Fermi Inc. (FRMI)
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Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.
Rot steht hier nicht wegen einer Bewertungsfrage, sondern wegen eines von Fermi selbst dokumentierten Substanzbefunds: Der Quartalsbericht zum 31. März 2026 spricht wörtlich von „erheblichen Zweifeln“ an der Fähigkeit zur Fortführung des Geschäftsbetriebs, weil die vorhandenen Mittel die geplanten Ausgaben der nächsten zwölf Monate nicht decken – eine Einschätzung, die das Unternehmen im selben Bericht durch eigene Gegenmaßnahmen zwar für ausgeräumt erklärt, aber ausdrücklich ohne Erfolgsgarantie und weiterhin als eigenen Risikofaktor gelistet. Dazu kommt eine belegte Führungskrise: Der Gründer und CEO verließ im April 2026 das Unternehmen, führte anschließend einen offenen Machtkampf um den Aufsichtsrat, ein Aufsichtsratsmitglied trat im Streit zurück, und eine Wertpapier-Sammelklage wirft dem Unternehmen vor, beim Börsengang über genau das Mieterrisiko getäuscht zu haben, das sich einen Monat später bewahrheitete. Die Wandelanleihe vom 14. Juli 2026 bringt reales, zusätzliches Kapital über die bereits im Mai-Bericht kalkulierten Maßnahmen hinaus. Ob die Gesamtheit der Maßnahmen tatsächlich reicht, bestätigt endgültig erst der nächste Bericht.
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Ein Börsenbrief nannte Fermi im November 2025 einen Geheimtipp mit einem KGV von 1,5 bis 2030 und Tenbagger-Potenzial. Acht Monate später schreibt das Unternehmen selbst im Quartalsbericht an die US-Börsenaufsicht von erheblichen Zweifeln an seiner Fortführungsfähigkeit, hat seinen Gründer als CEO verloren und wehrt sich gegen eine Sammelklage – bei weiterhin null US-Dollar Umsatz seit der Gründung im Januar 2025. Wir haben nachgelesen, was von dem Versprechen bislang eingetreten ist.
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Diese Analyse ist Stand 26. Juli 2026. Was sich seitdem bei FRMI geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
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Basis
Performance
Bewertung
Rentabilität
Bilanz & Sicherheit
Wachstum
Qualität & Screener
KI-Einstufung
–Noch nicht eingestuft — wir zeigen erst dann eine Kategorie, wenn eine SEC-belegte Akte mit mindestens zwei Zitaten vorliegt. So entsteht die Einstufung
Quartalszahlen
| Quartal | GpA (Gewinn pro Aktie) | GpA YoY (%) | Umsatz (Mio. $) | Umsatz YoY (%) | Nettomarge (%) | OCF (Mio. $) | FCF (Mio. $) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2025: Q1 | 0,00 | – | 0 | – | – | 0 | 0 |
| 2025: Q2 | -0,02 | – | 0 | – | – | -3 | -45 |
| 2025: Q3 | -0,74 | – | 0 | – | – | -6 | -59 |
| 2025: Q4 | -0,21 | – | 0 | – | – | -26 | -499 |
| 2026: Q1 | -0,30 | – | 0 | – | – | -7 | -449 |
- GpA (Gewinn pro Aktie):
- Der Quartalsgewinn geteilt durch die Zahl aller Aktien — wie viel vom Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt. Im Englischen EPS.
- YoY (Year over Year):
- Veränderung gegenüber demselben Quartal des Vorjahres — so vergleicht man ohne saisonale Verzerrung (z. B. Weihnachtsgeschäft).
- Umsatz:
- Alle Erlöse des Quartals, bevor Kosten abgezogen werden — die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
- Nettomarge:
- Wie viel Prozent vom Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben. Negativ heißt: Das Unternehmen schreibt Verlust.
- OCF (operativer Cashflow):
- Das Geld, das im Quartal tatsächlich aus dem laufenden Geschäft in die Kasse fließt — schwerer zu schönen als der Buchgewinn.
- FCF (freier Cashflow):
- Operativer Cashflow minus Investitionen — das Geld, das wirklich frei verfügbar ist, etwa für Schuldenabbau, Rückkäufe oder Dividenden.
Einschätzung: Chancen & Risiken
Im Quartalsbericht zum 31. März 2026 äußert Fermi selbst „erhebliche Zweifel“ an seiner Fortführungsfähigkeit: Kasse und gebundenes Bardepot von zusammen 243,3 Mio. US-Dollar reichen nicht für die geplanten Ausgaben der nächsten zwölf Monate. Die Netto-Finanzposition kippte binnen eines Quartals von +298,7 Mio. auf −213,8 Mio. US-Dollar (ohne das gebundene Bardepot von 35,8 Mio.; mit Bardepot gerechnet −178,0 Mio.). Fermi selbst erklärt im selben Bericht, dass eigene Pläne (Kreditlinien, Anlagenverwertung) diese Zweifel ausräumen — ohne Garantie für deren Umsetzung, und weiterhin als eigener Risikofaktor gelistet.
Der Gesamtkapitalbedarf über alle Bauphasen von Project Matador wird vom Unternehmen selbst auf 70 bis 90 Mrd. US-Dollar geschätzt — das 15- bis 19-Fache der heutigen Marktkapitalisierung von rund 4,7 Mrd. US-Dollar (26.07.2026). Zum 31. März 2026 gibt es noch keinen unterschriebenen Mietvertrag; der erste Interessent kündigte seine 150-Mio.-Dollar-Zusage im Dezember 2025.
Gründer und CEO Toby Neugebauer verließ das Unternehmen am 17. April 2026 und führte anschließend einen — im Juli 2026 pausierten — Machtkampf um den Aufsichtsrat; ein von ihm benanntes Aufsichtsratsmitglied trat am 10. Juli 2026 im Streit zurück. Seit dem 20./22. Juli 2026 führt eine komplett neue Führungsriege die Geschäfte, aber weiterhin ohne dauerhaften CEO.
Seit dem 5. Januar 2026 läuft die Wertpapier-Sammelklage Lupia v. Fermi Inc. (Aktenzeichen 1:26-cv-00050, US-Bezirksgericht Southern District of New York), die dem Unternehmen irreführende Angaben zur Mieternachfrage beim Börsengang vorwirft — eine Behauptung der Kläger, die Fermi bestreitet und energisch verteidigen will.
Am 14. Juli 2026 nahm Fermi 431,25 Mio. US-Dollar über eine Wandelanleihe auf (Netto-Erlös 416,8 Mio.), zusätzlich zu 745,6 Mio. US-Dollar Netto-IPO-Erlös; dem stehen 1,431 Mrd. US-Dollar reale Sachanlagen (Turbinen, Umspannwerke) und ein 99 Jahre laufender Erbpachtvertrag mit dem Texas Tech University System gegenüber. Das Kapital der Wandelanleihe kommt zusätzlich zu den Gegenmaßnahmen, mit denen Fermi die Going-Concern-Zweifel im selben Quartalsbericht bereits für ausgeräumt erklärt hatte.
Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis existiert mangels Umsatz nicht; am Buchwert gemessen kostet die Aktie das rund 4,4-Fache des Eigenkapitals je Aktie (Datenstand 26.07.2026), bei einem Kurs knapp zwei Drittel unter dem Ausgabepreis von 21,00 US-Dollar (02.10.2025). Die eigenen Capped-Call-Absicherungen der Wandelanleihe behandeln eine Kursverdopplung auf die Obergrenze von 14,64 US-Dollar nur als Möglichkeit, nicht als Erwartung — einen Zeitpunkt nennen sie dafür nicht.
Fermi Inc. hat binnen anderthalb Jahren über eine Milliarde US-Dollar in ein reales Bauprojekt investiert — aber weiterhin null US-Dollar Umsatz, keinen unterschriebenen Mietvertrag und einen Quartalsbericht, der selbst „erhebliche Zweifel“ an der Fortführungsfähigkeit äußert – Zweifel, die Fermi im selben Bericht durch eigene Pläne zwar für ausgeräumt erklärt, aber ausdrücklich ohne Erfolgsgarantie. Dazu kommen der Abgang des Gründers und CEO, ein monatelanger Machtkampf um den Aufsichtsrat und eine laufende Wertpapier-Sammelklage. Die Wandelanleihe vom Juli 2026 verschafft zusätzliches Kapital über die eigene Planrechnung hinaus. Keine Anlageberatung.
- Aufhänger dieser Analyse ist die Ausgabe 24 des Börsenbriefs „Hot Stocks Europe“ vom 28. November 2025 (Leser-Einsendung); alle Unternehmenszahlen stammen aus den SEC-Berichten und Fundamentaldaten, nicht aus dem Brief. Der Brief weist selbst auf einen Interessenkonflikt hin: Verlag, Autor oder nahestehende Dritte können in besprochenen Werten Positionen halten und beabsichtigen, bei steigenden Kursen zu verkaufen (MAR EU Nr. 596/2014).
- Datenstand: SEC-Berichte bis zum Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht 15. Mai 2026) sowie Pflichtmitteilungen (Formular 8-K) bis zum 23. Juli 2026; Marktdaten (Marktkapitalisierung, Kurs-Buchwert) Stand 26. Juli 2026.
- Nicht zu verwechseln: Fermi Inc. notiert an der Nasdaq und der London Stock Exchange jeweils in US-Dollar (kein Pence-Kurs); die deutschen Nebennotierungen (Kürzel H3V bzw. A41MPN) laufen dagegen in Euro und sind nicht Gegenstand dieser Analyse.
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
Datenstand: 31. Juli 2026 · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.