Die Grundidee
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird wie eine Aktie. Statt dass ein Fondsmanager einzelne Titel auswählt, bildet der klassische ETF stur einen Index nach — etwa den MSCI World oder den DAX. Steigt der Index um ein Prozent, steigt auch der ETF um rund ein Prozent, Kosten abgezogen.
Damit kaufst du mit einem einzigen Wertpapier einen ganzen Markt: Ein Welt-ETF enthält Anteile an über tausend Unternehmen. Diese Streuung ist der wichtigste Schutzmechanismus für Privatanleger — das Schicksal einer einzelnen Firma kann dein Depot nicht mehr ruinieren.
Warum ETFs so günstig sind
Weil niemand bezahlt werden muss, der Aktien analysiert und auswählt, kosten ETFs nur einen Bruchteil aktiver Fonds: Große Standard-ETFs liegen bei 0,05 bis 0,25 Prozent pro Jahr, aktive Fonds verlangen oft das Zehnfache. Über Jahrzehnte summiert sich dieser Kostenvorteil zu erheblichen Beträgen.
Dazu kommt ein rechtlicher Vorteil: Fondsvermögen ist Sondervermögen. Geht die Fondsgesellschaft pleite, gehört das Geld im ETF weiterhin dir — es fällt nicht in die Konkursmasse.
Was ein ETF nicht kann
Ein ETF schützt dich nicht vor Marktschwankungen — er macht jeden Absturz des Index voll mit. Wer 2008 oder 2020 investiert war, musste zwischenzeitlich Verluste von 30 bis 50 Prozent aushalten. Der Schutz liegt in der Streuung und im langen Atem, nicht in der Kursstabilität.
Und: Die riesige Produktauswahl verführt zum Verzetteln. Themen-, Hebel- und Nischen-ETFs sind Werkzeuge für spezielle Zwecke — das Fundament eines Depots bleiben breite, günstige Standardindizes.