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TER verstehen: Was ein ETF wirklich kostet

Die Gesamtkostenquote ist die wichtigste Kennzahl beim ETF-Vergleich — aber nicht die ganze Wahrheit.

Was in der TER steckt

Die Total Expense Ratio (TER) — auf Deutsch Gesamtkostenquote — fasst die laufenden Kosten eines ETFs zusammen: Verwaltung, Verwahrung, Lizenzgebühren für den Index, Vertrieb. Sie wird nicht separat abgebucht, sondern täglich anteilig aus dem Fondsvermögen entnommen; die ausgewiesene Wertentwicklung ist also bereits „nach TER".

Bei Standard-ETFs auf große Indizes liegt die TER heute meist zwischen 0,05 und 0,25 Prozent pro Jahr, bei Themen- und Nischenprodukten auch bei 0,4 bis 0,8 Prozent.

Warum die TER nicht alles ist

Zwei ETFs auf denselben Index können trotz gleicher TER unterschiedlich abschneiden. Entscheidend ist die Tracking-Differenz: der tatsächliche Rückstand des ETFs auf seinen Index. Geschickte Wertpapierleihe oder steuerliche Optimierungen können Kosten teilweise ausgleichen — manche ETFs schlagen ihren Index nach Kosten sogar knapp.

Dazu kommen einmalige Kosten auf deiner Seite: Ordergebühren des Brokers und die Handelsspanne (Spread) an der Börse. Wer häufig handelt, zahlt hier schnell mehr als die jährliche TER ausmacht.

Praxisregel

Vergleiche bei Produkten auf denselben Index zuerst die TER, dann Fondsgröße und Alter — und wirf, wenn verfügbar, einen Blick auf die Tracking-Differenz vergangener Jahre. Unter sonst gleichen Produkten ist das günstigste, größte und älteste selten die falsche Wahl.

Alle Angaben ohne Gewähr, keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.