Was Zykliker ausmacht
Zyklische Unternehmen verdienen prächtig, wenn die Wirtschaft brummt, und leiden früh, wenn sie abkühlt: Autobauer, Chemie- und Stahlkonzerne, Maschinenbauer, Halbleiterhersteller, Fluglinien. Ihre Gewinne schwanken um ein Vielfaches stärker als die von Konsumgüter- oder Gesundheitswerten.
Die Börse handelt Zykliker deshalb anders: Sie blickt sechs bis zwölf Monate voraus. Die Kurse drehen oft nach unten, während die Gewinne noch Rekorde feiern — und nach oben, wenn die Schlagzeilen am schwärzesten sind.
Die KGV-Falle beim Zykliker
Beim Zykliker funktioniert die wichtigste Bewertungsregel rückwärts: Ein optisch niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis markiert oft den Gewinngipfel — also den gefährlichsten Kaufzeitpunkt. Ein hohes oder gar kein KGV erscheint dagegen häufig am Boden des Zyklus, wenn die Gewinne eingebrochen sind und die Erholung bevorsteht.
Erfahrene Anleger bewerten Zykliker deshalb über den Zyklus hinweg: mit normalisierten Gewinnen, dem Kurs-Buchwert-Verhältnis oder der Frage, wo im Kapazitäts- und Lagerzyklus die Branche gerade steht.