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Copper Giant meldet rund 50 Prozent mehr Kupfer — auf gleicher Basis sind es 23, und die Aktienzahl hat sich versechzehnfacht

Copper Giant meldet rund 50 Prozent mehr Kupfer — auf gleicher Basis sind es 23, und die Aktienzahl hat sich versechzehnfacht

Rund 50 Prozent mehr Kupfer, meldete Copper Giant (TSXV: CGNT, OTCQX: CGNRF) am 14. Oktober 2026 für seine Mocoa-Lagerstätte in Kolumbien. Rechnet man mit dem alten Grenzwert, sind es 23 Prozent, und der Gehalt ist von 0,51 auf 0,45 Prozent Kupferäquivalent gesunken; die neue Schätzung unterstellt zudem höhere Metallpreise. Bezahlt wird das Wachstum mit Aktien: von 16,2 Millionen Ende 2023 auf 262,5 Millionen im August 2026. Wir legen Tonnen, Gehalt und Kasse nebeneinander.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 19 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 23. Oktober 2026

Schlusskurs
0,84 C$ 0,00 %
Marktkapitalisierung
0,2 Mrd. C$
AAQS
0/10

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

Copper Giant meldet rund 50 Prozent mehr Kupfer — auf gleicher Basis sind es 23, und die Aktienzahl hat sich versechzehnfacht
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & Abschlüsse des Unternehmens (SEDAR+)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 0,195 C$ bis 1,50 C$ · Letzter Kurs: 0,84 C$ (Stand: 23. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Was passiert in deinem Kopf, wenn du „1,6 Milliarden Tonnen“ liest? Bei den meisten von uns springt ein Bild an: ein Berg aus Kupfer, ein Schatz, eine Zahl, die man sich gar nicht vorstellen kann. Genau das ist der Trick großer Zahlen. Sie fühlen sich an wie Reichtum, lange bevor jemand ausgerechnet hat, was darin steckt. Nennen wir es die Milliarden-Falle — die Größe einer Zahl ersetzt die Frage nach ihrem Inhalt.

Copper Giant ist ein Musterfall dafür. Die kanadische Gesellschaft bohrt im Süden Kolumbiens an einer Lagerstätte, die sie selbst zu den größten unerschlossenen Kupfer-Molybdän-Vorkommen Amerikas zählt, und meldete am 14. Oktober 2026, die geschätzte Ressource sei auf 1,6 Milliarden Tonnen gewachsen. Das ist echt, unabhängig berechnet und nach kanadischem Standard veröffentlicht. Nur: Eine Tonne Gestein ist noch kein Kupfer. Entscheidend sind der Gehalt, die Kosten und die Frage, wer am Ende wie viele Stücke vom Kuchen hält.

Das ist das Spannungsfeld dieser Analyse: Tonnen gegen Gehalt — und Wachstum gegen Verwässerung. Also lassen wir die Überschrift beiseite und lesen gemeinsam die Ressourcenmeldung, den Zwischenabschluss und den Lagebericht. Danach entscheidest du selbst, was die Zahl wert ist.

Was Copper Giant eigentlich besitzt

Copper Giant Resources Corp. wurde am 5. Juni 2008 nach dem Recht von British Columbia gegründet, Sitz ist Vancouver. Bis zum 1. Mai 2025 hieß die Gesellschaft Libero Copper & Gold Corporation; seitdem handelt sie an der TSX Venture Exchange unter dem Kürzel CGNT. Sie bezeichnet sich als Teil der Fiore Group, einer privaten kanadischen Unternehmensgruppe aus dem Rohstoffsektor. Umsatz hat sie keinen, Reserven auch nicht. Was sie hat, ist ein Projekt.

Dieses Projekt heißt Mocoa und liegt im Departamento Putumayo, rund zehn Kilometer nördlich der Stadt Mocoa, nahe der Grenze zu Ecuador. Entdeckt wurde die Lagerstätte 1973 bei einer geochemischen Erkundung der Vereinten Nationen und der kolumbianischen Regierung; später bohrte dort B2Gold. 2018 kaufte die damalige Libero das Projekt von B2Gold für 208.000 eigene Aktien und eine Lizenzgebühr von 2 Prozent auf die späteren Netto-Hüttenerlöse; eine weitere von 1 Prozent liegt beim Vorbesitzer AngloGold Ashanti. Zusammen gehen also 3 Prozent der Netto-Hüttenerlöse an Dritte, bevor ein Aktionär etwas sieht.

Mocoa ist eine Porphyr-Lagerstätte. Das Bild dazu: Kein dicker Erzgang wie im Goldrausch-Film, sondern ein riesiger Block Gestein, in dem feine Kupfer- und Molybdän-Minerale verteilt sind wie Rosinen in einem sehr großen Hefezopf. Solche Lagerstätten liefern einen großen Teil des Kupfers der Welt — aber nur, wenn man sie in gewaltigem Maßstab und billig abbauen kann. Deshalb zählt bei ihnen jedes Hundertstel Prozent Gehalt.

Die Zahlen nach dem kanadischen Standard NI 43-101, Stichtag 24. September 2026, erstellt vom unabhängigen Beratungshaus APEX Geoscience:

  • Angezeigt (indicated): 290 Millionen Tonnen zu 0,54 Prozent Kupferäquivalent, darin 2,13 Milliarden Pfund Kupfer und 240 Millionen Pfund Molybdän.
  • Vermutet (inferred): 1,60 Milliarden Tonnen zu 0,40 Prozent Kupferäquivalent, darin 9,36 Milliarden Pfund Kupfer und 0,89 Milliarden Pfund Molybdän; davon 120 Millionen Tonnen unterhalb der gedachten Grube für einen möglichen Untertageabbau.

„Vermutet“ heißt: Es gibt Bohrungen, aber zu wenige, um die Menge belastbar zu kennen. „Angezeigt“ ist eine Stufe sicherer. Erst eine Reserve ist der Teil, für den eine Wirtschaftlichkeitsstudie gezeigt hat, dass sich der Abbau lohnt. „Kupferäquivalent“ wiederum rechnet das Molybdän in Kupfer um, damit man zwei Metalle in einer Zahl ausdrücken kann. Zur Einordnung, wie eine Kupfermine aussieht, die tatsächlich produziert: Das haben wir in unserer Analyse zu Freeport-McMoRan beschrieben.

Rund um das Projekt hat Copper Giant in den vergangenen zwölf Monaten einige Hausaufgaben erledigt. Im Oktober 2025 schloss die Tochter Libero Cobre eine verbindliche Vereinbarung mit dem indigenen Volk der Inga Condagua nach dem Verfahren der vorherigen Konsultation (Consulta Previa). Am 28. April 2026 genehmigte die nationale Bergbaubehörde ANM die Zusammenlegung der Titel FJT-131 und FJT-141 zu einer einzigen Konzession — mit einer neu gestarteten Explorationsphase. Und im September 2026 legte das Beratungshaus Mira Geoscience eine Zielstudie vor: Ein lernendes Vorhersagemodell (ein sogenanntes Random-Forest-Verfahren) lieferte 34 Punkte, die das Unternehmen zu 17 Zielgebieten zusammenfasste und selbst gewichtete — 13 davon außerhalb der bekannten Ressource und ihrer vermuteten Fortsetzungen.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2018

    Mocoa von B2Gold gekauft

    Für 208.000 Aktien und eine Lizenzgebühr von 2 Prozent; weitere 1 Prozent bleiben bei AngloGold Ashanti. Der Grundstein für alles Weitere — und für 3 Prozent, die vor den Aktionären abgehen.

  2. 2024

    Aktien zehn zu eins zusammengelegt

    Im Februar 2024 wurden je zehn alte zu einer neuen Aktie. Ende 2023 gab es danach rechnerisch 16,2 Millionen Aktien, Ende 2024 bereits 57,3 Millionen.

  3. 2025

    Aus Libero wird Copper Giant

    Neuer Name im Mai, Consulta Previa mit den Inga Condagua im Oktober, Ressource von 1,12 Milliarden Tonnen im November. Die Aktienzahl stieg auf 153,2 Millionen.

  4. 2026

    Denarius steigt ein, Trafigura sichert sich Konzentrat

    Platzierung über 31,0 Millionen kanadische Dollar zu 0,72 je Aktie am 21. August, dazu 20 Prozent der späteren Konzentrate für Trafigura. Danach 262,5 Millionen Aktien.

  5. 2026

    Ressource wächst, Gehalt sinkt

    Am 14. Oktober 290 Millionen Tonnen angezeigt und 1,6 Milliarden vermutet; beim alten Grenzwert sank der Gehalt von 0,51 auf 0,45 Prozent Kupferäquivalent. Die Vorstudie folgt laut Plan im vierten Quartal.

Warum es hier keinen Geschäftsbericht bei der US-Börsenaufsicht gibt

Von Copper Giant gibt es keinen Geschäftsbericht (10-K) und keinen Quartalsbericht (10-Q) bei der US-Börsenaufsicht SEC. Das ist für eine kanadische Gesellschaft mit Heimatbörse in Toronto normal und kein Warnsignal. Das US-Kürzel CGNRF handelt seit dem 9. September 2026 am OTCQX, dem obersten Segment des außerbörslichen US-Markts; vorher lief die Aktie dort am OTCQB als LBCMF.

Berichtet wird nach kanadischem Recht (National Instrument 51-102) über die Plattform SEDAR+: ein geprüfter Jahresabschluss mit Lagebericht — im Original „Management’s Discussion and Analysis“, kurz MD&A — und Zwischenabschlüsse je Quartal, die der Prüfer nicht testiert. Die Dokumente dieser Analyse stammen aus dem Spiegel der SEDAR+-Einreichungen bei OTC Markets und aus der Meldungsablage des Unternehmens. Unter jeder Zahl steht deshalb „Quelle: Fundamentaldaten & Abschlüsse des Unternehmens (SEDAR+)“.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

Auf die Rechercheliste kam Copper Giant über die Liste der bei wallstreet-online heiß diskutierten und gesuchten Aktien im Oktober 2026. Das ist ein Aufmerksamkeitssignal, kein Qualitätssignal. In Frankfurt handelt die Aktie unter 29H0 (ISIN CA21750C1014), die Preisbildung findet an der TSX Venture Exchange in kanadischen Dollar statt.

Warum die Aufmerksamkeit? Ein Blick auf den Kursverlauf erklärt es: Ende 2025 schloss die Aktie bei 0,49 kanadischen Dollar, am 8. September 2026 erreichte sie im Handel 1,48 — und am 23. Oktober 2026 stand sie wieder bei 0,84. Der Rückgang begann nicht erst mit der Ressourcenmeldung, aber er setzte sich danach fort: Am 14. Oktober schloss die Aktie bei 1,00, eine gute Woche später bei 0,84 kanadischen Dollar.

Unser hauseigener Aktien-Scanner ist für ein Unternehmen ohne Umsatz das falsche Werkzeug: Seine Qualitätsfilter arbeiten mit Gewinn, Marge und Cashflow. Die eine Kennzahl, die trotzdem etwas sagt, ist der Piotroski-Wert von 2 von 9 Punkten (Datenstand Quartal zum 30. Juni 2026) — eine finanziell kerngesunde Firma kommt auf 8 oder 9. Kursdaten und Kennzahlen findest du jederzeit auf unserer Aktienseite zu Copper Giant.

Zur Aktualität: Jüngster Periodenbericht ist der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2026, freigegeben am 28. August 2026. Danach folgten bis zum 25. Oktober 2026 vier Meldungen — der Wechsel an den OTCQX (9. September), die Zielstudie (16. September), Bohrergebnisse (22. September) und die neue Ressource (14. Oktober). Der Abschluss zum 30. September 2026 lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor; die Frist für Gesellschaften an der TSX Venture läuft 60 Tage nach Quartalsende.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Zuerst das, was wirklich beeindruckt. Copper Giant plante für 2026 23.000 Bohrmeter, mehr als 80 Prozent über dem Vorjahr und nach eigener Angabe das größte Explorationsprogramm der Firmengeschichte, und lässt inzwischen vier Bohrgeräte laufen. Die Ergebnisse tragen: Das Bohrloch MD-073 traf laut Meldung vom 22. September 2026 auf 804 Meter mit 0,56 Prozent Kupferäquivalent, darin 103 Meter mit 1,07 Prozent — gut doppelt so viel wie der Durchschnitt der damaligen Ressource von 0,51 Prozent. Rund 10.000 gebohrte Meter sind nach Unternehmensangabe in der neuen Schätzung noch gar nicht enthalten.

Auch die Bilanz ist für einen Explorer ordentlich. Zum 30. Juni 2026 standen 16,8 Millionen kanadische Dollar Kasse gegen nur 2,5 Millionen Verbindlichkeiten; Bankschulden gibt es nicht, und der Lagebericht schreibt, man plane derzeit keine Kreditfinanzierung. Nach dem Stichtag flossen weitere 31,0 Millionen aus der Platzierung bei Denarius Metals und anderen sowie 3,4 Millionen aus eingelösten Optionsscheinen und Optionen zu.

Jetzt die andere Hälfte. Umsatz: null. Der Nettoverlust lag 2024 bei 8,36 Millionen und 2025 bei 15,80 Millionen kanadischen Dollar; im ersten Halbjahr 2026 waren es schon 18,15 Millionen. Davon sind 9,19 Millionen Explorationskosten — das ist der Zweck des Unternehmens — und 7,65 Millionen Aktienoptionen, die zwar kein Geld kosten, aber Anteile. Operativ flossen 2024 rund 7,0 Millionen ab, 2025 rund 14,0 Millionen und im ersten Halbjahr 2026 rund 9,1 Millionen, davon 5,5 Millionen allein im zweiten Quartal.

Balkendiagramm von Copper Giant in Millionen kanadischen Dollar: Zufluss aus Finanzierung 8,3 (2024), 20,8 (2025) und 17,5 (erstes Halbjahr 2026) gegen operativen Mittelabfluss von 7,0, 14,0 und 9,1
Jedes Jahr holt Copper Giant mehr Geld über neue Aktien herein, als der Betrieb verbraucht: 8,3 gegen 7,0 Millionen kanadische Dollar 2024, 20,8 gegen 14,0 Millionen 2025 und 17,5 gegen 9,1 Millionen im ersten Halbjahr 2026. Nach dem 30. Juni 2026 kamen 31,0 Millionen aus der Denarius-Platzierung hinzu. Quelle: Fundamentaldaten & Abschlüsse des Unternehmens (SEDAR+). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das Muster ist typisch für einen Explorer, der seine Bohrungen ausweitet: Der Abfluss wächst, und er wird mit neuen Aktien gedeckt. Die zweite Grafik zeigt, was das für die Zahl der Anteilscheine bedeutet:

Balkendiagramm ausstehende Aktien von Copper Giant in Millionen: 16,2 Ende 2023, 57,3 Ende 2024, 153,2 Ende 2025, 212,6 am 30. Juni 2026, 262,5 am 28. August 2026 und 361,8 voll verwässert
Die Aktienzahl stieg von 16,2 Millionen Ende 2023 auf 262,5 Millionen am 28. August 2026 — das Sechzehnfache in weniger als drei Jahren. Mit allen Optionsscheinen und Optionen wären es rechnerisch 361,8 Millionen. Alle Werte nach der Zusammenlegung von zehn alten zu einer neuen Aktie im Februar 2024. Quelle: Fundamentaldaten & Abschlüsse und Lageberichte des Unternehmens (SEDAR+). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Das Bild der Verwässerung — dein Stück vom Kuchen wird kleiner, wenn mehr Leute am Tisch sitzen — ist hier wörtlich zu nehmen. Wer Ende 2023 ein Prozent der Firma besaß und nicht nachgekauft hat, hielt im August 2026 noch rund 0,06 Prozent. Das ist kein Vorwurf: Ein Explorer ohne Umsatz kann sich nur so finanzieren, und die Preise der Platzierungen sind gestiegen — von 0,20 kanadischen Dollar im Juli 2025 über 0,40 im Januar 2026 auf 0,72 im August 2026. Aber die Größe der Lagerstätte musst du immer durch die Zahl der Aktien teilen.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Jetzt die Stellen, die in keiner Überschrift stehen. Alle stammen aus den eigenen Dokumenten des Unternehmens.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Mehr Tonnen, weniger Gehalt

Die Meldung vom 14. Oktober 2026 nennt in der ersten Zeile ein Plus von „ungefähr 50 Prozent“ beim enthaltenen Kupfer. Das stimmt, wenn man die neue Schätzung bei ihrem neuen, niedrigeren Grenzwert von 0,15 Prozent mit der alten bei 0,25 Prozent vergleicht. Der Grenzwert ist die Linie, ab der Gestein als Erz zählt — senkt man ihn, wächst die Tonnage automatisch, und der Durchschnittsgehalt sinkt. Fairerweise rechnet das Unternehmen den Vergleich auf gleicher Basis selbst vor, weiter unten auf Seite 3 der Meldung:

„The Inferred grade at that cut-off is 0.45% CuEq* against 0.51% CuEq* in 2025.“

Übersetzung: „Der Gehalt der vermuteten Ressource liegt bei diesem Grenzwert bei 0,45 % Kupferäquivalent gegenüber 0,51 % im Jahr 2025.“

— Copper Giant Resources Corp., Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026 zur Mineralressource Mocoa, Seite 3

Markierte Stelle aus der Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026: Der Gehalt der vermuteten Ressource liegt beim alten Grenzwert bei 0,45 Prozent Kupferäquivalent gegenüber 0,51 Prozent im Jahr 2025
Seite 3 der Ressourcenmeldung: Beim selben Grenzwert von 0,25 Prozent sinkt der Gehalt der vermuteten Ressource von 0,51 auf 0,45 Prozent Kupferäquivalent; der Molybdängehalt fällt im selben Absatz von 0,039 auf 0,030 Prozent. Quelle: Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Auf gleicher Basis wächst das Kupfer in der Grube um 23 Prozent: 2,04 Milliarden Pfund angezeigt plus 7,29 Milliarden vermutet gegen 7,6 Milliarden vermutet im Jahr 2025. Die vermutete Tonnage bleibt dabei mit 1,13 Milliarden Tonnen fast gleich. Ein Teil der Erklärung ist Methodik: Die neue Schätzung ist „verdünnt“ gerechnet, also einschließlich des tauben Gesteins, das beim Abbau zwangsläufig mitkommt — die alte war es nicht. Das ist ehrlicher, macht den Gehalt aber kleiner. Unterm Strich ist Mocoa größer und besser bekannt als vor einem Jahr, aber im Durchschnitt nicht reicher.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Die Rechnung unterstellt höhere Metallpreise

Ob Gestein als Ressource zählt, hängt davon ab, ob man es zu bestimmten Preisen und Kosten „vernünftigerweise“ irgendwann abbauen könnte. Diese Annahmen haben sich zwischen den beiden Schätzungen deutlich verschoben:

„Economic assumptions used include US$4.75/lb Cu, US$25.00/lb Mo, process recoveries of 88% for Cu and 90% for Mo, a US$7/t processing cost, G&A costs of US$1.50/t, and a 3% NSR royalty.“

Übersetzung: „Die wirtschaftlichen Annahmen umfassen 4,75 US-Dollar je Pfund Kupfer, 25,00 US-Dollar je Pfund Molybdän, Ausbringungsraten von 88 % für Kupfer und 90 % für Molybdän, Verarbeitungskosten von 7 US-Dollar je Tonne, Verwaltungskosten von 1,50 US-Dollar je Tonne und eine Lizenzgebühr von 3 % auf die Netto-Hüttenerlöse.“

— Copper Giant Resources Corp., Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026, Anmerkung 6 zu Tabelle 1

Markierte Anmerkung 6 der Ressourcenmeldung vom 14. Oktober 2026: Annahmen von 4,75 US-Dollar je Pfund Kupfer, 25 US-Dollar je Pfund Molybdän, 7 US-Dollar Verarbeitungskosten je Tonne und 3 Prozent Lizenzgebühr
Anmerkung 6 der Ressourcenmeldung: Die Schätzung 2026 rechnet mit 4,75 US-Dollar je Pfund Kupfer und 25 US-Dollar je Pfund Molybdän sowie 7 US-Dollar Verarbeitungskosten je Tonne. Die Schätzung vom November 2025 nutzte laut Lagebericht 4,00 und 20 US-Dollar sowie 10 US-Dollar je Tonne. Quelle: Pressemitteilung vom 14. Oktober 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Zum Vergleich nennt der Lagebericht zum 30. Juni 2026 die Annahmen der Schätzung vom November 2025: 4,00 US-Dollar je Pfund Kupfer, 20 US-Dollar je Pfund Molybdän, Verarbeitungskosten von 10 US-Dollar je Tonne. Höhere Preise und niedrigere Kosten bedeuten: Ärmeres Gestein wird rechnerisch abbauwürdig, die Grube wird größer, der Grenzwert sinkt. Das ist kein Trick, sondern ein übliches Verfahren — und die Ausbringungsraten wurden sogar vorsichtiger (88 statt 90 Prozent beim Kupfer). Es heißt aber, dass ein Teil des Wachstums an den Kupfer- und Molybdänpreisen hängt. Fallen sie, schrumpft die Ressource auf dem Papier wieder.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Ohne fremdes Geld geht es nicht — und das Geld kostet Anteile

Die Kasse ist gut gefüllt, aber sie bleibt geliehen von der Zukunft — von künftigen Käufern neuer Aktien. Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2026 sagt es in seiner ersten Anhangangabe nüchtern:

„The Company has not generated revenue from operations to date and will require additional financing or outside participation to undertake further exploration and subsequent development of its mineral properties.“

Übersetzung: „Die Gesellschaft hat bisher keine Umsätze aus dem Geschäftsbetrieb erzielt und benötigt zusätzliche Finanzierung oder eine Beteiligung Dritter, um die weitere Exploration und die anschließende Entwicklung ihrer Mineralvorkommen durchzuführen.“

— Copper Giant Resources Corp., Zwischenabschluss zum 30. Juni 2026, Anhangangabe 1, Seite 6

Markierte Stelle aus Anhangangabe 1 des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2026: kein Umsatz bisher, zusätzliche Finanzierung für Exploration und Entwicklung nötig
Anhangangabe 1 des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2026: Ohne Umsatz braucht Copper Giant für Exploration und Entwicklung weiteres Geld von außen. Im selben Absatz schreibt das Management, es halte die Mittel für die nächsten zwölf Monate für ausreichend. Quelle: Zwischenabschluss zum 30. Juni 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Der Prüfer hat im Testat zum Jahresabschluss 2025 vom 23. April 2026 auf eine wesentliche Unsicherheit zur Unternehmensfortführung hingewiesen — zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 lagen 8,6 Millionen kanadische Dollar in der Kasse. Seitdem hat sich die Lage deutlich entspannt: Zum 30. Juni 2026 waren es 16,8 Millionen, danach kamen 34,4 Millionen hinzu. Im Zwischenabschluss selbst steht der Hinweis auf eine wesentliche Unsicherheit nicht mehr; der Lagebericht vom 28. August 2026 enthält ihn im Abschnitt zur Liquidität weiterhin: Die Abhängigkeit von neuen Aktien stelle „wesentliche Unsicherheiten“ dar, die „erhebliche Zweifel“ an der Fortführung begründeten. Beim Mittelabfluss des zweiten Quartals (5,5 Millionen) reichten rund 51 Millionen rechnerisch etwa neun Quartale — mit vier Bohrgeräten und der Vorstudie dürfte das Tempo aber steigen. Für eine Mine, deren Baukosten die Vorstudie erst noch beziffern muss, reicht das Geld nicht.

Wie die Aktien dafür ausgegeben werden, gehört ebenfalls dazu. Am 11. März 2026 erhielten Direktoren, Führungskräfte, Mitarbeiter und Berater 8.650.000 Optionen zu 0,94 kanadischen Dollar mit zehn Jahren Laufzeit, fast alle sofort ausübbar. Ihr rechnerischer Wert lag bei 7,74 Millionen kanadischen Dollar; rund 7,5 Millionen davon wurden schon im ersten Quartal als Aufwand verbucht — fast zwei Drittel des Quartalsverlusts von 11,5 Millionen. 5,95 Millionen der Optionskosten des Halbjahres entfielen auf das Schlüsselpersonal. Dazu kommen 81,8 Millionen ausstehende Optionsscheine mit Ausübungspreisen zwischen 0,20 und 0,60 kanadischen Dollar (Stand 28. August 2026; gewichtetes Mittel 0,40 zum 30. Juni 2026), die zum größten Teil weit unter dem Börsenkurs eingelöst werden können; würden alle eingelöst, flössen nach unserer Überschlagsrechnung rund 32 Millionen kanadische Dollar zu. Das ist eine stille Kasse für das Unternehmen und eine stille Verwässerung für dich.

Markierte Stelle aus dem Lagebericht zum 30. Juni 2026: 262.526.544 ausgegebene Aktien; darunter 81.806.327 ausstehende Optionsscheine
Lagebericht zum 30. Juni 2026, Stand 28. August 2026: 262.526.544 ausgegebene Aktien, darunter die Zeile mit 81.806.327 ausstehenden Optionsscheinen; dazu kommen 17.510.000 Optionen. Quelle: Lagebericht (MD&A) zum 30. Juni 2026, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Ein Projekt, ein Land

Copper Giant ist im Kern ein einziges Projekt in einem einzigen Land. Die neu zusammengelegte Konzession ist ausdrücklich in eine neue Explorationsphase zurückgesetzt worden; Bau- und Abbauphase liegen also noch vor dem Projekt. Der Lagebericht zählt unter den Risiken selbst politische Unsicherheit in Kolumbien, Kanada und anderswo, mögliche Sanktionen gegen Kolumbien sowie „Gewalt und Instabilität in Kolumbien“ auf. Ob und wann eine Mine genehmigt wird, entscheiden kolumbianische Behörden — und deren Rahmen kann sich mit jeder Regierung ändern. Für Anleger heißt das: Das Projekt hängt an Genehmigungen eines Landes, dessen politische Risiken der Lagebericht selbst aufzählt.

Eine Personalie aus dem August wurde wieder zurückgenommen. Am 6. August 2026 kündigte Copper Giant an, Carlos Augusto Suárez Rojas in den Verwaltungsrat zu berufen, den Gründer der Beratungsfirma Estrategia & Poder in Bogotá, die laut Meldung unter seiner Leitung die Strategie für die Präsidentschaftskampagne des kolumbianischen Präsidenten Abelardo De La Espriella entworfen und umgesetzt hat. Mit der Abschlussmeldung vom 21. August 2026 nahm das Unternehmen die Berufung zurück:

„Carlos Augusto Suárez Rojas, who was previously disclosed as an incoming director, will not be joining the board of directors due to potential upcoming conflict of interest.“

Übersetzung: „Carlos Augusto Suárez Rojas, der zuvor als künftiges Verwaltungsratsmitglied angekündigt worden war, wird wegen eines möglichen bevorstehenden Interessenkonflikts nicht in den Verwaltungsrat eintreten.“

— Copper Giant Resources Corp., Abschlussmeldung zur Platzierung vom 21. August 2026, Corporate Update

Welcher Interessenkonflikt gemeint ist, sagt die Meldung nicht.

Zu den Partnern der Augustrunde: Denarius Metals, das selbst in Kolumbien Gold fördert, hält mit 40 Millionen Aktien rund 15 Prozent; Frank Giustra kam laut Abschlussmeldung auf 15,55 Prozent auf teilweise verwässerter Basis; beide und CEO Ian Harris dürfen die in der Platzierung gekauften Aktien zwei Jahre lang nicht verkaufen (Denarius 40,0 Millionen, Giustra 2,78 Millionen, Harris 0,28 Millionen). Und der Rohstoffhändler Trafigura sicherte sich das Recht und die Pflicht, zehn Jahre lang 20 Prozent der Kupfer- und Molybdänkonzentrate abzunehmen — ab Beginn einer kommerziellen Produktion, die es noch nicht gibt.

„Copper Giant will grant Trafigura the right and obligation to purchase 20% of the copper concentrate and 20% of the molybdenum concentrate produced from the Mocoa Project.“

Übersetzung: „Copper Giant räumt Trafigura das Recht und die Pflicht ein, 20 % des Kupferkonzentrats und 20 % des Molybdänkonzentrats aus dem Mocoa-Projekt zu kaufen.“

— Copper Giant Resources Corp., Pressemitteilung vom 6. August 2026 zur Finanzierung durch Denarius und zur Abnahmevereinbarung mit Trafigura

Mit der Abnahmevereinbarung sichert sich ein großer Rohstoffhändler früh einen Teil der späteren Produktion. Sie ist aber kein Geld für den Bau und legt einen Teil der späteren Produktion schon heute fest. Wer an Mocoa denkt, sollte die beiden Hälften zusammen sehen.

Bewertung: Was du je Pfund Kupfer im Boden bezahlst

Bei 262.526.544 Aktien (28. August 2026) und einem Schlusskurs von 0,84 kanadischen Dollar an der TSX Venture am 23. Oktober 2026 kostet Copper Giant an der Börse rund 220,5 Millionen kanadische Dollar. Zieht man die Kasse vom 30. Juni 2026 und die bis zum 28. August zugeflossenen 34,4 Millionen ab, bleibt nach unserer Überschlagsrechnung ein Unternehmenswert von rund 170 Millionen kanadischen Dollar — tatsächlich etwas mehr, weil seit Juli Geld abgeflossen ist.

Ohne Umsatz und Gewinn sind Kurs-Gewinn- oder Kurs-Umsatz-Verhältnis sinnlos. Die übliche Messlatte bei Explorern ist der Preis je Einheit Metall im Boden. Auf die 11,49 Milliarden Pfund Kupfer der gesamten Ressource gerechnet zahlst du rund 1,5 kanadische Cent je Pfund; nur auf die 2,13 Milliarden Pfund der „angezeigten“ Kategorie sind es rund 8 Cent.

Ist das viel oder wenig? Der sauberste Vergleich ist der mit der Firma selbst. Ende 2025 kostete Copper Giant bei 153.174.512 Aktien und einem Schlusskurs von 0,49 kanadischen Dollar rund 75 Millionen; abzüglich der Kasse von 8,6 Millionen blieben rund 66 Millionen für die damals 7,6 Milliarden Pfund Kupfer der Schätzung vom November 2025 — rund 0,9 Cent je Pfund. Heute zahlt der Markt also deutlich mehr je Pfund als vor zehn Monaten, obwohl der Gehalt beim alten Maßstab gesunken ist. Ein Pfund Kupfer im Boden ist eben kein Pfund Kupfer am Markt: Dazwischen liegen Wirtschaftlichkeitsstudie, Genehmigungen, Baufinanzierung und viele Jahre Zeit.

Wie unterschiedlich der Markt Explorer in dieser Phase bewertet, zeigt unsere Analyse zu Mogotes Metals, einem Kupfer-Gold-Explorer in Argentinien. Den „Blick der Profis“ gibt es hier kaum: Eine nachprüfbare Analystenabdeckung mit benanntem Urheber haben wir für Copper Giant nicht gefunden.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Chancen

  • Nach eigener Angabe eine der größten unerschlossenen Kupfer-Molybdän-Lagerstätten Amerikas, seit Oktober 2026 erstmals mit 290 Millionen Tonnen in der Kategorie „angezeigt“.
  • Reichere Abschnitte wie 103 Meter mit 1,07 Prozent Kupferäquivalent (Meldung vom 22. September 2026) und rund 10.000 Bohrmeter, die in der Schätzung noch fehlen.
  • Kasse von 16,8 Millionen kanadischen Dollar zum 30. Juni 2026 plus 34,4 Millionen danach, keine Bankschulden.
  • Strategische Partner: Denarius Metals mit rund 15 Prozent, Abnahmevereinbarung mit Trafigura, zweijährige Haltefrist für die Aktien aus der Platzierung bei Denarius, Frank Giustra und dem CEO.
  • Abgeschlossene Konsultation mit den Inga Condagua und eine zusammengelegte Konzession ohne Überlappung mit Waldschutzgebieten.
  • Vorstudie (PEA) für das vierte Quartal 2026 angekündigt — die erste Zahl zur Wirtschaftlichkeit.

Risiken

  • Keine Reserven, keine Wirtschaftlichkeitsstudie, Konzession in der Explorationsphase; 85 Prozent der Tonnen sind nur „vermutet“.
  • Gehalt beim alten Grenzwert von 0,51 auf 0,45 Prozent Kupferäquivalent gesunken; die Ressource unterstellt 4,75 US-Dollar je Pfund Kupfer.
  • Aktienzahl seit Ende 2023 versechzehnfacht; 81,8 Millionen Optionsscheine und 17,5 Millionen Optionen stehen aus.
  • Ein Projekt in einem Land: politische Unsicherheit, Gewalt und mögliche Sanktionen nennt der Lagebericht selbst als Risiken.
  • Prüfer-Hinweis auf eine wesentliche Unsicherheit zur Fortführung im Testat vom 23. April 2026; der Lagebericht vom 28. August 2026 enthält ihn im Abschnitt zur Liquidität weiterhin.
  • Lizenzgebühren von zusammen 3 Prozent an B2Gold und AngloGold Ashanti sowie 20 Prozent der Konzentrate bereits an Trafigura vergeben.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an die Milliarden-Falle vom Anfang? Copper Giant liefert ihr die perfekte Zahl, und die Zahl ist nicht falsch. Mocoa ist riesig, besser erbohrt als je zuvor, und das Unternehmen hat Geld, Partner und eine abgeschlossene Konsultation mit den Nachbarn. Was die Überschrift nicht sagt, steht drei Absätze weiter unten: Der Gehalt ist beim alten Maßstab gesunken, die Rechnung nutzt höhere Metallpreise, und jede Tonne mehr wurde mit neuen Aktien bezahlt.

Die nächsten Wochen bringen harte Prüfsteine mit Datum: den technischen Bericht zur neuen Ressource bis Ende November 2026, den Quartalsabschluss zum 30. September 2026 und die Vorstudie, die das Unternehmen für das vierte Quartal angekündigt hat. Erst sie verwandelt Tonnen in eine Rechnung mit Baukosten, Betriebskosten und Ertrag. Bis dahin ist 1,6 Milliarden Tonnen eine Größenangabe — keine Bewertung.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen und Datenstand

Datenstand: Unternehmenszahlen zum 30. Juni 2026 beziehungsweise zum jeweils genannten Stichtag; Aktienzahl, Optionsscheine und Optionen zum 28. August 2026; Ressource mit Stichtag 24. September 2026; Kurs und Börsenwert zum 23. Oktober 2026. Die Meldungsablage wurde zuletzt am 25. Oktober 2026 geprüft; jüngste Meldung ist die vom 14. Oktober 2026. Alle Beträge in kanadischen Dollar, sofern nicht als US-Dollar gekennzeichnet.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien von Explorationsunternehmen ohne Umsatz sind besonders schwankungsanfällig; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen C$, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2021 2022 2023 2024 2025
Umsatz 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Betriebsergebnis (EBIT) -11,4 -13,2 -5,4 -8,1 -15,1
Nettogewinn -10,1 -13,7 -7,6 -8,4 -15,8
Gewinn je Aktie -1,80 C$ -1,62 C$ -0,47 C$ -0,15 C$ -0,10 C$

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Unser Fazit auf einen Blick

Größe der Lagerstätte positiv
Mocoa umfasst seit der Schätzung vom 14. Oktober 2026 290 Millionen Tonnen „angezeigte“ und 1,60 Milliarden Tonnen „vermutete“ Ressource mit zusammen 11,49 Milliarden Pfund Kupfer. Rund 10.000 Bohrmeter sind darin noch nicht enthalten.
Qualität des Erzes negativ
Beim alten Grenzwert von 0,25 Prozent sank der vermutete Gehalt von 0,51 auf 0,45 Prozent Kupferäquivalent und der Molybdängehalt von 0,039 auf 0,030 Prozent. Die Schätzung unterstellt 4,75 statt 4,00 US-Dollar je Pfund Kupfer.
Finanzkraft positiv
Zum 30. Juni 2026 lagen 16,8 Millionen kanadische Dollar in der Kasse, danach kamen 34,4 Millionen aus Platzierung und eingelösten Rechten hinzu; Bankschulden gibt es nicht. Im zweiten Quartal flossen operativ 5,5 Millionen ab.
Verwässerung negativ
Die Aktienzahl stieg von 16,2 Millionen Ende 2023 auf 262,5 Millionen am 28. August 2026. 81,8 Millionen Optionsscheine und 17,5 Millionen Optionen stehen aus; im März 2026 gab es 8,65 Millionen Optionen zu 0,94 kanadischen Dollar für Führung und Berater.
Nachweisstufe und Genehmigungen neutral
Keine Reserven, keine Wirtschaftlichkeitsstudie, Konzession in der Explorationsphase. Erledigt sind die Consulta Previa mit den Inga Condagua (Oktober 2025) und die Zusammenlegung der Titel (April 2026); die Vorstudie ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt.

Copper Giant besitzt mit Mocoa in Kolumbien nach eigener Angabe eine der größten unerschlossenen Kupfer-Molybdän-Lagerstätten Amerikas und meldete am 14. Oktober 2026 1,6 Milliarden Tonnen vermutete und erstmals 290 Millionen Tonnen angezeigte Ressource. Beim alten Grenzwert ist der Gehalt dabei von 0,51 auf 0,45 Prozent Kupferäquivalent gesunken, und die Rechnung nutzt höhere Metallpreise. Finanziert wird alles über neue Aktien: 262,5 Millionen im August 2026 nach 16,2 Millionen Ende 2023. Die Kasse ist nach der Platzierung bei Denarius Metals gut gefüllt, eine Wirtschaftlichkeitsrechnung fehlt noch. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Offene Fragen

Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.

Gelb, weil die zentrale operative Frage offen ist: Ob sich Mocoa bei einem Gehalt von 0,40 bis 0,54 Prozent Kupferäquivalent wirtschaftlich abbauen lässt, wird erst die für das vierte Quartal 2026 angekündigte Vorstudie zeigen. Rot wäre nach unserer Abwägung falsch: Zwar hat der Prüfer im April 2026 auf eine wesentliche Unsicherheit zur Fortführung hingewiesen, und der Lagebericht vom 28. August 2026 enthält ihn im Abschnitt zur Liquidität weiterhin. Der Zwischenabschluss zum 30. Juni 2026 enthält den Hinweis aber nicht mehr, das Management hält die Mittel für zwölf Monate für ausreichend, und mit rund 51 Millionen kanadischen Dollar aus Kasse und Zuflüssen bis Ende August reicht das Geld beim Tempo des zweiten Quartals für deutlich mehr als vier Quartale, ohne Bankschulden. Grün ist ausgeschlossen, solange es keine Reserven und keine Wirtschaftlichkeitsrechnung gibt. Mit dem Kurs hat diese Stufe nichts zu tun.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Anlass dieser Analyse war die Liste der bei wallstreet-online heiß diskutierten und gesuchten Aktien (Oktober 2026), nicht ein Scanner-Treffer. Geführt wird die Firma bei uns unter ihrer Heimatnotierung CGNT an der TSX Venture Exchange (intern CGNT.TO); die US-Kürzel CGNRF (vorher LBCMF) und das Frankfurter Kürzel 29H0 bezeichnen dieselbe Aktie.
  • Copper Giant ist kein SEC-Meldeunternehmen. Alle Unternehmenszahlen stammen aus den kanadischen Pflichtdokumenten (SEDAR+), abgerufen über den Spiegel der Einreichungen bei OTC Markets und die Meldungsablage des Unternehmens: Zwischenabschluss und Lagebericht zum 30.06.2026 (Stand 28.08.2026), Konzernabschluss und Lagebericht 2025 sowie Pressemitteilungen bis zum 14.10.2026. Der Quartalsabschluss zum 30.09.2026 lag am 25.10.2026 noch nicht vor.
  • Rechnerische Werte sind unsere Überschlagsrechnung: Börsenwert aus 262.526.544 Aktien (28.08.2026) mal Schlusskurs vom 23.10.2026; Unternehmenswert abzüglich Kasse vom 30.06.2026 und der bis 28.08.2026 zugeflossenen 34,4 Mio. C$, ohne die seit Juli verbrauchten Mittel; Wert je Pfund Kupfer auf 11,49 Mrd. lb der gesamten Ressource; Potenzial der Optionsscheine aus der Fälligkeitstabelle zum 30.06.2026 abzüglich der danach eingelösten und verfallenen Scheine.
  • Verwechslungsgefahr: Bis Mai 2025 hieß die Gesellschaft Libero Copper & Gold Corporation (US-Kürzel LBCMF). Alle Aktienzahlen vor Februar 2024 sind um die Zusammenlegung im Verhältnis zehn zu eins bereinigt.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 25. Oktober 2026. Was sich seitdem bei CGNT.TO geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

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Wir schicken Dir diese Analyse als PDF — zum Ausdrucken, Ablegen und in Ruhe Nachlesen. Und wir merken Dich zugleich kostenlos für den Aktien-Wächter zu Copper Giant Resources Corp. (CGNT.TO) vor: Damit erfährst Du, wenn sich an dieser Analyse etwas Wesentliches ändert.

Wir bestätigen Deine Adresse zuerst per Mail (Double-Opt-in). Du kannst Dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.

Häufige Fragen

Copper Giant ist ein kanadischer Kupfer-Molybdän-Explorer mit Sitz in Vancouver, bis Mai 2025 hieß er Libero Copper & Gold. Ihm gehört zu 100 Prozent die Porphyr-Lagerstätte Mocoa im Süden Kolumbiens. Das Unternehmen bohrt, schätzt Ressourcen und bereitet für das vierte Quartal 2026 eine erste Vorstudie (PEA) vor. Umsatz erzielt es nicht.

Nach der Schätzung mit Stichtag 24. September 2026 (gemeldet am 14. Oktober 2026): 290 Millionen Tonnen „angezeigt“ zu 0,54 Prozent Kupferäquivalent und 1,60 Milliarden Tonnen „vermutet“ zu 0,40 Prozent, zusammen 11,49 Milliarden Pfund Kupfer. Beim alten Grenzwert von 0,25 Prozent sank der vermutete Gehalt von 0,51 auf 0,45 Prozent. Reserven gibt es nicht.

Für die laufende Exploration ja: Zum 30. Juni 2026 lagen 16,8 Millionen kanadische Dollar in der Kasse, danach kamen 31,0 Millionen aus einer Platzierung und 3,4 Millionen aus eingelösten Optionsscheinen und Optionen hinzu, Bankschulden gibt es keine. Für den Bau einer Mine reicht das nicht. Der Prüfer hatte im April 2026 auf eine wesentliche Unsicherheit zur Fortführung hingewiesen.

Nach der Zusammenlegung im Verhältnis zehn zu eins im Februar 2024 gab es Ende 2023 rechnerisch 16,2 Millionen Aktien, am 28. August 2026 waren es 262.526.544. Dazu kommen 81,8 Millionen Optionsscheine und 17,5 Millionen Optionen; voll verwässert wären es rund 361,8 Millionen Aktien.

Denarius Metals zeichnete im August 2026 40 Millionen Aktien zu 0,72 kanadischen Dollar und hält damit rund 15 Prozent. Frank Giustra kam laut Abschlussmeldung vom 21. August 2026 auf 15,55 Prozent auf teilweise verwässerter Basis. Die in der Platzierung gekauften Aktien dürfen Denarius, Giustra und CEO Ian Harris zwei Jahre lang nicht verkaufen.

Copper Giant ist eine kanadische Gesellschaft mit Heimatbörse TSX Venture und berichtet nach kanadischem Recht (National Instrument 51-102) über SEDAR+: geprüfter Jahresabschluss mit Lagebericht und ungeprüfte Zwischenabschlüsse je Quartal. Das US-Kürzel CGNRF handelt außerbörslich am OTCQX ohne SEC-Berichtspflicht.

Heimatbörse ist die TSX Venture Exchange mit dem Kürzel CGNT, gehandelt in kanadischen Dollar. In den USA heißt die Aktie seit dem 9. September 2026 CGNRF (OTCQX, vorher LBCMF am OTCQB), in Frankfurt 29H0; die ISIN lautet CA21750C1014. Wer in Euro kauft, trägt zusätzlich das Wechselkursrisiko zum kanadischen Dollar.

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