Cliq Digital AG (CLIQ.DE)
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Für diese Supertiefe Analyse haben wir die CLIQ-Historie bis zur Bob Mobile AG ausgegraben: 21 Unternehmensberichte aus 15 Jahren, 64 Analysten-Studien, die Regulierungsakten zum Telefonrechnungs-Abo und alle Meldungen bis Juli 2026. Der Befund: Dasselbe Geschäftsmodell — Impuls-Abos über den bequemsten Zahlungsweg — wurde zweimal von der Zahlungsinfrastruktur stillgelegt, 2013 und 2025. Dazwischen lag ein Boom mit bezahlten Kurszielen bis 80 Euro. Übrig sind 35 Millionen Euro Kasse, ein Großaktionär, den Organmitglieder mitfinanzieren, und ein Rückkaufangebot unter Substanzwert. Wer hier „aussitzt", sollte wissen, auf welchem Brett er sitzt.
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Basis
Performance
Bewertung
Rentabilität
Bilanz & Sicherheit
Wachstum
Qualität & Screener
KI-Einstufung
Nutzt KISonderfall deutsche Aktiengesellschaft ohne SEC-Filings — Grundlage ist der testierte Geschäftsbericht 2025 (veröffentlicht 5. März 2026) von der Investor-Relations-Seite: Der Streaming-Vermarkter verkauft keine KI-Produkte, beschreibt KI aber als Steuerungsinstrument eines wesentlichen Teils der Geschäftsaktivitäten — von der Auswahl und Optimierung der Werbekampagnen über KI-gesteuerte Automatisierung der Marketing-Workflows bis zur automatisierten Erstellung von Werbe-Content mit generativer KI. Eine KI-Umsatzquelle benennen die Berichte nicht; der Umsatzeinbruch 2024/2025 hatte keine KI-Ursache (Kartensysteme/Acquirer), sodass auch keine konkrete KI-Bedrohung des Geschäftsmodells belegt ist.
Volle Akte anzeigen — Zitate, Quellen, geprüfte Berichte
„KI steuert einen wesentlichen Teil der Geschäftsaktivitäten von CLIQ. Sie liefert wertvolle Erkenntnisse, unterstützt die Entscheidungsfindung, Produktentwicklung und personalisiert das Kundenerlebnis."
Deutsches Original aus dem Geschäftsbericht 2025 (Konzernlagebericht, Abschnitt „Künstliche Intelligenz (KI)“): KI steuert einen wesentlichen Teil der Geschäftsaktivitäten — Erkenntnisse, Entscheidungsfindung, Produktentwicklung und personalisiertes Kundenerlebnis.
„Die strategische Einbindung von Künstlicher Intelligenz (KI), insbesondere generativer KI, eröffnet dem Konzern erhebliche Perspektiven. […] Durch den Einsatz von KI-Algorithmen kann der Konzern die Erstellung von visuellem und schriftlichem Content automatisieren und verbessern, den kreativen Prozess optimieren und einen konsistenten Output gewährleisten."
Deutsches Original aus dem Geschäftsbericht 2025 (Chancenbericht, Abschnitt „Künstliche Intelligenz“): Die strategische Einbindung von KI — insbesondere generativer KI — eröffnet erhebliche Perspektiven; KI-Algorithmen automatisieren und verbessern die Erstellung von visuellem und schriftlichem Content.
Eingestuft am 10. Juli 2026 · So entsteht die Einstufung
Quartalszahlen
| Quartal | GpA (Gewinn pro Aktie) | GpA YoY (%) | Umsatz (Mio. $) | Umsatz YoY (%) | Nettomarge (%) | OCF (Mio. $) | FCF (Mio. $) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2024: Q1 | 0,02 | -98,60 | 73 | -11,90 | 0,20 | -1 | -1 |
| 2024: Q2 | 0,14 | -88,80 | 68 | -11,20 | 1,20 | 1 | 1 |
| 2024: Q3 | 0,07 | -94,40 | 54 | -34,70 | 0,80 | 4 | 4 |
| 2024: Q4 | -4,18 | -509,80 | 48 | -43,10 | -61,10 | 4 | 4 |
| 2025: Q1 | 0,21 | 1.073,20 | 50 | -31,60 | 1,80 | 3 | 3 |
| 2025: Q2 | 0,09 | -34,30 | 48 | -29,50 | 1,10 | 7 | 7 |
| 2025: Q3 | -1,45 | -2.054,20 | 22 | -60,10 | -39,50 | 6 | 0 |
| 2025: Q4 | -0,92 | 77,90 | 12 | -74,30 | -43,90 | 7 | 0 |
- GpA (Gewinn pro Aktie):
- Der Quartalsgewinn geteilt durch die Zahl aller Aktien — wie viel vom Gewinn rechnerisch auf eine einzelne Aktie entfällt. Im Englischen EPS.
- YoY (Year over Year):
- Veränderung gegenüber demselben Quartal des Vorjahres — so vergleicht man ohne saisonale Verzerrung (z. B. Weihnachtsgeschäft).
- Umsatz:
- Alle Erlöse des Quartals, bevor Kosten abgezogen werden — die oberste Zeile der Gewinn-und-Verlust-Rechnung.
- Nettomarge:
- Wie viel Prozent vom Umsatz am Ende als Gewinn übrig bleiben. Negativ heißt: Das Unternehmen schreibt Verlust.
- OCF (operativer Cashflow):
- Das Geld, das im Quartal tatsächlich aus dem laufenden Geschäft in die Kasse fließt — schwerer zu schönen als der Buchgewinn.
- FCF (freier Cashflow):
- Operativer Cashflow minus Investitionen — das Geld, das wirklich frei verfügbar ist, etwa für Schuldenabbau, Rückkäufe oder Dividenden.
Einschätzung: Chancen & Risiken
Impuls-Abos über den jeweils bequemsten Zahlungsweg — zweimal von der Zahlungsinfrastruktur stillgelegt (Telefonrechnung 2013/14, Kreditkarte 2024/25). Der eigene Risikobericht warnte 2011–2019 wortgleich vor dem „Verbot bestimmter Dienste oder Geschäftsmodelle". Für den dritten Anlauf existiert kein unregulierter Fluchtkanal; der Bericht 2025 nennt keinen konkreten neuen Zahlungspartner.
Netto-Kasse 30,8 Mio. Euro (31.12.2025) bzw. ~35 Mio. (Mai 2026) bei 21,6 Mio. Börsenwert, Eigenkapital 60,9 Mio., keine Bankschulden — aber die Kasse ist ein Einmaleffekt aus Vertragskosten-Abschmelzung und Marketingstopp; die Kreditlinie ist weg, 5,1 Mio. Euro liegen als Rolling Reserves bei den blockierenden Zahlungsdienstleistern.
Der Boom wurde von ausschließlich bezahltem Research begleitet (Kursziele bis 80 Euro, null Erwähnungen von Chargebacks/Acquirern in 64 Studien); heute das Gegenteil: Coverage 2024 gekündigt, Quartalsberichte abgeschafft, Basic Board seit 03/2026 — der Streubesitz entscheidet mit minimaler Information.
Organe finanzieren den Großaktionär mit; Sonderprämien für die „Veränderung der Gesellschafterstruktur"; 1,05-Mio.-Darlehen an ein Geschäftsführungsmitglied; Entschädigung für wertlose Optionen (1,25 Mio. für den Vorstand); 9,6 Mio. Euro Vorstands-Vergütungsaufwand im Abwicklungsjahr mit 57 Mitarbeitern; Rückkäufe 2024 durch drei Gewinnwarnungen zu Ø 8,48 Euro.
Teilrückkauf zu 3,85 Euro (30–35 % unter Kassenwert je Aktie; Vorjahres-Idee: 6,06 Euro), Dylan nimmt nicht teil und steigt passiv Richtung 60 %+, Delisting-Prüfung angekündigt, HV-Mehrheit 94,99 %. Im Freiverkehr ohne den Abfindungsschutz des regulierten Markts wird der Wert unnotierter Anteile zur Verhandlungssache.
Reale, aber schwer bezifferbare Extras: geprüfte Schadensersatzansprüche gegen Google (Missbrauch marktbeherrschender Stellung, Prüfphase), mögliche Rückflüsse der Rolling Reserves (5,1 Mio.), steuerliche Verlustvorträge (22,6 Mio. brutto), Transformations-Erfahrung der Organisation aus dem ersten Modell-Tod.
Die Supertiefe Analyse über 15 Jahre zeigt ein wiederkehrendes Muster: CLIQ Digital verdient an Impuls-Abos, bis die Zahlungsinfrastruktur die Regeln ändert — 2013 die Regulierer der Telefonrechnung, 2025 die Kreditkartennetze. Der Boom dazwischen wurde von bezahltem Research getragen und endete in der Abwicklung: 0,1 Mio. Kunden, 57 Mitarbeiter, Modell „nicht mehr tragfähig". Was bleibt, ist ein Endspiel um ~35 Mio. Euro Kasse zwischen einem insider-finanzierten Großaktionär und einem Streubesitz, dem 3,85 Euro geboten werden. Keine Anlageberatung.
- Materialitäts-Einordnung: Abwicklungsstopp und Delisting-Zange sind Existenz-Funde; Gewinnqualität 2021–2023 (Vertragskosten-Aktivierung: 2022 +22,5 Mio. von 43,5 Mio. EBITDA) und Governance-Befunde sind gehäufte Preis-Funde; die Substanzdeckung (Kasse > Börsenwert) ist ein Pro-Argument, das durch die Kontrollverhältnisse entwertet wird.
- Das Ergebnis des Teilrückerwerbsangebots (Frist 08.07.2026) war am 10.07.2026 noch nicht veröffentlicht. Diese Analyse ist bewusst so geschrieben, dass beide Ausgänge (Annahme/Scheitern) sie nicht entwerten — die Szenarien-Abwägung steht im Kapitel „Bewertung und Szenarien".
- Deutsche Gesellschaft ohne SEC-Filings: Historische Berichte (Bob Mobile 2011, CLIQ 2013/2019, H1 2020) wurden über das Webarchiv beschafft; die 64 Analysten-Studien stammen aus dem Archiv der alten CLIQ-IR-Seite. Die angebliche Behörden-Untersuchung 2018 samt 1,25-Mio.-Vergleich (KI-generierte Suchtreffer) ließ sich nicht belegen und wurde nicht verwendet; der FTC-Fall „Cliq Inc." (USA 2026) betrifft eine namensgleiche fremde Firma.
Über das Unternehmen
Cliq Digital AG, ein Unternehmen im Bereich Online-Performance-Marketing, verkauft digitale Produkte und gebündelte Content-Abonnements an Verbraucher in Nordamerika, Europa, Lateinamerika und international. Das Unternehmen lizenziert Streaming-Inhalte von Partnern, bündelt diese zu digitalen Produkten und vertreibt die Inhalte über Performance-Marketing, sowie bietet Online-Werbedienstleistungen an. Cliq Digital AG wurde 2012 gegründet und hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf, Deutschland.
Chart
Datenstand: 9. Juli 2026 · Quelle: Fundamentaldaten & SEC-Berichte (Geschäfts- und Quartalsberichte, 10-K/10-Q)
Hinweis: reine Faktenanalyse, keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf. Angaben ohne Gewähr.