Plumas Bancorp: Die Bank meldet Rekorde — und ihre Problemkredite erreichen im selben Bericht den höchsten Stand seit Jahren
Plumas Bancorp (Nasdaq: PLBC) ist die Holding einer 45 Jahre alten Regionalbank aus dem dünn besiedelten Nordosten Kaliforniens. Zur Jahresmitte 2026 meldet sie das ertragreichste Halbjahr ihrer Geschichte, eine Zinsmarge von 5,13 Prozent und eine Kapitaldecke weit über allen Anforderungen. Im selben Quartalsbericht stehen notleidende Kredite von 23,5 Millionen US-Dollar — mehr als das Fünffache des Werts von Ende 2024 — und eine Risikovorsorge, die sie erstmals nicht mehr deckt. Zwei Zahlenreihen, eine Bank: Wir prüfen, welche von beiden das Geschäft beschreibt.
Stand heute
Stand: 26. August 2026
- Schlusskurs
- 61,20 $ +0,20 %
- Marktkapitalisierung
- 0,4 Mrd. $
- KGV
- 13,0
- Wachstums-Score
- 4/10
- AAQS
- 7/10
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 40,40 $ bis 63,60 $ · Letzter Kurs: 61,20 $ (Stand: 26. August 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt eine Anleger-Schwäche, die still arbeitet und deshalb selten auffällt: die Vertrautheits-Falle. Wir halten für sicher, was uns bekannt vorkommt. Eine Regionalbank mit Filialen in Kleinstädten, seit 45 Jahren am selben Ort, mit einer Dividende, die jedes Quartal pünktlich kommt — das fühlt sich an wie das Gegenteil von Risiko. Genau dieses Gefühl ist der Grund, warum die Zahlen einer Bank so selten gelesen werden: Man glaubt schon zu wissen, was drinsteht. Bei Plumas Bancorp (Nasdaq: PLBC), der Holding der Plumas Bank aus dem dünn besiedelten Nordosten Kaliforniens, lohnt sich das Lesen aber besonders. Denn im selben Quartalsbericht, der das ertragreichste Halbjahr der Firmengeschichte meldet, steht auch die schlechteste Kreditqualität seit Jahren. Machen wir also einen Deal: Bevor du diese Bank als „solide und langweilig“ einordnest, sehen wir uns gemeinsam an, was sie der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet hat — den Geschäftsbericht (10-K) für 2025 und den Quartalsbericht (10-Q) zum 30. Juni 2026. Ein SEC-Bericht ist unter Strafandrohung ehrlich, eine Pressemitteilung nicht zwingend.
Und weil es das zentrale Spannungsfeld dieser Analyse ist, gehört es gleich an den Anfang: In den Berichten von Plumas Bancorp stehen zwei Zahlenreihen nebeneinander, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Die eine erzählt von steigenden Margen, Rekordgewinnen und einer Kapitaldecke weit über allen Anforderungen. Die andere erzählt von Krediten, die nicht mehr bedient werden, von einer Vorsorge, die damit nicht Schritt hält, und von einer Klumpenbildung bei Gewerbeimmobilien, die die Bank in ihren eigenen Risikohinweisen anspricht. Welche der beiden Reihen beschreibt das Geschäft? Diese Frage zieht sich durch jedes Kapitel.
Was Plumas Bancorp eigentlich macht
Plumas Bancorp ist die Holding der Plumas Bank, gegründet 1980 und benannt nach dem Plumas County in der kalifornischen Sierra Nevada. Das Geschäftsgebiet ist der Nordosten Kaliforniens und der Norden Nevadas — eine Region mit viel Fläche und wenig Einwohnern, in der Land- und Forstwirtschaft, Tourismus und kleine Gewerbebetriebe die Wirtschaft tragen. Der Verwaltungssitz liegt seit einigen Jahren nicht mehr in Kalifornien, sondern in Reno, Nevada, in der Kietzke Lane. Geführt wird das Unternehmen von Andrew J. Ryback als Vorstandsvorsitzendem und Richard L. Belstock als Finanzvorstand.
Das Geschäftsmodell einer Bank lässt sich in einem Satz erklären: Sie nimmt Geld von Sparern entgegen (Einlagen), verleiht einen Teil davon weiter (Kredite) und verdient an der Differenz zwischen dem, was sie den Sparern zahlt, und dem, was die Kreditnehmer zahlen. Diese Differenz heißt Nettozinsmarge und ist bei einer Bank ungefähr das, was bei einem Industrieunternehmen die Bruttomarge wäre. Umsatz, Rohmarge und freier Mittelzufluss sagen bei einer Bank dagegen fast nichts aus: Eine Bank produziert nichts, das man abzüglich Herstellkosten rechnen könnte, und ihr operativer Mittelfluss wird von Einlagen- und Kreditbewegungen bestimmt, die mit Ertragskraft nichts zu tun haben. Aussagekräftig sind stattdessen vier Dinge — Zinsmarge, Einlagenstruktur, Kreditqualität und Kapitaldecke. Diese vier sehen wir uns an.
Die eigentliche Stärke von Plumas steckt in der Einlagenstruktur, und sie ist bemerkenswert. Zum 30.06.2026 lagen 45,8 Prozent aller Einlagen als unverzinsliche Sichteinlagen auf den Konten — 864,1 Millionen von 1.885,1 Millionen US-Dollar. Das ist Geld, für das die Bank keinen Cent Zinsen zahlt: Girokonten von Handwerksbetrieben, Vereinen, Kommunen, Landwirten. Der Quartalsbericht formuliert es schlicht: „Zum 30. Juni 2026 lagen 46 % der Einlagen des Unternehmens als unverzinsliche Sichteinlagen vor.“ Viele vergleichbare Institute liegen bei 20 bis 30 Prozent. Daher stammt die hohe Zinsmarge — nicht aus besonders teuren Krediten, sondern aus besonders billigem Geld.
Wie unterschiedlich Regionalbanken sein können, zeigt der Vergleich mit anderen Häusern, die wir uns angesehen haben. In unserer Analyse der Chicagoer Byline Bancorp ging es um eine Bank, die ebenfalls durch Zukäufe gewachsen ist — dort allerdings als Serienkäuferin mit einer eingespielten Integrationsroutine. Und in unserer Analyse der Regionalbank Carter Bankshares haben wir gesehen, wie ein einziges großes Kreditengagement das Ergebnis einer ganzen Bank über Jahre bestimmen kann. Plumas liefert nun einen dritten Fall, der Elemente von beidem enthält: eine Bank, die gerade eine Rivalin gekauft hat — und die gleichzeitig ein einzelnes Kreditengagement vor sich herschiebt.
Die Firmengeschichte für Anleger
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1980
Gründung der Plumas Bank
Start als Bank für den dünn besiedelten Nordosten Kaliforniens — 45 Jahre ununterbrochenes Bankgeschäft sind die Grundlage für die heutige Einlagenbasis.
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2024
Filialverkauf mit Rückmietung und Depot-Umschichtung
Neun Filialen für 25,7 Mio. US-Dollar verkauft (Buchgewinn 19,9 Mio.), gegengerechnet mit 19,8 Mio. Verlust aus dem Verkauf niedrig verzinster Anleihen — für den Aktionär ergebnisneutral, aber der Grundstein der späteren Marge.
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2025
Eine Agrarkreditbeziehung fällt aus
Im zweiten Quartal 2025 stellt die Bank 15 Kredite eines Landwirts über 9,8 Mio. US-Dollar zinslos — der Beginn des Anstiegs der notleidenden Kredite, ein Quartal vor dem Zukauf.
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2025
Übernahme der Cornerstone Community Bancorp vollzogen
Zum 1. Juli 2025 kommen vier Filialen, 478 Mio. US-Dollar Kredite und 580 Mio. Einlagen dazu. Für den Aktionär bedeutete das neue Aktien, 7,3 Mio. US-Dollar Sonderkosten und ein schwaches drittes Quartal.
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2026
Rekordhalbjahr und die schwächste Kreditqualität seit Jahren
Gewinn 19,7 Mio. US-Dollar im ersten Halbjahr, Dividende um 10 Prozent erhöht, Rückkaufprogramm gestartet — zugleich fällt die Deckung der Problemkredite durch die Vorsorge unter 100 Prozent.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
Plumas Bancorp kam über eine redaktionelle Durchsicht kleiner US-Regionalbanken auf unsere Liste, bei der wir nach ungewöhnlich hohen Zinsmargen gesucht haben. Eine Nettozinsmarge von 5,13 Prozent, wie sie Plumas für das zweite Quartal 2026 meldete, ist für eine Bank dieser Größe außergewöhnlich — viele vergleichbare Institute liegen zwischen 3 und 3,5 Prozent, und selbst als stark geltende Häuser erreichen selten mehr als 4,5 Prozent. Dazu kam eine Bewertung, die auf den ersten Blick moderat wirkt: rund das Zwölffache des Gewinns der vergangenen zwölf Monate.
Auffällig wurde der Fall erst beim zweiten Blick, und zwar an einer einzigen Stelle: In der Tabelle der notleidenden Kredite im Quartalsbericht steht für den 30.06.2026 ein Wert von 23,5 Millionen US-Dollar — und in derselben Tabelle, zwei Spalten weiter rechts, für den 31.12.2024 ein Wert von 4,1 Millionen. Mehr als eine Verfünffachung in achtzehn Monaten bei einer Bank, die im selben Bericht Rekorde meldet, ist der Grund, warum wir uns diese Analyse genauer angesehen haben.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Erst das, was wirklich beeindruckt. Die Nettozinsmarge ist über fünf Jahre nahezu ununterbrochen gestiegen: von 3,63 Prozent (2021) über 3,82 Prozent (2022), 4,71 Prozent (2023) und 4,79 Prozent (2024) auf 4,91 Prozent im Jahr 2025. Der Zinsüberschuss wuchs im selben Zeitraum von 46,9 auf 87,8 Millionen US-Dollar. Und die Kapitaldecke ist über die Jahre dicker geworden statt dünner: Die Kernkapitalquote der Bank stieg von 14,4 Prozent (2021) auf 15,8 Prozent zum 30.06.2026, die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von 8,4 auf 11,8 Prozent. Das ist eine Bank, die ihr Wachstum aus eigener Kraft finanziert hat.
Jetzt die unbequeme Seite derselben Reihe. Der Jahresüberschuss lag 2021 bei 21,0 Millionen US-Dollar, stieg auf 26,4 Millionen (2022) und 29,8 Millionen (2023) — und stagniert seitdem: 28,6 Millionen (2024), 29,6 Millionen (2025). Das Jahr 2025 lag damit trotz einer Übernahme, die die Bilanzsumme um 38 Prozent und das Kreditbuch um 49 Prozent vergrößert hat, immer noch unter dem Ergebnis von 2023. Beim Gewinn je Aktie ist der Trend noch deutlicher, weil für die Übernahme neue Aktien ausgegeben wurden: 5,02 US-Dollar (2023), 4,80 (2024), 4,54 (2025) — drei Jahre in Folge rückläufig.
Entsprechend fiel die Eigenkapitalrendite von 23,4 Prozent (2023) über 17,2 Prozent (2024) auf 13,6 Prozent (2025), die Gesamtkapitalrendite von 1,88 auf 1,52 Prozent. Und die Effizienzquote — der Aufwand je Dollar Ertrag, bei der niedriger besser ist — verschlechterte sich von 46,6 Prozent (2023) über 51,3 Prozent (2024) auf 52,8 Prozent (2025). Fairerweise gehört dazu, dass 2025 durch Übernahmekosten von 7,3 Millionen US-Dollar verzerrt war; ohne sie hätte der Gewinn bei 35,0 Millionen US-Dollar und 5,37 US-Dollar je Aktie gelegen. Diese Bereinigung stammt allerdings vom Unternehmen selbst, nicht aus der offiziellen Rechnungslegung.
Im ersten Halbjahr 2026 dreht das Bild dann tatsächlich. Der Gewinn stieg auf 19,7 Millionen US-Dollar nach 13,5 Millionen im Vorjahreszeitraum, der Gewinn je Aktie von 2,25 auf 2,79 US-Dollar, die Gesamtkapitalrendite auf 1,79 Prozent und die Eigenkapitalrendite auf 14,9 Prozent. Das ist das ertragreichste erste Halbjahr der Firmengeschichte — das bisher beste war 2023 mit 14,3 Millionen US-Dollar.
Eine Genauigkeit gehört an dieser Stelle dazu, weil sie in den Überschriften untergeht: Das Unternehmen betitelte seine Mitteilung vom 15. Juli 2026 mit „Rekordergebnis für das zweite Quartal 2026“. Das ist wörtlich richtig — es war das beste zweite Quartal, das die Bank je hatte. Der höchste Quartalsgewinn der Firmengeschichte war es nicht: Im vierten Quartal 2025 verdiente Plumas 10,9 Millionen US-Dollar, im zweiten Quartal 2026 waren es 9,96 Millionen.
Was das Management versprochen hat — und was daraus wurde
Eines vorweg, in aller Offenheit: Für Plumas Bancorp ließen sich keine Mitschriften von Analystenkonferenzen auswerten, weil das Unternehmen zu seinen Quartalszahlen keine öffentliche Telefonkonferenz mit Mitschrift durchführt. Bei Banken dieser Größenordnung ist das nicht ungewöhnlich. Was es gibt und was wir stattdessen ausgewertet haben, sind die Ergebnismitteilungen aller 15 Quartale von Ende 2022 bis Mitte 2026 — jede davon mit einem persönlichen Kommentar des Vorstandsvorsitzenden. Über drei Jahre gelesen ergeben sie ein erstaunlich klares Bild.
Fangen wir mit dem an, was gehalten wurde. Die im Januar 2024 angekündigte Umschichtung des Wertpapierbestands wurde umgesetzt und hat gewirkt: Die Rendite des Wertpapierbestands stieg von 3,29 Prozent (2023) über 3,93 Prozent (2024) auf 4,22 Prozent (2025). Die für das erste Halbjahr 2023 angekündigte neue Filiale in Chico eröffnete im zweiten Quartal 2023. Und die Marge, das Leitmotiv aller 15 Mitteilungen, ist tatsächlich Quartal für Quartal geliefert worden. Wer diesem Management bei Zinsthemen geglaubt hat, wurde nicht enttäuscht.
Bei der Kreditqualität sieht es anders aus. Im Januar 2024 schrieb der Vorstandsvorsitzende einen Satz, der sich später als die schwächste Aussage der ganzen Reihe herausstellte:
„At Plumas, however, we do not expect significant losses because criticized assets are being proactively addressed with advanced preparation of solutions and collaborative monitoring for potential challenges. Additionally, non-performing loans are well-collateralized.“
Übersetzung: „Bei Plumas erwarten wir jedoch keine nennenswerten Verluste, weil kritisierte Vermögenswerte proaktiv angegangen werden, mit vorausschauend vorbereiteten Lösungen und gemeinsamer Beobachtung möglicher Schwierigkeiten. Zudem sind die notleidenden Kredite gut besichert.“
— Plumas Bancorp, Ergebnismitteilungen zu Form 8-K, Anlage 99.1, Mitteilung zum Geschäftsjahr 2023 vom 17. Januar 2024
Bei den Verlusten hat er recht behalten: Die tatsächlichen Ausbuchungen blieben winzig. Bei den notleidenden Krediten nicht: Sie stiegen von 4,8 Millionen US-Dollar (Ende 2023) auf 23,5 Millionen (Mitte 2026). Im April 2024 legte er nach und kündigte an, man erwarte „die Auflösung erheblicher Beträge im kommenden Quartal“ — im Folgequartal stiegen die notleidenden Kredite stattdessen von 5,6 auf 9,0 Millionen US-Dollar.
Am aufschlussreichsten ist aber, was mit der Zeit verschwindet. Bis Anfang 2024 verglich sich Plumas in fast jeder Mitteilung offensiv mit dem Wettbewerb: „übertrifft die Durchschnittswerte vergleichbarer Institute bei Gesamtkapitalrendite, Eigenkapitalrendite und Effizienzquote“ (Januar 2023), „Finanzierungskosten deutlich unter denen der meisten vergleichbaren Institute“ (Oktober 2023), „wir erwarten, die Branche weiterhin zu übertreffen“ (Januar 2024). Danach reißt die Reihe ab: In den zehn folgenden Mitteilungen bis Juli 2026 vergleicht das Management die eigene Leistung nur noch ein einziges Mal mit dem Wettbewerb — im Juli 2024, als es eine Liste von Auszeichnungen aufzählt, deren Jurys die Bank an vergleichbaren Instituten messen. Eine eigene Kennzahlen-Ansage wie in den Jahren zuvor kommt nicht mehr vor. Genau in diesem Zeitraum verschlechterte sich die Effizienzquote von 46,6 auf 52,8 Prozent.
Und die Sprache zur Kreditqualität wird über die Quartale hinweg leiser und vorsichtiger. Aus „wir erwarten keine nennenswerten Verluste“ (Januar 2024) wird über zwei Jahre hinweg „verbesserte Kennzahlen bei den notleidenden Krediten … werden weiterhin eine Priorität sein“ (Januar 2026) und schließlich im Juli 2026: „Die Vermögensqualität bleibt ein Schwerpunktthema … wir glauben, unser Kreditportfolio ist weiterhin gut diversifiziert“. Eine Behauptung über die Zukunft ist zu einer Meinung über die Gegenwart geworden.
Die Übernahme von Cornerstone — Preis und Ertrag
Am 29. Januar 2025 gab Plumas die Übernahme der Cornerstone Community Bancorp aus Red Bluff, Kalifornien, bekannt; vollzogen wurde sie zum 1. Juli 2025. Die Bank kam damit auf vier zusätzliche Filialen in Anderson, Red Bluff und Redding. Übernommen wurden Vermögenswerte im Buchwert von 658 Millionen US-Dollar, Bruttokredite von 478 Millionen und Einlagen von 580 Millionen US-Dollar. Als Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) verblieben 18,7 Millionen US-Dollar in der Bilanz, dazu ein immaterieller Wert für die übernommenen Kundeneinlagen von 11,6 Millionen.
Das Besondere an diesem Fall ist, dass die Zusagen ungewöhnlich konkret waren — und ausschließlich in der Ankündigungsmitteilung stehen, nie wieder in einer der späteren Quartalsmitteilungen:
Halten wir die drei Zusagen gegen das, was tatsächlich passiert ist. Erstens, die Ergebnis-Akkretion 2025: Der Gewinn je Aktie fiel von 4,80 auf 4,54 US-Dollar, also um 5,4 Prozent, statt um rund 9 Prozent zu steigen. Nach der firmeneigenen Bereinigung um die Übernahmekosten wären es 5,37 US-Dollar und damit ein Plus von 11,9 Prozent gewesen — der Vorbehalt gehört dazu, dass eine Akkretionszusage sich formal auf eine Schätzung für die Bank ohne Übernahme bezieht, nicht auf das Vorjahr. Zweitens, die Akkretion 2026: Im ersten Halbjahr stieg der Gewinn je Aktie von 2,25 auf 2,79 US-Dollar, ein Plus von 24 Prozent — die 23-Prozent-Zusage liegt damit auf Kurs. Drittens, der materielle Buchwert: Hier hat das Management deutlich übertroffen, was es versprochen hat. Statt der angekündigten 13 Prozent Verwässerung sank der materielle Buchwert je Aktie nur von 31,49 US-Dollar (30.06.2025) auf 30,21 US-Dollar (30.09.2025), also um 4,1 Prozent — und stand zum 31.12.2025 mit 32,44 US-Dollar bereits wieder über dem Ausgangswert. Aus „weniger als drei Jahre“ wurden rund zwei Quartale.
Eine Zusage lässt sich dagegen bis heute nicht überprüfen: die Kostensynergien. Die Investorenpräsentation nannte 25 Prozent der Betriebskosten von Cornerstone, zur Hälfte im Jahr 2025 und vollständig ab 2026. In keiner der Quartalsmitteilungen seit dem Vollzug wird dazu je eine Zahl genannt. Was sich stattdessen beobachten lässt: Die Zahl der Vollzeitkräfte stieg bis zum 30.06.2026 auf 238, der Personalaufwand im ersten Halbjahr 2026 auf 15,3 Millionen US-Dollar nach 11,4 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Was in den Berichten steht — die unbequemen Wahrheiten
Jetzt zu den Stellen, die in den Überschriften nicht vorkommen.
Erstens: Die Risikovorsorge deckt die Problemkredite nicht mehr. Das ist der härteste Befund dieser Analyse, und er lässt sich in vier Zahlenpaaren erzählen.
In Prozent ausgedrückt: Der Deckungsgrad — wie viel Vorsorge auf jeden Dollar ausgefallener Kredite kommt — fiel von 321 Prozent (Ende 2024) über 132 Prozent (Ende 2025) auf rund 90 Prozent. Die notleidenden Kredite insgesamt, also einschließlich eines Kredits über 1,6 Millionen US-Dollar, der zum Stichtag mehr als 90 Tage überfällig war, aber noch Zinsen verbuchte, machten 1,55 Prozent des Kreditbuchs aus nach 0,40 Prozent Ende 2024. Und die Vorstufe dazu ist ebenfalls gewachsen: Die als „substandard“ eingestuften Kredite stiegen von 34,2 auf 42,8 Millionen US-Dollar, die beobachteten Kredite von 20,1 auf 33,6 Millionen — zusammen von 3,6 auf 5,1 Prozent des Kreditbuchs, und zwar binnen sechs Monaten. Achtzehn Monate vor dem Stichtag, Ende 2024, standen in diesen beiden Kategorien erst 23,0 und 12,0 Millionen US-Dollar.
Wichtig für die Einordnung, und deshalb ausdrücklich: Diese Verschlechterung stammt nicht aus der Übernahme. Der Geschäftsbericht benennt die Ursache eindeutig:
„The increase in nonperforming loans is related to one agricultural loan relationship of 15 loans totaling $9.8 million. The borrower on these loans was unable to meet his commitments under modified loan agreements and therefore during the second quarter of 2025 we placed the loans on nonaccrual status.“
Übersetzung: „Der Anstieg der notleidenden Kredite steht im Zusammenhang mit einer einzigen landwirtschaftlichen Kreditbeziehung aus 15 Krediten über insgesamt 9,8 Millionen US-Dollar. Der Kreditnehmer konnte seine Verpflichtungen aus den geänderten Kreditverträgen nicht erfüllen, weshalb wir die Kredite im zweiten Quartal 2025 auf zinslose Verbuchung umgestellt haben.“
— Plumas Bancorp, SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025, Abschnitt zur Kreditqualität
Das zweite Quartal 2025 endete am 30. Juni — die Übernahme wurde am 1. Juli vollzogen. Das Problem ist also hausgemacht und lag im eigenen Altbestand. Bis heute ist es der Schwerpunkt: Von den 21,9 Millionen US-Dollar ausgefallener Kredite zum 30.06.2026 entfallen 12,0 Millionen auf Agrarkredite. Das sind 8,4 Prozent des gesamten Agrarportfolios von 142,9 Millionen US-Dollar. Neu hinzugekommen ist im ersten Halbjahr 2026 ein deutlicher Anstieg bei Gewerbeimmobilien: von 2,0 auf 6,7 Millionen US-Dollar, mehr als verdreifacht.
Zweitens: Zwei Drittel des Kreditbuchs hängen an Gewerbeimmobilien — mehr, als die Aufsicht gern sieht.
Für die US-Bankenaufsicht ist das ein bekanntes Muster mit einer festen Messlatte: Übersteigen die Gewerbeimmobilienkredite einer Bank 300 Prozent ihres gesamten risikobasierten Kapitals, gilt sie als potenziell konzentriert und bekommt mehr Aufmerksamkeit. Plumas nennt seinen eigenen Wert im Geschäftsbericht:
Zur Einordnung gehört, wie dieses Portfolio zusammengesetzt ist: Laut Geschäftsbericht sind 43 Prozent der Gewerbeimmobilienkredite an Investoren vergeben, 43 Prozent an Eigennutzer und 14 Prozent an Mehrfamilienhäuser. Eigengenutzte Objekte gelten als deutlich weniger anfällig, weil dort der Kreditnehmer im eigenen Gebäude wirtschaftet. Büroimmobilien, das Sorgenkind der Branche, machen 13 Prozent des Gewerbeimmobilienbestands aus und sind laut Bericht „typischerweise klein und in eher ländlichen Gegenden gelegen“. Die zweite Aufsichtsschwelle — Bau- und Grundstückskredite über 100 Prozent des Kapitals — hält Plumas mit 15 Prozent klar ein.
Drittens: Die Rekordmarge ist zu einem großen Teil eine Buchung aus dem Kaufpreis. Wenn eine Bank eine andere übernimmt, muss sie deren Kredite zum Marktwert in die eigene Bilanz nehmen. Weil die übernommenen Kredite meist niedriger verzinst sind als aktuelle, liegt dieser Marktwert unter dem Nennwert — es entsteht ein Abschlag. Dieser Abschlag wird über die Restlaufzeit aufgelöst und fließt Stück für Stück als Zinsertrag in die Gewinn- und Verlustrechnung. Es ist echter, regelkonform verbuchter Ertrag — aber er stammt aus dem Kaufpreis, nicht aus dem laufenden Geschäft, und er endet, wenn der Abschlag aufgebraucht ist.
Bei Plumas betrug dieser Kreditabschlag beim Vollzug 15,8 Millionen US-Dollar. Wie viel davon im Ertrag gelandet ist, schreibt der Quartalsbericht selbst — und zwar ungewöhnlich klar:
„The accretion of discounts on loans acquired from Cornerstone totaled $1.3 million during the quarter an increase of $800 thousand from $500 thousand during the first quarter of 2026. The increase in accretion during the current quarter relates to an increase in prepayments on this portfolio.“
Übersetzung: „Die Auflösung der Abschläge auf die von Cornerstone übernommenen Kredite belief sich im Quartal auf 1,3 Millionen US-Dollar, ein Anstieg um 800.000 US-Dollar gegenüber 500.000 US-Dollar im ersten Quartal 2026. Der Anstieg der Auflösung im laufenden Quartal hängt mit vermehrten vorzeitigen Tilgungen in diesem Portfolio zusammen.“
— Plumas Bancorp, SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026, Lagebericht
Rechnen wir das einmal heraus. Der Zinsüberschuss betrug im zweiten Quartal 2026 26,007 Millionen US-Dollar bei einer Nettozinsmarge von 5,13 Prozent. Ohne die 1,3 Millionen aus der Kaufpreisauflösung blieben 24,707 Millionen — und damit eine Marge von rund 4,87 Prozent. Im zweiten Quartal 2025 lag sie bei 4,83 Prozent. Von den gemeldeten plus 30 Basispunkten bleiben also rund 4 übrig. Für das ganze erste Halbjahr rechnet es sich genauso: Der Bericht nennt 1,8 Millionen US-Dollar Auflösung, im Vorjahreszeitraum war es null, weil es die Übernahme noch nicht gab; bereinigt sinkt die Halbjahresmarge von 5,08 auf rund 4,90 Prozent — nach 4,89 Prozent ein Jahr zuvor.
Zwei Einordnungen gehören dazu, damit das Bild stimmt. Erstens ist diese Auflösung echter Ertrag, korrekt verbucht — sie ist nur eben nicht wiederholbar. Zweitens wirkt sie vor allem auf die Zinsmarge, weniger auf den Gewinn unter dem Strich: Dagegen läuft die Abschreibung des Einlagen-Immaterialwerts, die das Unternehmen für 2026 mit 2,082 Millionen US-Dollar veranschlagt. Und der Zeitplan verschiebt sich: Für das gesamte Jahr 2026 hatte Plumas im Geschäftsbericht eine Auflösung von 1,233 Millionen US-Dollar prognostiziert — nach sechs Monaten waren es bereits 1,8 Millionen. Was sich beschleunigt, ist aber auch schneller vorbei.
Viertens: Ausgerechnet im Rekordquartal wurde das Vorsorge-Modell umgestellt — mit dem Ergebnis einer niedrigeren Vorsorge.
Eine Modelländerung ist für sich genommen nichts Verbotenes und kann fachlich gut begründet sein — Banken überprüfen diese Annahmen regelmäßig. Wichtig ist der Effekt für den Leser der Zahlen: Die Vorsorge für 2026 entsteht nach anderen Regeln als die für 2025, der Zeitvergleich wird dadurch unschärfer. Und die Zuführung über die Gewinn- und Verlustrechnung betrug im gesamten ersten Halbjahr 2026 nur 270.000 US-Dollar, während die notleidenden Kredite um 8,4 Millionen US-Dollar zunahmen.
Fünftens: Der einzige Vertreter der gekauften Bank hat den Verwaltungsrat wieder verlassen.
Die Meldung nennt „persönliche Gründe“ und enthält keinen Hinweis auf eine Meinungsverschiedenheit. Es gibt also keinen Beleg für einen Streit, und wir behaupten keinen. Bemerkenswert bleibt die Konstellation trotzdem: Elf Monate nach dem Zusammenschluss ist die gekaufte Bank im Aufsichtsgremium der Käuferin nicht mehr vertreten.
Sechstens, und thematisch am engsten mit dem ersten Befund verknüpft: Genau in der Zeit, in der die Kreditqualität kippte, wechselte der oberste Kreditverantwortliche. Jeffrey T. Moore war seit dem 21. Februar 2019 Chief Credit Officer der Plumas Bank und gehörte als einer der drei bestbezahlten Manager zu den namentlich ausgewiesenen Führungskräften. Zum 31. Dezember 2025 ging er in den Ruhestand, zum 1. Januar 2026 übernahm Kevin C. Kaiser, zuvor Kreditadministrator des Hauses. Auffällig ist nicht der Wechsel selbst — Moore war 69 —, sondern wie er mitgeteilt wurde: Die SEC-Meldung vom 2. Januar 2026 berichtet ausschließlich die Bestellung des Nachfolgers und erwähnt Moore mit keinem Wort. Dass er überhaupt ausgeschieden ist, erfährt der Anleger erst in einer Fußnote der Einladung zur Hauptversammlung vom 9. April 2026: „Mr. Moore retired at December 31, 2025.“ Den Ruhestand einer anderen Führungskraft — der Leiterin des Bankgeschäfts (Chief Banking Officer) — hatte Plumas im April 2025 dagegen mit einer eigenen SEC-Meldung angezeigt, drei Monate vor ihrem Austritt. Für den Leser der Zahlen heißt das: Der Verantwortliche für das Kreditbuch wechselte in dem Quartal, in dem die notleidenden Kredite den höchsten Stand seit Jahren erreichten — und man musste danach suchen.
Und schließlich, weil es niemand erwartet: Im ersten Quartal 2026 verlor die Bank 726.000 US-Dollar durch zwei betrügerische Überweisungen — beide bei demselben Kunden. Der Quartalsbericht führt den Betrag als wesentlichen Grund für den Anstieg der sonstigen Aufwendungen auf. Gemessen am Quartalsgewinn von 9,8 Millionen US-Dollar sind das rund 7 Prozent, die schlicht abhandengekommen sind.
Bewertung — günstig, aber nicht ohne Grund
Zum Datenstand 27. August 2026 kostete die Aktie 61,19 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Börsenwert von rund 426 Millionen US-Dollar bei 6.959.016 ausstehenden Aktien (Stand 1. August 2026 laut Deckblatt des Quartalsberichts). Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf die Gewinne der zurückliegenden zwölf Monate liegt bei rund 12. Der Buchwert je Aktie betrug zum 30.06.2026 39,08 US-Dollar, was einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von rund 1,57 entspricht.
Für Banken ist allerdings der materielle Buchwert die üblichere Messlatte — der Substanzwert ohne Firmenwert und andere immaterielle Posten, weil er näher am tatsächlich verwertbaren Vermögen liegt. Zieht man vom Eigenkapital von 272,1 Millionen US-Dollar den Firmenwert von 24,2 Millionen und den Einlagen-Immaterialwert von 10,0 Millionen ab, bleiben 238,0 Millionen oder 34,17 US-Dollar je Aktie. Gemessen daran zahlt der Markt das rund 1,8-Fache. Das ist keine Schnäppchenbewertung, aber auch kein Aufschlag, der schon jeden Vorschuss auf die Zukunft eingepreist hätte — für eine Bank mit 15 Prozent Eigenkapitalrendite im letzten Quartal ist es eher unauffällig. Die Aktie notiert zwischen ihrem 52-Wochen-Tief von 38,80 und ihrem Hoch von 64,00 US-Dollar, deutlich näher am oberen Ende.
Die Dividende beträgt seit der Zahlung vom 18. Februar 2026 0,33 US-Dollar je Quartal nach zuvor 0,30 US-Dollar — eine Anhebung um 10 Prozent; zuletzt floss sie am 17. August 2026 (beschlossen am 15. Juli 2026, Meldung nach Form 8-K). Hochgerechnet auf ein Jahr entspricht das 1,32 US-Dollar und beim Kurs vom 27.08.2026 einer Dividendenrendite von rund 2,2 Prozent. Ausgeschüttet wurden im ersten Halbjahr 2026 4,6 Millionen US-Dollar, also gut 23 Prozent des Gewinns — reichlich Luft nach oben. Dazu läuft seit dem 2. Februar 2026 ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 25 Millionen US-Dollar, von dem bis zum 30.06.2026 allerdings erst 2,8 Millionen abgerufen waren.
Was diese Bewertung nicht abbildet, ist die Frage aus dem dritten Befund: Wenn ein erheblicher Teil der aktuellen Ertragskraft aus der Auflösung des Kaufpreis-Abschlags stammt und dieser Posten endlich ist, dann ist der Gewinn der zurückliegenden zwölf Monate keine verlässliche Grundlage für das, was danach kommt. Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 auf einen Gewinn, der einen auslaufenden Sondereffekt enthält, ist in Wahrheit teurer, als es aussieht.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für die Bank spricht:
- Eine Einlagenbasis, um die viele größere Banken sie beneiden: 45,8 Prozent unverzinsliche Sichteinlagen (30.06.2026) — die Quelle der überdurchschnittlichen Zinsmarge.
- Eine Kapitaldecke weit über allen Anforderungen: harte Kernkapitalquote der Bank 15,8 Prozent gegen 6,5 Prozent für die Einstufung als gut kapitalisiert, Gesamtkapitalquote 17,0 gegen 10,0 Prozent (30.06.2026).
- Kein einziges bis zur Endfälligkeit gehaltenes Wertpapier. Der gesamte Bestand ist zum Marktwert bilanziert, und die Kursverluste liegen offen: brutto 21,9 Millionen US-Dollar; nach Verrechnung mit Kursgewinnen und Steuern bleiben davon 13,6 Millionen als Abzug im Eigenkapital — 5,0 Prozent des Eigenkapitals von 272,1 Millionen. Verdeckte Kursverluste außerhalb der Bilanz — das Muster von 2023 — gibt es hier nicht.
- Die tatsächlichen Ausfälle bleiben winzig: 419.000 US-Dollar Nettoausbuchungen im ersten Halbjahr 2026, rund 0,06 Prozent der durchschnittlichen Kredite. Auch der Frühindikator hat sich verbessert: Kredite mit 30 bis 89 Tagen Zahlungsverzug sanken von 8,6 auf 2,6 Millionen US-Dollar.
- Ungenutzte Kreditlinien von rund 549 Millionen US-Dollar bei der Federal Home Loan Bank, der Notenbank und Korrespondenzbanken, dazu 135,5 Millionen US-Dollar Barmittel — bei null gezogenen Mitteln.
Was dagegen spricht:
- Notleidende Kredite von 23,5 Millionen US-Dollar oder 1,55 Prozent des Kreditbuchs (30.06.2026) nach 0,40 Prozent Ende 2024, bei einem Deckungsgrad der Vorsorge von nur noch rund 90 Prozent.
- Ein Agrarportfolio, in dem 8,4 Prozent der Kredite ausgefallen sind — in einer Region, deren Wasserversorgung die Bank in ihren eigenen Risikohinweisen als Dürre-Risiko benennt.
- Gewerbeimmobilien in Höhe von 389 Prozent des risikobasierten Kapitals (31.12.2025) — deutlich über der Aufsichtsschwelle von 300 Prozent.
- Die Rekordmarge trägt sich zu einem erheblichen Teil aus der Auflösung des Kaufpreis-Abschlags, die endlich ist und sich bereits beschleunigt.
- Geografische Konzentration: Rund 92 Prozent der Kredite gehen an Kreditnehmer, die in Nordkalifornien oder Nord-Nevada leben oder wirtschaften — einer Region mit Erdbeben-, Waldbrand- und Dürrerisiko. Dass das nicht theoretisch ist, zeigt eine Zeile im Ertrag 2025: 1,1 Millionen US-Dollar aus einem Vergleich zum Dixie-Feuer von 2021.
- Unversicherte Einlagen von rund 811 Millionen US-Dollar (43 Prozent der Einlagen), davon 230 Millionen besichert — bleiben rund 581 Millionen oder 31 Prozent ohne beides.
- Das Kreditbuch wächst nicht mehr: 1.512,2 Millionen US-Dollar zum 30.06.2026 gegen 1.512,1 Millionen zum 31.12.2025 — ein Plus von 117.000 US-Dollar in sechs Monaten.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Vertrautheits-Falle vom Anfang. Plumas Bancorp sieht genau so aus, wie eine sichere Bank aussehen soll: 45 Jahre alt, Filialen in Kleinstädten, eine Kapitaldecke, die doppelt so dick ist wie gefordert, eine Dividende, die seit Jahren steigt, und keine einzige Zeile bis zur Endfälligkeit gehaltener Wertpapiere, in der sich Verluste verstecken könnten. Wer nur auf diese Merkmale schaut, sieht ein grundsolides Institut — und liegt damit nicht einmal falsch.
Aber die Berichte erzählen eben auch die andere Geschichte. Ein Kreditnehmer aus der Landwirtschaft, der seine Verpflichtungen nicht mehr erfüllen konnte, hat 2025 eine Entwicklung angestoßen, die ein Jahr später dazu geführt hat, dass die Rückstellungen der Bank ihre Problemkredite nicht mehr decken. Die Rekordmarge, mit der die Bank Schlagzeilen macht, stammt zu einem erheblichen Teil aus einer Kaufpreisbuchung, die von selbst ausläuft. Und ausgerechnet in dem Quartal, in dem die ausgefallenen Kredite am stärksten stiegen, wurde das Vorsorgemodell so umgestellt, dass die Vorsorge trotz steigender Ausfälle sank.
Nichts davon ist ein Beleg dafür, dass diese Bank in Schwierigkeiten steckt — die realisierten Verluste sind winzig, das Kapital ist reichlich, und die Sicherheiten stehen. Es ist aber der Beleg dafür, dass „vertraut“ und „geprüft“ zwei verschiedene Dinge sind. Ob dir eine Bank mit dieser Einlagenbasis und dieser Kapitaldecke die offenen Fragen bei der Kreditqualität wert ist, kann dir keine Analyse abnehmen. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Und das ist auch gut so.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- Plumas Bancorp — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 30. Juni 2026 (eingereicht 5. August 2026)
- Plumas Bancorp — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2025 (eingereicht 19. März 2026)
- Plumas Bancorp — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht 6. Mai 2026)
- Plumas Bancorp — SEC-Geschäftsbericht 10-K für 2024 (eingereicht 19. März 2025)
- Plumas Bancorp — Mitteilung zum Zusammenschluss mit der Cornerstone Community Bancorp, SEC-Anlage 99.1 zu Form 8-K vom 29. Januar 2025
- Plumas Bancorp — Ergebnismitteilung zum zweiten Quartal 2026, SEC-Anlage 99.1 zu Form 8-K vom 15. Juli 2026
- Plumas Bancorp — SEC-Meldung Form 8-K vom 21. Mai 2026 zur Hauptversammlung und zum Rücktritt eines Verwaltungsrats (Item 5.07)
- Plumas Bancorp — SEC-Meldung Form 8-K vom 2. Januar 2026 zur Bestellung des neuen Chief Credit Officer (Item 5.02)
- Plumas Bancorp — Einladung zur Hauptversammlung 2026 (SEC-Formular DEF 14A vom 9. April 2026) mit Angaben zu Führungskräften und Vergütung
- Plumas Bancorp — SEC-Meldung Form 8-K vom 1. April 2025 zum Ruhestand der Chief Banking Officer (Item 5.02)
- Vollständige SEC-Einreichungshistorie von Plumas Bancorp (CIK 0001168455): EDGAR-Übersicht (sec.gov)
- Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q) für Kurs, Börsenwert und Bewertungskennzahlen; Datenstand 27. bis 28. August 2026.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in Aktien von Plumas Bancorp.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 56,5 | 70,5 | 84,9 | 72,9 | 108,2 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 28,5 | 35,7 | 40,2 | 39,0 | 39,6 |
| Nettogewinn | 21,0 | 26,4 | 29,8 | 28,6 | 29,6 |
| Nettomarge | 37,2 % | 37,5 % | 35,1 % | 39,3 % | 27,4 % |
| Gewinn je Aktie | 3,76 $ | 4,47 $ | 5,02 $ | 4,80 $ | 4,54 $ |
Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Unser Fazit auf einen Blick
- Einlagenbasis und Zinsmarge positiv
- Mit 45,8 Prozent unverzinslichen Sichteinlagen (30.06.2026) verfügt Plumas über eine Refinanzierung, von der viele größere Banken nur träumen. Daraus speist sich die Nettozinsmarge von 5,13 Prozent im zweiten Quartal 2026 — ein für diese Größenklasse außergewöhnlicher Wert, der über fünf Jahre von 3,63 Prozent (2021) kontinuierlich gestiegen ist.
- Kapitaldecke und Liquidität positiv
- Harte Kernkapitalquote der Bank 15,8 Prozent und Gesamtkapitalquote 17,0 Prozent zum 30.06.2026 — mehr als das Doppelte der Schwellen für die Einstufung als gut kapitalisiert. Dazu rund 549 Millionen US-Dollar ungenutzte Kreditlinien, 135,5 Millionen US-Dollar Barmittel und kein einziges bis zur Endfälligkeit gehaltenes Wertpapier, in dem sich Kursverluste verstecken könnten.
- Kreditqualität negativ
- Kredite ohne Zinsabgrenzung stiegen von 4,1 Millionen US-Dollar (31.12.2024) auf 21,9 Millionen (30.06.2026), notleidende Kredite insgesamt auf 1,55 Prozent des Buchs. Der Deckungsgrad der Vorsorge fiel von 321 über 132 auf rund 90 Prozent; kritisierte und klassifizierte Kredite stiegen binnen sechs Monaten von 3,6 auf 5,1 Prozent. Ursache ist eine eigene Agrarkreditbeziehung über 9,8 Millionen US-Dollar, nicht die Übernahme.
- Qualität der Ertragskraft neutral
- Das erste Halbjahr 2026 war mit 19,7 Millionen US-Dollar das beste der Firmengeschichte. Rechnet man jedoch die 1,3 Millionen US-Dollar aus der Auflösung des Kaufpreis-Abschlags heraus, die der Quartalsbericht für das zweite Quartal 2026 ausweist, sinkt die Quartalsmarge von 5,13 auf rund 4,87 Prozent — nach 4,83 Prozent im Vorjahresquartal. Der Sondereffekt läuft aus und beschleunigt sich dabei: Für das ganze Jahr 2026 waren 1,233 Millionen prognostiziert, nach sechs Monaten waren es 1,8 Millionen.
- Klumpenrisiko Gewerbeimmobilien negativ
- Gewerbeimmobilien machen 67,9 Prozent des Kreditbuchs aus und entsprachen zum 31.12.2025 laut Geschäftsbericht 389 Prozent des gesamten risikobasierten Kapitals — deutlich über der Aufsichtsschwelle von 300 Prozent. Entlastend: 43 Prozent davon sind eigengenutzt, Büroimmobilien machen nur 13 Prozent des Gewerbeimmobilienbestands aus, und die Bauschwelle von 100 Prozent wird mit 15 Prozent klar eingehalten.
- Ausschüttung und Aktionärsrendite positiv
- Die Quartalsdividende stieg 2026 um 10 Prozent auf 0,33 US-Dollar; die Jahresdividende hat sich seit 2021 (0,56 US-Dollar) mehr als verdoppelt. Die Ausschüttungsquote von rund 23 Prozent im ersten Halbjahr 2026 lässt viel Luft. Ein Rückkaufprogramm über bis zu 25 Millionen US-Dollar läuft seit dem 02.02.2026, war zum 30.06.2026 aber erst zu 2,8 Millionen abgerufen.
Plumas Bancorp ist eine kapitalstarke Regionalbank mit einer ungewöhnlich billigen Refinanzierung und einer Zinsmarge, die über fünf Jahre gestiegen ist. Die Rekordmeldungen des Jahres 2026 tragen sich allerdings zu einem erheblichen Teil aus der auslaufenden Auflösung eines Kaufpreis-Abschlags aus der Cornerstone-Übernahme, und parallel dazu haben sich die notleidenden Kredite seit Ende 2024 mehr als verfünffacht — ausgelöst durch eine eigene Agrarkreditbeziehung, nicht durch den Zukauf. Kapital, Liquidität und die minimalen tatsächlichen Ausfälle stehen dagegen. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Das Geschäftsmodell trägt seit 45 Jahren, die Kapitaldecke ist mit 15,8 Prozent harter Kernkapitalquote sehr solide, es gibt keine verdeckten Wertpapierverluste und keine existenzielle Abhängigkeit — für ein Substanzrisiko im Sinne einer roten Ampel fehlt jeder Beleg. Offen ist aber eine wesentliche operative Frage, und zwar eine große: Ob die Kreditqualität nur eine Delle durchläuft oder eine Wende markiert. Der Deckungsgrad der Vorsorge ist auf rund 90 Prozent gefallen, die kritisierten Kredite sind binnen sechs Monaten von 3,6 auf 5,1 Prozent des Kreditbuchs gestiegen, und die Zuführung zur Vorsorge betrug im ersten Halbjahr 2026 nur 270.000 US-Dollar, während die Modellannahme im selben Quartal umgestellt wurde. Dass die realisierten Ausbuchungen winzig bleiben und der Frühindikator sich verbessert hat, spricht dagegen — beantwortet die Frage aber noch nicht. Bis sie beantwortet ist, gilt die vorsichtigere Stufe. Dass die Aktie mit rund dem 1,8-Fachen des materiellen Buchwerts nicht teuer wirkt, spielt für diese Einordnung keine Rolle — das ist eine Frage des Preises, die die Scanner beantworten, nicht die Qualitätsampel.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Aufhänger dieser Analyse war eine redaktionelle Durchsicht kleiner US-Regionalbanken nach ungewöhnlich hohen Zinsmargen: Plumas fiel mit 5,13 Prozent Nettozinsmarge im zweiten Quartal 2026 auf, der Blick in die Kreditqualität lieferte den eigentlichen Befund (Datenstand 27. August 2026).
- Alle Bilanz- und Ertragszahlen tragen den Stichtag 30.06.2026 (Quartalsbericht 10-Q) bzw. 31.12.2025 (Geschäftsbericht 10-K); Kurs, Börsenwert und Bewertungskennzahlen sind zum 27.08.2026 datiert und ändern sich täglich mit dem Markt. Die Kapitalquoten gelten für die Plumas Bank, nicht für die Holding: Als kleine Bankholding ist Plumas Bancorp von den konsolidierten Kapitalregeln befreit.
- Für Plumas Bancorp waren keine Mitschriften von Analystenkonferenzen verfügbar; das Kapitel zu den Zusagen des Managements stützt sich auf die Ergebnismitteilungen aller 15 Quartale von Ende 2022 bis Mitte 2026 sowie auf die Fusions-Pressemitteilung vom 29.01.2025.
- Nicht zu verwechseln mit anderen Instituten, die „Community Bank“ oder „Bancorp“ im Namen tragen — diese Analyse behandelt ausschließlich Plumas Bancorp, Nasdaq-Ticker PLBC, CIK 0001168455, Verwaltungssitz Reno, Nevada.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 28. August 2026. Was sich seitdem bei PLBC geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
Später 0,99 € im Monat je Aktie — die Vormerkung ist kostenlos, und als Vormerker erfährst Du als Erster vom Start.
Die komplette Analyse als PDF für später
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Häufige Fragen
Plumas Bancorp (Nasdaq: PLBC) ist die Holding der Plumas Bank, einer 1980 gegründeten Regionalbank mit Geschäftsgebiet im Nordosten Kaliforniens und im Norden Nevadas; der Verwaltungssitz liegt in Reno, Nevada. Zum 30.06.2026 kam die Bank auf 2,278 Milliarden US-Dollar Bilanzsumme, 1,885 Milliarden US-Dollar Einlagen und 1,512 Milliarden US-Dollar Bruttokredite bei 238 Vollzeitkräften. Schwerpunkte sind Gewerbeimmobilien-, Gewerbe- und Agrarkredite.
Das entscheidest du selbst — diese Analyse gibt keine Kaufempfehlung. Die Fakten zum Datenstand 27.08.2026: Kurs 61,19 US-Dollar, Kurs-Gewinn-Verhältnis rund 12 auf die letzten zwölf Monate, rund das 1,8-Fache des materiellen Buchwerts von 34,17 US-Dollar je Aktie, Dividendenrendite rund 2,2 Prozent. Die Kapitaldecke ist sehr solide, doch ein erheblicher Teil der aktuellen Ertragskraft stammt aus einem auslaufenden Kaufpreiseffekt, und die Kreditqualität hat sich deutlich verschlechtert.
Die Kredite ohne Zinsabgrenzung stiegen von 4,1 Millionen US-Dollar (31.12.2024) auf 21,9 Millionen (30.06.2026); notleidende Kredite insgesamt machten 1,55 Prozent des Kreditbuchs aus nach 0,40 Prozent. Der Deckungsgrad der Risikovorsorge fiel von 321 auf rund 90 Prozent. Wichtig für die Einordnung: Die tatsächlichen Ausbuchungen bleiben mit 419.000 US-Dollar im ersten Halbjahr 2026 sehr niedrig, und die Kredite mit 30 bis 89 Tagen Verzug sanken von 8,6 auf 2,6 Millionen US-Dollar. Es sind bislang besicherte Zahlungsstörungen, keine realisierten Verluste.
Plumas übernahm die Cornerstone Community Bancorp aus Red Bluff, Kalifornien, zum 1. Juli 2025 und gewann dadurch vier Filialen, 478 Millionen US-Dollar Kredite und 580 Millionen US-Dollar Einlagen; als Firmenwert blieben 18,7 Millionen. Versprochen waren rund 9 Prozent mehr Gewinn je Aktie 2025 und 23 Prozent 2026. 2025 fiel der Gewinn je Aktie stattdessen von 4,80 auf 4,54 US-Dollar; im ersten Halbjahr 2026 stieg er um 24 Prozent und liegt damit auf Kurs. Die versprochene Buchwert-Verwässerung von 13 Prozent wurde mit tatsächlich 4,1 Prozent deutlich unterschritten.
Die harte Kernkapitalquote der Plumas Bank lag zum 30.06.2026 bei 15,8 Prozent, die Gesamtkapitalquote bei 17,0 Prozent — beide weit über den Schwellen von 6,5 und 10,0 Prozent für die Einstufung als gut kapitalisiert. Die Holding selbst ist als kleine Bankholding von den konsolidierten Kapitalregeln befreit. Rund 811 Millionen US-Dollar der Einlagen liegen über der Einlagensicherungsgrenze, davon sind 230 Millionen besichert. Anders als bei den Bankenpleiten von 2023 gibt es keinen bis zur Endfälligkeit gehaltenen Wertpapierbestand mit verdeckten Kursverlusten.
Ja, und sie steigt seit Jahren: von 0,56 US-Dollar je Aktie (2021) über 1,00 (2023) und 1,20 (2025) auf zuletzt 0,33 US-Dollar je Quartal, gezahlt am 18.02., 15.05. und 17.08.2026. Hochgerechnet sind das 1,32 US-Dollar im Jahr und beim Kurs vom 27.08.2026 rund 2,2 Prozent Dividendenrendite. Die Ausschüttungsquote lag im ersten Halbjahr 2026 bei rund 23 Prozent des Gewinns. Zusätzlich läuft seit dem 02.02.2026 ein Rückkaufprogramm über bis zu 25 Millionen US-Dollar.
Vier belegte Punkte: Erstens deckt die Risikovorsorge die ausgefallenen Kredite mit rund 90 Prozent erstmals nicht mehr vollständig. Zweitens entsprechen die Gewerbeimmobilienkredite 389 Prozent des risikobasierten Kapitals (31.12.2025), deutlich über der Aufsichtsschwelle von 300 Prozent. Drittens stammt ein erheblicher Teil der Rekordmarge aus der auslaufenden Auflösung des Kaufpreis-Abschlags. Viertens liegen rund 92 Prozent der Kredite in einer Region mit Waldbrand-, Erdbeben- und Dürrerisiko, und 8,4 Prozent des Agrarportfolios sind bereits ausgefallen.
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