Drei Wege zum gleichen Ziel
Physisch replizierende ETFs kaufen schlicht alle Aktien des Index im richtigen Verhältnis. Bei sehr breiten Indizes mit tausenden Titeln wählen viele Anbieter die optimierte Replikation: Sie kaufen eine repräsentative Auswahl, die den Index statistisch nachbildet — das spart Handelskosten in illiquiden Randwerten.
Swap-basierte (synthetische) ETFs halten dagegen einen beliebigen Wertpapierkorb und tauschen dessen Rendite über ein Tauschgeschäft mit einer Bank gegen die Indexrendite. Das klingt komplizierter, hat aber praktische Vorteile — etwa bei schwer zugänglichen Märkten.
Das Kontrahentenrisiko
Beim Swap-ETF entsteht ein Risiko gegenüber dem Tauschpartner: Fällt die Bank aus, kann ein Teil der Differenz verloren gehen. Europäische Fondsregeln (UCITS) begrenzen dieses Risiko auf maximal 10 Prozent des Fondsvermögens; in der Praxis besichern Anbieter die Geschäfte meist deutlich darüber hinaus.
Auch physische ETFs sind nicht risikofrei im Detail: Viele verleihen Wertpapiere gegen Gebühr, was ebenfalls besichert wird, aber ein Restrisiko trägt. Für Standardprodukte großer Anbieter sind beide Konstruktionen in der Praxis solide — Geschmacksfrage bleibt es trotzdem.