren schwächere Erwartungen an künftige Mittelzuflüsse und ein Aktienkurs, der stärker fiel als bei Branchenkollegen. Der Absatz darunter nennt die Beträge je Park, darunter 533,7 Millionen US-Dollar für Six Flags Magic Mountain. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Eine Abschreibung kostet kein Bargeld — das Geld ist schon beim Zusammenschluss geflossen, in Form von neuen Aktien an die alten Six-Flags-Aktionäre. Sie zeigt aber, dass die Fusion nach Einschätzung des Unternehmens selbst weniger wert ist als gedacht. Und sie hat sichtbare Folgen für das Polster der Aktionäre:

Balkendiagramm des Eigenkapitals in Millionen US-Dollar: −583,0 (31.12.2023, rot), +2.041,9 (31.12.2024), +549,8 (31.12.2025) und +114,7 (28.06.2026). Fußnote: Ende 2023 Cedar Fair als Kommanditgesellschaft mit negativem Gesellschafterkapital.
Durch die Fusion springt das Eigenkapital von −583,0 Millionen US-Dollar (Cedar Fair, Ende 2023) auf +2.041,9 Millionen (Ende 2024). Danach schmilzt es auf 549,8 Millionen (Ende 2025) und 114,7 Millionen (28.06.2026). Quelle: SEC-Berichte (Geschäftsbericht 10-K 2025, Quartalsbericht 10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zum 28. Juni 2026 waren von 7.435,3 Millionen US-Dollar Bilanzsumme nur noch 114,7 Millionen Eigenkapital — rund 1,5 Prozent. Übersetzt: Wenn ein Haus 100.000 Euro wert ist und 98.500 Euro Kredit darauf lasten, gehört dem Eigentümer noch der Fußabtreter. Zur Einordnung gehört: Das Eigenkapital schwankt saisonal, weil Six Flags im Winter und Frühjahr Verluste schreibt und im Sommer verdient. Ein Wert zur Jahresmitte ist deshalb eher ein Tiefpunkt als ein Endstand. Allerdings fiel er auch von Jahresende zu Jahresende, von 2.041,9 auf 549,8 Millionen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Zinsen fressen mehr, als das Geschäft verdient

Laut Quartalsbericht zum 28. Juni 2026 schuldet Six Flags vor Abzug von Finanzierungskosten rund 5,0 Milliarden US-Dollar: einen Bankkredit über 1,48 Milliarden (fällig Mai 2031), fünf Anleihen über zusammen 3,45 Milliarden mit Zinssätzen zwischen 5,25 und 8,625 Prozent (fällig zwischen Oktober 2028 und Mai 2032) und 90 Millionen aus der Kreditlinie. Abzüglich 134,5 Millionen Barmitteln bleiben laut Unternehmen 4,88 Milliarden Nettoschulden — das 5,8-Fache des bereinigten Betriebsergebnisses vor Abschreibungen der letzten zwölf Monate (840,2 Millionen). Im Januar 2026 hat Six Flags zwei Anleihen über je 500 Millionen mit 5,375 und 5,5 Prozent Zins und Fälligkeit 2027 durch eine neue über 1,0 Milliarden zu 8,625 Prozent ersetzt. Die Fälligkeit wurde damit auf 2032 verschoben, der Zinssatz stieg um gut drei Prozentpunkte.

Wie schwer diese Last wiegt, zeigt ein Vergleich (eigene Rechnung aus dem Geschäftsbericht 2025): Das operative Ergebnis lag 2025 bei −1.375,0 Millionen US-Dollar. Rechnet man die Abschreibungen auf Firmenwerte und Marken heraus, bleiben 143,1 Millionen. Der Zinsaufwand betrug 360,0 Millionen. Das Geschäft verdiente seine Zinsen also nur zu rund 40 Prozent — die Zinsdeckung lag bei etwa 0,4. Gemessen am bereinigten Betriebsergebnis vor Abschreibungen (792,0 Millionen) sieht es freundlicher aus — die Deckung läge bei rund 2,2 —, aber auch dann gehen fast die Hälfte an die Geldgeber, bevor ein Dollar in Achterbahnen oder Wartung fließt. Der freie Mittelzufluss (operativer Mittelzufluss 327,5 Millionen minus Investitionen 479,7 Millionen) war 2025 mit −152,2 Millionen negativ. Six Flags selbst beschreibt das Risiko im Geschäftsbericht so:

„In the absence of sufficient operating results and resources, the Company could face substantial liquidity problems and might be required to dispose of material assets or operations to meet its debt service and other obligations.“

Übersetzung: „Ohne ausreichende Betriebsergebnisse und Mittel könnte das Unternehmen in erhebliche Liquiditätsprobleme geraten und gezwungen sein, wesentliche Vermögenswerte oder Geschäftsbereiche zu veräußern, um seinen Schuldendienst und andere Verpflichtungen zu erfüllen.“

— Six Flags Entertainment Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors“

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus dem Six-Flags-Geschäftsbericht 10-K für 2025: Ohne ausreichende Betriebsergebnisse könnte das Unternehmen in erhebliche Liquiditätsprobleme geraten und gezwungen sein, wesentliche Vermögenswerte zu verkaufen.
Die markierte Stelle im Original: der Risikofaktor zum Schuldenstand — bei zu schwachen Ergebnissen drohen Liquiditätsprobleme und Notverkäufe. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Fairerweise: Das ist ein Risikofaktor, keine Feststellung. Laut Quartalsbericht zum 28. Juni 2026 reichen Kreditlinie und Kasse für mindestens zwölf Monate; die einzige Kennzahl, die die Banken vierteljährlich prüfen (das Verhältnis der vorrangig besicherten Nettoschulden zum Ergebnis, höchstens 5,0), war eingehalten. Die nächste Anleihe wird erst im Oktober 2028 fällig (300 Millionen). Und das Unternehmen tut, was der Risikofaktor beschreibt: Es verkauft. Im April und Mai 2026 gingen sieben Parks für 331,4 Millionen US-Dollar an den Immobilienkonzern EPR Properties, darunter Worlds of Fun, Valleyfair und La Ronde in Montreal — mit einem Buchverlust von 37,8 Millionen. Für das Grundstück des 2025 geschlossenen Parks in Bowie (Maryland) gibt es seit dem 8. April 2026 einen Kaufvertrag, der zum 28. Juni 2026 noch nicht vollzogen war. Wie sich ein kapitalintensiver Freizeitkonzern aus einem Schuldenberg herausarbeiten kann — und wie lange das dauert —, haben wir in unserer Analyse von Carnival nachgelesen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Eine Rechnung über 367 Millionen im Januar 2027

Zwei der größten Parks gehören Six Flags nicht ganz: Six Flags Over Georgia und Six Flags Over Texas sind seit den 1990er-Jahren in Kommanditgesellschaften ausgelagert, an denen außenstehende Anleger beteiligt sind. Six Flags betreibt die Parks, zahlt den Partnern jährliche Mindestausschüttungen (2026 rund 93,5 Millionen US-Dollar insgesamt, davon rund 43,3 Millionen an sich selbst) und hat am Ende der Laufzeit ein Kaufrecht. Für Georgia hat Six Flags dieses Recht im Dezember 2024 ausgeübt:

„The agreed-upon value, if determined as of June 28, 2026, multiplied by the 68.5% of units held by the limited partner for SFOG represent $367.2 million that would be required to be paid to the limited partner of SFOG at the End-of-Term Option.“

Übersetzung: „Der vereinbarte Wert, bestimmt zum 28. Juni 2026 und multipliziert mit den 68,5 % der Anteile, die der Kommanditist an SFOG hält, ergibt 367,2 Millionen US-Dollar, die bei Ausübung der Kaufoption zum Laufzeitende an den Kommanditisten von SFOG zu zahlen wären.“

— Six Flags Entertainment Corporation, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 28.06.2026, Note 7 „Non-Controlling Interests“

Gelb markierte und rot umrandete Textstelle aus dem Six-Flags-Quartalsbericht 10-Q zum 28. Juni 2026: Für die 68,5 Prozent der Anteile des Kommanditisten an Six Flags Over Georgia wären 367,2 Millionen US-Dollar zu zahlen; darüber der Hinweis, dass der Kauf im Januar 2027 vollzogen wird.
Die markierte Stelle im Original: 367,2 Millionen US-Dollar für die Anteile des Kommanditisten an Six Flags Over Georgia. Der Satz davor nennt den Vollzug im Januar 2027, der Satz danach die weitere Anpassung an die Inflation. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 28.06.2026 (sec.gov), Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

In der Bilanz steht die Verpflichtung seit 2026 als kurzfristige Schuld von 350,7 Millionen US-Dollar — weniger als die 367,2 Millionen im Zitat, weil sie laut Quartalsbericht mit dem abgezinsten Kaufpreis angesetzt ist und bis zum Laufzeitende auf den endgültigen Preis aufgezinst wird. Zum Vergleich: Die Barmittel lagen zum 28. Juni 2026 bei 134,5 Millionen, aus der Kreditlinie waren 702,8 Millionen abrufbar. Wie die Zahlung finanziert wird, sagt der Bericht nicht. Eine grobe eigene Rechnung zeigt, wie eng es ist: Das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen der letzten zwölf Monate (840,2 Millionen) minus die für 2026 angekündigten Investitionen (400 bis 425 Millionen), Zinszahlungen (300 bis 320 Millionen) und Steuerzahlungen (25 bis 30 Millionen) lässt rund 65 bis 115 Millionen übrig — vor den Ausschüttungen an die Parkpartner. Das reicht nicht für 367 Millionen. Nach unserer Überschlagsrechnung liegt nahe, dass Six Flags die Zahlung zumindest teilweise auf Kredit finanziert. Für Six Flags Over Texas hat das Unternehmen am 5. Januar 2026 erklärt, das Kaufrecht nicht auszuüben. Die Folgen beschreibt der Geschäftsbericht: Nach Ablauf der Option im Januar 2028 kann der Park verkauft und der Erlös an die Anteilseigner ausgezahlt werden; alternativ können die Partner ihre restlichen Anteile Six Flags andienen, oder der Vertrag wird verlängert beziehungsweise neu verhandelt. Six Flags betreibt den Park bis dahin weiter, investiert dort und zahlt die Mindestausschüttungen. Welcher Weg kommt, ist offen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die Führung ist binnen eines Jahres fast komplett neu

Seit Dezember 2025 führt John Reilly den Konzern, vorher Chef von Palace Entertainment und lange Jahre bei SeaWorld; sein Vorgänger Richard Zimmerman hatte im Oktober 2025 eine Aufhebungsvereinbarung unterschrieben. 2026 folgten: Finanzchef Brian Witherow ging am 8. Mai, Ash Walia kam am 17. Juni (8-K vom 07.05. und 27.05.2026). Marketing und Recht wurden zum 3. Juni neu besetzt, Betriebschef Tim Fisher gab sein Amt am 15. Juli an Mark Pauls ab (8-K vom 01.07. und 02.07.2026). Auch im Verwaltungsrat gab es einen Wechsel: Der Investor H Partners, laut Unternehmen seit mehr als 15 Jahren großer Aktionär, war dort schon seit 2020 mit Arik Ruchim vertreten. Nach einer Kooperationsvereinbarung vom 19. Mai 2026 ersetzte ihn nach der Hauptversammlung vom 26. Mai H-Partners-Gründer Rehan Jaffer, der auch in den Prüfungs- und Finanzausschuss einzog.

Ein neues Team kann ein Neuanfang sein — es heißt aber auch, dass Vorstandschef, Finanzchef und Betriebschef erst nach der Fusion ins Amt kamen und ihre Strategie noch kein volles Geschäftsjahr hinter sich hat. Ein Signal gibt es: Vorstandschef Reilly kaufte laut Insider-Meldung (Form 4) am 12. August 2026, sechs Tage nach den Quartalszahlen, 15.713 Aktien zu je 15,80 US-Dollar, zusammen rund 248.000 US-Dollar. Zum Schlusskurs vom 16. Oktober 2026 hatte dieser Kauf rund 49 Prozent an Wert verloren.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Der Herbst zählt doppelt

Ein Freizeitpark hat nur wenige Monate, um das Jahr zu verdienen. Der Geschäftsbericht beschreibt, was das für unvorhergesehene Ereignisse heißt:

„Consequently, when adverse conditions or events occur during the operating season, particularly during the peak vacation months of July and August or the important fall season, there is only a limited period of time during which the impact of those conditions or events can be mitigated.“

Übersetzung: „Treten während der Saison ungünstige Bedingungen oder Ereignisse ein, besonders in den Hauptferienmonaten Juli und August oder in der wichtigen Herbstsaison, bleibt deshalb nur wenig Zeit, ihre Folgen aufzufangen.“

— Six Flags Entertainment Corporation, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 1A „Risk Factors“

Der tödliche Unfall vom 12. Oktober 2026 fiel genau in diese Herbstsaison mit ihren Halloween-Veranstaltungen. Welche Folgen er für Besucherzahlen, Versicherung oder Haftung hat, lässt sich aus den Berichten bis zum 17. Oktober 2026 nicht ablesen — das wird frühestens der Quartalsbericht zum dritten Quartal zeigen. Für dich als Aktionär zählt: Bei einem Unternehmen mit 1,5 Prozent Eigenkapitalquote hat jeder schwache Herbst mehr Gewicht als bei einem schuldenarmen Konkurrenten.

Bewertung: 0,8 Milliarden Börsenwert auf 4,9 Milliarden Nettoschulden

Zum Schlusskurs vom 16. Oktober 2026 (8,11 US-Dollar) war Six Flags an der Börse rund 830 Millionen US-Dollar wert, gerechnet auf 102.316.312 Aktien (Stand 31.07.2026, Deckblatt des Quartalsberichts). Gegenprobe: Zum Kaufkurs des Vorstandschefs vom 12. August 2026 (15,80 US-Dollar) wären es rund 1,62 Milliarden gewesen. Das ist etwa das 0,27-Fache des Umsatzes der letzten zwölf Monate (3.058,4 Millionen, eigene Rechnung) und rund das 7-Fache des Eigenkapitals vom 28. Juni 2026. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt es nicht, weil Six Flags Verluste schreibt. Eine Dividende zahlt Six Flags nicht und plant laut Quartalsbericht derzeit auch keine.

Ein Viertel eines Jahresumsatzes wirkt niedrig. Aber bei Six Flags gehört der größte Teil des Unternehmens nicht den Aktionären, sondern den Geldgebern. Zählt man Börsenwert und Nettoschulden zusammen, kommt man auf einen Unternehmenswert von rund 5,7 Milliarden US-Dollar — etwa das 6,8-Fache des bereinigten Betriebsergebnisses vor Abschreibungen der letzten zwölf Monate. Von jedem Dollar dieses Unternehmenswerts entfallen nur rund 15 Cent auf die Aktionäre. Übersetzt: Die Aktie ist wie der dünne Zuckerguss auf einem großen Kuchen aus Schulden. Steigt der Wert des Kuchens um 10 Prozent, wächst der Zuckerguss um rund zwei Drittel — sinkt er um 10 Prozent, ist der Zuckerguss zu zwei Dritteln weg. Dieser Hebel erklärt sowohl den Absturz als auch, warum Anlegerforen die Aktie gerade jetzt entdecken. Wie sich ein solcher Hebel anfühlt, wenn eine Forengemeinde mitzieht, kann man in unserer Analyse von AMC Entertainment nachlesen.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für Six Flags spricht:

  • Marktstellung: nach eigener Darstellung größter Betreiber regionaler Freizeitparks in Nordamerika, 47,4 Millionen Besuche 2025, bekannte Parks wie Cedar Point, Knott's Berry Farm und Magic Mountain.
  • Operative Wende im Ansatz: In den heute betriebenen Parks stiegen im zweiten Quartal 2026 Besuche (+4 Prozent), Umsatz (+2,4 Prozent) und bereinigtes Betriebsergebnis vor Abschreibungen (+7 Prozent); Jahreskarten-Verkäufe +7 Prozent.
  • Keine Anleihe-Fälligkeit vor Oktober 2028 (der Bankkredit wird mit 15,0 Millionen im Jahr getilgt), Liquidität von 837 Millionen US-Dollar (28.06.2026), Kreditauflage eingehalten.
  • Portfolio wird bereinigt: sieben Parks für 331,4 Millionen verkauft, Grundstück in Bowie unter Vertrag; Erlöse sollen laut Unternehmen in die Schuldentilgung fließen.
  • Eigenes Geld der Führung: Kauf des Vorstandschefs über rund 248.000 US-Dollar im August 2026; ein langjähriger Großaktionär sitzt im Verwaltungsrat.

Was dagegen spricht:

  • Schuldenlast: rund 5,0 Milliarden US-Dollar Finanzschulden, 4,88 Milliarden netto, das 5,8-Fache des bereinigten Betriebsergebnisses vor Abschreibungen.
  • Zinsdeckung unter 1: 2025 deckte das operative Ergebnis vor Wertminderungen (143,1 Millionen) den Zinsaufwand (360,0 Millionen) nur zu rund 40 Prozent; teure Neuverschuldung zu 8,625 Prozent.
  • Kaum Eigenkapital: 114,7 Millionen US-Dollar zum 28.06.2026, rund 1,5 Prozent der Bilanzsumme, nach 1.518,1 Millionen Abschreibungen 2025.
  • Fällige Zahlung: rund 367,2 Millionen für Six Flags Over Georgia im Januar 2027 bei 134,5 Millionen Barmitteln.
  • Negativer freier Mittelzufluss 2025 (−152,2 Millionen) und hohe Pflicht-Investitionen: laut Geschäftsbericht mindestens 125 bis 150 Millionen im Jahr allein für Instandhaltung und Infrastruktur.
  • Saison- und Ereignisrisiko: rund 70 Prozent des Geschäfts in zwei Quartalen; die Folgen des tödlichen Unfalls vom 12.10.2026 sind offen.

Ein menschliches Fazit

Zurück zur Anker-Falle vom Anfang. Ihr Kern ist nicht, dass der alte Kurs von 26,74 US-Dollar falsch gewesen wäre. Er war der Preis für eine Fusion, die damals größer, stärker und profitabler werden sollte. Die Berichte zeigen, was daraus geworden ist: rund 1,5 Milliarden Dollar Abschreibungen, überwiegend auf die alte Six Flags, 114,7 Millionen Eigenkapital, Zinsen über dem Betriebsgewinn und eine große Zahlung im Januar 2027. Gleichzeitig zeigt das zweite Quartal 2026, dass die verkleinerten Parks wieder mehr Gäste anziehen und ein neues Team mit eigenem Geld dabei ist.

Die ehrliche Frage an dich lautet deshalb nicht „Wie viel ist die Aktie unter ihrem alten Hoch?“, sondern: Würdest du dieses Unternehmen kaufen, wenn du den alten Kurs nie gesehen hättest — mit 5 Milliarden Schulden, einem Hebel von fast sieben zu eins und einem Herbst, dessen Folgen noch niemand kennt? Wenn ja, hast du eine These, die auf den Zahlen steht. Wenn dich vor allem die Zahl 27 überzeugt hat, hast du einen Anker gekauft. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen

Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:

Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2021 2022 2023 2024 2025
Umsatz 1.338,2 1.817,4 1.798,7 2.708,9 3.100,3
Betriebsergebnis (EBIT) 148,3 519,9 306,2 310,5 278,0
Nettogewinn -48,5 307,7 124,6 -231,2 -1.599,1
Nettomarge -3,6 % 16,9 % 6,9 % -8,5 % -51,6 %
Gewinn je Aktie -0,86 $ 5,45 $ 2,42 $ -2,30 $ -15,76 $

Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Unser Fazit auf einen Blick

Marktstellung positiv
Nach eigener Darstellung größter Betreiber regionaler Freizeitparks in Nordamerika, mit 47,4 Millionen Besuchen 2025 und bekannten Parks wie Cedar Point, Knott's Berry Farm und Six Flags Magic Mountain.
Operativer Trend 2026 neutral
Im zweiten Quartal 2026 stiegen in den heute betriebenen Parks Besuche um 4 Prozent, Umsatz um 2,4 Prozent und das bereinigte Betriebsergebnis vor Abschreibungen um 7 Prozent. Über das ganze Jahr 2025 war es dagegen von 875,3 auf 792,0 Millionen US-Dollar gefallen.
Ertragskraft & Zinsen negativ
2025 deckte das operative Ergebnis vor Wertminderungen (143,1 Millionen US-Dollar) den Zinsaufwand (360,0 Millionen) nur zu rund 40 Prozent. Der freie Mittelzufluss lag bei −152,2 Millionen.
Bilanz negativ
Eigenkapital 114,7 Millionen US-Dollar zum 28.06.2026, rund 1,5 Prozent der Bilanzsumme; Nettoschulden 4,88 Milliarden, das 5,8-Fache des bereinigten EBITDA.
Führung & Aktionäre neutral
Vorstandschef, Finanzchef, Betriebschef, Marketing- und Rechtschef binnen eines Jahres neu; der Vorstandschef kaufte am 12.08.2026 Aktien für rund 248.000 US-Dollar, Großaktionär H Partners sitzt seit Mai 2026 mit seinem Gründer im Verwaltungsrat.

Six Flags ist die Anker-Falle in Reinform: Nach rund 70 Prozent Kursverlust binnen eines Jahres wirkt der Kursrückgang wie eine Gelegenheit, doch nach der Fusion mit Cedar Fair wurden rund 1,46 Milliarden US-Dollar Firmenwerte und Marken der alten Six Flags abgeschrieben, das Eigenkapital lag zum 28.06.2026 bei 114,7 Millionen, und die Zinsen übersteigen den Betriebsgewinn vor Sonderposten. Die verkleinerten Parks laufen 2026 wieder besser. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Substanzrisiko

Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.

Die Parks sind echt, die Marken bekannt, und das zweite Quartal 2026 zeigt eine operative Besserung. Für die Einstufung entscheidet aber die Finanzierung: 2025 deckte das operative Ergebnis vor Wertminderungen den Zinsaufwand nur zu rund 40 Prozent, das Eigenkapital ist auf 1,5 Prozent der Bilanzsumme geschrumpft, und im Januar 2027 kommt eine Zahlung von rund 367 Millionen hinzu. Einen Hinweis auf Zweifel am Fortbestand enthält der Quartalsbericht nicht; Liquidität und Kreditauflagen sind laut Unternehmen gesichert, die nächste Anleihe wird erst 2028 fällig. Offene Prüfpunkte: Wie finanziert Six Flags den Georgia-Kauf, und wie lief der Herbst? Die Entscheidung liegt bei dir.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Six Flags kam über den Reddit-Hype-Scan vom 17.10.2026 auf die Rechercheliste; am 13.10.2026, dem Handelstag nach dem tödlichen Unfall in Six Flags Over Georgia, wurden 14,6 Millionen Aktien gehandelt, rund das Sechsfache des Durchschnitts der 50 Handelstage davor (2,44 Millionen). Jüngster Periodenbericht ist das 10-Q zum 28.06.2026 (eingereicht 06.08.2026); alle Einreichungen bis zum 17.10.2026 sind ausgewertet (zuletzt Form 4 vom 12.08.2026 und Schedule 13G/A vom 14.08.2026). Der Quartalsbericht zum dritten Quartal 2026 lag am 17.10.2026 noch nicht vor.
  • Verwechslungsgefahr: Die heutige Six Flags Entertainment Corporation (CIK 0001999001) ist nicht die alte, bis Juni 2024 börsennotierte Six Flags; sie ist die Nachfolgegesellschaft aus der Fusion mit Cedar Fair, L.P. (CIK 0000811532). Bilanziell gilt Cedar Fair als Käufer; Zahlen bis Juni 2024 zeigen nur Cedar Fair.
  • Börsenwert (rund 830 Mio. US-Dollar) aus 102.316.312 Aktien (Deckblatt 10-Q, Stand 31.07.2026) und dem Schlusskurs vom 16.10.2026 (8,11 US-Dollar). Gegenprobe mit dem Kaufkurs des Vorstandschefs laut Form 4 vom 12.08.2026 (15,80 US-Dollar): rund 1,62 Mrd.; die aus den Fundamentaldaten Ende Juli 2026 abgeleitete Aktienzahl (rund 100,2 Mio.) weicht um rund 2 Prozent ab. Kurse und Handelsvolumen: Börsen-Schlusskurse der NYSE.
  • Zinsdeckung ist eigene Rechnung: operatives Ergebnis 2025 (−1.375,0 Mio. US-Dollar) zuzüglich Wertminderungen auf Firmenwerte und Marken (1.518,1 Mio.) = 143,1 Mio., geteilt durch den Zinsaufwand (360,0 Mio.). Die Restrechnung zur Georgia-Zahlung (65 bis 115 Mio.) ist eine Größenordnung aus bereinigtem EBITDA der letzten zwölf Monate und den Unternehmensangaben zu Investitionen, Zins- und Steuerzahlungen 2026, ohne Ausschüttungen an Parkpartner und Veränderungen im Umlaufvermögen. Das bereinigte EBITDA ist eine Unternehmenskennzahl ohne US-GAAP-Definition.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 17. Oktober 2026. Was sich seitdem bei FUN geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

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Häufige Fragen

Six Flags Entertainment Corporation (NYSE: FUN) aus Charlotte, North Carolina, ist nach eigener Darstellung der größte Betreiber regionaler Freizeitparks in Nordamerika. Zum August 2026 betrieb sie 20 Freizeitparks, 14 Wasserparks und neun Resorts in den USA, Kanada und Mexiko, darunter Cedar Point und Six Flags Magic Mountain. 2025 kamen 47,4 Millionen Besuche und 3.100,3 Millionen US-Dollar Umsatz zusammen.

Cedar Fair, L.P. und die alte Six Flags schlossen sich am 1. Juli 2024 zusammen. Daraus entstand eine neue Gesellschaft (SEC-Kennnummer CIK 0001999001), die den Namen Six Flags trägt und unter Cedar Fairs altem Kürzel FUN an der NYSE gehandelt wird. Bilanziell gilt Cedar Fair als Käufer; die Zahlen bis Juni 2024 zeigen deshalb nur Cedar Fair.

Zum 28.06.2026 schuldete Six Flags vor Abzug von Finanzierungskosten rund 5,0 Milliarden US-Dollar: einen Bankkredit über 1,48 Milliarden, fünf Anleihen über zusammen 3,45 Milliarden und 90 Millionen aus der Kreditlinie. Nach Abzug von 134,5 Millionen Barmitteln blieben 4,88 Milliarden Nettoschulden, das 5,8-Fache des bereinigten Betriebsergebnisses vor Abschreibungen der letzten zwölf Monate.

Vom Schlusskurs von 26,74 US-Dollar am 27.10.2025 fiel die Aktie bis zum 16.10.2026 auf 8,11 US-Dollar. Im dritten Quartal 2025 schrieb Six Flags 1.518,1 Millionen auf Firmenwerte und Marken ab, 2025 endete mit 1.599,1 Millionen Verlust. Am 13.10.2026 fiel der Kurs nach einem tödlichen Unfall in Six Flags Over Georgia um rund 14 Prozent.

Six Flags hat die Kaufoption für die restlichen 68,5 Prozent der Anteile an Six Flags Over Georgia gezogen. Laut Quartalsbericht zum 28.06.2026 wären beim damaligen Stand 367,2 Millionen US-Dollar an den Kommanditisten zu zahlen, vollzogen wird der Kauf im Januar 2027. Die Barmittel lagen zum selben Stichtag bei 134,5 Millionen; aus der Kreditlinie waren 702,8 Millionen abrufbar.

Nein. Laut Quartalsbericht zum 28.06.2026 hat Six Flags keine Dividende beschlossen und plant derzeit auch keine, weil Schuldenabbau und Investitionen in die Parks Vorrang haben. Die Kreditverträge begrenzen Ausschüttungen zusätzlich, solange die Verschuldung hoch ist. Cedar Fair hatte vor der Fusion als Kommanditgesellschaft Ausschüttungen gezahlt, nach dem 02.11.2023 zusammen 0,90 US-Dollar je Anteil.

Zum Schlusskurs vom 16.10.2026 (8,11 US-Dollar) lag der Börsenwert bei rund 830 Millionen US-Dollar, gerechnet auf 102,3 Millionen Aktien. Das ist etwa das 0,27-Fache des Umsatzes der letzten zwölf Monate. Mit 4,88 Milliarden Nettoschulden ergibt sich ein Unternehmenswert von rund 5,7 Milliarden, etwa das 6,8-Fache des bereinigten Betriebsergebnisses vor Abschreibungen. Ein KGV gibt es wegen der Verluste nicht.

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