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Marktampel als Kaufsperre im Rücktest: Rendite sinkt von 15,51 auf 13,01 bis 13,63 Prozent pro Jahr

Marktampel als Kaufsperre im Rücktest: Rendite sinkt von 15,51 auf 13,01 bis 13,63 Prozent pro Jahr

Darf man neue Aktien nur dann kaufen, wenn der S&P 500 im Aufwärtstrend steht — und sonst gar nicht, ohne dass sich am Verkauf etwas ändert? Wir haben diese Regel als reine Kaufsperre über den fertigen Qullamaggie-Swingtrading-Rücktest gelegt (4.400 Trades, 1976–2026, Depot-Simulation ab 1993) und mit drei vorregistrierten Trendfiltern getestet, dazu als Langfrist-Kontrast über die 19.914 Trades des GLB-Kombi-Rücktests. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die Rendite sinkt in allen drei Filterarmen — von 15,51 auf 13,01, 13,63 und 13,49 Prozent pro Jahr —, weil die gesperrten Trades im Schnitt profitabel waren (plus 2,78 bis 3,09 Prozent je Trade). Bezahlt wird die Sperre vor allem in den Bärenjahren, weil starke Swing-Setups gerade dann liefen, wenn der Index selbst fiel. Der einzige Gewinn: Bei zwei der drei Filter sinkt der größte Rückschlag der Kapitalkurve von 23,21 auf 7,05 bzw. 8,30 Prozent — Ruhe kostet rund zwei Prozentpunkte Rendite im Jahr. Der träge 200-Tage-Filter bringt diesen Vorteil gar nicht erst.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 14 Min. Lesezeit
Marktampel als Kaufsperre im Rücktest: Rendite sinkt von 15,51 auf 13,01 bis 13,63 Prozent pro Jahr
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Fast jede Handelsstrategie mit Ausbruchs- oder Momentum-Signalen wird irgendwann um denselben Zusatz ergänzt: „aber kaufen nur, wenn der Gesamtmarkt im Aufwärtstrend steht." Die Idee ist so verbreitet, dass sie kaum noch begründet wird — ein Trendfilter auf den Index, oft der 200-Tage-Durchschnitt, soll die Käufe aus den schlechten Marktphasen heraushalten und dem Depot Ruhe verschaffen.

Wir haben diese Regel nicht neu gebaut, sondern als reine Kaufsperre über einen bereits fertig gerechneten Rücktest gelegt: den Qullamaggie-Swingtrading-Rücktest mit 4.400 Trades von 1976 bis 2026 und einer Depot-Simulation ab 1993. Verkauft wird in jedem Arm exakt wie vorher; verändert wird ausschließlich, ob ein Kauf überhaupt zustande kommt. Drei Trendfilter standen vor der Messung fest. Das Ergebnis ist eindeutig — und es fällt gegen die verbreitete Erwartung aus.

Die These: Aktien nur kaufen, wenn der Markt im Aufwärtstrend ist

Die Marktampel zeigt an, ob der S&P 500 im Aufwärtstrend steht (grün) oder nicht (rot). Getestet wird sie hier nicht als Verkaufssignal, sondern ausschließlich als Kaufsperre: Neue Positionen werden nur eröffnet, wenn die Ampel grün ist; bereits offene Positionen laufen unverändert nach der Ausstiegsregel des Basis-Rücktests weiter.

Drei Filter-Definitionen, alle vor der Messung registriert — kein Parameter-Sweep, keine Nachoptimierung:

  • FA (streng). Der gleitende 10-Tage-Durchschnitt liegt über dem 20-Tage-Durchschnitt UND der Schlusskurs liegt über dem 10-Tage-Durchschnitt.
  • FB (milder). Der gleitende 10-Tage-Durchschnitt liegt über dem 20-Tage-Durchschnitt UND der Schlusskurs liegt über dem 20-Tage-Durchschnitt.
  • FC (träger Literatur-Vergleich). Der Schlusskurs liegt über dem 200-Tage-Durchschnitt — der Klassiker aus der Trendfolge-Literatur.
  • F0. Ungefiltert, zum Vergleich.

Maßgeblich ist immer der Ampel-Stand am letzten Handelstag strikt vor dem Kauftag (T−1) — kein Blick in die Zukunft. Testfeld ist der fertige Qullamaggie-Rücktest (4.400 Trades, Depot-Simulation ab 1993, Indexreihe vom 29. Januar 1993 bis 24. Juli 2026). Der GLB-Kombi-Rücktest mit 19.914 Trades dient nur als Langfrist-Kontrast auf Einzeltrade-Ebene — dort läuft keine eigene Depot-Simulation mit Kaufsperre.

Das Ergebnis: Die Rendite sinkt in allen drei Filterarmen

ArmAngebotenGenommenEndkapitalRendite p. a.Größter Rückschlag
F0 (ohne Filter)4.3592.60712.520.840 $15,51 %−23,21 %
FA (streng)2.1221.3936.023.332 $13,01 %−7,05 %
FB (milder)2.4561.5387.225.390 $13,63 %−8,30 %
FC (200-Tage)3.0842.0346.933.348 $13,49 %−23,52 %
S&P 500 (Buy-and-Hold)+2.964,0 % gesamt10,76 %

Depot mit Kaufsperre, 29.01.1993 bis 24.07.2026 (33,50 Jahre, gekapptes Indexfenster).

Alle drei Filterarme schlagen den S&P 500 (10,76 Prozent pro Jahr) weiterhin deutlich — aber sie schlagen die ungefilterte Variante F0 nicht. Die Kaufsperre nimmt dem Depot zwischen 1,88 und 2,50 Prozentpunkte Rendite pro Jahr, je nach Filter. Ein Trendfilter, der den Markt weiter schlägt, aber die eigene Strategie schwächt, ist kein Vorteil, sondern eine teure Bremse.

Wohin geht die verlorene Rendite? Die gesperrten Trades waren profitabel

ArmGesperrte TradesØ Rendite je TradeMedianTrefferquote
FA2.237+2,79 %−0,57 %46,0 %
FB1.903+2,78 %−0,61 %45,4 %
FC1.275+3,09 %−0,15 %49,25 %

Signale, die wegen roter Ampel nie gekauft wurden.

Die Kaufsperre trifft keine wertlose Teilmenge des Signalvorrats: Die gesperrten Trades wären im Schnitt profitabel gewesen — zwischen 2,78 und 3,09 Prozent je Trade, bei FC sogar mit der höchsten Trefferquote aller drei Arme (49,25 Prozent). Der Grund ist einfach: Die Kaufsperre filtert nicht gezielt schlechte Setups heraus, sie filtert Setups nach dem Zustand des Gesamtmarkts, unabhängig von deren eigener Qualität. Ein gutes Signal in rotem Marktumfeld ist immer noch ein gutes Signal.

Der einzige Gewinn: Ruhe in den Bärenjahren — und auch nur bei zwei von drei Filtern

ArmØ BärenjahreØ übrige Jahre
F042,52 %10,62 %
FA21,23 %11,50 %
FB25,40 %11,30 %
FC25,02 %11,99 %

Depotrendite in Bärenjahren gegen übrige Jahre (Durchschnitt; sieben Bärenjahre: 2000–2003, 2008, 2020, 2022).

Der Renditeverlust steckt fast vollständig in den Bärenjahren. In ruhigen Jahren unterscheiden sich die Arme kaum (10,6 bis 12,0 Prozent) — die Filterarme liegen dort sogar leicht vorn. In den sieben Bärenjahren aber fällt die Rendite auf rund die Hälfte bis knapp drei Fünftel des ungefilterten Werts (FA 49,9 Prozent, FC 58,9 Prozent, FB 59,7 Prozent von F0). Der Grund ist der unbequeme Kern dieser Studie: Die kräftigsten Swing-Setups des gesamten Zeitraums liefen in der Baisse 2000 bis 2002, während der S&P 500 selbst fiel — die Ampel stand da rot und sperrte genau diese Käufe. Im Jahr 2000 kommt das ungefilterte Depot auf 111,3 Prozent, FA nur auf 25,2 Prozent.

Der Rückschlag auf der realisierten Kapitalkurve zeigt dafür den erhofften Effekt — bei zwei der drei Filter:

ArmGrößter RückschlagDatum
F0−23,21 %15.06.2012
FA−7,05 %08.05.2008
FB−8,30 %25.01.2001
FC−23,52 %25.05.2012

FA und FB drücken den größten Rückschlag von gut minus 23 Prozent auf minus 7 bzw. minus 8 Prozent — ein Depot mit spürbar ruhigerem Kapitalverlauf. Das kostet knapp 2 bis 2,5 Prozentpunkte Rendite pro Jahr. Der träge 200-Tage-Filter FC bringt diesen Ruhe-Effekt gar nicht erst: Sein Rückschlag bleibt mit minus 23,52 Prozent praktisch identisch zum ungefilterten F0 — FC senkt die Rendite, ohne den Rückschlag zu verbessern. Das ist der schlechteste denkbare Tausch.

Auf Einzeltrade-Ebene trennt die Ampel bei kurzen Swing-Trades kaum

Armgrün Ngrün Ø Renditegrün Trefferquoterot Nrot Ø Renditerot Trefferquote
FA2.1222,81 %45,33 %2.2372,79 %46,0 %
FB2.4562,82 %45,89 %1.9032,78 %45,4 %
FC3.0752,68 %44,2 %1.2753,09 %49,25 %

Qullamaggie-Einzeltrades gesamt, grün gegen rot (4.400 Trades; bei FC bleiben 9 Trades im Warm-up unbestimmt).

Bei den kurzen Swing-Trades liegen grüne und rote Phasen fast deckungsgleich beieinander — bei FA und FB praktisch identisch (2,81 gegen 2,79 Prozent bzw. 2,82 gegen 2,78 Prozent). Bei FC dreht sich das Bild sogar um: Rote Trades schneiden im Schnitt besser ab als grüne (3,09 gegen 2,68 Prozent). Auf Einzeltrade-Ebene trägt die Marktampel bei kurzen Haltedauern also praktisch keine Trennkraft.

Beim Langfrist-Kontrast trennt die Ampel deutlich

Armgrün Ngrün Ø Renditegrün Trefferquoterot Nrot Ø Renditerot Trefferquote
FA9.6438,46 %44,71 %7.7306,61 %41,35 %
FB11.5448,07 %44,18 %5.8296,79 %41,29 %
FC15.2338,20 %43,98 %1.9613,70 %37,33 %

GLB-Kombi-Rücktest, Langfrist-Kontrast, grün gegen rot (19.914 Trades).

Anderes Bild beim GLB-Kombi-Rücktest, der deutlich längere Haltedauern kennt: Hier ist Grün in allen drei Armen klar besser als Rot — am deutlichsten beim trägen 200-Tage-Filter FC (8,20 gegen 3,70 Prozent, ein Abstand von 4,5 Prozentpunkten). Der Unterschied zwischen den beiden Testfeldern ist die eigentliche Erkenntnis dieses Kapitels: Trendfilter trennen auf langen Haltedauern, nicht auf kurzen. Ein Swing-Trade ist meist schon wieder geschlossen, bevor sich der übergeordnete Markttrend überhaupt auf ihn auswirken könnte; eine Langfrist-Position dagegen läuft lange genug mit, dass der Zustand des Gesamtmarkts durchschlägt.

Whipsaw — wie oft wechselt die Ampel die Farbe?

ArmWechsel pro JahrGrün-Anteil der TageØ Dauer GrünphaseØ Dauer Rotphase
FA34,045,7 %6,8 Tage8,0 Tage
FB23,254,4 %11,8 Tage9,9 Tage
FC6,577,2 %59,4 Tage17,7 Tage

Farbwechsel und Verweildauer je Filter, 1993 bis 2026.

Der strenge Filter FA wechselt 34-mal pro Jahr die Farbe — im Schnitt alle anderthalb Wochen ein neuer Zustand, bei nur 45,7 Prozent grünen Tagen. Der mildere FB wechselt 23-mal im Jahr (54,4 Prozent Grün-Anteil). Der träge 200-Tage-Filter FC wechselt nur 6,5-mal im Jahr und bleibt 77,2 Prozent der Zeit grün — mit Grünphasen von im Schnitt rund 59 Handelstagen, also knapp drei Monaten.

Dieses Muster erklärt auch, warum FC den Ruhe-Effekt der beiden anderen Filter nicht bringt: Wer 77 Prozent der Zeit ohnehin grün geschaltet ist, kann mit der verbleibenden roten Zeit keinen nennenswerten Rückschlagsschutz mehr aufbauen. FC sperrt zu selten, um zu schützen — aber oft genug, um Rendite zu kosten.

Einordnung — passt das Ergebnis zur Erwartung aus der Literatur?

Nur zur Hälfte. Die verbreitete Erwartung an Trendfilter — geringere Rendite gegen geringeres Risiko — bestätigt sich beim Rückschlag: FA und FB drücken den größten Kapitalkurven-Rückschlag von gut 23 auf 7 bzw. 8 Prozent, ein realer Ruhegewinn. Der Rendite-Nutzen bleibt dagegen aus: In keinem der drei Arme, unter keiner Filterdefinition, schlägt die Kaufsperre das ungefilterte Depot. Und ausgerechnet der träge 200-Tage-Filter, der in der Literatur oft als der robusteste Langfristfilter gilt, liefert hier weder Rendite noch Ruhe.

Für die Praxis heißt das: Wer Kontoruhe sucht und bereit ist, dafür rund zwei Prozentpunkte Rendite pro Jahr abzugeben, findet sie mit FA oder FB. Wer auf Rendite optimiert, findet in keinem der drei Filter einen Vorteil gegenüber einem ungefilterten Ansatz — die Marktampel als Kaufsperre bringt hier keinen Renditevorteil.

Wie wir gerechnet haben

  • T−1-Regel. Maßgeblich für den Kauftag T ist der Ampel-Stand am letzten Index-Handelstag STRIKT VOR T — kein Blick in die Zukunft. Geprüft an einer Selbstprüfung (Kauftag 26.04.1994, T−1 = 25.04.1994) und an einer Nicht-Handelstag-Probe (Kauftag 22.03.2020, ein Sonntag, T−1 fällt korrekt auf den 20.03.2020).
  • Warm-up. Solange ein gleitender Durchschnitt noch nicht berechenbar ist, gilt die Ampel als unbestimmt und sperrt NICHT: 19 Handelstage bei FA/FB, 199 bei FC (rund 2,4 Prozent der Indexreihe).
  • Kaufsperre ohne Nachkauf. Ein gesperrtes Signal verfällt vollständig — es gibt keinen automatischen Nachkauf, sobald die Ampel auf Grün springt.
  • Post-hoc-Partition, leicht konservativ für die Filterarme. Die Kaufsperre entfernt Trades aus der bereits fertigen F0-Trade-Liste; ein Folgesignal, das im F0-Lauf durch eine offene Position verdrängt wurde, bleibt auch dann verdrängt, wenn diese Position im Filterarm nie eröffnet worden wäre. Das drückt die Ergebnisse der Filterarme tendenziell leicht nach unten.
  • Fensterkonvention. Die Hauptzahlen laufen über das gekappte Indexfenster (33,50 Jahre, 29.01.1993 bis 24.07.2026) — derselbe Nenner wie beim S&P-500-Vergleichswert. Unter der abweichenden Trade-Fenster-Konvention der Qullamaggie-Studie (33,33 Jahre ab dem ersten Einstieg) ergibt sich für F0 eine Rendite von 15,59 statt 15,51 Prozent pro Jahr — identische Rechnung, andere Fensterlänge; als Regressions-Gate gegen die Ursprungsstudie geprüft.
  • Größter Rückschlag bezieht sich auf die realisierte Kapitalkurve; Buchgewinne offener Positionen zählen im Profil-Proxy nicht mit.
  • Kein Parameter-Sweep, keine Nachoptimierung. Die vier Arme (F0, FA, FB, FC) waren vor der Messung registriert.
  • Datenbasis. Indexkursreihe (adjustierter Schlusskurs) vom 29.01.1993 bis 24.07.2026, 8.428 Handelstage, aus unserem eigenen Kursbestand. Testfeld: der fertige Qullamaggie-Swingtrading-Rücktest (4.400 Trades) für die Depot-Simulation mit Kaufsperre; der GLB-Kombi-Rücktest (19.914 Trades) zusätzlich als Langfrist-Kontrast auf Einzeltrade-Ebene.

Was diese Studie nicht sagt

  • Die Ampel wurde ausschließlich als Kaufsperre getestet — nicht als Verkaufssignal. Ob ein Ausstieg bei Rot-Schaltung das Ergebnis verbessert oder verschlechtert, ist eine andere Frage und nicht Teil dieser Messung.
  • Kein Parameter-Sweep. Andere Schwellen (etwa andere Durchschnittslängen) könnten anders abschneiden — genau das wurde bewusst nicht ausprobiert, um Nachoptimierung zu vermeiden.
  • Der GLB-Kombi-Vergleich ist eine Einzeltrade-Auswertung nach Ampel-Farbe, keine eigene Depot-Simulation mit Kaufsperre — er zeigt eine Tendenz (Trendfilter wirken auf lange Haltedauern), ist aber nicht direkt mit den Depot-Kennzahlen der ersten Tabelle vergleichbar.
  • Die Post-hoc-Partition arbeitet leicht zulasten der Filterarme (siehe Methodik) — die tatsächliche Lücke zu F0 könnte in der Praxis marginal kleiner ausfallen.
  • Das Ergebnis hängt am Testfeld. Gemessen wurde auf einer kurzfristigen Swing-Strategie; für andere Haltedauern zeigt schon der Langfrist-Kontrast ein anderes Bild.
  • Ein Rücktest ist keine Vorhersage. Diese Studie ist Marktforschung, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung.

Was wir daraus (nicht) gebaut haben

Aus diesem Rücktest entsteht kein Live-Scanner und keine neue Regel für unsere geprüften Signale. Eine Kaufsperre, die in allen drei geprüften Fassungen Rendite kostet und nur in zwei von drei Fassungen überhaupt Ruhe liefert, ist kein Signal, sondern eine Risikoentscheidung — und die gehört dem Anleger, nicht dem Scanner.

Was bleibt, ist eine brauchbare Faustregel: Je länger die geplante Haltedauer, desto eher lohnt ein Trendfilter. Bei kurzen Swing-Trades ist der Marktzustand am Kauftag fast belanglos; bei Positionen, die Monate laufen, trennt er sehr wohl. Wer die zugrunde liegende Strategie kennenlernen will, findet sie in der Qullamaggie-Studie.

Häufige Fragen

Ob eine „Marktampel" — grün, wenn der S&P 500 im Aufwärtstrend steht, sonst rot — als reine Kaufsperre für neue Positionen etwas bringt. Getestet werden drei vorregistrierte Trendfilter (FA streng, FB milder, FC träger 200-Tage-Filter) über den fertigen Qullamaggie-Swingtrading-Rücktest (4.400 Trades). Verkäufe bleiben in jedem Arm unverändert, maßgeblich ist immer der Ampel-Stand am Vortagesschluss (T−1), ohne Blick in die Zukunft.

Der S&P 500 (10,76 Prozent pro Jahr) wird in allen drei Filterarmen weiterhin geschlagen. Gegen das ungefilterte Depot verliert die Kaufsperre aber in jedem Arm: 13,01 Prozent (FA), 13,63 Prozent (FB) und 13,49 Prozent (FC) gegenüber 15,51 Prozent ohne Filter (F0).

Nur bei zwei der drei Filter. FA drückt den größten Rückschlag der Kapitalkurve von minus 23,21 auf minus 7,05 Prozent, FB auf minus 8,30 Prozent — ein spürbarer Ruhegewinn. Der träge 200-Tage-Filter FC bringt diesen Effekt nicht: sein Rückschlag bleibt mit minus 23,52 Prozent praktisch auf dem Niveau des ungefilterten Depots.

Weil einige der kräftigsten Qullamaggie-Swing-Setups des gesamten Zeitraums während der Baisse 2000 bis 2002 auftraten, während der S&P 500 selbst fiel. Die Ampel stand in dieser Phase rot und sperrte genau diese Käufe — die Depotrendite in den sieben Bärenjahren fällt dadurch von 42,52 Prozent (F0) auf 21,23 bis 25,40 Prozent in den drei Filterarmen.

Bei kurzen Swing-Trades kaum: Grüne und rote Trades liegen im Qullamaggie-Rücktest fast gleichauf (2,81 gegen 2,79 Prozent bei FA), bei FC schneiden rote Trades im Schnitt sogar besser ab. Beim Langfrist-Kontrast GLB-Kombi dagegen trennt die Ampel deutlich — vor allem bei FC (8,20 gegen 3,70 Prozent). Trendfilter wirken offenbar auf lange Haltedauern, nicht auf kurze.

FA wechselt 34-mal pro Jahr (45,7 Prozent Grün-Anteil, im Schnitt 6,8 Tage grün und 8,0 Tage rot am Stück), FB 23-mal (54,4 Prozent Grün-Anteil), der träge FC-Filter nur 6,5-mal pro Jahr bei 77,2 Prozent Grün-Anteil und Grünphasen von im Schnitt rund 59 Handelstagen, also knapp drei Monaten.

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