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TMC the metals company: Metalle vom Meeresboden, kein Umsatz — und alles wartet auf eine Behörde in Washington

TMC the metals company: Metalle vom Meeresboden, kein Umsatz — und alles wartet auf eine Behörde in Washington

Gute Nachricht folgt auf gute Nachricht, und doch hat sich der Kurs von TMC the metals company (Nasdaq: TMC) binnen eines Jahres mehr als halbiert. Das Unternehmen will Knollen mit Nickel, Kupfer, Kobalt und Mangan vom Grund des Pazifiks holen. Im April 2026 erklärte die US-Behörde NOAA den Antrag für vollständig, im Mai unterschrieb Partner Allseas den Vertrag für das Förderschiff. Zugleich steht das Eigenkapital zum 30. Juni 2026 bei minus 27,4 Millionen Dollar, das US-Prüfverfahren verzögert sich um einige Monate, und die Aufsicht der Vereinten Nationen prüft beide Lizenzen. Unter Wasser wirkt alles näher, als es ist.

Thomas Mücke Gründer & Herausgeber
· 18 Min. Lesezeit

Stand heute

Stand: 14. Oktober 2026

Schlusskurs
2,60 $ -6,60 %
Marktkapitalisierung
1,4 Mrd. $
Wachstums-Score
3/10
AAQS
0/10

Kursentwicklung seit 14. Oktober 2026: -1,1 %

Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung

TMC the metals company: Metalle vom Meeresboden, kein Umsatz — und alles wartet auf eine Behörde in Washington
Eigene Darstellung: Börsenlotse · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Chart

Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).

52-Wochen-Spanne: 2,80 $ bis 10,70 $ · Letzter Kurs: 2,60 $ (Stand: 14. Oktober 2026)

Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.

Wer schon einmal mit Taucherbrille im Meer war, kennt den Effekt: Der Fisch dort unten wirkt größer und näher, als er ist. Das Wasser bricht das Licht, und das Auge fällt darauf herein — jedes Mal, auch wenn man es weiß. Anleger haben eine eigene Version davon. Nennen wir sie die Taucherbrillen-Falle: Ein großes Ziel unter der Oberfläche, ein paar gute Nachrichten, und schon wirkt der Zahltag zum Greifen nah.

TMC the metals company ist dafür ein Paradebeispiel. Das Unternehmen aus Vancouver will Knollen mit Nickel, Kupfer, Kobalt und Mangan vom Grund des Pazifiks holen, und zwar mit einer Erlaubnis der US-Regierung statt der Vereinten Nationen. 2026 kam eine gute Nachricht nach der anderen: Die US-Behörde NOAA erklärte den Antrag für vollständig, Partner Allseas unterschrieb den Vertrag für das Förderschiff. Und doch hat sich der Aktienkurs binnen eines Jahres mehr als halbiert. Wir schauen heute nach, was hinter der Brille liegt, und zwar in den Berichten, die TMC selbst bei der US-Börsenaufsicht SEC einreicht. Am Ende entscheidest du.

Was TMC eigentlich macht

Auf dem Meeresboden der Clarion-Clipperton-Zone, einer Tiefseeebene im Ostpazifik zwischen Hawaii und Mexiko, liegen Milliarden Steinknollen lose auf und knapp unter dem Sediment. Diese polymetallischen Knollen enthalten in einem einzigen Stück Nickel, Kupfer, Kobalt und Mangan, dazu Seltene Erden. Das bekannteste Projektgebiet von TMC, NORI-D, liegt laut Geschäftsbericht rund 2.400 Kilometer südwestlich von San Diego.

TMC fördert heute keine einzige Knolle und hat keinen Umsatz. Das Geschäftsmodell ist ein Plan in drei Stufen: Ein umgebautes Schiff namens Hidden Gem soll die Knollen mit einem Kollektorfahrzeug vom Boden aufnehmen und über ein Steigrohr an Bord heben. An Land sollen sie zu Nickel-Kupfer-Kobalt-Zwischenprodukten und einem Mangan-Erzersatz verarbeitet werden — zunächst bei Partnern in Japan, später vielleicht in einem eigenen Werk in Brownsville, Texas. Die Schiffstechnik liefert die Offshore-Firma Allseas, die 2022 einen Pilotversuch gefahren hat und nach der Aktienausgabe vom Juli 2026 rund 14,4 Prozent der TMC-Aktien hält.

Der Clou ist der Rechtsweg. Über den Tiefseebergbau in internationalen Gewässern wacht eigentlich die Internationale Meeresbodenbehörde ISA der Vereinten Nationen. Laut Quartalsbericht hat sie die Regeln für den kommerziellen Abbau bis heute nicht fertig verabschiedet. Die USA haben die UN-Seerechtskonvention nie ratifiziert und haben ein eigenes Gesetz von 1980, den Deep Seabed Hard Mineral Resources Act. Seit April 2025 setzt TMC über eine US-Tochter auf diesen Weg, gestützt auf eine Anordnung von Präsident Trump, die Genehmigungen zu beschleunigen.

Formal ist TMC eine kanadische Gesellschaft nach dem Recht von British Columbia, berichtet aber wie ein US-Unternehmen mit Geschäftsbericht (10-K) und Quartalsbericht (10-Q). Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. An die Börse kam TMC im September 2021 über eine Mantelgesellschaft, einen sogenannten SPAC, der damals Sustainable Opportunities Acquisition Corp. hieß.

Die Firmengeschichte für Anleger

  1. 2021

    Börsengang über einen SPAC

    Am 09.09.2021 verschmolz DeepGreen mit Sustainable Opportunities Acquisition Corp. Für Aktionäre begann eine Wette auf ein Geschäft ohne Umsatz und ohne Abbauregeln.

  2. 2022

    Pilotversuch im Gebiet NORI-D

    Im November 2022 schloss TMC mit Allseas den Pilotversuch in NORI-D erfolgreich ab. Technisch war damit belegt, dass Knollen an Bord gefördert werden können.

  3. 2024

    Kasse fast leer

    Zum 31.12.2024 lagen nur noch 3,5 Mio. US-$ in der Kasse. Den Betrieb überbrückten Kredite von Vorstandschef Barron, einem Familienfonds und Allseas.

  4. 2025

    US-Antrag, Korea Zinc, erste Reserven

    Im April 2025 folgten die NOAA-Anträge, im Juni 85,2 Mio. US-$ von Korea Zinc, im August die ersten Reserven. Auch deshalb stieg der Buchverlust auf 319,8 Mio. US-$.

  5. 2026

    Antrag vollständig, Allseas-Vertrag, ISA-Prüfung

    NOAA erklärte den USA-A-Antrag am 28.04. für vollständig, am 11.05. kam der Allseas-Vertrag. Zugleich prüft die ISA beide Lizenzen, und eine Prüfstufe verzögert sich um einige Monate.

Wie die Aktie auf unseren Tisch kam

TMC ist kein Treffer unserer Value- oder Momentum-Filter, und kann es nicht sein: Ohne Umsatz und Gewinn lassen sich die üblichen Kennzahlen gar nicht bilden. Auf die Rechercheliste kam die Aktie über den Reddit-Hype-Teil unseres hauseigenen Aktien-Scanners, der Titel nach ihrer Erwähnungshäufigkeit in Anlegerforen sortiert (Stand: 15. Oktober 2026). Das ist ein Aufmerksamkeits-, kein Qualitätssignal. Tiefseebergbau, kritische Metalle und Washington — das ist genau der Stoff, aus dem Forenbegeisterung entsteht.

Zur Aktualität: Der jüngste Periodenbericht ist der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026, eingereicht am 13. August 2026, am selben Tag wie die Ergebnismitteilung. Danach folgten zwei Meldungen zu Verfahrensschritten der NOAA (17. und 19. August), eine Meldung der Nasdaq zum Verfall der börsennotierten Optionsscheine (9. September), Beteiligungsmeldungen (Schedule 13G/A vom 13. August, Schedule 13D/A von Gerard Barron vom 11. September) und eine am 29. September 2026 gemeldete Neubesetzung im Verwaltungsrat. Alles ist eingearbeitet. Bis zum 15. Oktober 2026 kamen nur noch Insider-Meldungen über Aktienzusagen an Verwaltungsratsmitglieder (Form 3 und 4 vom 16. September und 9. Oktober 2026) und der jährliche Bericht zu Konfliktmineralien (Form SD vom 29. September 2026) hinzu — beides ändert das Bild nicht.

Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt

Fangen wir mit dem an, was wirklich beeindruckt. TMC hat aus einem Explorationsprojekt etwas gemacht, das es so noch nicht gab: Im August 2025 wies eine Vorstudie (Pre-Feasibility Study) für NORI-D die laut Unternehmen weltweit ersten Reserven für Knollen vom Meeresboden aus. Reserven sind die anspruchsvollste Einstufung — der Teil eines Vorkommens, der nach aktuellem Plan wirtschaftlich förderbar ist. Die Antragsgebiete in den USA umfassen laut Quartalsbericht rund 1,64 Milliarden Tonnen Knollen an gemessenen, angezeigten und vermuteten Ressourcen, mit geschätzt 15,5 Millionen Tonnen Nickel, 12,8 Millionen Tonnen Kupfer, 2,0 Millionen Tonnen Kobalt und 345 Millionen Tonnen Mangan.

Auch die Kasse hat eine Wende hinter sich. Ende 2024 lagen nur noch 3,5 Millionen US-Dollar auf dem Konto. Im ersten Halbjahr 2025 flossen aus Finanzierungen netto 132,1 Millionen zu, darunter 85,2 Millionen vom südkoreanischen Metallkonzern Korea Zinc. Zum 30. Juni 2026 waren es noch 98,7 Millionen, dazu ein ungenutzter Kreditrahmen über 44 Millionen. Finanzschulden hatte TMC zum 30. Juni 2026 keine.

Balkendiagramm der Kasse von TMC in Millionen US-Dollar: Ende 2021 84,9, 2022 46,9, 2023 6,8, 2024 3,5, 2025 117,6 und am 30. Juni 2026 98,7
Die Kasse fiel von 84,9 Millionen US-Dollar Ende 2021 auf 3,5 Millionen Ende 2024 und stieg nach den Kapitalerhöhungen 2025 auf 117,6 Millionen; am 30. Juni 2026 waren es 98,7 Millionen. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Und jetzt die andere Hälfte. Verlust gab es in jedem Jahr, 2025 mit 319,8 Millionen US-Dollar so viel wie nie. Der aufgelaufene Verlust seit Gründung erreichte zum 30. Juni 2026 rund 1,03 Milliarden. Das klingt nach einer Firma, die Geld verbrennt wie ein Hochofen. Ein Blick auf den tatsächlichen Geldabfluss zeigt etwas anderes: Im laufenden Betrieb flossen 2025 nur 42,9 Millionen ab, weniger als in jedem Jahr seit 2021.

Balkendiagramm von Nettoverlust und Mittelabfluss aus laufendem Betrieb in Millionen US-Dollar: 2021 141,3 und 56,1, 2022 171,0 und 66,6, 2023 73,8 und 59,6, 2024 81,9 und 43,5, 2025 319,8 und 42,9
Der ausgewiesene Verlust lag in jedem Jahr über dem tatsächlichen Geldabfluss im laufenden Betrieb; 2025 betrug er 319,8 Millionen US-Dollar gegenüber 42,9 Millionen Abfluss, das 7,5-Fache. Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäftsberichte, 10-K). Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die Lücke von 2025 hat drei große Posten, die kein Bargeld kosteten: 131 Millionen für die Neubewertung einer Royalty-Verbindlichkeit (dazu gleich mehr), eine um 63,7 Millionen höhere aktienbasierte Vergütung in der Verwaltung und 38,1 Millionen für Optionsscheine, die TMC den Partnerstaaten Nauru und Tonga gab. Merksatz: Bei TMC sagt die Gewinn- und Verlustrechnung wenig darüber, wie lange das Geld reicht — dafür ist die Kapitalflussrechnung da.

2026 setzt sich das Muster fort. Im ersten Halbjahr betrug der Verlust 80,7 Millionen US-Dollar, der operative Abfluss 20,7 Millionen. Im zweiten Quartal steckten im Verlust 37,2 Millionen Aufwand für Allseas — 32,8 Millionen zur Erfassung der vor dem 30. März 2026 angefallenen gestundeten Kosten und 4,4 Millionen weitere verhandelte Kosten — sowie separat 7,9 Millionen aus der Neubewertung der Aktienzahlung.

Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten

Jetzt kommen die Stellen, die man in einer Pressemitteilung nicht auf Seite eins findet. Alle stammen aus den eigenen Berichten von TMC.

Unbequeme Wahrheit Nr. 1: „Vollständig“ heißt nicht „genehmigt“ — und eine Prüfstufe verzögert sich

Das US-Verfahren hat drei Stufen: Erst prüft die Wetter- und Meeresbehörde NOAA, ob der Antrag vollständig und regelkonform ist. Dann folgt die Zertifizierung mit Abstimmung zwischen mehreren Ministerien. Danach kommen eine Umweltverträglichkeitsprüfung, öffentliche Anhörungen und erst ganz am Ende die Entscheidung. Für den kombinierten Antrag im Gebiet USA-A hat TMC am 28. April 2026 die erste Stufe geschafft. Der Quartalsbericht ordnet das selbst ein:

„While NOAA has determined that our consolidated application is in full compliance with the applicable requirements under DSHMRA (a procedural milestone that advances the application to the certification review stage), this determination does not constitute, and should not be construed as, a grant or approval of the requested licenses or commercial recovery permit.“

Übersetzung: „Zwar hat die NOAA festgestellt, dass unser kombinierter Antrag die geltenden Anforderungen nach DSHMRA vollständig erfüllt (ein verfahrenstechnischer Meilenstein, der den Antrag in die Phase der Zertifizierungsprüfung bringt), doch stellt diese Feststellung keine Erteilung oder Genehmigung der beantragten Lizenzen oder der Genehmigung zum kommerziellen Abbau dar und sollte auch nicht so ausgelegt werden.“

— TMC the metals company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Item 2

Markierte Stelle aus dem Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026: Die Feststellung der Vollständigkeit durch die NOAA ist keine Erteilung der beantragten Lizenzen oder der Abbaugenehmigung
Der Quartalsbericht zum 30. Juni 2026 stellt klar: Die Feststellung der NOAA vom April 2026 bringt den Antrag nur in die nächste Prüfstufe und ist keine Genehmigung. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q, Item 2, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Eine gesetzliche Frist für die Entscheidung gibt es nicht. Und die nächste Stufe dauert länger als geplant. Am Tag der Quartalszahlen sagte Vorstandschef Gerard Barron:

„There has been a delay of a few months in the USA-A consolidated application certification process, but we remain confident that the permit will arrive well in advance of offshore vessel commissioning by the end of 2027, which we believe remains the critical path for production start.“

Übersetzung: „Im Zertifizierungsverfahren für den kombinierten USA-A-Antrag hat es eine Verzögerung von einigen Monaten gegeben, aber wir bleiben zuversichtlich, dass die Genehmigung deutlich vor der Inbetriebnahme des Förderschiffs bis Ende 2027 kommt, die wir weiterhin für den kritischen Pfad zum Produktionsstart halten.“

— Gerard Barron, Ergebnismitteilung vom 13. August 2026, SEC-Pflichtmeldung 8-K, Anlage 99.1

Für das zweite Gebiet, USA-B, ist TMC weiter: Die NOAA hat den reinen Explorationsantrag Ende Mai 2026 zertifiziert und am 17. August 2026 angekündigt, eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu erstellen. Für die Abbaugenehmigung zählt aber USA-A. Merksatz: Jede dieser Meldungen ist ein echter Schritt — aber ein Schritt auf einem Weg, dessen Länge niemand vorab kennt.

Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Je besser das Projekt, desto tiefer das Eigenkapital

Das ist die merkwürdigste Zahl in den Berichten. Zum 30. Juni 2026 lag das Eigenkapital bei minus 27,4 Millionen US-Dollar. Bildlich: Würde man alles, was in der Bilanz steht, zu Buchwerten verkaufen und alle Verpflichtungen begleichen, bliebe nichts übrig. Der größte Einzelposten auf der Schuldenseite ist aber kein Kredit, sondern eine Royalty-Verbindlichkeit über 145 Millionen. TMC hat 2023 eine Förderabgabe von 2 Prozent auf die Erlöse aus dem NORI-Gebiet verkauft. Diese Zusage wird jedes Quartal zum aktuellen Zeitwert bewertet. Als die Vorstudie im August 2025 Reserven auswies, stieg ihr Wert sprunghaft:

„The resulting royalty liability fair value of NORI Areas A to D totaled $145 million, an increase of $131 million in 2025.“

Übersetzung: „Der daraus resultierende Zeitwert der Royalty-Verbindlichkeit für die NORI-Gebiete A bis D belief sich auf insgesamt 145 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 131 Millionen US-Dollar im Jahr 2025.“

— TMC the metals company, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Item 7

Markierte Stelle aus dem Geschäftsbericht 10-K für 2025: Der Zeitwert der Royalty-Verbindlichkeit für die NORI-Gebiete stieg 2025 um 131 Millionen auf 145 Millionen US-Dollar
Der Geschäftsbericht für 2025: Nach der Vorstudie für NORI-D stieg der Zeitwert der verkauften Förderabgabe um 131 Millionen auf 145 Millionen US-Dollar und wurde als Verlust gebucht. Quelle: SEC-Geschäftsbericht 10-K, Item 7, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Die gute Nachricht über das Projekt wurde also zur schlechten Nachricht in der Bilanz. Das ist Buchhaltung, kein Geldabfluss: Gezahlt wird die Abgabe erst, wenn Knollen verkauft werden. Inhaberin ist heute die börsennotierte The Metals Royalty Co. (Nasdaq: TMCR), an der TMC zum 30. Juni 2026 selbst 22,4 Prozent hielt, und TMC darf bis zu 75 Prozent der Abgabe zu einer gedeckelten Rendite zurückkaufen. Trotzdem gehört die Zahl ernst genommen. Ein negatives Eigenkapital ist bei uns ein hartes Kriterium für die Qualitäts-Ampel, egal woher es kommt. Und die Mechanik kann sich wiederholen: Rückt die Förderung durch eine Genehmigung näher, kann der Zeitwert der Royalty erneut steigen.

Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Allseas ist Partner, Großaktionär und Gläubiger zugleich

Ohne Allseas gibt es kein Förderschiff. Am 11. Mai 2026 haben beide den Vertrag über Entwicklung und Betrieb des ersten kommerziellen Systems unterschrieben, ausgelegt auf 3,0 Millionen Tonnen nasse Knollen im Jahr, Inbetriebnahme geplant ab dem vierten Quartal 2027. Die bis Ende März 2026 aufgelaufenen Kosten wurden geteilt: 50 Prozent begleicht TMC in Aktien, 50 Prozent werden gestundet und aus späteren Fördermengen zurückgezahlt. Für den Aktienteil gab TMC am 2. Juli 2026 7.305.567 neue Aktien aus, bilanziert mit 43,2 Millionen US-Dollar. Der Betrag setzt sich laut Quartalsbericht aus 32,8 Millionen aufgelaufenen Kosten, 7,9 Millionen aus der Neubewertung der Aktienzahlung (Ausgabepreis mit 10 Prozent Abschlag auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der 20 Handelstage bis 30. März 2026) und 2,5 Millionen weiteren verhandelten Kosten zusammen. Der gestundete Teil beträgt 36,1 Millionen. Der Haken steht in Anhangangabe 6:

„The Deferred Amounts are repayable regardless of whether commercial production commences and would become payable upon expiration or termination of the Agreement.“

Übersetzung: „Die gestundeten Beträge sind unabhängig davon zurückzuzahlen, ob die kommerzielle Förderung beginnt, und würden bei Ablauf oder Beendigung des Vertrags fällig.“

— TMC the metals company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Note 6

Markierte Stelle aus Anhangangabe 6 des Quartalsberichts zum 30. Juni 2026: Die gestundeten Beträge an Allseas sind unabhängig vom Förderstart zurückzuzahlen
Anhangangabe 6 des Quartalsberichts zum 30. Juni 2026: TMC verbuchte 36,1 Millionen US-Dollar gestundete Kosten als Verbindlichkeit, die auch ohne Förderstart bei Vertragsende fällig wird. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q, Note 6, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

Für die Zukunft gilt: 50 Prozent der genehmigten Entwicklungskosten zahlt TMC binnen zehn Werktagen nach Rechnung in bar, den Rest später aus der Förderung. Der Vertrag erlaubt ausdrücklich, Arbeitspakete aufzuschieben, wenn das Geld fehlt. Zum 30. Juni 2026 schuldete TMC Allseas und verbundenen Firmen insgesamt 83,7 Millionen US-Dollar, davon 43,2 Millionen über die Juli-Aktien beglichen. Nach dieser Ausgabe hält Allseas 63,4 Millionen Aktien oder 14,4 Prozent. Wer zugleich Lieferant, Großaktionär und Gläubiger ist, hat großen Einfluss — einen zweiten Partner für das Förderschiff nennen die Berichte nicht.

Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Die UN-Meeresbodenbehörde prüft beide Lizenzen

Neben dem US-Weg hält TMC zwei ältere Explorationsverträge der ISA über die Töchter NORI (Partnerstaat Nauru, das sich inzwischen Naoero nennt) und TOML (Partnerstaat Tonga). Diese Verträge sind die Grundlage der bisherigen Ressourcenschätzungen. Parallel zum US-Weg läuft in Kingston, dem Sitz der ISA, eine Prüfung beider Verträge:

„In March 2026, the ISA identified our subsidiaries NORI and TOML as contractors requiring specific attention for possible non-compliance with their exploration contracts.“

Übersetzung: „Im März 2026 stufte die ISA unsere Tochtergesellschaften NORI und TOML als Vertragsnehmer ein, die wegen möglicher Verstöße gegen ihre Explorationsverträge besondere Aufmerksamkeit erfordern.“

— TMC the metals company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Teil II, Item 1A

Markierte Stelle aus den Risikofaktoren des Quartalsberichts zum 30. Juni 2026: Die ISA prüft NORI und TOML seit März 2026 wegen möglicher Vertragsverstöße
Die Risikofaktoren im Quartalsbericht zum 30. Juni 2026: Seit März 2026 prüft die Internationale Meeresbodenbehörde beide TMC-Töchter mit ISA-Verträgen auf mögliche Verstöße. Quelle: SEC-Quartalsbericht 10-Q, Teil II, Item 1A, Hervorhebung von uns. Klick auf das Bild öffnet die volle Auflösung.

TMC bestreitet die Vorwürfe und hat den Internationalen Seegerichtshof angerufen. Dessen Kammer für Meeresbodenstreitigkeiten hat am 18. Juli 2026 vorläufige Maßnahmen angeordnet und dabei einstimmig ihre Zuständigkeit vorläufig (prima facie) bejaht; über die Zuständigkeit in der Hauptsache ist damit nicht entschieden: Die ISA muss ein faires Verfahren gewährleisten, darf die Prüfung aber fortsetzen. In der Sache entschieden ist nichts; laut Quartalsbericht könnte die Hauptverhandlung frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027 stattfinden. Am 20. Juli 2026 verlängerte die ISA den NORI-Vertrag bis Juli 2031 — „without prejudice“, also ohne Präjudiz für die Prüfung. Der TOML-Vertrag läuft am 11. Januar 2027 aus, bevor die ISA im Februar und März 2027 über die beantragte Verlängerung berät; TMC erwartet, dass er nach den Verlängerungsregeln der ISA ab dem 12. Januar 2027 als verlängert gilt, bis der Rat entschieden hat.

Unbequeme Wahrheit Nr. 5: Doppelt so viele Aktien wie 2021 — und große Aktienpakete für die Führung

Bezahlt wurde der Weg bis hierher vor allem mit dem Anteil der Aktionäre. Verwässerung heißt: Dein Stück vom Kuchen wird kleiner, weil mehr Leute am selben Kuchen mitessen. Ende 2021 gab es 224,4 Millionen TMC-Aktien, am 11. August 2026 waren es 441,1 Millionen — fast doppelt so viele. Zum 30. Juni 2026 standen zusätzlich 28,3 Millionen Mitarbeiteroptionen und 46,2 Millionen Aktienzusagen (RSUs) aus, dazu Optionsscheine, von denen nach dem Verfall der öffentlichen und privaten SPAC-Optionsscheine (zusammen 24,5 Millionen) am 9. September 2026 noch rund 31,4 Millionen übrig sind. Zusammen wären das gut 105 Millionen weitere Aktien, knapp ein Viertel des heutigen Bestands. Weitere 136 Millionen sogenannte Special Shares (einschließlich Optionen darauf) wandeln sich erst ab Kursen von 12 US-Dollar und mehr in Aktien um.

Ein Teil der Aktienzusagen ging an Verwaltungsrat und Berater. 2025 stieg die aktienbasierte Vergütung in der Verwaltung um 63,7 Millionen US-Dollar, vor allem durch Aktienzusagen und Optionen an Verwaltungsratsmitglieder und Berater aus dem dritten Quartal 2025. Laut seiner Pflichtmeldung (Schedule 13D/A) vom 11. September 2026 hält Gerard Barron 6,9 Prozent der Aktien, einschließlich ausübbarer Optionen. Zusätzlich hat er 13,3 Millionen Aktienzusagen, die bis April 2029 in Aktien umgewandelt werden, wenn der Kurs bestimmte Schwellen erreicht. Solche an Kursschwellen gebundenen Zusagen zeigen, wie viel Gewicht der Aktienkurs bei TMC hat.

Und der Kapitalbedarf ist nicht gedeckt. Der Quartalsbericht schreibt es ohne Umschweife:

„We will, however, need and are seeking additional financing to fund our continued operations over time.“

Übersetzung: „Wir werden jedoch zusätzliche Finanzierung benötigen und suchen danach, um unseren laufenden Betrieb auf Dauer zu finanzieren.“

— TMC the metals company, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Item 2 (Liquidity and Capital Resources)

Für die nächsten zwölf Monate sieht TMC die Mittel als ausreichend an, einen Zweifel an der Fortführung äußert das Unternehmen nicht. Rechnerisch reicht die Kasse beim operativen Abfluss des ersten Halbjahres 2026 gut zwei Jahre; hinzu kommen aber die Barzahlungen an Allseas für das Förderschiff, deren künftige Höhe die Berichte noch nicht beziffern. Dass das Geld ohne Nachschub bis zur Förderung reicht, erwartet TMC selbst nicht. Für eine Verarbeitung in den USA soll laut Ergebnismitteilung vom 13. August 2026 der Großteil des Geldes vom Staat kommen; bis diese Verfahren abgeschlossen sind, plant TMC derzeit keine weiteren Kapitalmarkttransaktionen. Wie ein Rohstoffprojekt mit Staatskredit tatsächlich in den Bau kommt, zeigt unsere Analyse zu Lithium Americas — diesen Schritt hat TMC noch vor sich.

Bewertung: Was die Börse für Knollen am Meeresboden zahlt

Bei 441.135.482 Aktien (11. August 2026) und einem Schlusskurs von 2,63 US-Dollar am 14. Oktober 2026 kostet TMC an der Börse rund 1,16 Milliarden US-Dollar. Zieht man die Kasse von 98,7 Millionen ab, bleibt ein Unternehmenswert von rund 1,06 Milliarden — wobei die gestundeten Allseas-Kosten und die Royalty-Verbindlichkeit darin noch nicht stecken. Ein Kurs-Gewinn- oder Kurs-Umsatz-Verhältnis gibt es nicht; ein Kurs-Buchwert-Verhältnis ist bei negativem Eigenkapital nicht sinnvoll.

Was kauft man also? Eine Option. Die Börse zahlt gut eine Milliarde Dollar für die Aussicht, dass eine US-Behörde eine Abbaugenehmigung erteilt, dass ein umgebautes Schiff in der Tiefsee zuverlässig fördert, dass sich Werke für die Verarbeitung finden und dass die Metallpreise mitspielen. Jeder dieser Schritte ist plausibel. Gemeinsam ist ihnen, dass bisher keiner abgeschlossen ist.

Wie sehr die Stimmung schwankt, zeigen die Schlusskurse: 9,61 US-Dollar am 15. Oktober 2025, 6,17 zum Jahresende 2025, 4,43 am 30. Juni 2026 und 2,63 am 14. Oktober 2026 — der tiefste Schlusskurs der vergangenen zwölf Monate. Die Aktienzahl für Allseas wurde nach Vertragsformel mit 10 Prozent Abschlag auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der 20 Handelstage bis 30. März 2026 bemessen — in diesen Wochen schloss die Aktie zwischen 4,10 und 6,42 US-Dollar, also deutlich über dem Kurs vom Oktober. Laut Fundamentaldaten liegt das durchschnittliche Kursziel der Analysten bei rund 10,90 US-Dollar und sind rund 10,6 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft (abgerufen am 15. Oktober 2026); dahinter stehen laut Datenquelle sechs Analysten-Einstufungen. Ein Durchschnitt heißt hier: alle Kursziele zusammengezählt und gleichmäßig verteilt — bei nur sechs Stimmen kann ein einzelner sehr optimistischer Analyst ihn deshalb stark nach oben ziehen. Ein so großer Abstand zwischen Kursziel und Kurs zeigt vor allem, wie weit die Meinungen auseinanderliegen.

Chancen und Risiken auf einen Blick

Was für das Unternehmen spricht:

  • Ein riesiges, durchgerechnetes Vorkommen. Rund 1,64 Milliarden Tonnen Knollen in den US-Antragsgebieten; im August 2025 die laut Unternehmen weltweit ersten Reserven für Knollen vom Meeresboden.
  • Politischer Rückenwind. Präsidialer Erlass vom April 2025 für beschleunigte Genehmigungen; Nickel steht auf der Liste der kritischen Mineralien der US-Regierung.
  • Fortschritt im US-Verfahren. USA-A vollständig seit 28. April 2026, USA-B zertifiziert Ende Mai 2026, Umweltprüfung für USA-B angekündigt am 17. August 2026.
  • Starke Partner. Allseas für das Förderschiff, Korea Zinc als Investor, Glencore mit Abnahmerechten für die Hälfte von Nickel und Kupfer aus NORI, sofern in einer eigenen TMC-Anlage verarbeitet, Pacific Metals in Japan für die Verarbeitung.
  • Geldfluss überschaubar. 98,7 Millionen US-Dollar Kasse und 44 Millionen ungenutzter Kreditrahmen zum 30. Juni 2026 bei 20,7 Millionen operativem Abfluss im ersten Halbjahr; keine Finanzschulden.

Was dagegen spricht:

  • Kein Umsatz, keine Genehmigung. Die Abbaugenehmigung der NOAA fehlt, die Zertifizierung für USA-A verzögert sich um einige Monate, eine gesetzliche Frist gibt es nicht.
  • Negatives Eigenkapital. Minus 27,4 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026, getrieben von einer Royalty-Verbindlichkeit über 145 Millionen.
  • Abhängigkeit von Allseas. Ein Partner für das gesamte Förderschiff; 36,1 Millionen gestundete Kosten sind auch ohne Förderstart zurückzuzahlen, spätestens bei Vertragsende.
  • Prüfung durch die ISA. Prüfung beider ISA-Verträge seit März 2026, Hauptverfahren offen, TOML-Vertrag läuft am 11. Januar 2027 aus.
  • Verwässerung. Aktienzahl seit Ende 2021 fast verdoppelt; gut 105 Millionen weitere Aktien aus Optionen, Zusagen und Optionsscheinen möglich, dazu weiterer Kapitalbedarf.
  • Umweltwiderstand. Tiefseebergbau ist umstritten; laut Geschäftsbericht raten Organisationen wie die Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms von Investitionen ab, was die Finanzierung erschweren kann.

Ein menschliches Fazit

Erinnerst du dich an die Taucherbrille vom Anfang? Bei TMC ist der Fisch wirklich da: ein gewaltiges Vorkommen, eine US-Regierung, die den Weg ebnen will, ein Partner, der das Schiff baut. Durch die Brille wirkt er aber näher, als er ist. Zwischen dir und dem Zahltag liegen eine Genehmigung, die noch nicht erteilt ist, eine Prüfstufe, die bereits einige Monate im Verzug ist, ein Eigenkapital im Minus, eine laufende Prüfung durch die UN-Behörde und eine Kasse, die ohne neues Geld nicht bis zur Förderung reicht.

Das muss nicht schiefgehen. Pioniere tragen ein besonders hohes Risiko — ob es sich auszahlt, ist offen. Die nächsten Wegmarken sind gut sichtbar: der Quartalsbericht zum 30. September 2026, die Zertifizierung für USA-A, der 11. Januar 2027 für den TOML-Vertrag und die staatliche Finanzierung, die TMC in Aussicht stellt.

Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.

Quellen und Datenstand

Datenstand: Unternehmenszahlen zum 30. Juni 2026 beziehungsweise zum jeweils genannten Stichtag; Aktienzahl zum 11. August 2026; Pflichtmeldungen bis 9. Oktober 2026; Kurse zum 14. Oktober 2026. Rechnerische Werte (Börsenwert, Unternehmenswert, Reichweite der Kasse, mögliche Verwässerung) sind unsere Überschlagsrechnung aus den genannten Filings.

Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren. Aktien von Rohstoff-Entwicklern ohne Umsatz sind besonders schwankungsanfällig; ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Eigene Positionen des Betreibers legen wir tagesaktuell offen; besteht eine, steht sie als Hinweis am Anfang dieser Analyse.

Die Kennzahlen im Überblick

Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.

Die Kennzahlen im Überblick
Kennzahl 2021 2022 2023 2024 2025
Umsatz 94,4 141,8 72,0 0,0 0,0
Betriebsergebnis (EBIT) 149,6 -174,1 -72,4 -81,3 -140,1
Nettogewinn -141,3 -171,0 -73,8 -81,9 -319,8
Nettomarge -149,7 % -120,5 % -102,4 % – –
Gewinn je Aktie -0,69 $ -0,71 $ -0,26 $ -0,25 $ -0,83 $

Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)

Unser Fazit auf einen Blick

Vorkommen positiv
Rund 1,64 Milliarden Tonnen Knollen in den US-Antragsgebieten mit geschätzt 15,5 Millionen Tonnen Nickel; im August 2025 wies die Vorstudie für NORI-D die laut Unternehmen ersten Reserven für Knollen vom Meeresboden aus.
Genehmigung negativ
Der USA-A-Antrag ist seit 28. April 2026 vollständig, aber laut Quartalsbericht nicht genehmigt; die Zertifizierung verzögert sich laut Unternehmen vom 13. August 2026 um einige Monate, eine gesetzliche Frist gibt es nicht.
Bilanz negativ
Eigenkapital minus 27,4 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026, vor allem durch eine Royalty-Verbindlichkeit von 145 Millionen; keine Finanzschulden.
Liquidität neutral
98,7 Millionen US-Dollar Kasse und 44 Millionen ungenutzter Kreditrahmen zum 30. Juni 2026 bei 20,7 Millionen operativem Abfluss im ersten Halbjahr; laut Quartalsbericht reicht das zwölf Monate, auf Dauer ist neues Geld nötig.
Partner und Abhängigkeit neutral
Allseas baut das Förderschiff und hält 14,4 Prozent; 36,1 Millionen gestundete Kosten sind auch ohne Förderstart zurückzuzahlen, spätestens bei Vertragsende. Korea Zinc, Glencore und Pacific Metals stützen Finanzierung, Abnahme und Verarbeitung.
Verwässerung und Vergütung negativ
Aktienzahl von 224,4 Millionen (Ende 2021) auf 441,1 Millionen (11. August 2026); 2025 stieg die aktienbasierte Vergütung in der Verwaltung um 63,7 Millionen US-Dollar.

TMC the metals company verfügt nach eigenen Angaben über die weltweit größte noch nicht erschlossene Ressource mehrerer kritischer Metalle, politischen Rückenwind in den USA und mit Allseas einen erfahrenen Partner für das Förderschiff. Dem stehen ein Unternehmen ohne Umsatz und ohne Abbaugenehmigung, ein negatives Eigenkapital von 27,4 Millionen US-Dollar zum 30. Juni 2026, eine Verzögerung im US-Verfahren, eine laufende Prüfung durch die UN-Meeresbodenbehörde und eine fast verdoppelte Aktienzahl gegenüber. Beim Schlusskurs von 2,63 US-Dollar am 14. Oktober 2026 kostet TMC rund 1,16 Milliarden US-Dollar. Keine Anlageberatung.

Was unsere Einordnung bedeutet

Substanzrisiko

Wir haben mindestens einen belegten Befund, der das Unternehmen selbst gefährdet — unabhängig davon, wie die Aktie gerade bewertet ist.

Rot steht hier nicht für das Vorkommen und nicht für den Kurs. Rot steht für belegte Substanzrisiken: Das Eigenkapital ist zum 30. Juni 2026 mit 27,4 Millionen US-Dollar negativ, das Geschäft hängt vor allem an einer noch nicht erteilten US-Genehmigung und an einem einzigen Partner für das Förderschiff, und die UN-Meeresbodenbehörde prüft beide Explorationsverträge. Fair ist der Hinweis, dass das negative Eigenkapital vor allem aus einer Buchbewertung stammt und die Kasse von 98,7 Millionen beim operativen Abfluss des ersten Halbjahres 2026 rechnerisch gut zwei Jahre reicht — ohne die noch nicht bezifferten Barzahlungen an Allseas. Mit einer Genehmigung kann sich das Bild schnell ändern; bis dahin bleibt TMC eine Wette auf Behörden und Kapitalmarkt.

Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →

Bitte beachten

  • Aufhänger dieser Analyse war der Reddit-Hype-Teil unseres hauseigenen Aktien-Scanners (Stand 15. Oktober 2026). Ein Treffer der Value- oder Momentum-Filter liegt nicht vor und kann nicht vorliegen: TMC erzielt weder Umsatz noch Gewinn.
  • Identität gegen EDGAR geprüft: CIK 0001798562, früher Sustainable Opportunities Acquisition Corp. (bis 09.09.2021), Nasdaq. Der Fundamentaldaten-Feed führt eine abweichende CIK; maßgeblich sind die SEC-Filings. Form 25 vom 09.09.2026 betrifft nur die verfallenen Optionsscheine, nicht die Aktie.
  • Ausgewertet: Geschäftsbericht 10-K 2025 (31.03.2026), Quartalsberichte 10-Q zum 31.03. und 30.06.2026, Pflichtmeldungen 8-K vom 13.08., 17.08., 19.08. und 29.09.2026, Schedule 13D/A vom 11.09.2026, Form 3 und 4 vom 16.09. und 09.10.2026. Mitschriften von Analystenkonferenzen wurden nicht ausgewertet.
  • Rechnerische Werte sind unsere Überschlagsrechnung: Börsenwert aus 441.135.482 Aktien mal Schlusskurs vom 14.10.2026 (Gegenprobe zum Börsenwert der Fundamentaldaten mit dem Vortageskurs: stimmig); Reichweite der Kasse aus 98,7 Mio. US-$ geteilt durch den operativen Abfluss des ersten Halbjahres 2026; mögliche Verwässerung ohne Special Shares und ohne verfallene Optionsscheine.

Aktien-Wächter

Diese Analyse ist Stand 15. Oktober 2026. Was sich seitdem bei TMC geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.

Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.

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Häufige Fragen

TMC will polymetallische Knollen vom Meeresboden der Clarion-Clipperton-Zone im Pazifik fördern und daraus Nickel, Kupfer, Kobalt und Mangan gewinnen. Das Förderschiff baut Partner Allseas um, die Inbetriebnahme ist ab dem vierten Quartal 2027 geplant. Umsatz hat TMC noch keinen.

Nein. Die US-Behörde NOAA hat den kombinierten Antrag für das Gebiet USA-A am 28. April 2026 für vollständig erklärt. Laut Quartalsbericht ist das ausdrücklich keine Genehmigung. Es folgen Zertifizierung, Umweltverträglichkeitsprüfung und eine öffentliche Kommentierungsfrist; die Zertifizierung verzögert sich laut Unternehmen um einige Monate.

Zum 30. Juni 2026 lag es bei minus 27,4 Millionen US-Dollar. Hauptgrund ist eine Royalty-Verbindlichkeit von 145 Millionen: TMC hat 2023 eine Förderabgabe auf das NORI-Gebiet verkauft. Deren Zeitwert stieg 2025 nach der Vorstudie um 131 Millionen und wurde als Verlust gebucht, ohne dass Geld floss.

Zum 30. Juni 2026 hatte TMC 98,7 Millionen US-Dollar Kasse und einen ungenutzten Kreditrahmen über 44 Millionen. Im ersten Halbjahr 2026 flossen operativ 20,7 Millionen ab. TMC hält die Mittel für zwölf Monate für ausreichend, braucht laut Quartalsbericht aber auf Dauer zusätzliche Finanzierung.

Allseas entwickelt und betreibt das Förderschiff Hidden Gem und hält nach der Aktienausgabe vom 2. Juli 2026 rund 14,4 Prozent der TMC-Aktien. TMC zahlt die Hälfte der Entwicklungskosten in bar, der Rest wird gestundet. 36,1 Millionen US-Dollar gestundete Kosten sind laut Quartalsbericht auch ohne Förderstart zurückzuzahlen.

Die Internationale Meeresbodenbehörde der Vereinten Nationen hat den TMC-Töchtern NORI und TOML Explorationsverträge erteilt. Seit März 2026 prüft sie mögliche Vertragsverstöße, TMC wehrt sich vor dem Internationalen Seegerichtshof. Der NORI-Vertrag wurde bis Juli 2031 verlängert, der TOML-Vertrag läuft am 11. Januar 2027 aus.

Die Aktienzahl stieg von 224,4 Millionen Ende 2021 auf 441,1 Millionen am 11. August 2026. Aus Optionen, Aktienzusagen und noch laufenden Optionsscheinen könnten gut 105 Millionen weitere Aktien entstehen. Dazu kommen Special Shares, die sich erst ab Kursen von 12 US-Dollar in Aktien wandeln.

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