EVI Industries: Verelffacht seit 2016 — aus eigener Kraft wären es rund 7 Prozent pro Jahr
EVI Industries (NYSE American: EVI) hat den Umsatz seit dem Geschäftsjahr 2016 von 36,0 auf 389,8 Millionen US-Dollar gesteigert — ein Chart, der nach Können aussieht. Die eigenen Geschäftsberichte sagen aber: Der Wachstumstreiber sind fast ausschließlich Zukäufe und Preiserhöhungen, organisch wuchs der Umsatz laut Firmenangabe nur um rund 7 Prozent pro Jahr. Bezahlt wurde ein Teil davon mit 83 Prozent mehr Aktien seit 2016, dazu ein frischer Schuldensprung nach der bislang größten Übernahme. Wir lesen die Berichte an die US-Börsenaufsicht SEC gemeinsam durch — wer das Wachstum wirklich bezahlt hat, entscheidest am Ende du.
Stand heute
Stand: 28. August 2026
- Schlusskurs
- 14,40 $ -2,40 %
- Marktkapitalisierung
- 0,2 Mrd. $
- KGV
- 30,6
- Wachstums-Score
- 4/10
- AAQS
- 7/10
Kursentwicklung seit 27. August 2026: -2,0 %
Diese Analyse hat einen Stichtag. Der Aktien-Wächter meldet sich, wenn sich an den Zahlen etwas Wesentliches ändert. Zur kostenlosen Vormerkung
Chart
Interaktiver Kurs-Chart (TradingView).
52-Wochen-Spanne: 14,00 $ bis 34,40 $ · Letzter Kurs: 14,40 $ (Stand: 28. August 2026)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.
Es gibt einen Moment, den fast jeder Anleger kennt, der schon einmal einen Aktienchart mit der Aufschrift „seit 2016“ gesehen hat: Der Umsatz eines kleinen, kaum bekannten Industriewerts klettert von ein paar Dutzend Millionen auf fast 400 Millionen US-Dollar, die Linie sieht aus wie eine Rakete — und im Kopf macht es klick: „Das ist ein Serien-Aufkäufer, der wirklich etwas draufhat.“ Ein Chart, der sich verelffacht, fühlt sich wie Können an. Wie ein Beweis, dass da jemand sitzt, der das Geschäft versteht und Kapital klug einsetzt. Die Frage, die dabei fast nie gestellt wird, lautet: Wer hat dieses Wachstum eigentlich bezahlt? Bei EVI Industries, Inc. (NYSE American: EVI) aus Miami, Florida, lohnt sich genau diese Frage. Der Umsatz stieg von 36,0 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2016 auf 389,8 Millionen im Geschäftsjahr 2025 — eine Verelffachung. Doch die Firma schreibt selbst in ihre Pressemitteilungen, dass der Umsatz organisch nur um rund 7 Prozent pro Jahr wuchs; der Rest kam aus Zukäufen und Preiserhöhungen. Und während der Umsatz elfmal so groß wurde, wuchs die Zahl der ausstehenden Aktien um 83 Prozent. Machen wir also einen Deal: Wir lesen gemeinsam die echten Berichte, die EVI der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat — den Geschäftsbericht (10-K) für das Geschäftsjahr 2025, den jüngsten Quartalsbericht (10-Q) und die aktuellen Mitteilungen (8-K) —, und schauen, wie viel von der Rakete dir als Aktionär gehört und wie viel du am Ende mitbezahlt hast, ohne es zu merken.
Was EVI Industries eigentlich macht
Übersetzt in ein Alltagsbild: EVI Industries ist der Großhändler und Reparaturdienst für die Waschmaschinen und Trockner, die hinter den Kulissen von Krankenhäusern, Hotels, Gefängnissen, Kreuzfahrtschiffen und Wäschereien laufen — nicht die kleine Maschine bei dir zu Hause, sondern tonnenschwere Industrieanlagen. Die Firma verkauft und least Wasch-, Trocken-, Finish- und Materialtransporttechnik, dazu Wassererhitzer und Stromerzeuger für Wäschereien, und sie berät, installiert, wartet und repariert diese Anlagen über ein eigenes Netz von Technikern. Kunden sind gewerbliche Wäschereien, Krankenhäuser, Pflegeheime, Hotels, Kreuzfahrtlinien, der Profisport, Bildungseinrichtungen und der Justizvollzug. Das eigentliche Geschäftsmodell dahinter heißt Buy-and-Build, zu Deutsch etwa „kaufen und zusammenbauen“: Statt aus eigener Kraft zu wachsen, kauft EVI seit 2016 kontinuierlich kleine, regionale Wäschereitechnik-Händler auf und fügt sie zu einem großen nationalen Netzwerk zusammen. 2016 war das noch ein einziger Standort in Florida mit 32 Mitarbeitern; laut Pressemitteilung vom Mai 2026 sind daraus 32 Geschäftseinheiten mit rund 900 Beschäftigten geworden (der Geschäftsbericht für 2025 nennt 850 Voll- und Teilzeitkräfte zum 1. August 2025). Die Firma selbst beschreibt die Strategie im Geschäftsbericht so: Je nach Größe der Übernahme wird bar oder in eigenen Aktien bezahlt — und das ist mehr als eine Randnotiz, wie du gleich sehen wirst.
An der Spitze steht seit März 2015 Henry M. Nahmad als Chairman, CEO und President. Davor war er Chef bei Chemstar und zuvor, laut Proxy-Unterlagen, zwischen 2001 und 2004 sowie 2007 und 2009 bei Watsco, Inc. beschäftigt — nach eigener Beschreibung „der größte Distributor von Klima- und Kältetechnik“ (HVAC/R). Dort lernte er offenkundig das Distributions-Geschäftsmodell, das er bei EVI seither anwendet: kleine, lokale Fachhändler aufkaufen und über ein großes Netzwerk skalieren. Eine familiäre Verbindung zu Watsco lässt sich aus den SEC-Unterlagen nicht belegen — wir bleiben deshalb bei dem, was tatsächlich dokumentiert ist: die berufliche Station. Wer eine Blaupause für kontrollierte Gesellschaften mit einem dominanten Eigentümer-Unternehmer sucht, kennt das Muster vielleicht bereits aus unserer Analyse zu Flanigan's Enterprises — einem anderen familiengeführten Florida-Nebenwert mit einem sehr ähnlichen Kontrollblock. Bei EVI ist die Parallele kein Zufall: kleine Nebenwerte mit einem Gründer-CEO, der Kapital und Stimmrechte zentral in der Hand hält, tauchen in Florida auffällig häufig auf.
Die Firmengeschichte für Anleger
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2015
Henry Nahmad übernimmt als Chairman, CEO und President
Ab März 2015 steuert ein einzelner Eigentümer-Unternehmer die künftige Buy-and-Build-Strategie — der Ausgangspunkt der heutigen Kontrollstruktur.
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2016
Start der Buy-and-Build-Strategie aus einem Standort in Florida
32 Mitarbeiter, ein Standort, 36,0 Mio. US-Dollar Umsatz und 7,03 Mio. Aktien — der Nullpunkt, von dem aus Umsatz wie Aktienzahl seither wuchsen.
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2023
Pressemitteilung nennt erstmals Zehn-Jahres-CAGR von 37/24/35 Prozent
Am 9. November 2023 präsentiert das Management eindrucksvolle Langfrist-Wachstumsraten — der erste Messpunkt einer Reihe, die seither kontinuierlich sinkt.
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2025
Abschluss der Girbau-Übernahme, größte Übernahme der Firmengeschichte
Zum 1. April 2025 kauft EVI für rund 38,4 Mio. US-Dollar zu, finanziert über die Kreditlinie — der Auslöser für den späteren Schuldensprung.
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2025
Pressemitteilung nennt erstmals konkret 7 Prozent organisches Wachstum
Am 11. September 2025 beziffert die Mitteilung zum Geschäftsjahr 2025 das organische Wachstum auf 7 Prozent pro Jahr — die einzige derartige Angabe in allen Berichten.
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2026
Sudsies-Kaufverträge — Einstieg ins Endkundengeschäft
Am 17. Juli 2026 unterschreibt EVI Verträge über 34,6 Mio. US-Dollar für ein Consumer-Textilpflege-Geschäft — erstmals außerhalb des bisherigen B2B-Kerngeschäfts.
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2026
Aktienrückkaufprogramm über 10 Millionen US-Dollar angekündigt
Am 28. Juli 2026 kündigt EVI per Pressemitteilung Rückkäufe an, ohne begleitendes SEC-Filing — bis dahin bestand laut Geschäftsbericht 2025 kein formales Rückkaufprogramm.
Wie die Aktie auf unseren Tisch kam
EVI Industries kam bei der Durchsicht von Serien-Aufkäufern unter den US-Nebenwerten auf unsere Rechercheliste — Firmen, die ihr Wachstum vor allem über Zukäufe erzielen und sich selbst gern als „Compounder“ bezeichnen. Interessant wurde die Aktie dadurch, dass der Kurs Ende August 2026 nahe seinem 52-Wochen-Tief notierte: Am 27. August 2026 kostete eine EVI-Aktie rund 14,70 US-Dollar — 57 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,48 US-Dollar (Quelle: Fundamentaldaten, Datenstand 27. August 2026). Ein Kurs, der binnen eines Jahres mehr als die Hälfte seines Wertes verliert, während der Umsatz gleichzeitig zweistellig wächst, ist ein Widerspruch, der eine genauere Prüfung verdient. Dazu kommt ein zweiter Befund, der die Recherche noch spannender machte: Laut Fundamentaldaten liegt der Insider-Anteil bei rund 59,6 Prozent (Datenstand 27. August 2026) — eine andere, breiter gefasste Kennzahl als die 56,2 beziehungsweise 57,4 Prozent Stimmenkontrolle, die weiter unten aus den SEC-Unterlagen zitiert werden, weil sie zusätzliche Insider-Meldungen (Form 4) mit einbezieht. So oder so: Bei EVI hält das Management einen sehr großen Teil der Firma selbst. Merke dir gleich zu Beginn dieses Bild: Eine Aktie mit hohem Insider-Anteil kann Interessengleichlauf bedeuten — oder schlicht bedeuten, dass niemand von außen ernsthaft mitreden kann. Welche der beiden Lesarten zutrifft, klären wir im Lauf dieser Analyse.
Die Zahlen über die Jahre — ehrlich gewürdigt
Bevor wir kritisch werden, verdient EVI Industries das Eingeständnis: Was diese Firma in zehn Jahren aufgebaut hat, ist beeindruckend. Aus 36,0 Millionen US-Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2016 wurden 389,8 Millionen im Geschäftsjahr 2025 — und das Unternehmen war in jedem einzelnen dieser Jahre profitabel, kein einziges Verlustjahr. Die Rohertragsmarge, also der Anteil vom Umsatz, der nach Einkaufskosten übrig bleibt, stieg von 24,7 Prozent im Geschäftsjahr 2021 auf 30,4 Prozent im Geschäftsjahr 2025 — ein Zeichen, dass Skaleneffekte und Preissetzungsmacht tatsächlich greifen. Der Konzern zahlte zudem drei Sonderdividenden in Folge: 0,28 US-Dollar je Aktie im Oktober 2023, 0,31 US-Dollar im Oktober 2024 und 0,33 US-Dollar im Oktober 2025. Das ist die Seite der Geschichte, die auf jeder Investor-Relations-Folie steht — und sie ist nicht falsch.
Eine Geschäftsjahr-Besonderheit, die für den Rest dieser Analyse wichtig ist: EVIs Geschäftsjahr endet nicht wie bei den meisten US-Firmen am 31. Dezember, sondern am 30. Juni. Das „Geschäftsjahr 2025“ bedeutet deshalb den Zeitraum vom 1. Juli 2024 bis zum 30. Juni 2025 — nicht das Kalenderjahr 2025. Jede Zahl in diesem Artikel trägt deshalb ausdrücklich ihr Geschäftsjahr (GJ) oder ein konkretes Quartalsdatum, damit du nie raten musst, welcher Zeitraum gemeint ist.
Diese Kurve ist der Grund, warum EVI überhaupt auf unseren Tisch kam. Doch eine Wachstumskurve allein beantwortet nicht die Frage, die diese Analyse trägt: Wie viel davon hat die Firma sich selbst erarbeitet — und wie viel wurde eingekauft? Das ist das nächste Kapitel.
Organisch oder gekauft?
Hier liegt der Kern dieser Analyse. EVI Industries zählte im Mai 2026 32 Geschäftseinheiten — zusammengesetzt aus 31 Übernahmen bis September 2025 plus der 32. Übernahme, Belenky, Inc. aus Ohio, abgeschlossen am 28. Februar 2026. Bezahlt wurde das über die Jahre mit rund 117 Millionen US-Dollar in bar (Summe der Kaufpreiszahlungen laut Cashflow-Rechnung, Geschäftsjahre 2017 bis zu den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026) und zusätzlich rund 76,4 Millionen US-Dollar in Form eigener Aktien (Geschäftsjahre 2017 bis 2024). Die größte Einzelübernahme der Firmengeschichte war Girbau North America, abgeschlossen am 1. April 2025 für rund 38,4 Millionen US-Dollar Gesamtgegenleistung — finanziert über die Kreditlinie, mit direkter Folge für die Bilanz, wie das nächste Kapitel zeigt.
Was aber bleibt von den beeindruckenden Wachstumsraten übrig, wenn man die Zukäufe herausrechnet? Der Geschäftsbericht (10-K) für das Geschäftsjahr 2025 beschreibt den Treiber des Umsatzwachstums so:
Wörtlich heißt es dort: „Revenues for fiscal 2025 increased by approximately $36.3 million (10%) from fiscal 2024. The increase was primarily attributable to revenues generated by businesses acquired by the Company during fiscal 2025 as well as price increases established throughout the Company's product lines and service offerings aimed at maintaining or increasing margins to cover incremental product and operating cost increases.“ Übersetzt: Der Umsatzanstieg von rund 36,3 Millionen US-Dollar (10 Prozent) gegenüber dem Geschäftsjahr 2024 wird vor allem auf Umsätze aus im Geschäftsjahr 2025 zugekauften Firmen sowie auf Preiserhöhungen zurückgeführt. Kein einziges Wort über organisches Neugeschäft — im MD&A-Abschnitt (der Management-Erläuterung zur Geschäftsentwicklung im Geschäftsbericht) ist das die einzige genannte Erklärung, Jahr für Jahr, mit fast identischem Wortlaut auch im jüngsten Quartalsbericht.
Eine Zahl zur organischen Wachstumsrate findet sich überhaupt nur an einer einzigen Stelle — nicht im Geschäftsbericht selbst, sondern in der begleitenden Pressemitteilung zu den Jahreszahlen 2025:
"These results have been driven by the acquisition of 31 businesses, along with a 7% compounded annual growth rate in organic revenue, highlighting the effectiveness of EVI's disciplined approach to growth."
Übersetzung: „Diese Ergebnisse wurden durch die Übernahme von 31 Unternehmen sowie eine jährliche Wachstumsrate des organischen Umsatzes von 7 Prozent erzielt, was die Wirksamkeit von EVIs diszipliniertem Wachstumsansatz unterstreicht.“
— EVI Industries, Inc., aktuelle Mitteilung (8-K), Pressemitteilung vom 11. September 2025 (Exhibit 99.1)
Rechne das kurz durch: Der ausgewiesene Zehn-Jahres-Umsatz-CAGR (die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate) liegt laut den eigenen Pressemitteilungen bei rund 29 Prozent. Zieht man davon die selbst genannten 7 Prozent organisches Wachstum ab, bleibt der überwiegende Rest — mehr als 20 Prozentpunkte pro Jahr — allein den Zukäufen und Preiserhöhungen zuzuschreiben. Eine GAAP-Aufschlüsselung (also eine nach anerkannten Bilanzierungsregeln geprüfte, testierte Zahl), wie viel Umsatz in jedem einzelnen Geschäftsjahr aus bestehenden Standorten kam und wie viel aus Zukäufen, liefert EVI weder im Geschäftsbericht noch im Quartalsbericht. Diese Lücke ist kein Vorwurf an sich — viele Serien-Aufkäufer berichten das nicht —, aber sie bedeutet: Die 7-Prozent-Zahl ist eine Firmenangabe, kein geprüfter Wert, und sie taucht nur einmal auf, nicht wiederholt in jedem Quartalsbericht. Bezahlt wurde dieses Wachstum auch mit frischen Aktien: Die Aktienzahl stieg von 7,03 Millionen im September 2016 auf 12.869.113 zum 6. Mai 2026 — ein Plus von 83 Prozent.
Für den Vergleich lohnt sich ein Blick auf eine andere kontrollierte Gesellschaft, die wir bereits unter die Lupe genommen haben: Biglari Holdings, wo ein einzelner Kapitalallokator ebenfalls über Kapitalentscheidungen bestimmt, allerdings über eine völlig andere Struktur (Investmentfonds statt Zukäufe). Die gemeinsame Lehre aus beiden Fällen: Wachstum, das mit frischen Aktien bezahlt wird, ist nie ganz gratis — dein Stück vom Kuchen wird bei jeder neuen Aktie automatisch etwas kleiner, auch wenn der Kuchen selbst größer wird.
Was in den Berichten steht — vier unbequeme Wahrheiten
Unbequeme Wahrheit Nr. 1: Verwässerung — der Gewinn je Aktie wächst viel langsamer als der Umsatz
Verwässerung heißt übersetzt: Dein Stück vom Kuchen wird kleiner, wenn ständig neue Stücke abgeschnitten werden, auch wenn der Kuchen selbst wächst. Genau das ist bei EVI passiert. Die Aktienzahl wuchs seit September 2016 um 83 Prozent, und für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie zählt EVI wegen unvesteter Restricted Shares sogar noch 6 Prozent mehr Aktien, als tatsächlich ausstehen (verwässert 13,65 Millionen gegenüber 12,87 Millionen Basis-Aktien in der Neun-Monats-Rechnung für das Geschäftsjahr 2026). Der ausgewiesene Zehn-Jahres-Nettogewinn-CAGR liegt laut jüngster Pressemitteilung (Mai 2026) nur noch bei rund 15 Prozent — deutlich unter dem Umsatz-CAGR von rund 29 Prozent. Mit anderen Worten: Selbst wenn man dem Unternehmen die Zukäufe komplett zugutehält, wächst der Gewinn je Aktie langsamer als der Umsatz, weil ein Teil des Zuwachses laufend an neue Aktionäre verteilt wird.
Unbequeme Wahrheit Nr. 2: Der Schuldensprung nach Girbau — und ein schmelzender Kreditpuffer
Die größte Übernahme der Firmengeschichte hat ihren Preis auch in der Bilanz hinterlassen. Zum 31. März 2026 hatte EVI Industries laut Quartalsbericht (10-Q) 60,0 Millionen US-Dollar aus der revolvierenden Kreditlinie gezogen — zu einem gewichteten Durchschnittszins von 5,04 Prozent. Die Kreditlinie hat zwar ein nominelles Volumen von 150 Millionen US-Dollar (plus Erweiterungsoption auf 200 Millionen), doch wegen der Covenants — das sind vertragliche Kreditauflagen, etwa eine maximale Verschuldungsquote, deren Verletzung das Darlehen fällig stellen kann — waren zum Stichtag nur noch 36,3 Millionen US-Dollar tatsächlich ziehbar. Der Zinsaufwand für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2026 stieg um rund 72 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2,96 nach 1,72 Millionen US-Dollar laut Quartalsbericht). Zum Ende des Geschäftsjahres 2024 (30. Juni 2024), also 21 Monate vor dem Stichtag, standen dort gerade einmal 13,0 Millionen US-Dollar Schulden in den Büchern — die Nettoschulden haben sich seither auf 55,7 Millionen US-Dollar (31. März 2026) mehr als vervierfacht. Der Quartalsbericht (10-Q) selbst bestätigt die neue Größenordnung:
Wörtlich heißt es dort: „As of March 31, 2026, the Company had approximately $60.0 million of outstanding borrowings under the Credit Agreement, which accrued interest at a weighted average rate of 5.04%.“ Und weiter: „At March 31, 2026, the Company was in compliance with its covenants under the Credit Agreement and $36.3 million was available to borrow under the revolving credit facility.“ Übersetzung: Zum 31. März 2026 hatte das Unternehmen rund 60,0 Millionen US-Dollar an ausstehenden Krediten aus dem Kreditvertrag, die zu einem gewichteten Durchschnittssatz von 5,04 Prozent verzinst wurden. Zum 31. März 2026 erfüllte das Unternehmen seine Kreditauflagen, und 36,3 Millionen US-Dollar standen unter der revolvierenden Kreditlinie noch zur Verfügung. Nach dem Bilanzstichtag kamen zwei weitere große Mittelverwendungen hinzu, die die Bilanz zusätzlich fordern werden: die Sudsies-Übernahme (rund 34,6 Millionen US-Dollar, überwiegend bar) und ein neu angekündigtes Aktienrückkaufprogramm — dazu mehr im Kapitel über die neuesten Entwicklungen.
Unbequeme Wahrheit Nr. 3: Vier Hersteller liefern 72 Prozent des gesamten Einkaufs
EVI verkauft die Geräte anderer Hersteller — American Dryer, Chicago Dryer, Cleaver Brooks, Girbau, Dexter, Fulton, Kannegiesser, Maytag, Pellerin Milnor, Unipress, Softrol, Fagor und Whirlpool zählen laut Geschäftsbericht zu den Lieferanten. Das Problem: Der Einkauf ist stark konzentriert.
"While the Company purchases the products it distributes from a number of manufacturers and suppliers, purchases from four manufacturers accounted for a total of approximately 72% and 73% of the Company's product purchases for fiscal 2025 and 2024, respectively."
Übersetzung: „Obwohl das Unternehmen die von ihm vertriebenen Produkte von einer Reihe von Herstellern und Lieferanten bezieht, entfielen die Einkäufe bei vier Herstellern insgesamt auf rund 72 beziehungsweise 73 Prozent der Produkteinkäufe des Unternehmens für die Geschäftsjahre 2025 und 2024.“
— EVI Industries, Inc., SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025, Risikofaktoren
Übersetzt in ein Alltagsbild: Stell dir einen Baumarkt vor, der Werkzeuge von Dutzenden Marken führt — aber fast drei Viertel der Ware kommen nur von vier Fabriken. Fällt eine davon aus, bricht ein riesiger Teil des Sortiments weg, egal wie groß das restliche Regal aussieht. Welche vier Hersteller das konkret sind, nennt der Bericht nicht — und die Verträge sind, so der Geschäftsbericht weiter, teils kurzfristig kündbar, Exklusivität besteht nur „für bestimmte Produkte in bestimmten Regionen“. Dass dieses Risiko kein theoretisches ist, zeigt der Geschäftsbericht selbst an anderer Stelle: Bei mehreren zugekauften Firmen endete nach der Übernahme durch EVI die Geschäftsbeziehung zum bisherigen Hauptlieferanten, sodass diese Standorte fortan Marken anderer EVI-Lieferanten vertreiben mussten. Ein belegter Präzedenzfall also — kein hypothetisches Risiko aus dem Kleingedruckten.
Unbequeme Wahrheit Nr. 4: Kontrolle liegt fest in einer Hand — und die Vergütung frisst einen Großteil des Gewinns
Wer bestimmt bei EVI wirklich? Laut Hauptversammlungsunterlage (DEF 14A) vom 20. November 2025 kontrollieren Management und Verwaltungsrat gemeinsam rund 56,2 Prozent der Stimmrechte — im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 wird zum Stichtag 30. Juni 2025 noch eine Zahl von 57,4 Prozent genannt. Ein Teil davon — 431.466 Aktien — kontrolliert der Verwaltungsrat nicht direkt, sondern über Stimmbindungsverträge (Stockholders Agreements) mit den Verkäufern früherer Übernahmen: Wer seine Firma an EVI verkauft und dabei Aktien als Teil des Kaufpreises erhält, verpflichtet sich vertraglich, bei Abstimmungen im Sinne des Managements zu stimmen. Der Geschäftsbericht sagt es so:
Genau dieses Muster — ein Eigentümer-Unternehmer, der über Jahre hinweg per Zukauf und Aktientausch seine eigene Stimmenmehrheit zementiert — kennst du vielleicht schon aus unserer Analyse zu Biglari Holdings, wo Chairman Sardar Biglari über eine andere Konstruktion (Investmentfonds statt Zukaufverträge) auf rund 73 Prozent der Stimmen kommt. Bei EVI ist der Mechanismus subtiler, aber die Wirkung ähnlich: Die Akquisitionswährung bringt die Stimmen gleich mit. Für dich als Minderheitsaktionär heißt das: Selbst wenn du unzufrieden wärst, könntest du bei EVI keine Mehrheit gegen das Management organisieren.
Dazu kommt die Vergütung von CEO Henry Nahmad. Für das Geschäftsjahr 2025 wies das Proxy-Statement eine Gesamtvergütung von 5.350.835 US-Dollar aus (650.000 US-Dollar Gehalt, 650.000 US-Dollar Bonus, 3.999.997 US-Dollar Aktienzuteilungen, 50.838 US-Dollar Sonstiges). Gemessen am Konzern-Nettogewinn von 7,5 Millionen US-Dollar im selben Geschäftsjahr entspricht das 71 Prozent des gesamten Gewinns — im Geschäftsjahr 2024 waren es sogar 105 Prozent (Vergütung 5.914.510 gegenüber Nettogewinn 5,65 Millionen US-Dollar). Zur Fairness gehört ein Abfederungs-Detail: 4,0 Millionen US-Dollar dieser Vergütung bestehen aus Restricted Shares — Aktien, die Nahmad erst am 5. November 2040 tatsächlich frei verfügen kann, seinem 62. Geburtstag. Das ist ein außergewöhnlich langes Vesting, das die kurzfristigen Verkaufsanreize deutlich reduziert. Trotzdem bleibt die Grundmechanik bestehen: Ein Mann kontrolliert die Mehrheit der Stimmen und genehmigt sich damit faktisch selbst eine Vergütung, die in schwächeren Jahren mehr als den gesamten Konzerngewinn aufzehrt.
Zur Glaubwürdigkeit der eigenen Kommunikation noch eine kleine, aber aufschlussreiche Fußnote: In der Pressemitteilung vom 20. Juli 2026 zur Sudsies-Übernahme hatte EVI zunächst eine falsche Zahl genannt. Das Unternehmen musste das drei Tage später in einer separaten aktuellen Mitteilung korrigieren:
"In the press release the Company inadvertently overstated the compounded annual growth rate for a five year period for EBITDA of 62%. The corrected percentage is 31%."
Übersetzung: „In der Pressemitteilung hatte das Unternehmen versehentlich die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des EBITDA über einen Fünfjahreszeitraum mit 62 Prozent zu hoch angegeben. Die korrigierte Prozentzahl lautet 31 Prozent.“
— EVI Industries, Inc., aktuelle Mitteilung (8-K) vom 23. Juli 2026, Punkt 8.01
Eine falsch angegebene Wachstumsrate, die um mehr als das Doppelte zu hoch ausfiel — bei einer Firma, deren gesamte Investment-Story auf beeindruckenden CAGR-Zahlen aufbaut, ist das kein triviales Detail. Es zeigt zumindest, dass die eigenen Kennzahlen in der externen Kommunikation nicht immer sauber gegengeprüft werden, bevor sie an die Öffentlichkeit gehen.
Was das Management versprach — und was kam
Eine Besonderheit, die du bei EVI kennen solltest, bevor du dir die Aussagen des Managements zu Herzen nimmst: EVI Industries hält keine klassischen Earnings Calls mit Live-Fragerunde von Analysten. In keiner der für diese Analyse ausgewerteten Mitteilungen ist eine Analysten-Fragerunde dokumentiert; stattdessen verweist die Firma in ihren Quartals- und Jahresmitteilungen von November 2023 bis Mai 2026 durchgehend auf eine „pre-recorded earnings conference call“ — eine vorab aufgezeichnete Botschaft von Chairman und CEO Henry Nahmad auf der Investor-Relations-Seite, ergänzt um schriftliche Pressemitteilungen. Das bedeutet: Es gibt schlicht keine Gelegenheit zu prüfen, wie das Management auf kritische Nachfragen reagiert, weil solche Nachfragen bei EVI institutionell gar nicht vorgesehen sind. Was folgt, ist deshalb eine Auswertung reiner Verlautbarungen, nicht von Antworten unter Druck.
Im September 2024, zu den Zahlen des Geschäftsjahres 2024, in dem das Betriebsergebnis wegen hoher Investitionen um 30 Prozent eingebrochen war, versprach das Management: „the Company expects that these investments will yield positive returns in the forthcoming periods“ — die Investitionen würden sich in den kommenden Perioden auszahlen. Ein Jahr später, im Geschäftsjahr 2025, stieg das operative Ergebnis tatsächlich um 18 Prozent. Das Versprechen hat sich also zumindest teilweise erfüllt — bis in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 (bis 31. März 2026) der Nettogewinn wieder um 8 Prozent zurückging, weil Zinsaufwand und Integrationskosten stärker zulegten als der operative Gewinn. Ähnlich verhält es sich mit dem Margen-Versprechen aus der Pressemitteilung zum Geschäftsjahr 2025: Die Firma sprach von Fortschritten „toward the Company's operating margin goal“ — ein konkretes Zielniveau nennt sie an keiner Stelle, was die Aussage im Nachhinein weder bestätig- noch widerlegbar macht.
Bemerkenswert ist der Tonwechsel im Mai 2026. Nach Jahren, in denen jede Mitteilung von neuen Zukäufen und Rekordzahlen sprach, klang die Botschaft zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 plötzlich anders:
"As our enterprise continues to mature, we believe we are entering a new phase focused on operational optimization, process improvement, and enterprise-wide coordination initiatives intended to improve scalability, efficiency, customer experience, and long-term operating performance."
Übersetzung: „Während unser Unternehmen weiter reift, glauben wir, in eine neue Phase einzutreten, die sich auf operative Optimierung, Prozessverbesserung und unternehmensweite Koordinationsinitiativen konzentriert, die auf verbesserte Skalierbarkeit, Effizienz, Kundenerlebnis und langfristige operative Leistung abzielen.“
— Henry M. Nahmad, Chairman & CEO, EVI Industries, Inc., Pressemitteilung zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026, Anlage 99.1 zur aktuellen Mitteilung (8-K) vom 11. Mai 2026
Übersetzt: Man wechselt vom Kaufen zum Aufräumen. Ein Management, das nach zehn Jahren Dauerzukäufen plötzlich vom „Aufbau“ zur „Aufräumphase“ wechselt, signalisiert damit auch: Die Integration der zahlreichen Zukäufe — allein 850 bis 900 Mitarbeiter, verteilt über 32 Standorte — war offenbar noch nicht abgeschlossen, obwohl das ERP-System (die zentrale Unternehmenssoftware) laut Mitteilung bereits „substantially completed“ sei.
Was diesen Tonwechsel besonders interessant macht: Er fällt zeitlich mit der bereits erwähnten CAGR-Erosion zusammen. Die selbst ausgewiesenen Zehn-Jahres-Wachstumsraten (Umsatz / Nettogewinn / bereinigtes EBITDA) sind über die Jahre kontinuierlich gesunken — von 37/24/35 Prozent in der Pressemitteilung vom 9. November 2023 über 33/16/30 Prozent (12. September 2024) und 30/18/27 Prozent (11. September 2025) auf zuletzt nur noch 29/15/26 Prozent in der Mitteilung vom 11. Mai 2026. Jede einzelne dieser Mitteilungen sprach von „Rekordzahlen“ — aber die zugrundeliegenden langfristigen Wachstumsraten werden mit jedem Brief kleiner. Ein Muster, das man im Blick behalten sollte, wenn beim nächsten Quartalsbericht wieder von einem „Rekordumsatz“ die Rede ist.
Neueste Entwicklungen nach dem Quartalsbericht
Wichtig vorab: Das Geschäftsjahr 2026 endete am 30. Juni 2026 — der zugehörige Geschäftsbericht (10-K) ist zum Zeitpunkt dieser Analyse (Stand 29. August 2026) noch nicht eingereicht. Im Vorjahr erschien der entsprechende Bericht am 11. September 2025, ein ähnlicher Termin ist deshalb Mitte September 2026 zu erwarten. Bis dahin gibt es keine testierten Gesamtjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2026 — jede Aussage zum ganzen Jahr wäre reine Spekulation, und wir machen sie deshalb bewusst nicht.
Zwei Ereignisse nach dem letzten Quartalsbericht solltest du trotzdem kennen. Erstens: Am 17. Juli 2026 unterzeichnete EVI vier Kaufverträge zur Übernahme von Sudsies, Inc., einem Textilpflege-Unternehmen aus Florida, veröffentlicht per aktueller Mitteilung (8-K) am 23. Juli 2026. Die Gesamtgegenleistung liegt bei rund 34,6 Millionen US-Dollar, überwiegend in bar. Das Besondere daran: Sudsies ist kein weiterer Wäschereitechnik-Händler wie die bisherigen 32 Zukäufe, sondern ein Endkundengeschäft für Textilpflege — EVIs erster Schritt vom B2B-Vertrieb ins direkte Consumer-Geschäft. Von der Gesamtsumme entfallen 7.124.778 US-Dollar allein auf den Kauf des „persönlichen Goodwills“ von Sudsies-Mitgründer Jason Loeb — ein rechtliches Konstrukt, mit dem der persönliche Ruf und die Kundenbeziehungen einer Einzelperson separat bezahlt werden, üblich bei kleineren familiengeführten Übernahmen, aber ungewöhnlich in dieser Größenordnung. Der Abschluss (Closing) wird laut Vertrag 30 bis 45 Tage nach Unterzeichnung erwartet, spätestens zum 1. September 2026, sofern keine der Parteien vorher kündigt.
Zweitens: Am 28. Juli 2026 kündigte EVI ein Aktienrückkaufprogramm über 10 Millionen US-Dollar an — laut Geschäftsbericht (10-K) für das Geschäftsjahr 2025 bestand bis dahin kein formales Rückkaufprogramm („The Company does not have in place any formal share repurchase plans or programs“). Bemerkenswert daran: Diese Ankündigung erfolgte ausschließlich per Pressemitteilung; ein separates SEC-Filing dazu existiert bis zum Redaktionsschluss dieser Analyse nicht. Damit stellt sich eine offene Frage, die erst der kommende Geschäftsbericht beantworten kann: Wie finanziert eine Firma, die gerade rund 34,6 Millionen US-Dollar für Sudsies ausgibt und bereits 60,0 Millionen US-Dollar Kreditlinie gezogen hat, zusätzlich ein Aktienrückkaufprogramm — noch dazu, wo der Kreditvertrag laut Geschäftsbericht Aktienrückkäufe ausdrücklich einschränken kann? Diese Frage bleibt bis zum Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026 unbeantwortet.
Bewertung: ein stattliches Kurs-Gewinn-Verhältnis für eine dünne Marge
Zum 27. August 2026 kam EVI Industries auf einen Börsenwert von rund 189 Millionen US-Dollar. Gemessen am Umsatz ergibt das ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von rund 0,44 — auf den ersten Blick moderat. Das nachlaufende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) liegt dagegen bei rund 33, und das Verhältnis von Unternehmenswert zu bereinigtem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EV/EBITDA) bei rund 11,4. Ein KGV von 33 bedeutet: Anleger zahlen das 33-Fache des Jahresgewinns für eine Firma, deren Nettomarge — der Anteil vom Umsatz, der als Gewinn übrig bleibt — zuletzt zwischen 1,6 und 1,9 Prozent lag. Zum Vergleich: Eine „gesunde“ Nettomarge im verarbeitenden Gewerbe und Handel liegt oft im hohen einstelligen Bereich; bei 1,6 bis 1,9 Prozent bleibt von jedem eingenommenen Dollar weniger als zwei Cent tatsächlich als Gewinn übrig. Ein KGV von 33 bei einer derart dünnen Marge bedeutet: Der Markt bezahlt hier nicht für heutige Ertragskraft, sondern für die Erwartung, dass künftige Zukäufe und Skaleneffekte diese Marge deutlich verbessern.
Ein zusätzlicher Vorsichtshinweis zur bereinigten Kennzahl, mit der EVI selbst gern wirbt: Das von EVI verwendete „bereinigte EBITDA“ (Adjusted EBITDA) rechnet nicht nur Zinsen, Steuern und Abschreibungen heraus, sondern zusätzlich auch aktienbasierte Vergütung — also genau jene Aktien, mit denen das Management und die Verkäufer von Zukäufen bezahlt werden. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 machte diese herausgerechnete aktienbasierte Vergütung rund 20 Prozent des ausgewiesenen bereinigten EBITDA aus (3,96 von 20,0 Millionen US-Dollar). Bei einer Firma, die routinemäßig mit eigenen Aktien bezahlt — für Zukäufe wie für die Chef-Vergütung —, schönt dieser Rechentrick die Optik der Bewertung: Das tatsächlich rechnerisch nutzbare EV/EBITDA wäre etwas höher als die ausgewiesenen 11,4, würde man die Aktienvergütung als das behandeln, was sie wirtschaftlich ist — eine reale Kostenposition, auch wenn kein Bargeld fließt.
Chancen und Risiken auf einen Blick
Was für EVI Industries spricht:
- Zehn Jahre durchgehende Profitabilität ohne ein einziges Verlustjahr, bei einer Rohertragsmarge, die von 24,7 Prozent (Geschäftsjahr 2021) auf 30,4 Prozent (Geschäftsjahr 2025) gestiegen ist — ein Beleg für tatsächliche Skaleneffekte im Einkauf.
- Ein bewährtes, wiederholbares Zukaufsmuster: 32 Übernahmen bis Februar 2026, finanziert über eine Mischung aus Barmitteln (rund 117 Millionen US-Dollar) und eigenen Aktien (rund 76,4 Millionen US-Dollar) — mit drei Sonderdividenden in Folge (2023 bis 2025) als Beleg für tatsächliche Ausschüttungsfähigkeit.
- Ein moderates Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 0,44 (27. August 2026) und ein Kurs, der 57 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert — für Anleger, die an eine Fortsetzung des Zukaufmodells glauben, ein potenziell günstigerer Einstiegspunkt als vor einem Jahr.
- Der neue Consumer-Vorstoß über Sudsies (angekündigt Juli 2026) könnte ein zweites, margenstärkeres Standbein neben dem margenschwachen B2B-Vertrieb eröffnen, sofern die Integration gelingt.
Was gegen EVI Industries spricht:
- Organisches Wachstum von nur rund 7 Prozent pro Jahr laut eigener, nicht geprüfter Angabe — ohne GAAP-Aufschlüsselung bleibt unklar, wie stark das Kerngeschäft ohne neue Zukäufe tatsächlich wächst.
- Verwässerung von 83 Prozent seit 2016 und ein Nettogewinn-CAGR (15 Prozent), der deutlich unter dem Umsatz-CAGR (29 Prozent) liegt — ein Teil jedes zugekauften Umsatzdollars gehört rechnerisch neuen Aktionären, nicht den bestehenden.
- Nettoschulden von 55,7 Millionen US-Dollar (31. März 2026) nach dem Girbau-Zukauf, nur noch 36,3 Millionen US-Dollar Covenant-Spielraum und ein um rund 72 Prozent gestiegener Zinsaufwand — zusätzlich belastet durch die Sudsies-Zahlung und das neue Rückkaufprogramm.
- Eine Stimmenkontrolle von 56,2 bis 57,4 Prozent bei Management und Verwaltungsrat, teils über Stimmbindungsverträge mit Verkäufern, sowie eine CEO-Vergütung, die im Geschäftsjahr 2024 den gesamten Konzerngewinn überstieg (105 Prozent) und im Geschäftsjahr 2025 immer noch 71 Prozent davon beanspruchte.
- Ein nachlaufendes KGV von rund 33 bei einer Nettomarge von nur 1,6 bis 1,9 Prozent und einem in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 um 8 Prozent gesunkenen Nettogewinn.
Ein menschliches Fazit
Zurück zur Verführungskraft vom Anfang. Ein Chart, der sich verelffacht, fühlt sich wie Können an — das ist kein Zufall, sondern eine ziemlich verlässliche psychologische Reaktion. Steigende Linien lösen bei fast jedem von uns ein Gefühl von Kompetenz und Sicherheit aus, egal wie diese Linie zustande kam. Bei EVI Industries kam sie zu einem erheblichen Teil aus Zukäufen und Preiserhöhungen, bezahlt mit Schulden und mit 83 Prozent mehr Aktien seit 2016. Das macht die Firma nicht automatisch zu einer schlechten Investition — Buy-and-Build-Modelle können funktionieren, und EVI war in jedem einzelnen der vergangenen zehn Geschäftsjahre profitabel, was längst nicht jede wachsende Firma von sich behaupten kann. Aber es bedeutet, dass die entscheidende Frage nicht lautet „Wie schnell ist der Umsatz gewachsen?“, sondern: Wie viel von diesem Wachstum trägt sich selbst, sobald die nächste Übernahme ausbleibt — und wie viel von deinem Anteil daran hast du in den vergangenen Jahren über neue Aktien und eine überproportionale Chef-Vergütung bereits wieder abgegeben? Die Antwort darauf liefern weder wir noch EVI selbst mit letzter Sicherheit — dafür fehlt schlicht die geprüfte Aufschlüsselung. Was du aus dieser Lücke machst, ob du sie als Warnsignal oder als Nebensache liest, ist am Ende deine Entscheidung, nicht unsere.
Quellen
Alle in dieser Analyse verwendeten Originaldokumente — zum Selbst-Nachlesen:
- EVI Industries, Inc. — SEC-Geschäftsbericht 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (eingereicht 11. September 2025)
- EVI Industries, Inc. — SEC-Quartalsbericht 10-Q zum 31. März 2026 (eingereicht 11. Mai 2026)
- EVI Industries, Inc. — aktuelle Mitteilung (8-K) vom 11. Mai 2026, Pressemitteilung zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 (Exhibit 99.1)
- EVI Industries, Inc. — aktuelle Mitteilung (8-K) vom 23. Juli 2026 zur Sudsies-Übernahme, inklusive Korrektur der EBITDA-Wachstumsrate (Punkt 1.01 und 8.01)
- EVI Industries, Inc. — Pressemitteilung zu den Jahreszahlen des Geschäftsjahres 2025 vom 11. September 2025 (Exhibit 99.1 zur 8-K)
- EVI Industries, Inc. — Hauptversammlungsunterlage (Proxy-Statement, DEF 14A) vom 20. November 2025
- Business Wire — Pressemitteilung zum Aktienrückkaufprogramm vom 28. Juli 2026
- EVI Industries, Inc. — Investor-Relations-Seite (ir.evi-ind.com)
- Vollständige SEC-Einreichungshistorie von EVI Industries, Inc.: EDGAR-Übersicht (sec.gov)
- Fundamentaldaten (Kennzahlen, Bewertung, Kursverlauf; Datenstand 27. August 2026), abgeglichen mit den SEC-Berichten und den XBRL-Kennzahlenreihen der SEC.
Transparenz & Disclaimer: Diese Analyse ist eine journalistische Einordnung öffentlich zugänglicher Informationen und keine Anlageberatung, keine Finanzanalyse im aufsichtsrechtlichen Sinn und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Aktien-Investments sind mit erheblichen Risiken bis hin zum Totalverlust verbunden. Alle Angaben ohne Gewähr; der Stand der Daten ist jeweils im Text vermerkt. Der Autor hält zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Position in EVI-Industries-Aktien.
Die Kennzahlen im Überblick
Alle Geldbeträge in Millionen $, Gewinn je Aktie wie berichtet.
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 242,0 | 267,3 | 354,2 | 353,6 | 389,8 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 3,2 | 6,4 | 16,5 | 11,6 | 13,8 |
| Nettogewinn | 8,4 | 4,1 | 9,7 | 5,6 | 7,5 |
| Nettomarge | 3,5 % | 1,5 % | 2,7 % | 1,6 % | 1,9 % |
| Gewinn je Aktie | 0,67 $ | 0,32 $ | 0,76 $ | 0,43 $ | 0,57 $ |
Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Unser Fazit auf einen Blick
- Operative Substanz & Historie positiv
- Zehn Geschäftsjahre in Folge profitabel (Geschäftsjahr 2016 bis 2025), Rohertragsmarge von 24,7 % (Geschäftsjahr 2021) auf 30,4 % (Geschäftsjahr 2025) gestiegen, drei Sonderdividenden in Folge (Oktober 2023 bis Oktober 2025) — ein tragfähiges Geschäftsmodell mit belegten Skaleneffekten.
- Organisches Wachstum negativ
- Laut Pressemitteilung vom 11. September 2025 nur rund 7 % organisches Umsatzwachstum pro Jahr gegenüber einem zehnjährigen Gesamt-CAGR von rund 29 % (Mitteilung 11. Mai 2026) — eine geprüfte GAAP-Aufschlüsselung organisch/zugekauft fehlt in Geschäfts- und Quartalsbericht vollständig.
- Verwässerung negativ
- Aktienzahl seit September 2016 um 83 % gestiegen (7,03 auf 12.869.113 Aktien zum 6. Mai 2026), rund 76,4 Mio. US-Dollar in Aktien für Zukäufe bezahlt; der Nettogewinn-CAGR (15 %) bleibt deutlich unter dem Umsatz-CAGR (29 %, Mitteilung 11. Mai 2026).
- Bilanz & Verschuldung negativ
- Nettoschulden auf 55,7 Mio. US-Dollar gesprungen (31. März 2026) nach der Girbau-Übernahme; von 150 Mio. US-Dollar Kreditlinie nur noch 36,3 Mio. US-Dollar Covenant-Spielraum, Zinsaufwand in neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 um rund 72 % gestiegen.
- Governance & Kontrolle negativ
- Management und Verwaltungsrat kontrollieren 56,2 % der Stimmen (Proxy 20. November 2025; 57,4 % laut Geschäftsbericht zum 30. Juni 2025), teils über Stimmbindungsverträge mit Verkäufern; CEO-Vergütung Geschäftsjahr 2025 mit 5,35 Mio. US-Dollar entspricht 71 % des Nettogewinns (Geschäftsjahr 2024: 105 %).
- Bewertung neutral
- Nachlaufendes KGV von rund 33 (27. August 2026) bei einer Nettomarge von nur 1,6–1,9 % steht einem moderaten KUV von rund 0,44 gegenüber; das von EVI genutzte bereinigte EBITDA rechnet aktienbasierte Vergütung heraus (rund 20 % des Adj.-EBITDA in neun Monaten des Geschäftsjahres 2026) und schönt damit die Bewertungsoptik.
EVI Industries hat den Umsatz seit dem Geschäftsjahr 2016 verelffacht und war in jedem einzelnen dieser Jahre profitabel — ein belegtes, funktionierendes Buy-and-Build-Modell mit steigender Rohertragsmarge und drei Sonderdividenden in Folge. Doch organisch wuchs der Umsatz laut eigener Angabe nur um rund 7 Prozent pro Jahr, bezahlt wurde ein Teil mit 83 Prozent mehr Aktien seit 2016 und zuletzt mit einem deutlichen Schuldensprung nach der Girbau-Übernahme; die Kontrolle liegt fest bei Management und Verwaltungsrat, deren Vergütung in schwächeren Jahren den gesamten Konzerngewinn übersteigt. Keine Anlageberatung.
Was unsere Einordnung bedeutet
Offene Fragen
Das Geschäft funktioniert grundsätzlich, aber eine wesentliche Frage ist offen. Solange sie offen ist, tragen unsere Befunde kein Qualitätsurteil.
Das Geschäftsmodell trägt seit zehn Jahren und ist durchgehend profitabel — das ist eine reale Stärke. Trotzdem bleiben wesentliche operative Fragen offen: Die Nettomarge liegt strukturell nur bei 1,6 bis 1,9 Prozent, das organische Wachstum von rund 7 Prozent pro Jahr ist reine Firmenangabe ohne geprüfte Aufschlüsselung, die Schulden sind nach der Girbau-Übernahme deutlich gestiegen und der Nettogewinn ging in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 bereits um 8 Prozent zurück, während Integrations- und Modernisierungskosten weiterhin auf dem Ergebnis lasten. Das rechtfertigt weder ein grünes noch ein rotes Urteil, sondern eine gelbe Ampel mit klar benannten offenen Fragen.
Journalistische Einschätzung der Redaktion zum Analysezeitpunkt auf Basis öffentlicher Quellen — keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Deine persönlichen Umstände (Anlageziele, Risikotragfähigkeit, Steuern) können dabei nicht berücksichtigt werden. Was unsere Stufen bedeuten, wie Urteile entstehen und welche Interessenkonflikte bestehen →
Bitte beachten
- Auf die Rechercheliste kam EVI Industries bei der Durchsicht von Serien-Aufkäufern unter den US-Nebenwerten; der Kurs notierte am 27. August 2026 mit rund 14,70 US-Dollar nahe dem 52-Wochen-Tief, 57 Prozent unter dem Hoch von 34,48 US-Dollar.
- EVIs Geschäftsjahr endet am 30. Juni, nicht am 31. Dezember — „Geschäftsjahr 2025“ bedeutet den Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025. Der Geschäftsbericht für das bereits beendete Geschäftsjahr 2026 lag zum Stand dieser Analyse (29. August 2026) noch nicht vor.
- Analysen sind evergreen: Der Kurs von 14,70 US-Dollar (27. August 2026) ist ein datierter Bewertungsanker, kein Kaufargument. Nicht zu verwechseln: die Stimmenkontrolle laut SEC-Proxy (56,2–57,4 %) und der breiter gefasste Insider-Anteil laut Fundamentaldaten (rund 59,6 %) beruhen auf unterschiedlichen Berechnungsmethoden.
Aktien-Wächter
Diese Analyse ist Stand 29. August 2026. Was sich seitdem bei EVI geändert hat, meldet Dir der Aktien-Wächter.
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Häufige Fragen
EVI Industries, Inc. (NYSE American: EVI) aus Miami, Florida, verkauft, verleast und wartet gewerbliche Wäschereitechnik — Wasch-, Trocken- und Finish-Anlagen für Krankenhäuser, Hotels, Kreuzfahrtlinien, Justizvollzug und Wäschereien. Über ein „Buy-and-Build“-Modell kaufte die Firma seit 2016 laufend kleine, regionale Fachhändler auf; im Mai 2026 zählte sie 32 Geschäftseinheiten mit rund 900 Beschäftigten.
Der Umsatz stieg von 36,0 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2016 auf 389,8 Millionen im Geschäftsjahr 2025 — vor allem durch 32 Übernahmen und Preiserhöhungen. Laut Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025 war der Umsatzanstieg „primarily attributable to“ zugekauften Firmen sowie Preiserhöhungen; organisches Neugeschäft wird dort nicht als Treiber genannt.
Laut einer Pressemitteilung vom 11. September 2025 lag das organische Umsatzwachstum bei rund 7 Prozent pro Jahr — der Rest des zehnjährigen Umsatz-CAGR von rund 29 Prozent stammt aus Zukäufen und Preiserhöhungen. Eine geprüfte, jährliche GAAP-Aufschlüsselung zwischen organisch und zugekauft liefert EVI nicht.
Am 27. August 2026 kostete eine EVI-Aktie rund 14,70 US-Dollar — 57 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 34,48 US-Dollar. Die Filings selbst nennen keinen Grund für den Kursrückgang; parallel dazu meldete der Konzern jedoch einen Schuldensprung nach der Girbau-Übernahme und einen um 8 Prozent gesunkenen Nettogewinn in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026.
Zum 31. März 2026 hatte EVI 60,0 Millionen US-Dollar aus seiner Kreditlinie gezogen, zu einem Durchschnittszins von 5,04 Prozent; die Nettoschulden lagen bei 55,7 Millionen US-Dollar. Von der 150-Millionen-Dollar-Kreditlinie waren wegen der Kreditauflagen (Covenants) nur noch 36,3 Millionen US-Dollar tatsächlich ziehbar.
Management und Verwaltungsrat kontrollierten laut Hauptversammlungsunterlage vom 20. November 2025 rund 56,2 Prozent der Stimmrechte (57,4 Prozent laut Geschäftsbericht zum 30. Juni 2025) — teils über Stimmbindungsverträge mit Verkäufern früherer Übernahmen. Chairman und CEO Henry Nahmad führt das Unternehmen seit März 2015.
Am 17. Juli 2026 unterzeichnete EVI Kaufverträge über rund 34,6 Millionen US-Dollar zur Übernahme von Sudsies, Inc., einem Textilpflege-Unternehmen — EVIs erster Schritt vom B2B-Vertrieb ins Endkundengeschäft. Der Abschluss wurde 30 bis 45 Tage nach Unterzeichnung erwartet; erste Segment- und Umsatzangaben dazu liefert erst der Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2026.
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